{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234508,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234508,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234508,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234508,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234508,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234508,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234508,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234508,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234508,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234508,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234508,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234508,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234508,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234508,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234508,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234508,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20234508,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20234508,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"23.4508","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Auf dem Papier verm\u00f6gend, in der Realit\u00e4t arm. Verlust des Anspruchs auf Erg\u00e4nzungsleistungen trotz blockierter Erbschaft","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Um Anspruch auf Erg\u00e4nzungsleistungen (EL) zur Invalidenrente oder zur AHV zu haben, muss das Reinverm\u00f6gen einer Person unter 100'000 Franken bzw. eines Ehepaars unter 200'000 Franken liegen (Art. 9a Abs. 1 ELG). \u00dcberschreitet das Verm\u00f6gen einer Person oder eines Ehepaars im Verlauf des EL-Bezugs den zul\u00e4ssigen Wert, erlischt der EL-Anspruch auf das Ende des Monats, in dem der Wert \u00fcberschritten wurde (Art. 13 Abs. 3 ELG). Wenn eine EL-beziehende Person erbt, wird ihr das Verm\u00f6gen sowie der Verm\u00f6gensertrag ab dem Todeszeitpunkt des Erblassers bzw. der Erblasserin angerechnet (Art. 560 Abs. 1 ZGB).</p><p>&nbsp;</p><p>Diese Regelungen sind unproblematisch, wenn die ehemaligen EL-Bez\u00fcger:innen effektiv auf ihr neu dazu gekommenes Verm\u00f6gen und den Verm\u00f6gensertrag Zugriff haben. Es kommt aber immer wieder vor, dass ein Erbschaftsstreit den Zugriff auf das Erbe verhindert \u2013 teilweise \u00fcber mehrere Jahre. Aber auch dann werden der erbenden Person die Erg\u00e4nzungsleistungen von einem Monat auf den anderen gestrichen, sofern das Verm\u00f6gen den zul\u00e4ssigen Wert \u00fcberschreitet. Gem\u00e4ss Aussage des Bundesamts f\u00fcr Sozialversicherungen haben mehrere Bundesgerichtsentscheide diese Praxis best\u00e4tigt. Denn die Person gilt als verm\u00f6gend, auch wenn das Verm\u00f6gen (vorerst) nur auf dem Papier besteht. Sie muss dieses Verm\u00f6gen auch versteuern. Dies kann dazu f\u00fchren, dass sich die Person verschulden und/oder Sozialhilfe beziehen muss.</p><p>&nbsp;</p><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><ol><li>Wie beurteilt der Bundesrat das geschilderte Problem und ist er bereit, dieses aktiv anzugehen?</li><li>Welche gesetzlichen Anpassungen m\u00fcssten gemacht werden, um die Problematik zu beheben? W\u00e4re eine Erg\u00e4nzung der Weisung zu den Erg\u00e4nzungsleistungen ausreichend oder m\u00fcsste das Bundesgesetz \u00fcber Erg\u00e4nzungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invalidenversicherung (ELG) ge\u00e4ndert werden?</li><li>W\u00e4re es denkbar eine Regelung einzuf\u00fchren, dass Erg\u00e4nzungsleistungen im Fall einer blockierten Erbschaft in der \u00dcbergangsphase weiter bezogen werden k\u00f6nnten und sp\u00e4ter zur\u00fcckbezahlt werden m\u00fcssten?</li><li>Sieht der Bundesrat weitere Personengruppen, bei denen sich \u00e4hnliche Probleme ergeben, wenn sie erben und nicht auf ihr neu dazu gekommenes Verm\u00f6gen zugreifen k\u00f6nnen \u2013 beispielsweise Personen, die individuelle Krankenkassenpr\u00e4mienverbilligungen beziehen?</li></ol>","ReasonText":"<p>Um Anspruch auf Erg\u00e4nzungsleistungen (EL) zur Invalidenrente oder zur AHV zu haben, muss das Reinverm\u00f6gen einer Person unter 100'000 Franken bzw. eines Ehepaars unter 200'000 Franken liegen (Art. 9a Abs. 1 ELG). \u00dcberschreitet das Verm\u00f6gen einer Person oder eines Ehepaars im Verlauf des EL-Bezugs den zul\u00e4ssigen Wert, erlischt der EL-Anspruch auf das Ende des Monats, in dem der Wert \u00fcberschritten wurde (Art. 13 Abs. 3 ELG). Wenn eine EL-beziehende Person erbt, wird ihr das Verm\u00f6gen sowie der Verm\u00f6gensertrag ab dem Todeszeitpunkt des Erblassers bzw. der Erblasserin angerechnet (Art. 560 Abs. 1 ZGB).</p><p>&nbsp;</p><p>Diese Regelungen sind unproblematisch, wenn die ehemaligen EL-Bez\u00fcger:innen effektiv auf ihr neu dazu gekommenes Verm\u00f6gen und den Verm\u00f6gensertrag Zugriff haben. Es kommt aber immer wieder vor, dass ein Erbschaftsstreit den Zugriff auf das Erbe verhindert \u2013 teilweise \u00fcber mehrere Jahre. Aber auch dann werden der erbenden Person die Erg\u00e4nzungsleistungen von einem Monat auf den anderen gestrichen, sofern das Verm\u00f6gen den zul\u00e4ssigen Wert \u00fcberschreitet. Gem\u00e4ss Aussage des Bundesamts f\u00fcr Sozialversicherungen haben mehrere Bundesgerichtsentscheide diese Praxis best\u00e4tigt. Denn die Person gilt als verm\u00f6gend, auch wenn das Verm\u00f6gen (vorerst) nur auf dem Papier besteht. Sie muss dieses Verm\u00f6gen auch versteuern. Dies kann dazu f\u00fchren, dass sich die Person verschulden und/oder Sozialhilfe beziehen muss.</p>","DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<div><p style=\"margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; text-align:justify; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt; background-color:#ffffff\"><span style=\"font-family:Arial\">1. Im Bereich der Erg\u00e4nzungsleistungen (EL) k\u00f6nnen Einkommen oder Verm\u00f6genselemente, die der versicherten Person noch nicht oder nicht mehr zur Verf\u00fcgung stehen, ber\u00fccksichtigt werden. Grundlage dazu bilden die geltenden Bestimmungen zum Einkommen und Verm\u00f6gen, das EL-Beziehenden oder deren Ehegattinnen bzw. Ehegatten angerechnet werden kann, sowie die Regelung zum Verm\u00f6gensverzicht. Nach Artikel</span><span style=\"font-family:Arial\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial\">560 Absatz</span><span style=\"font-family:Arial\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial\">1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (</span><span style=\"font-family:Arial; font-style:italic\">SR</span><span style=\"font-family:Arial; font-style:italic\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial; font-style:italic\">210</span><span style=\"font-family:Arial\">) geht die Erbschaft von Gesetzes wegen mit dem Tod des Erblassers an die Erben \u00fcber. Deshalb</span><span style=\"font-family:Arial\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial\">\u2013</span><span style=\"font-family:Arial\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial\">und gem\u00e4ss konstanter Rechtsprechung</span><span style=\"font-family:Arial\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial\">\u2013</span><span style=\"font-family:Arial\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial\">wird das Erbe ab Er\u00f6ffnung des Erbganges in der EL-Berechnung ber\u00fccksichtigt, sofern der Wert des Erbes mit ausreichender Genauigkeit beurteilt werden kann. Das Bundesgericht h\u00e4lt fest, dass es m\u00f6glich ist, seine Anwartschaftsquote ab Er\u00f6ffnung des Erbganges zu verpf\u00e4nden oder abzutreten, was die Ber\u00fccksichtigung des Erbes bei der EL-Berechnung rechtfertige. Dem Bundesgericht zufolge rechtfertigen Schwierigkeiten bei der Realisierung kein Abgehen von dieser Regel (BGE P</span><span style=\"font-family:Arial\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial\">8/02 vom 12.</span><span style=\"font-family:Arial\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial\">Juli 2002, E.</span><span style=\"font-family:Arial\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial\">3b; BGE 9C_305/2012 vom 6.</span><span style=\"font-family:Arial\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial\">August 2012, E.</span><span style=\"font-family:Arial\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial\">4.1.2). Der Bundesrat erachtet diese L\u00f6sung im Allgemeinen als angemessen, auch wenn er sich bewusst ist, dass dadurch in gewissen Einzelf\u00e4llen schwierige Situationen entstehen k\u00f6nnen, insbesondere, wenn die Liquidation der Erbschaft lange dauert. In diesem Zusammenhang gilt es anzumerken, dass gem\u00e4ss Artikel</span><span style=\"font-family:Arial\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial\">604 Absatz</span><span style=\"font-family:Arial\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial\">1 ZGB alle Miterben zu beliebiger Zeit die Teilung der Erbschaft verlangen k\u00f6nnen. </span></p><p style=\"margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; text-align:justify; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt\"><span style=\"font-family:Arial; -aw-import:ignore\">&#xa0;</span></p><p style=\"margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; text-align:justify; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt; background-color:#ffffff\"><span style=\"font-family:Arial\">2. Um die aktuelle Regelung im Zusammenhang mit unverteilten Erbschaften zu \u00e4ndern, m\u00fcssten die gesetzlichen Grundlagen angepasst werden. Eine Anpassung der Verordnungsbestimmungen w\u00fcrde nicht ausreichen.</span></p><p style=\"margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; text-align:justify; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt; background-color:#ffffff\"><span style=\"font-family:Arial; -aw-import:ignore\">&#xa0;</span></p><p style=\"margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; text-align:justify; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt; background-color:#ffffff\"><span style=\"font-family:Arial\">3. Die EL dahingehend anzupassen, dass sie im Falle einer unverteilten Erbschaft weiterhin ausbezahlt w\u00fcrden, k\u00e4me einer Vorschusszahlung gleich, was nicht dem Zweck der EL entspricht. Zudem h\u00e4tte eine solche Anpassung weitere unerw\u00fcnschte Auswirkungen zur Folge, beispielsweise eine Zunahme der Anzahl und der H\u00f6he von R\u00fcckforderungen. Die R\u00fcckforderung der Vorsch\u00fcsse w\u00fcrde komplexe und bisweilen schwierige Verfahren nach sich ziehen. In der Sozialhilfe hingegen sind Vorschusszahlungen ein fester Bestandteil.</span></p><p style=\"margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; text-align:justify; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt; background-color:#ffffff\"><span style=\"font-family:Arial; -aw-import:ignore\">&#xa0;</span></p><p style=\"margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; text-align:justify; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt; background-color:#ffffff\"><span style=\"font-family:Arial\">4. Bei den Sozialversicherungen auf Bundesebene ber\u00fccksichtigen einzig die EL und die \u00dcberbr\u00fcckungsleistungen f\u00fcr \u00e4ltere Arbeitslose (beides bedarfsabh\u00e4ngige Sozialleistungen) Verm\u00f6genselemente, die mit einer Erbschaft zusammenh\u00e4ngen. Diesen Umstand erachtet der Bundesrat als richtig und gerecht, da es sich um steuerfinanzierte Leistungen handelt. Alle Leistungen, die das Verm\u00f6gen ber\u00fccksichtigen, k\u00f6nnen grunds\u00e4tzlich durch eine unverteilte Erbschaft beeinflusst werden. Aufgrund der Kompetenzregelung \u00e4ussert sich der Bundesrat nicht zu den Leistungen, die im Zust\u00e4ndigkeitsbereich der Kantone liegen, beispielsweise Pr\u00e4mienverbilligungen und Ausbildungsbeihilfen. </span></p></div>","FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1707868800000)\/","SubmittedBy":"Suter Gabriela","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1766131563000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"28|1211|2836","Category":null,"Modified":"\/Date(1766131573427)\/","SubmissionDate":"\/Date(1703203200000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5201,"SubmissionLegislativePeriod":52,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Soziale Fragen|Zivilrecht|Sozialer Schutz"}}