{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234420,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234420,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234420,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234420,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234420,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234420,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234420,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234420,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234420,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234420,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234420,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234420,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234420,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234420,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234420,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234420,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234420,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20234420,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"23.4420","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Streumunition und Einsatz der Artillerie in der Ukraine. Lehren daraus?","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Die Schweiz hat sich mit einem im Jahr 2013 in Kraft getretenen \u00dcbereinkommen \u00fcber Streumunition vertraglich verpflichtet, auf solche zu verzichten. 2018 hat sie die Entsorgung ihrer Best\u00e4nde an Streumunition (Kanistergeschosse) abgeschlossen, die zuvor bis 1999 f\u00fcr \u00fcber 600 Millionen Franken beschafft worden waren. Mit der Abschaffung der Kanistermunition wurde die Artillerie erheblich geschw\u00e4cht: Ihre Reichweite ging von knapp 30 auf 20 Kilometer zur\u00fcck, die Feuerkraft ist ohne Kanistergeschosse massiv geringer.</p><p>&nbsp;</p><p>Die USA beliefern nun die Ukraine seit diesem Sommer mit Streumunition, die offenbar erfolgreich im Gefecht eingesetzt wird (siehe unter anderem hier: <a href=\"https://edition.cnn.com/2023/08/17/europe/ukraine-counteroffensive-urozhaine-intl/index.html\">https://edition.cnn.com/2023/08/17/europe/ukraine-counteroffensive-urozhaine-intl/index.html</a>)&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesrat um die Beantwortung der folgenden Fragen:</p><p>&nbsp;</p><ul><li>Wie beurteilt der Bundesrat die Lieferung und den Einsatz der US-Streumunition in der Ukraine?</li><li>Welche Schl\u00fcsse sind daraus f\u00fcr den Einsatz der Artillerie in einem modernen Gefecht zu ziehen?</li><li>Welches sind die Erkenntnisse f\u00fcr die Schweizer Armee und ihren Einsatz im Kriegsfall?</li><li>Ist der Bundesrat vor dem Hintergrund der aktuellen Kriegsf\u00fchrung in der Ukraine immer noch der Ansicht, dass die Abschaffung der Kanistermunition und die daraus folgende Schw\u00e4chung unserer Artillerie richtig war?</li><li>Was unternimmt der Bundesrat, um schnellstm\u00f6glich die Reichweite und die Feuerkraft unserer Artillerie wieder zu steigern?</li><li>K\u00f6nnte es gest\u00fctzt auf die Erkenntnisse aus dem Krieg in der Ukraine allenfalls angezeigt sein, unsere Artillerie wieder mit Kanistermunition auszur\u00fcsten? Wenn nicht, welche Alternativen bieten sich nach Ansicht des Bundesrates?</li></ul>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>Der Einsatz von Streumunition hat wegen der unterschiedslosen Wirkung, der hohen Anzahl an Blindg\u00e4ngern, aber auch wegen der direkten oder indirekten Wirkung schwerwiegende humanit\u00e4re Folgen. Nicht explodierte Geschosse fordern auch noch Jahre nach Ende eines Konfliktes Opfer unter der Zivilbev\u00f6lkerung und behindern den Wiederaufbau eines Landes erheblich. Die Schweiz ratifizierte deshalb das \u00dcbereinkommen \u00fcber Streumunition im Jahr 2012 (SR 0.515.093), was auch eine wesentliche St\u00e4rkung der Umsetzung des humanit\u00e4ren V\u00f6lkerrechts und des Schutzes der Zivilbev\u00f6lkerung darstellte. Es trat am 1. Januar 2013 f\u00fcr die Schweiz in Kraft.&nbsp;Dadurch hat sich die Schweiz verpflicht, niemals&nbsp;Streumunition einzusetzen, zu entwickeln, herzustellen, auf andere Weise zu erwerben, zu lagern, zur\u00fcckzubehalten oder an irgendjemanden unmittelbar oder mittelbar weiterzugeben. Die Verpflichtungen infolge der Ratifikation des \u00dcbereinkommens \u00fcber Streumunition wurden in nationales Recht \u00fcberf\u00fchrt: Gem\u00e4ss Bundesgesetz \u00fcber das Kriegsmaterial ist verboten, jemanden zu einer der oben genannten Handlungen zu verleiten oder eine solche Handlung zu f\u00f6rdern.</p><p>&nbsp;</p><p>Heute z\u00e4hlt das \u00dcbereinkommen \u00fcber Streumunition 112 Vertragstaaten. Im Gegensatz zur Schweiz und den meisten westeurop\u00e4ischen L\u00e4ndern haben weder die USA, Russland noch die Ukraine dieses ratifiziert.</p><p>&nbsp;</p><p>Zu den konkreten Fragen der Interpellation:</p><p>&nbsp;</p><ul><li>Die Schweiz setzt sich als Vertragspartei des \u00dcbereinkommens \u00fcber Streumunition unabh\u00e4ngig des Krieges in der Ukraine generell daf\u00fcr ein, dass diese nicht eingesetzt, entwickelt, hergestellt, gelagert oder weitergegeben werden soll.&nbsp;</li></ul><p>&nbsp;</p><ul><li>Streumunition wird von Staaten, die das \u00dcbereinkommen \u00fcber Streumunition nicht ratifiziert haben, nach wie vor eingesetzt, um unter anderem die Knappheit von Artilleriemunition zu kompensieren. Die humanit\u00e4ren Folgen bleiben unver\u00e4ndert gravierend. Es wird daran erinnert, dass unterschiedslose und unverh\u00e4ltnism\u00e4ssige Angriffe verboten sind und eine schwere Verletzung des humanit\u00e4ren V\u00f6lkerrechts darstellen.</li></ul><p>&nbsp;</p><ul><li>Die Bevorratung von Munition ist f\u00fcr die Verteidigungsf\u00e4higkeit der Schweizer Armee ein wesentlicher Faktor. Dies hat der Bundesrat im Zusatzbericht zum Sicherheitspolitischen Bericht vom 7. September 2022 (BBl 2022 2357) festgehalten.</li></ul><p>&nbsp;</p><ul><li>Die Schweiz wird auch k\u00fcnftig Streumunition bzw. Kanistermunition nicht einsetzen; die von der Schweiz bevorrateten Best\u00e4nde wurden bis 2018 entsorgt. Der Blick auf die humanit\u00e4ren Folgen der in der Ukraine eingesetzten Streumunition bekr\u00e4ftigen dies.</li></ul><p>&nbsp;</p><ul><li>Der Bundesrat hat mit seinem Bericht zur Zukunft der Artillerie 2016 dargestellt, wie die F\u00e4higkeit der indirekten Wirkung auch ohne Streumunition weiterentwickelt werden kann.</li></ul><p>&nbsp;</p><p>In den n\u00e4chsten Jahren soll die \u00fcber f\u00fcnfzigj\u00e4hrige Panzerhaubitze M-109 durch ein radgest\u00fctztes Artilleriesystem abgel\u00f6st werden, das pr\u00e4zises Unterst\u00fctzungsfeuer auf bis zu f\u00fcnfzig Kilometer erm\u00f6glicht. Zudem pr\u00fcft die Armee derzeit M\u00f6glichkeiten, um Schl\u00fcsselziele auch auf gr\u00f6ssere Distanz mit weitreichendem Feuer bek\u00e4mpfen zu k\u00f6nnen.</p><p>&nbsp;</p><ul><li>Eine Wiedereinf\u00fchrung von Streumunition bzw. Kanistermunition in der Schweizer Armee ist f\u00fcr den Bundesrat nicht angezeigt. Der Bundesrat ist der \u00dcberzeugung, dass die F\u00e4higkeit zur indirekten Wirkung auch ohne Streumunition sichergestellt und weiterentwickelt werden kann. Wesentlich daf\u00fcr ist die Bevorratung von Munition, aber auch die Nutzung des technologischen Fortschritts bei Waffensystemen und Munition.</li></ul>","FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1707868800000)\/","SubmittedBy":"Zuberb\u00fchler David","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1710510223000)\/","ResponsibleDepartment":6,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Verteidigung, Bev\u00f6lkerungsschutz und Sport","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"VBS","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"8|9","Category":null,"Modified":"\/Date(1766416421883)\/","SubmissionDate":"\/Date(1703030400000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5201,"SubmissionLegislativePeriod":52,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Internationale Politik|Sicherheitspolitik"}}