{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20244316,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20244316,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20244316,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20244316,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20244316,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20244316,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20244316,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20244316,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20244316,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20244316,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20244316,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20244316,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20244316,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20244316,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20244316,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20244316,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20244316,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20244316,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"24.4316","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Wie aussagekr\u00e4ftig ist die Studie zu \"sexualisierter Gewalt\" der Armeefachstelle \"Frauen in der Armee und Diversity\"?","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>K\u00fcrzlich sorgte die Studie zu sexualiserter Gewalt\u00bb der Armeefachstelle&nbsp; \"Frauen in der Armee und Diversity\" mit dem Titel&nbsp;<a href=\"https://www.vtg.admin.ch/de/diskriminierung-und-sexualisierte-gewalt\">\u00abDiskriminierung und sexualisierte Gewalt aufgrund des Geschlechts und/oder der sexuellen Orientierung in der Schweizer Armee\u00bb</a>&nbsp; f\u00fcr Aufsehen. Laut dieser Studie haben z.B. \u00fcber 90 Prozent der Frauen sexualisierte Gewalt erlebt. Knapp 50% sind von Diskriminierung betroffen.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Zweifellos kommt es in der Armee zu sexuellen Grenz\u00fcberschreitungen. Die Strategie der Nulltoleranz der Armeef\u00fchrung ist sicher richtig. Es versteht sich von selbst, dass deren Umsetzung eine F\u00fchrungsaufgabe ist und dass die strafrechtlich relevanten F\u00e4lle konsequent zu verfolgen sind.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Die unglaublich hohen Zahlen der Studie aber \u00fcberraschen. Sie sind kritisch zu w\u00fcrdigen. In einem Artikel des \u00abSchweizer Monat\u00bb ( <a href=\"https://schweizermonat.ch/pseudowissenschaft-von-der-armee-gegen-die-armee/\">Pseudowissenschaft von der Armee gegen die Armee \u2013 Schweizer Monat</a> ) stellt Lukas Joos die Repr\u00e4sentativit\u00e4t in Frage und spricht von wissenschaftlichem Unfug: Die Studie der Fachstelle beruhe auf einer Umfrage. Im Rahmen dieser Umfrage seien alle weiblichen Armeeangeh\u00f6rigen der Dienstgrade Soldat bis Oberst zur Teilnahme an einer Online-Umfrage eingeladen worden. In der Folge seien jene Frauen befragt worden, welche die Einladung annahmen. Dieses Verfahren biete den Studienleitern keine M\u00f6glichkeit auszuschliessen, dass sich die Teilnehmenden von den Nichtteilnehmenden durch ein gr\u00f6sseres Interesse an Diversity-Themen und/oder eine h\u00f6here Viktimisierungsquote unterscheiden. Dieser Mangel sei nicht das einzige methodologische Problem der Studie \u2013 aber er allein gen\u00fcge, um den Resultaten jegliche Repr\u00e4sentativit\u00e4t zu nehmen.</p><p>&nbsp;</p><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>&nbsp;</p><ol><li>Wie beurteilt der Bundesrat die Anwendung der wissenschaftlichen Kriterien in dieser Studie, respektive wie stellt er sich zur Aussage, dass elementare wissenschaftliche Kriterien nicht eingehalten wurden?</li><li>H\u00e4lt der Bundesrat die Resultate der Studie f\u00fcr repr\u00e4sentativ und realistisch?</li><li>Wie beurteilt der BR die Tatsache, dass die Studienautoren Forschungen zur Integration der Frauen in die israelische Armee vollkommen unber\u00fccksichtigt liessen, obwohl Israel in Bezug auf diese Frage zweifellos das relevanteste Vergleichsbeispiel ist?&nbsp;</li><li>Wie sch\u00e4tzt der BR die Wirkung der erfolgten, breiten Berichterstattung \u00fcber offenbar systematische \u00absexualisierte Gewalt\u00bb in der CH-Armee auf a) die aktuellen und k\u00fcnftigen Angeh\u00f6rigen der Armee, b) die Gesellschaft sowie c) auf die internationale Reputation ein?</li><li>Wie viel hat die Studie gekostet?</li><li>Wer ist f\u00fcr die Qualit\u00e4tssicherung und \u00dcberwachung der Einhaltung wissenschaftlicher Kriterien bei in Auftrag gegebenen Studien (wie z.B. bei Fachstelle \"Frauen in der Armee und Diversity\") zust\u00e4ndig?&nbsp;</li></ol>","ReasonText":"<p>Studien des Bundes m\u00fcssen auch im Bereich der Sicherheitspolitik und Armee den wissenschaftlichen Kriterien entsprechen. Ungerechtfertigte Kritik sowie eine Schlechtmachung<strong>&nbsp;</strong>der Schweizer Armee ist insbesondere in Zeiten einer erh\u00f6hten Gefahrenlage gleich aus mehreren Gr\u00fcnden kontraproduktiv: Sie schw\u00e4cht das Ansehen der Armee, demotiviert k\u00fcnftige Mannschaften und Kader, Dienst zu leisten und schw\u00e4cht sie vermindert die Dissuasion.</p>","DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<span><p><span>1. Bei der Beurteilung der Wissenschaftlichkeit einer quantitativen Studie gelten die allgemeinen Kriterien der empirischen Sozialwissenschaft. Wissenschaftlichen Standards folgt eine solche Studie, wenn sie pr\u00e4zise definiert, welcher Gegenstand mittels welcher Fragestellung und Methode wie untersucht wird. Diese Darlegung erm\u00f6glicht Aussenstehenden, die Ergebnisse zu \u00fcberpr\u00fcfen und dabei zu den gleichen Ergebnissen und Schlussfolgerungen zu gelangen wie die Studienautorinnen und Studienautoren. Dies ist bei der Studie zu \u00abDiskriminierung und sexualisierter Gewalt in der Schweizer Armee\u00bb nach Auffassung des Bundesrates gegeben.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2. In der Studie wird transparent ausgewiesen, dass die Studiendaten f\u00fcr weibliche Angeh\u00f6rige der Armee repr\u00e4sentativ sind, jedoch nicht f\u00fcr M\u00e4nner, queere Angeh\u00f6rige der Armee oder die Gesamtarmee. Daher werden Auswertungen geschlechter- und gruppengetrennt erl\u00e4utert und abgebildet, was den Richtlinien des Bundesrates \u00fcber die Ber\u00fccksichtigung des Geschlechts in Studien und Statistiken des Bundes entspricht (BBI 2024 410, </span><a href=\"https://www.fedlex.admin.ch/eli/fga/2024/410/de\"><span><u>https://www.fedlex.admin.ch/eli/fga/2024/410/de</u></span></a><span>). Ebenfalls ausgewiesen ist der Aspekt, dass aufgrund der freiwilligen Teilnahme an einer Umfrage tendenziell die Teilnahmezahlen derer, die den Studieninhalten besonders positiv oder negativ gegen\u00fcberstehen, erh\u00f6ht sein k\u00f6nnen. </span></p><p><span>Die Realit\u00e4tsn\u00e4he der Studie zeigt sich insbesondere im Vergleich mit analogen Studien aus unterschiedlichen Gesellschaftsbereichen, wie beispielsweise die Studie zu sexueller Bel\u00e4stigung am Arbeitsplatz (EBG/SECO 2024, </span><a href=\"https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/90904.pdf\"><span><u>https://www.newsd.admin.ch/newsd/message/attachments/90904.pdf</u></span></a><span>). Diskriminierung und sexualisierte Gewalt ist folglich nach wie vor ein Problem in allen gesellschaftlichen Bereichen, besonders ausgepr\u00e4gt bei hierarchischen Ordnungen, starken Machtgef\u00e4llen und Abh\u00e4ngigkeiten sowie Konkurrenzverhalten.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>3. Der Vergleich mit den Israeli Defence Forces wurde nicht angestellt, da Israel eine allgemeine Dienstpflicht f\u00fcr Frauen und M\u00e4nner kennt und somit eine andere Ausgangslage aufweist. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4. Die Studie wird vom Bundesrat als positives Beispiel gewertet, da das Thema aktiv angesprochen wird. Dabei wirkt die transparente und umfassende Kommunikation vertrauensbildend, unterstreicht die 2023 von der Schweizer Armee beschlossene Nulltoleranz und verhindert die Tabuisierung. Die Studie st\u00e4rkt die Schweizer Armee gegen\u00fcber ihren Angeh\u00f6rigen und der Gesellschaft, indem Vertrauen geschaffen, Verantwortung \u00fcbernommen und psychologische Sicherheit gew\u00e4hrleistet wird.</span></p><p><span>Auch international erh\u00e4lt das Thema Diskriminierung und sexualisierte Gewalt im milit\u00e4rischen Kontext zunehmende Beachtung \u2013 beispielsweise existiert ein NATO-Fragebogen zu \u00abSexual Violence in the Military\u00bb. Folglich entspricht die Studie dem aktuellen Stand der internationalen wissenschaftlichen Diskussion.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>5. Die Kosten der Studie beliefen sich auf rund 87 000 Schweizer Franken.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>6. Die Datenerhebung fand in Zusammenarbeit mit einem externen Sozialforschungsinstitut statt, wodurch sichergestellt ist, dass die Datenerhebung anonym, unabh\u00e4ngig und wissenschaftlich erfolgte. Die \u00fcblichen Standards der wissenschaftlichen Forschung, wie externe Qualit\u00e4tskontrolle und mehrfache Qualit\u00e4tssicherung, wurden eingehalten.</span></p></span>","FederalCouncilProposal":44,"FederalCouncilProposalText":"Annahme","FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1739318400000)\/","SubmittedBy":"Dittli Josef","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1742472584000)\/","ResponsibleDepartment":6,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Verteidigung, Bev\u00f6lkerungsschutz und Sport","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"VBS","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"9|28","Category":null,"Modified":"\/Date(1763092217883)\/","SubmissionDate":"\/Date(1733702400000)\/","SubmissionCouncil":2,"SubmissionCouncilName":"St\u00e4nderat","SubmissionCouncilAbbreviation":"SR","SubmissionSession":5206,"SubmissionLegislativePeriod":52,"FirstCouncil1":2,"FirstCouncil1Name":"St\u00e4nderat","FirstCouncil1Abbreviation":"SR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Sicherheitspolitik|Soziale Fragen"}}