{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250067,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250067,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250067,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250067,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250067,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250067,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250067,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250067,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250067,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250067,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250067,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250067,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250067,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250067,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250067,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250067,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250067,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20250067,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"25.067","BusinessType":1,"BusinessTypeName":"Gesch\u00e4ft des Bundesrates","BusinessTypeAbbreviation":"BRG","Title":"\u00abF\u00fcr eine sichere Ern\u00e4hrung \u2013 durch St\u00e4rkung einer nachhaltigen inl\u00e4ndischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und sauberes Trinkwasser (Ern\u00e4hrungsinitiative)\u00bb. Volksinitiative","Description":"Botschaft vom 13. August 2025 zur Volksinitiative \u00abF\u00fcr eine sichere Ern\u00e4hrung \u2013 durch St\u00e4rkung einer nachhaltigen inl\u00e4ndischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und sauberes Trinkwasser (Ern\u00e4hrungsinitiative)\u00bb","InitialSituation":"<h2 class=\"Titel_d\"><strong>Medienmitteilung des Bundesrates vom 13.08.2025</strong></h2><p class=\"Standard_d\"><strong>Bundesrat empfiehlt Ablehnung der \u00abErn\u00e4hrungsinitiative\u00bb</strong></p><p class=\"Standard_d\"><strong>Der Bundesrat hat am 13. August 2025 die Botschaft zur Volksinitiative \u00abF\u00fcr eine sichere Ern\u00e4hrung \u2013 durch St\u00e4rkung einer nachhaltigen inl\u00e4ndischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und sauberes Trinkwasser (Ern\u00e4hrungsinitiative)\u00bb verabschiedet. Er empfiehlt dem Parlament, die Initiative ohne direkten Gegenentwurf oder indirekten Gegenvorschlag abzulehnen. Die Ziele der Initiative w\u00e4ren nur mit tiefgreifenden staatlichen Interventionen erreichbar. Berechtigte Anliegen der Initiative wird der Bundesrat auch bei der Weiterentwicklung der Agrarpolitik ab 2030 ber\u00fccksichtigen.</strong></p><p class=\"Standard_d\">Am 16. August 2024 war die sogenannte \u00abErn\u00e4hrungsinitiative\u00bb eingereicht worden. Sie sieht die St\u00e4rkung der Selbstversorgung, die Sicherung der Grundwasserressourcen sowie die F\u00f6rderung einer nachhaltigen Land- und Ern\u00e4hrungswirtschaft vor und verlangt unter anderem, dass die Land- und Ern\u00e4hrungswirtschaft vermehrt auf die Produktion und den Konsum von pflanzlichen statt tierischen Lebensmitteln ausgerichtet wird. Die Ern\u00e4hrungssicherheit soll durch eine Steigerung des Netto-Selbstversorgungsgrads von heute 46 Prozent auf mindestens 70 Prozent erh\u00f6ht werden. Weiter fordert die Initiative die Sicherstellung von gen\u00fcgend sauberem Trinkwasser, der Biodiversit\u00e4t und der Bodenfruchtbarkeit. Die in den Umweltzielen Landwirtschaft festgelegten H\u00f6chstwerte f\u00fcr D\u00fcnger- bzw. N\u00e4hrstoffeintr\u00e4ge in die Umwelt d\u00fcrfen nicht mehr \u00fcberschritten werden. Die Ziele sollen bis 10 Jahre nach Annahme der Initiative erreicht werden.</p><p class=\"Standard_d\">&nbsp;</p><p class=\"Standard_d\">Ziele der Initiative nur mit tiefgreifenden staatlichen Eingriffen erreichbar</p><p class=\"Standard_d\">Aus Sicht des Bundesrats sind die Ziele der Ern\u00e4hrungsinitiative innerhalb der von ihr vorgegebenen Fristen nicht realistisch. Dies gilt insbesondere f\u00fcr die geforderte Erh\u00f6hung des Netto-Selbstversorgungsgrades von heute 46 Prozent auf mindestens 70 Prozent bei gleichzeitiger Erreichung der Umweltziele Landwirtschaft. Daf\u00fcr m\u00fcsste die Produktion und der Konsum von Fleisch stark reduziert und die pflanzliche Produktion zur menschlichen Ern\u00e4hrung stark ausgeweitet werden. Dies w\u00e4re nur m\u00f6glich, wenn der Staat massiv in die Produktion und in den Konsum von Lebensmitteln eingreifen w\u00fcrde. Die kurze Umsetzungsfrist h\u00e4tte zudem zur Folge, dass bestehende Infrastrukturen direkt in der Landwirtschaft oder in den vor- und nachgelagerten Stufen nicht vollst\u00e4ndig amortisiert werden k\u00f6nnten. Um eine sozialvertr\u00e4gliche Entwicklung des Sektors sicherzustellen, w\u00e4ren umfassende finanzielle Unterst\u00fctzungsmassnahmen des Bundes erforderlich.</p><p class=\"Standard_d\">&nbsp;</p><p class=\"Standard_d\">Bundesrat empfiehlt die Ablehnung der Initiative</p><p class=\"Standard_d\">Im Rahmen der Weiterentwicklung der Agrarpolitik ab 2030 wird der Bundesrat Massnahmen zur St\u00e4rkung der Wertsch\u00f6pfung in der Land- und Ern\u00e4hrungswirtschaft sowie zur administrativen Entlastung der landwirtschaftlichen Betriebe vorschlagen. Gleichzeitig wird die Vorlage wichtige Anliegen der Initiative wie die St\u00e4rkung der Ern\u00e4hrungssicherheit und die Reduktion des \u00f6kologischen Fussabdrucks der Land- und Ern\u00e4hrungswirtschaft aufnehmen. Dabei wird der Bundesrat erreichbare Ziele und einen realistischen Zeitrahmen festlegen. Der Bundesrat wird die Vorschl\u00e4ge zur k\u00fcnftigen Agrarpolitik voraussichtlich 2026 behandeln. Eine zus\u00e4tzliche Verfassungsgrundlage, wie sie die Initiative fordert, ist dazu nicht notwendig.</p><p class=\"Standard_d\">Der Bundesrat empfiehlt daher die Initiative ohne direkten Gegenentwurf oder indirekten Gegenvorschlag zur Ablehnung.</p><p class=\"Standard_d\">&nbsp;</p><p><a href=\"https://www.blw.admin.ch/de/ernaehrungsinitiative\">Ern\u00e4hrungsinitiative</a></p>","Proceedings":"<h3 class=\"SDA_Meldung_d\">SDA-Meldung</h3><h3 class=\"Debatte_sda_linksb\u00fcndig_d\"><strong>Debatte im Nationalrat, 10.12.2025</strong></h3><p class=\"Standard_d\"><strong>Kaum Unterst\u00fctzung f\u00fcr Ern\u00e4hrungsinitiative im Nationalrat</strong></p><p class=\"Standard_d\"><strong>Der Nationalrat hat am Mittwoch eine Grundsatzdebatte \u00fcber die Landwirtschaftspolitik gef\u00fchrt. Er nahm seine Beratungen \u00fcber die Ern\u00e4hrungsinitiative auf. Das Volksbegehren d\u00fcrfte es im Parlament schwer haben: Alle Fraktionen sprachen sich dagegen aus.</strong></p><p class=\"Standard_d\">Entscheide zur Initiative mit dem offiziellen Titel \"F\u00fcr eine sichere Ern\u00e4hrung - durch St\u00e4rkung einer nachhaltigen inl\u00e4ndischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und sauberes Trinkwasser\" f\u00e4llte die grosse Kammer noch keine.</p><p class=\"Standard_d\">Die Ern\u00e4hrungsinitiative verlangt, die Lebensmittelproduktion vermehrt auf pflanzliche Kost auszurichten. Konkret fordert sie einen Netto-Selbstversorgungsgrad mit Nahrungsmitteln von mindestens 70 Prozent. Das Ziel soll innert zehn Jahren erreicht werden. Zudem verlangt die Initiative unter anderem die Sicherung der Grundwasserressourcen und der Fruchtbarkeit der B\u00f6den. Dabei geht es namentlich um den Eintrag von Stickstoffverbindungen und Phosphor.</p><p class=\"Standard_d\">Heute liegt der Selbstversorgungsgrad nach Angaben des Bundesrats bei 46 Prozent. Hinter der Initiative stehen Franziska Herren vom Verein \"Sauberes Wasser f\u00fcr alle\" sowie sechs weitere Personen. Herren war bereits treibende Kraft der 2021 an der Urne abgelehnten Trinkwasserinitiative.</p><p class=\"Standard_d\">&nbsp;</p><p class=\"Standard_d\">Vorbehalte in allen Lagern</p><p class=\"Standard_d\">Der Bundesrat ist gegen die Initiative. Die Wirtschaftskommission des Nationalrats beantragt mit 23 Stimmen und zwei Enthaltungen, aber ohne Gegenstimme ein Nein.</p><p class=\"Standard_d\">Sowohl die Landesregierung als auch die vorberatende Kommission wenden ein, die Initiative k\u00f6nne nur mit tiefen Eingriffen in die Produktion und den Konsum von Lebensmitteln erreicht werden. Die Wahlfreiheit w\u00fcrde drastisch eingeschr\u00e4nkt.</p><p class=\"Standard_d\">Auch im Ratsplenum gab es kaum Unterst\u00fctzung f\u00fcr das Volksbegehren. Den geforderten Selbstversorgungsgrad habe die Schweiz selbst zur Zeit der Anbauschlacht im Zweiten Weltkrieg nicht vollst\u00e4ndig erreicht, sagte Olivier Feller (FDP/VD) namens der vorberatenden Kommission. Es sei fraglich, ob die Bev\u00f6lkerung zu den damaligen Opfern bereit sei. Damals habe man Parkfl\u00e4chen und Sportpl\u00e4tze umgegraben.</p><p class=\"Standard_d\">Martin H\u00fcbscher (SVP/ZH) kritisierte, die Umsetzung der Initiative ginge auf Kosten der Biodiversit\u00e4tsfl\u00e4chen. Er warnte als zweiter Kommissionssprecher zudem vor steigenden Lebensmittelpreisen.</p><p class=\"Standard_d\">&nbsp;</p><p class=\"Standard_d\">Radikal andere Ern\u00e4hrung</p><p class=\"Standard_d\">Markus Ritter (Mitte/SG) erinnerte daran, dass es in der Schweiz heute weniger Kulturland gebe als w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs. Damals seien Lebensmittel rationiert gewesen. Um die Ziele der Initiative zu erreichen, m\u00fcsste man den Konsum von Milchprodukten, Eiern und Fleisch drastisch einschr\u00e4nken. \"Ribelmais, Griessmus und Haferbrei k\u00e4men wieder auf unsere Tische\", sagte der Mitte-Fraktionssprecher und Pr\u00e4sident des Schweizerischen Bauernverbandes.</p><p class=\"Standard_d\">Die Initiative verkenne die Realit\u00e4t in der Landwirtschaft, sagte SVP-Fraktionssprecherin Katja Riem (BE): \"Wir leben in einem Land, in dem grosse Teile der Fl\u00e4chen nur dank tierischer Nutzung produktiv sind\". Wie zahlreiche andere Rednerinnen und Redner stellte sie sich zudem gegen eine Bevormundung der Bev\u00f6lkerung.</p><p class=\"Standard_d\">Daniela Schneeberger (FDP/BL) sagte im Namen der freisinnigen Fraktion, die Initiative wolle eine vegane Ern\u00e4hrung forcieren. Das Volksbegehren sei unsozial, da h\u00f6here Lebensmittelpreise besonders Haushalte mit geringem Einkommen tr\u00e4fen.</p><p class=\"Standard_d\">&nbsp;</p><p class=\"Standard_d\">Verst\u00e4ndnis f\u00fcr Grundanliegen</p><p class=\"Standard_d\">Auch aus dem linken Lager gab es Kritik. Eine Mehrheit ihrer Fraktion werde das Volksbegehren ablehnen, k\u00fcndigte Sophie Michaud Gigon (Gr\u00fcne/VD) an. Die Initiative werfe berechtigte Fragen auf, sagte sie. Die Forderungen der Initiative seien aber f\u00fcr ein kleines Land wie die Schweiz unrealistisch. Die volkswirtschaftlichen Kosten w\u00e4ren gewaltig.</p><p class=\"Standard_d\">Ein Selbstversorgungsgrad von 70 Prozent sei unrealistisch und die Umsetzungsfrist von zehn Jahren zu kurz, befand auch Jacqueline Badran (SP/ZH). Abgesehen von diesen Elementen sei die Initiative aber inhaltlich richtig.</p><p class=\"Standard_d\">Badran warf der b\u00fcrgerlichen Mehrheit vor, die im Abstimmungskampf zur Trinkwasserinitiative gemachten Versprechen zu brechen, beispielsweise im Hinblick auf Pflanzenschutzmittel. Sie warnte vor irreversiblen Sch\u00e4den f\u00fcr Trinkwasser und Biodiversit\u00e4t.</p><p class=\"Standard_d\">Auch die Gr\u00fcnliberalen unterstrichen, die Frage der nachhaltigen Nutzung von B\u00f6den und Trinkwasser sei wichtig. C\u00e9line Weber (GLP/VD) warnte aber vor Protektionismus. \"Die Schweiz ist keine Insel\". Steigende Lebensmittelpreise w\u00fcrden dem Einkaufstourismus Vorschub leisten. Verschiedene Rednerinnen und Redner warnten zudem vor einem Verlust von Arbeitspl\u00e4tzen insbesondere in der Nahrungsmittelindustrie, bei K\u00e4sereien und Metzgereien.</p><p>&nbsp;</p><h3 class=\"SDA_Meldung_d\">SDA-Meldung</h3><h3 class=\"Debatte_sda_linksb\u00fcndig_d\"><strong>Debatte im Nationalrat, 17.12.2025</strong></h3><p class=\"Standard_d\"><strong>Nationalrat will von der Ern\u00e4hrungsinitiative nichts wissen</strong></p><p class=\"Standard_d\"><strong>Der Nationalrat will nichts wissen von der Ern\u00e4hrungsinitiative. Keine einzige Fraktion bef\u00fcrwortet das Begehren, das in den Worten vieler Ratsmitglieder diktieren w\u00fcrde, was auf den Teller kommt. Auch eine alternative, weniger weit gehende Verfassungsbestimmung lehnte der Rat ab.</strong></p><p class=\"Standard_d\">Seine Nein-Empfehlung beschloss der Nationalrat am Mittwoch ohne Abstimmung, entsprechend dem unbestrittenen Antrag der zust\u00e4ndigen Kommission. Die Initiative \"F\u00fcr eine sichere Ern\u00e4hrung - durch St\u00e4rkung einer nachhaltigen inl\u00e4ndischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und sauberes Trinkwasser\" verlangt, die Lebensmittelproduktion vermehrt auf pflanzliche Kost auszurichten.</p><p class=\"Standard_d\">&nbsp;</p><p class=\"Standard_d\">70 Prozent Netto-Selbstversorgung</p><p class=\"Standard_d\">Die Selbstversorgung soll laut Initiativtext verst\u00e4rkt werden. Konkret soll der Netto-Selbstversorgungsgrad auf mindestens 70 Prozent steigen, und das innert zehn Jahren. Zudem sollen die Grundwasserressourcen und die Fruchtbarkeit der B\u00f6den gesichert sein. Dabei geht es namentlich um den Eintrag von Stickstoffverbindungen und Phosphor.</p><p class=\"Standard_d\">Heute liegt der Selbstversorgungsgrad nach Angaben des Bundesrats bei 46 Prozent. Hinter der Initiative stehen Franziska Herren vom Verein \"Sauberes Wasser f\u00fcr alle\" sowie sechs weitere Personen. Herren war bereits treibende Kraft der 2021 an der Urne abgelehnten Trinkwasserinitiative.</p><p class=\"Standard_d\">Den geforderten Netto-Selbstversorgungsgrad nannten zahlreiche Nationalratsmitglieder unrealistisch. W\u00e4hrend der Anbauschlacht im Zweiten Weltkrieg sei er nicht vollst\u00e4ndig erreicht worden, sagte etwa Olivier Feller (FDP/VD). Es sei fraglich, ob die Bev\u00f6lkerung zu den damaligen Opfern bereit sei. Damals habe man Parkfl\u00e4chen und Sportpl\u00e4tze umgegraben.</p><p class=\"Standard_d\">&nbsp;</p><p class=\"Standard_d\">\"Ribelmais, Griessmus und Haferbrei\"</p><p class=\"Standard_d\">Bauernverbandspr\u00e4sident Markus Ritter (Mitte/SG) erinnerte daran, dass es in der Schweiz heute weniger Kulturland gebe als w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs. Damals seien Lebensmittel rationiert gewesen. Um die Ziele der Initiative zu erreichen, m\u00fcsste man den Konsum von Milchprodukten, Eiern und Fleisch drastisch einschr\u00e4nken. \"Ribelmais, Griessmus und Haferbrei k\u00e4men wieder auf unsere Tische.\"</p><p class=\"Standard_d\">Nadja Umbricht Pieren (SVP/BE) sprach von \"staatlichem Vegan-Zwang\". M\u00fcndige Menschen k\u00f6nnten selbst entscheiden, was eine gesunde Ern\u00e4hrung sei. Inl\u00e4ndische tierische Produkte w\u00fcrden mit der Initiative zum Luxusgut, das sich nur noch wenige leisten k\u00f6nnten. Erschwinglicher k\u00f6nnten nur Produkte aus dem Ausland sein.</p><p class=\"Standard_d\">Viehzucht geh\u00f6re zur Schweizer Kultur, sagte Nicolas Kolly (SVP/FR). In den Voralpen und Alpen w\u00fcrden keine Sonnenblumen gepflanzt, um veganen Greyerzer oder Raclettek\u00e4se herzustellen. Lukas Reimann (SVP/SG) wollte die Selbstversorgung steigern. W\u00fcrden Nahrungsmittel in Krisenzeiten knapp, schaue jedes Land f\u00fcr sich, mahnte er.</p><p class=\"Standard_d\">&nbsp;</p><p class=\"Standard_d\">\"Es kann nicht so weitergehen\"</p><p class=\"Standard_d\">Einmal mehr werde l\u00e4ngst Diskutiertes und Entschiedenes diskutiert, stellte Simone de Montmollin (FDP/GE) fest. Der Wechsel zu mehr Nachhaltigkeit m\u00fcsse mit den Bauern, B\u00e4uerinnen, Konsumenten und Konsumentinnen erfolgen.</p><p class=\"Standard_d\">Bei SP, Gr\u00fcnen und GLP fanden die Initiantinnen und Initianten mehr Geh\u00f6r, und sie wollten zumindest den Erhalt der Gew\u00e4sserqualit\u00e4t, der Boden-Fruchtbarkeit und der Biodiversit\u00e4t in die Verfassung schreiben. Der von ihnen vorgeschlagene direkte Gegenvorschlag kam aber mit 73 gegen 121 Stimmen nicht durch.</p><p class=\"Standard_d\">\"Wir k\u00f6nnen nicht so tun, als h\u00e4tte unsere Nahrungsmittelproduktion keine problematischen Folgen\", sagte Ueli Schmezer (SP/BE). Abhilfe zu schaffen, heisse standortgerecht produzieren, mit dem vorhandenen Futter und mit weniger Hochleistung.</p><p class=\"Standard_d\">\"Wie es ist, kann es nicht weitergehen, da haben die Initiantinnen und Initianten Recht\", sagte auch Gabriela Suter (SP/AG). Der Gegenvorschlag mache umsetzbar, was die Initiative als Probleme benenne. Er sei eine pragmatische Antwort auf ein gesellschaftlich relevantes Problem, f\u00fcgte Niklaus-Samuel Gugger (EVP/ZH) hinzu.</p><p class=\"Standard_d\">&nbsp;</p><p class=\"Standard_d\">In der Agrarpolitik ab 2030</p><p class=\"Standard_d\">Der Bundesrat lehnte die Initiative ab, und er wollte auch keinen Gegenvorschlag dazu. Mit seiner Agrarpolitik ab 2030 wolle der Bundesrat die Anliegen der Initiative aufnehmen, versicherte Landwirtschaftsminister Guy Parmelin im Rat. \"Er wird dabei realistische Ziele und eine realistische Agenda vorlegen.\"</p><p>&nbsp;</p><h3 class=\"SDA_Meldung_d\">SDA-Meldung</h3><h3 class=\"Debatte_sda_linksb\u00fcndig_d\"><strong>Debatte im St\u00e4nderat, 17.03.2026</strong></h3><p><strong>Ern\u00e4hrungsinitiative bleibt im Parlament chancenlos</strong></p><p><strong>Das Parlament erteilt der Ern\u00e4hrungsinitiative eine Absage. Nach dem Nationalrat hat am Dienstag auch der St\u00e4nderat das Volksbegehren oppositionslos abgelehnt. Die R\u00e4te bef\u00fcrchten zu weit gehende Eingriffe in die Landwirtschaft und die Ern\u00e4hrungsweise der Bev\u00f6lkerung.</strong></p><p>Mit ihrem Entscheid folgte die kleine Kammer der Wirtschaftskommission des St\u00e4nderats. Diese hatte mit 11 Stimmen bei einer Enthaltung, aber ohne Gegenstimme, ein Nein zur Initiative beantragt. Einen anders lautenden Antrag gab es wie schon bei der Behandlung des Gesch\u00e4fts im Nationalrat w\u00e4hrend der Wintersession keinen. Das Gesch\u00e4ft ist bereit f\u00fcr die Schlussabstimmung.</p><p>&nbsp;</p><p>Frist von zehn Jahren</p><p>Die Initiative mit dem offiziellen Titel \"F\u00fcr eine sichere Ern\u00e4hrung - durch St\u00e4rkung einer nachhaltigen inl\u00e4ndischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und sauberes Trinkwasser\" verlangt, die Lebensmittelproduktion vermehrt auf pflanzliche Kost auszurichten. Konkret fordert sie einen Netto-Selbstversorgungsgrad mit Nahrungsmitteln von mindestens 70 Prozent. Das Ziel soll innert zehn Jahren erreicht werden.</p><p>Zudem verlangt die Initiative unter anderem die Sicherung der Grundwasserressourcen und der Fruchtbarkeit der B\u00f6den. Dabei geht es namentlich um den Eintrag von Stickstoffverbindungen und Phosphor.</p><p>Heute liegt der Selbstversorgungsgrad nach Angaben des Bundesrats bei 46 Prozent. Hinter der Initiative stehen Franziska Herren vom Verein \"Sauberes Wasser f\u00fcr alle\" sowie sechs weitere Personen. Herren war bereits treibende Kraft der 2021 an der Urne abgelehnten Trinkwasserinitiative.</p><p>Wie schon in der vorberatenden Kommission wurden auch in der Debatte gewisse Sympathien f\u00fcr das Grundanliegen der Initiative ge\u00e4ussert. Gerade angesichts der heutigen geopolitischen Gegebenheiten seien die Ern\u00e4hrungssicherheit und eine m\u00f6glichst grosse Ern\u00e4hrungsautonomie ein wichtiges Thema, schrieb die st\u00e4nder\u00e4tliche Wirtschaftskommission nach der Beratung der Initiative im Januar.</p><p>&nbsp;</p><p>Viel Grasland in der Schweiz</p><p>Allerdings \u00fcberwogen bereits in der Kommission Zweifel an der praktischen Umsetzbarkeit der Initiative. Insbesondere die Forderung eines Netto-Selbstversorgungsgrads von 70 Prozent in Kombination mit der kurzen geforderten Frist sei unrealistisch, lautete der Einwand.</p><p>Die Schweiz bestehe \u00fcberwiegend aus Grasland, grossen Voralpen- und Alpgebieten sowie weiteren gr\u00fcnen Fl\u00e4chen im Mittellland, sagte Kommissionssprecher Peter Hegglin (Mitte/ZG): \"Gras kann bekanntlich vom Menschen nicht direkt verwertet werden und wird darum durch die Rindviehhaltung nutzbar gemacht.\" Auch weitere Ziele der Initiative seien nur mit massiven Eingriffen in die landwirtschaftliche Produktion umsetzbar.</p><p>Der Grundgedanke der Initiative sei richtig, sagte Tiana Angelina Moser (GLP/ZH). \"Die Umweltziele, auf die sich die Initiative bezieht, sind selbstverst\u00e4ndlich unterst\u00fctzungsw\u00fcrdig.\" Ohne intakte \u00d6kosysteme gebe es l\u00e4ngerfristig in der Schweiz keine Ern\u00e4hrungssicherheit. \"Die Initiative weist zurecht auf bestehende Probleme hin. Der Weg ist aber zu extrem.\"</p><p>Wenn Fleisch nicht mehr in der Schweiz produziert werde, werde es einfach im Ausland gekauft, sagte Werner Salzmann (SVP/BE). Das sei nicht sinnvoll. Salzmann vertrat zudem die Ansicht, das eigentliche Problem f\u00fcr die Ern\u00e4hrungssicherheit sei die Zuwanderung: \"Land wird \u00fcberbaut. Mehr Leute kommen ins Land. Das ist der Grund, warum die Produktionsfl\u00e4che pro Person abnimmt.\"</p><p>&nbsp;</p><p>Warnung vor Ern\u00e4hrungs-Diktat</p><p>Die Initiative br\u00e4chte eine Art Diktat dar\u00fcber, was auf den Teller komme, sagte Isabelle Chassot (Mitte/FR). Es sei zudem unrealistisch anzunehmen, dass auf heute f\u00fcr die Viehwirtschaft genutzten Fl\u00e4chen k\u00fcnftig \u00fcberall Getreide angebaut w\u00fcrde. Vielmehr bestehe die Gefahr, dass sie nicht mehr bewirtschaftet w\u00fcrden.</p><p>Der Schweizerische Bauernverband (SBV) hatte sich bereits Anfang Januar an einer Medienkonferenz gegen die Initiative in Stellung gebracht. Das Volksbegehren sei \"eine Zw\u00e4ngerei und Utopie\", sagte SBV-Direktor Martin Rufer damals.</p><p>Um das angestrebte Ziel von 70 Prozent Netto-Selbstversorgungsgrad zu erreichen, m\u00fcsste der Staat laut dem SBV die Grenzen schliessen und die Bev\u00f6lkerung zu einer mehrheitlich veganen Ern\u00e4hrung zwingen. Die Initiative ziele in erster Linie auf die tierische Produktion. Doch mit ihren Auflagen schw\u00e4che sie auch den Pflanzenbau.</p><p>&nbsp;</p><p>Gegenvorschlag war kein Thema mehr</p><p>Einen Gegenvorschlag zur Initiative wird es nicht geben. Im Nationalrat hatte die sich die Ratslinke im Dezember f\u00fcr einen Gegenvorschlag eingesetzt, der sich auf die Erhaltung der \u00d6kosysteme und der Biodiversit\u00e4t sowie den Schutz von Gew\u00e4sserqualit\u00e4t, Bodenfruchtbarkeit und Biodiversit\u00e4t beschr\u00e4nkt. Sie hatte daf\u00fcr aber keine Mehrheit gefunden. Im St\u00e4nderat lag kein entsprechender Antrag vor.</p><p>Auch der Bundesrat lehnt die Initiative ab, und auch er wollte keinen Gegenvorschlag dazu. Mit seiner Agrarpolitik ab 2030 wolle der Bundesrat die Umwelt-Anliegen der Initiative aufnehmen, versicherte Landwirtschaftsminister Guy Parmelin wie bereits w\u00e4hrend der Nationalratsdebatte im Dezember.</p><p>&nbsp;</p><h2 class=\"Titel_d\"><strong>Ausk\u00fcnfte</strong></h2><p class=\"Ausk\u00fcnfte_d\">Sekretariat der Kommissionen f\u00fcr Wirtschaft und Abgaben (WAK)</p><p class=\"Ausk\u00fcnfte_d\"><a href=\"mailto:wak.cer@parl.admin.ch\">wak.cer@parl.admin.ch</a></p><p class=\"Ausk\u00fcnfte_d\"><a href=\"https://www.parlament.ch/de/organe/kommissionen/sachbereichskommissionen/kommissionen-wak\">Kommission f\u00fcr Wirtschaft und Abgaben (WAK)</a></p>","DraftText":null,"SubmittedText":null,"ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":null,"FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":null,"SubmittedBy":null,"BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1774000459000)\/","ResponsibleDepartment":8,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Wirtschaft, Bildung und Forschung","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"WBF","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"15|52|55|2841","Category":"I/IIIa","Modified":"\/Date(1781537250087)\/","SubmissionDate":"\/Date(1755043200000)\/","SubmissionCouncil":null,"SubmissionCouncilName":null,"SubmissionCouncilAbbreviation":null,"SubmissionSession":5210,"SubmissionLegislativePeriod":52,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Wirtschaft|Umwelt|Landwirtschaft|Gesundheit"}}