{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234317,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234317,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234317,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234317,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234317,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234317,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234317,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234317,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234317,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234317,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234317,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234317,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234317,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234317,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234317,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234317,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234317,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20234317,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"23.4317","BusinessType":6,"BusinessTypeName":"Postulat","BusinessTypeAbbreviation":"Po.","Title":"Pr\u00fcfung einer Kronzeugenregelung","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Der Bundesrat wird damit beauftragt, in einem Bericht darzulegen, welche Vor- und Nachteile mit der Einf\u00fchrung einer Kronzeugenregelung verbunden sind. Dabei sind insbesondere sowohl die Rechtssysteme als auch die Erfahrung von anderen (europ\u00e4ischen und nicht-europ\u00e4ischen) Staaten zu ber\u00fccksichtigen und es ist darzulegen, wie ein entsprechendes Modell im Schweizerischen Straf- und Strafprozessrecht ausgestaltet werden k\u00f6nnte.</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<div><p style=\"margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt\"><span style=\"font-family:Arial\">Als Kronzeugen werden beschuldigte Personen verstanden, die unter Zusicherung von Straffreiheit oder anderer prozessualer Vorteile daf\u00fcr gewonnen werden k\u00f6nnen, gegen mitbeschuldigte Personen auszusagen. </span></p><p style=\"margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt\"><span style=\"font-family:Arial\">Der Bundesrat und das Parlament haben sich schon mehrere Male eingehend mit der Frage befasst, ob das Institut der Kronzeugenregelung auch im schweizerischen Strafverfahren eingef\u00fchrt werden sollte, dies aber stets abgelehnt. Zu verweisen ist auf die Vereinheitlichung des Strafprozessrechts, wo der Bundesrat gest\u00fctzt auf die \u00dcberlegungen der Expertenkommission \u00abVereinheitlichung des Strafprozessrechts\u00bb (Aus 29 mach 1 </span><span style=\"font-family:Symbol\">\uf02d</span><span style=\"font-family:Arial\"> Konzept einer eigen\u00f6ssischen Srafprozessordnung. Bericht der Expertenkommission \u00abVereinheitlichung des Strafprozessrechts\u00bb, EJPD, Bern 1997, S. 53 ff.) die Einf\u00fchrung einer Kronzeugenregelung weder im Vorentwurf noch im Entwurf vorschlug (Botschaft zur Vereinheitlichung des Strafprozessrechts vom 21. Dezember 2005, BBl </span><span style=\"font-family:Arial; font-style:italic\">2005</span><span style=\"font-family:Arial\"> 1085, 1112 f.). Das Parlament war gleicher Ansicht und lehnte sp\u00e4ter auch die Motion 16.3735 Janiak \u00abEinf\u00fchrung einer Kronzeugenregelung\u00bb ab. </span></p><p style=\"margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt\"><span style=\"font-family:Arial\">An der rechtlichen Problematik dieses Instituts, das aus dem anglo-amerikanischen Rechtskreis stammt, wo das Strafverfahren anders als in der Schweiz als Parteienprozess konstruiert ist, hat sich nichts ge\u00e4ndert; die wichtigsten Einw\u00e4nde bestehen nach wie vor: </span></p><ul type=\"disc\" style=\"margin:0pt; padding-left:0pt\"><li style=\"margin-left:11.6pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; padding-left:6.4pt; font-family:serif; font-size:11pt; -aw-font-family:'Symbol'; -aw-font-weight:normal; -aw-number-format:'\uf0b7'\"><span style=\"font-family:Arial\">Die Kronzeugenregelung steht im Spannungsfeld zum Gleichheitsgrundsatz nach Artikel 8 Absatz 1 der Bundesverfassung (BV; SR 101), weil einer einzelnen beschuldigten Person zu Lasten anderer Mitbeschuldigter prozessuale Vorteile einger\u00e4umt werden. </span></li><li style=\"margin-left:11.6pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; padding-left:6.4pt; font-family:serif; font-size:11pt; -aw-font-family:'Symbol'; -aw-font-weight:normal; -aw-number-format:'\uf0b7'\"><span style=\"font-family:Arial\">Sie steht im Widerspruch zum Prinzip, wonach eine Strafe der Tatschuld angemessen sein muss. Werden Beschuldigte schwerster Straftaten wegen deren Aussagen gegen Mitbeschuldigte mit erheblicher Strafmilderung oder gar Straffreiheit belohnt, so widerspricht dies dem Schuldstrafrecht. </span></li><li style=\"margin-left:11.6pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; padding-left:6.4pt; font-family:serif; font-size:11pt; -aw-font-family:'Symbol'; -aw-font-weight:normal; -aw-number-format:'\uf0b7'\"><span style=\"font-family:Arial\">Die Zusicherung prozessualer Vorteile als Belohnung f\u00fcr Aussagen, welche andere Mitbeschuldigte belasten, erh\u00f6ht das Risiko der Irref\u00fchrung der Justiz.</span></li><li style=\"margin-left:11.6pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; padding-left:6.4pt; font-family:serif; font-size:11pt; -aw-font-family:'Symbol'; -aw-font-weight:normal; -aw-number-format:'\uf0b7'\"><span style=\"font-family:Arial\">Anderseits besteht auch eine erh\u00f6hte Gefahr, dass Kronzeugen von den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden unzul\u00e4ssig unter Druck gesetzt werden. </span></li><li style=\"margin-left:11.6pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; padding-left:6.4pt; font-family:serif; font-size:11pt; -aw-font-family:'Symbol'; -aw-font-weight:normal; -aw-number-format:'\uf0b7'\"><span style=\"font-family:Arial\">Es ist nicht ersichtlich, wie sich in einem fr\u00fchen Stadium des Verfahrens, wenn die Informationen eines Kronzeugen besonders wertvoll sein k\u00f6nnen, die H\u00f6he der Strafreduktion im Falle einer Verurteilung des Kronzeugen ermittlen l\u00e4sst. Denn das Ausmass der Schuld und die H\u00f6he der schuldangemessenen Strafe hat das urteilende Gericht aufgrund des gesamten Beweisergebnisses zu ermitteln und festzulegen. Deshalb l\u00e4sst sich auch erst im Urteilszeitpunkt festlegen, um wieviel die eigentlich schuldangemessene Strafe aufgrund der Kooperation zu reduzieren ist. </span></li><li style=\"margin-left:11.6pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; padding-left:6.4pt; font-family:serif; font-size:11pt; -aw-font-family:'Symbol'; -aw-font-weight:normal; -aw-number-format:'\uf0b7'\"><span style=\"font-family:Arial\">Zu bedenken ist weiter, dass kriminielle Organisationen sich durch das Bestehen einer Kronzeugenregelung veranlasst sehen k\u00f6nnten, sich durch versch\u00e4rfte interne Kontroll- und Disziplinarmassnahmen noch st\u00e4rker abzuschotten. </span></li><li style=\"margin-left:11.6pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; padding-left:6.4pt; font-family:serif; font-size:11pt; -aw-font-family:'Symbol'; -aw-font-weight:normal; -aw-number-format:'\uf0b7'\"><span style=\"font-family:Arial\">Schliesslich ist auch nicht auszuschliessen, dass sich Mitglieder krimineller Organisationen noch weniger veranlasst sehen, Normen zu befolgen, weil sie sich mit Hilfe von internen Informationen notfalls ja dank der Kronzeugenregelung immer noch von Strafe \u00abloskaufen\u00bb k\u00f6nnen. </span></li></ul><p style=\"margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt\"><span style=\"font-family:Arial\">Alle diese Einw\u00e4nde und rechtsstaatliche Bedenken einer Kronzeugenregelung sprechen nach wie vor gegen deren Einf\u00fchrung. Zus\u00e4tzlicher Abkl\u00e4rungen und eines Rechtsvergleichs bedarf es nach Ansicht des Bundesrates deshalb nicht. </span></p></div><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates.","FederalCouncilProposal":45,"FederalCouncilProposalText":"Ablehnung","FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1701216000000)\/","SubmittedBy":null,"BusinessStatus":215,"BusinessStatusText":"Berichterstattung zum Umsetzungsstand des Vorstosses liegt vor","BusinessStatusDate":"\/Date(1775001600000)\/","ResponsibleDepartment":5,"ResponsibleDepartmentName":"Justiz- und Polizeidepartement","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EJPD","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"1216","Category":null,"Modified":"\/Date(1779310910197)\/","SubmissionDate":"\/Date(1697155200000)\/","SubmissionCouncil":2,"SubmissionCouncilName":"St\u00e4nderat","SubmissionCouncilAbbreviation":"SR","SubmissionSession":5201,"SubmissionLegislativePeriod":51,"FirstCouncil1":2,"FirstCouncil1Name":"St\u00e4nderat","FirstCouncil1Abbreviation":"SR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Strafrecht"}}