{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243442,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243442,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243442,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243442,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243442,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243442,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243442,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243442,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243442,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243442,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243442,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243442,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243442,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243442,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243442,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243442,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20243442,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20243442,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"24.3442","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Bedeutung des Europ\u00e4ischen Gerichtshofs f\u00fcr Menschenrechte f\u00fcr die Schweiz","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Der Europ\u00e4ische Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte (EGMR) entschied am 9.&nbsp;April 2024 zugunsten des Vereins Klimaseniorinnen und verurteilte die Schweiz wegen Verletzung des Rechts auf ein Leben in einer gesunden Umwelt. Damit macht er dieses Recht zu einem Menschenrecht. Dieses Urteil stellt eine wertvolle St\u00fctze f\u00fcr die notwendige \u00f6kologische Wende dar: Es sollen Mittel eingesetzt werden, die den Herausforderungen gerecht werden. Dieses historische Urteil gilt f\u00fcr die Schweiz und f\u00fcr alle Mitgliedstaaten des Europarates. Der Schweiz steht es frei, demokratisch zu bestimmen, wie sie die CO2-Neutralit\u00e4t erreichen will, sie muss aber in Bezug auf die eingegangenen Verpflichtungen (insbesondere das \u00dcbereinkommen von Paris) konsequent sein.</p><p>&nbsp;</p><p>Einige sind der Meinung, dass dieses Urteil zu weit geht. In einigen Kommentaren wird gefordert, dass die Schweiz die 1974 von ihr ratifizierte Europ\u00e4ische Menschenrechtskonvention k\u00fcndigt, was zur Folge h\u00e4tte, dass die Schweizer Bev\u00f6lkerung nicht mehr vor dem EGMR klagen k\u00f6nnte.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Dabei ist der EGMR (dem auch ein Schweizer Richter angeh\u00f6rt) das einzige internationale Gericht, das von der Schweizer Bev\u00f6lkerung angerufen werden kann, wenn alle innerstaatlichen Rechtsmittel ausgesch\u00f6pft sind. Am 25.&nbsp;November 2018 bekr\u00e4ftigte die Schweizer Bev\u00f6lkerung mit der Ablehnung der Volksinitiative \u00abSchweizer Recht statt fremde Richter\u00bb, dass sie dem V\u00f6lkerrecht verpflichtet ist. Mehrere Urteile st\u00e4rken den Schutz der Bev\u00f6lkerung, zum Beispiel bei Asbestsch\u00e4den oder im Falle von zu einer Verwahrung verurteilten Personen, die Anspruch auf eine geeignete Therapie haben, mit der das R\u00fcckfallrisiko verringert wird.</p><p>&nbsp;</p><p>Ich bitte den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:</p><p>&nbsp;</p><ol><li>Was waren die wesentlichen \u00c4nderungen von Gesetzen und/oder Praktiken, die infolge von EGMR-Urteilen gegen die Schweiz vorgenommen wurden?</li><li>Wie hoch ist der Anteil der Verurteilungen der Schweiz an allen Verurteilungen, die vom EGMR gegen die 46 Mitgliedsstaaten des Europarates ausgesprochen wurden (in absoluten Zahlen und in Prozent)?</li><li>Inwieweit tr\u00e4gt der EGMR nach Meinung des Bundesrates zur St\u00e4rkung der Menschenrechte, zur Achtung der Rechtsstaatlichkeit in der Schweiz und zur Stabilit\u00e4t der Demokratie in den Mitgliedstaaten des Europarats bei?</li><li>Was w\u00fcrde passieren, wenn die Schweiz die Europ\u00e4ische Menschenrechtskonvention k\u00fcndigen w\u00fcrde und die Schweizer Bev\u00f6lkerung nicht mehr vor dem EGMR klagen k\u00f6nnte?</li></ol>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<div><ol type=\"1\" style=\"margin:0pt; padding-left:0pt\"><li style=\"margin-left:15.5pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; padding-left:5.8pt; font-family:Arial; font-size:11pt\"><span>F\u00fcr die Bedeutung und den Einfluss der Europ\u00e4ischen Menschenrechtskonvention (EMRK, RS 0.101) wird auf den Bericht des Bundesrates \u00ab40 Jahre EMRK-Beitritt der Schweiz: Erfahrungen und Perspektiven\u00bb vom 19. November 2014 in Erf\u00fcllung des Postulats St\u00f6ckli 13.4187 vom 12. Dezember 2013 verwiesen (BBl 2015 357, 383 ff.). Eine aktualisierte Analyse wird gegebenenfalls mit dem Bericht in Erf\u00fcllung des vom Bundesrat zur Annahme beantragten Postulats Cottier 24.3343 vom 15. M\u00e4rz 2024 \u00ab50-Jahre-Beitritt der Schweiz zur Europ\u00e4ischen Menschenrechtskonvention. Bilanz, Herausforderungen und Perspektiven\u00bb vorgelegt werden. </span></li><li style=\"margin-left:15.5pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; padding-left:5.8pt; font-family:Arial; font-size:11pt\"><span>Von 1959-2023 hat der Europ\u00e4ische Gerichtshof f\u00fcr Menschenrechte (nachfolgend: Gerichtshof) in 22'676 Urteilen eine Verletzung festgestellt. Von diesen 22'676 Urteilen betrafen 138 Urteile die Schweiz (siehe Statistiken des Gerichtshofs, Violations par article et par \u00c9tat 1959-2022, </span><a name=\"_Hlk167287745\"><span>www.echr.coe.int &gt; Statistiques &gt; Toutes les analyses statistiques &gt; Recherche &gt; Stats_violation_1959_2022_FRA</span></a><span>&#xa0;</span><span>; Violations par article et par \u00c9tat 2023, </span><a name=\"_Hlk167287788\"><span>www.echr.coe.int &gt; Statistiques &gt; Toutes les analyses statistiques &gt; Recherche &gt; Stats violation 2023 FRA</span></a><span>). Dies entspricht einem Anteil von 0.61</span><span>&#xa0;</span><span>Prozent (auf zwei Stellen gerundet).</span></li><li style=\"margin-left:15.5pt; line-height:150%; padding-left:5.8pt; font-family:Arial; font-size:11pt\"><span style=\"vertical-align:middle\">Der Bundesrat hat die Bedeutung und den Einfluss der EMRK und der Rechtsprechung des EGMR im erw\u00e4hnten Bericht zum 40-j\u00e4hrigen Beitritt der Schweiz zur EMRK evaluiert. </span><a name=\"_Hlk167446073\"><span style=\"vertical-align:middle\">Darin stellte er fest, dass nicht alle Urteile des EGMR mit Applaus aufgenommen worden sind und dass Kritik an der Rechtsprechung des EGMR ernst zu nehmen ist. In einer Gesamtbetrachtung kam der Bundesrat jedoch zum Schluss, dass die EMRK auch in der Schweiz den Rechtsstaat gest\u00e4rkt und gefestigt hat und als europ\u00e4isches Instrument der Freiheit und Rechtsstaatlichkeit zur Stabilit\u00e4t der die Schweiz umgebenden Staats- und Rechtsordnungen beitr\u00e4gt </span></a><span style=\"vertical-align:middle\">(BBl 2015 357, 359, 407 f.; siehe auch Antwort des Bundesrates auf die Interpellation 13.3237 Brunner \u00ab</span><span style=\"vertical-align:middle\">&#xa0;</span><span style=\"vertical-align:middle\">K\u00fcndigung der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK)</span><span style=\"vertical-align:middle\">&#xa0;</span><span style=\"vertical-align:middle\">\u00bb, Ziff.</span><span style=\"vertical-align:middle\">&#xa0;</span><span style=\"vertical-align:middle\">3./4.). Eine Aktualisierung der Analyse wird gegebenenfalls mit dem erw\u00e4hnten Bericht zum 50-j\u00e4hrigen Beitritt der Schweiz zur EMRK erfolgen (siehe Antwort zur Frage 1). </span></li><li style=\"margin-left:15.5pt; line-height:150%; widows:0; orphans:0; padding-left:5.8pt; font-family:Arial; font-size:11pt\"><span>Der Bundesrat hat sich in seiner Antwort auf die Motion 21.3397 der Fraktion der Schweizerischen Volkspartei \u00abEMRK. Die Schweiz nicht l\u00e4nger Verurteilungen aufgrund einer exorbitanten Auslegung von Artikel 8 (Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens) aussetzen\u00bb und die Motion 14.4248 Stamm \u00abK\u00fcndigung der EMRK und sofortiger Wiederbeitritt mit Vorbehalt\u00bb zur Frage einer K\u00fcndigung der EMRK und eines sofortigen Wiederbeitritts mit Anbringung eines Vorbehalts ge\u00e4ussert. Zuvor hatte er in seiner Antwort auf die Interpellation 13.3237 Brunner \u00abK\u00fcndigung der Konvention zum Schutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK)\u00bb, und in seinem erw\u00e4hnten Bericht zum 40-j\u00e4hrigen Beitritt der Schweiz zur EMRK bez\u00fcglich einer K\u00fcndigung der EMRK Stellung genommen. Der Bundesrat verweist auf diese Ausf\u00fchrungen.</span></li></ol></div>","FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1725408000000)\/","SubmittedBy":"Tschopp Jean","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1781855599000)\/","ResponsibleDepartment":5,"ResponsibleDepartmentName":"Justiz- und Polizeidepartement","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EJPD","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"10|1221|1231","Category":null,"Modified":"\/Date(1781855610393)\/","SubmissionDate":"\/Date(1713312000000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5203,"SubmissionLegislativePeriod":52,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Europapolitik|Gerichtswesen|Internationales Recht"}}