{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243427,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243427,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243427,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243427,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243427,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243427,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243427,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243427,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243427,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243427,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243427,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243427,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243427,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243427,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243427,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243427,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243427,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20243427,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"24.3427","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Zust\u00e4ndigkeit des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs f\u00fcr Menschenrechte. Bitte um Kl\u00e4rung und Stellungnahme","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Ich bitte den Bundesrat, infolge des Urteils des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs f\u00fcr Menschenrechte (EGMR) vom 9. April 2024 (Beschwerde 53600/20) die folgenden Fragen zu beantworten:</p><ol><li>H\u00e4lt der Bundesrat die von der Schweiz beschlossenen Regelungen zur Senkung der CO2-Emissionen und zur Einhaltung des Pariser Abkommens f\u00fcr angemessen?</li><li>Ist der Bundesrat der Ansicht, dass der EGMR in diesem Urteil das Subsidiarit\u00e4tsprinzip beachtet hat, wonach es in erster Linie Aufgabe der Staaten ist, daf\u00fcr zu sorgen, dass die in der Europ\u00e4ischen Menschenrechtskonvention verankerten Rechte und Freiheiten eingehalten werden?</li><li>Hat der EGMR nach Meinung des Bundesrates mit diesem Urteil seine Kompetenzen \u00fcberschritten, indem er sich als Gesetzgeber aufgespielt und den Text der Europ\u00e4ischen Menschenrechtskonvention, insbesondere Artikel 8, sehr weit ausgelegt hat, um so die Schweiz verurteilen zu k\u00f6nnen?</li><li>Ist der Bundesrat der Auffassung, dass sich der EGMR durch seine Kritik an den Klimaschutzmassnahmen der Schweizer Beh\u00f6rden in die internen politischen und administrativen Angelegenheiten der Schweiz eingemischt hat?</li><li>Will der Bundesrat den anderen Vertragsstaaten \u2013 insbesondere im Ministerkomitee \u2013 seine Position zu diesem Urteil darlegen, und, falls ja, wie?</li><li>Will der Bundesrat darauf hinweisen, dass das Urteil des EGMR gegen die Gewaltenteilung verst\u00f6sst, zumal der Gerichtshof in diesem Fall wie ein Gesetzgeber gehandelt hat?</li><li>H\u00e4lt es der Bundesrat f\u00fcr sinnvoll, die Schaffung einer Aufsichtsbeh\u00f6rde \u00fcber den Gerichtshof, beispielsweise in Form eines Justizrates, vorzuschlagen?</li></ol>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<div><p style=\"margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt\"><span style=\"font-family:Arial\">1. Eine Totalrevision des CO</span><span style=\"line-height:150%; font-family:Arial; font-size:7.33pt; vertical-align:sub\">2</span><span style=\"font-family:Arial\">-Gesetzes wurde in der Volksabstimmung vom 13.</span><span style=\"font-family:Arial\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial\">Juni 2021 abgelehnt. In der Folge hat der Bundesrat unter Ber\u00fccksichtigung des Volkswillens weniger sanktionierende Massnahmen vorgeschlagen, um die unver\u00e4nderten Ziele f\u00fcr die Verminderung des Treibhausgasausstosse zu erreichen. Das vom Stimmvolk angenommene Klima- und Innovationsgesetz (AS 2023 655) setzt den Rahmen f\u00fcr die Klimapolitik und enth\u00e4lt konkrete F\u00f6rdermassnahmen. Das Gesetz ist teilweise in Kraft getreten. Weitere Massnahmen zur Erreichung der Klimaziele werden vom Parlament in anderen Gesetzen geregelt werden m\u00fcssen.</span></p><p style=\"margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt\"><span style=\"font-family:Arial\">Das \u00dcbereinkommen von Paris vom 12.</span><span style=\"font-family:Arial\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial\">Dezember 2015 (SR 0.814.012) enth\u00e4lt bestimmte rechtlich verbindliche Verpflichtungen der Vertragsparteien (namentlich Art.</span><span style=\"font-family:Arial\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial\">4.2, 4.8, 4.9, 4.13 und 13.7), die prozessualer Natur sind. Die zentrale Verpflichtung betreffend die Reduktion der Treibhausgasemissionen sieht vor, dass jede Vertragspartei aufeinanderfolgende national festgelegte Beitr\u00e4ge (contributions d\u00e9termin\u00e9es au niveau national, CDN) erarbeitet, \u00fcbermittelt und beibeh\u00e4lt, die sie zu erreichen beabsichtigt, und dass die Vertragsparteien innerstaatliche Minderungsmassnahmen ergreifen, um die Ziele dieser Beitr\u00e4ge zu verwirklichen (Art.</span><span style=\"font-family:Arial\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial\">4.2). Die Schweiz hat ihre Verpflichtung bis heute respektiert, denn sie hat ihre national festgelegten Beitr\u00e4ge innert Frist \u00fcbermittelt und aktualisiert. Bez\u00fcglich der Verhaltensstandards hat die Schweiz alles darangesetzt, um ihre national festgelegten Beitr\u00e4ge in die nationale Gesetzgebung (CO2-Gesetz [SR 641.71] und Klima- und Innovationsgesetz) zu integrieren und die national festgelegten Beitr\u00e4ge rechtzeitig zu revidieren, damit sie ihre h\u00f6chst m\u00f6gliche Ambition reflektieren. Die n\u00e4chste Revision der national festgelegten Beitr\u00e4ge ist in diesem Jahr f\u00fcr das Jahr 2025 geplant. Gem\u00e4ss Artikel 4 Absatz 1 des \u00dcbereinkommens von Paris wird sie sich auf die besten verf\u00fcgbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse st\u00fctzen, so dass die weltweiten Treibhausgasemissionen in der zweiten H\u00e4lfte des Jahrhunderts Netto-Null erreichen. Daf\u00fcr orientiert sich die Schweiz insbesondere an den Sachstandsberichten des Weltklimarats IPCC. Die Ziele der Schweiz f\u00fcr das Jahr 2030 (Halbierung der Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990) und 2050 (Netto-Null Treibhausgasemissionen) sind im Einklang mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen des IPCC.</span></p><p style=\"margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt\"><span style=\"font-family:Arial\">2./3./4. Der Bundesrat hat sich an seiner Sitzung vom 28. August 2024 mit dem Urteil befasst. Er bekennt sich zur Mitgliedschaft der Schweiz im Europarat und zum System der Europ\u00e4ischen Menschenrechtskonvention (EMRK, RS 0.101). Der Bundesrat kritisiert jedoch die weite Auslegung der EMRK durch den EGMR im Urteil zu den KlimaSeniorinnen. Die Rechtsprechung darf nicht zu einer Ausweitung des Geltungsbereichs der EMRK f\u00fchren. </span></p><p style=\"margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt\"><span style=\"font-family:Arial\">5./6. Die Schweiz wird dem Ministerkomitee des Europarats innerhalb von sechs Monaten nach Eintritt der Rechtskraft des Urteils einen Bericht (rapport d\u2019action) zu dessen Umsetzung unterbreiten. Dieses Vorgehen entspricht der \u00fcblichen Praxis nach Feststellung einer Konventionsverletzung durch den Gerichtshof. Die Schweiz wird sich in ihrem Bericht in angemessener Weise zur Sache \u00e4ussern.</span></p><p style=\"margin-top:0pt; margin-bottom:0pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; font-size:11pt\"><span style=\"font-family:Arial\">7. Mit der Ratifikation der EMRK hat sich die Schweiz verpflichtet, in allen Rechtssachen, in denen sie Partei ist, das endg\u00fcltige Urteil des Gerichtshofs zu befolgen (Art.</span><span style=\"font-family:Arial\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial\">46</span><span style=\"font-family:Arial\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial\">Abs.</span><span style=\"font-family:Arial\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial\">1</span><span style=\"font-family:Arial\">&#xa0;</span><span style=\"font-family:Arial\">EMRK). Die Schaffung einer Aufsichtsbeh\u00f6rde \u00fcber den Gerichtshof ist daher nicht opportun.</span></p></div>","FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1725408000000)\/","SubmittedBy":"Kamerzin Sidney","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1781855572000)\/","ResponsibleDepartment":5,"ResponsibleDepartmentName":"Justiz- und Polizeidepartement","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EJPD","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"10|52|1221|1231","Category":null,"Modified":"\/Date(1781855583310)\/","SubmissionDate":"\/Date(1713312000000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5203,"SubmissionLegislativePeriod":52,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Europapolitik|Umwelt|Gerichtswesen|Internationales Recht"}}