{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250073,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250073,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250073,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250073,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250073,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250073,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250073,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250073,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250073,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250073,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250073,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250073,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250073,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250073,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250073,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250073,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20250073,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20250073,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"25.073","BusinessType":1,"BusinessTypeName":"Gesch\u00e4ft des Bundesrates","BusinessTypeAbbreviation":"BRG","Title":"Schweizerisches Zivilgesetzbuch. \u00c4nderung (Erleichterte Stiefkindadoption)","Description":"Botschaft vom 12. September 2025 zu einer \u00c4nderung des Zivilgesetzbuches (Erleichterte Stiefkindadoption)","InitialSituation":"<h2 class=\"Titel_d\"><strong>Medienmitteilung des Bundesrates vom 12.09.2025</strong></h2><p class=\"Standard_d\"><strong>Stiefkindadoption soll erleichtert werden</strong></p><p class=\"Standard_d\">Kinder, die seit Geburt mit dem rechtlichen Elternteil und mit dem Wunschelternteil zusammenleben, sollen vom Wunschelternteil schneller adoptiert werden k\u00f6nnen. Damit wird der gesellschaftlichen Entwicklung und der Vielfalt moderner Familienformen besser Rechnung getragen. An seiner Sitzung vom 12. September 2025 hat der Bundesrat die entsprechende Botschaft zu einer \u00c4nderung des Zivilgesetzbuches (ZGB) verabschiedet.</p><p>&nbsp;</p><p class=\"Standard_d\">Mit der \u00abEhe f\u00fcr alle\u00bb k\u00f6nnen gleichgeschlechtliche Paare heiraten. F\u00fcr Kinder, die in einer solchen Beziehung mit einem Verfahren gem\u00e4ss Fortpflanzungsmedizingesetz in der Schweiz gezeugt wurden, besteht seither folgende Eltern-Regelung: Die Ehefrau der leiblichen Mutter eines solchen Kindes gilt ab dem Zeitpunkt der Geburt als zweiter Elternteil. Anders ist es mit Kindern, die beispielsweise mit einer privaten Samenspende, einer (m\u00f6glicherweise anonymen) Samenspende im Ausland oder einem weiteren im Ausland zul\u00e4ssigen fortpflanzungsmedizinischen Verfahren inklusive einer Leihmutterschaft gezeugt wurden. In diesen Konstellationen wird das Kindesverh\u00e4ltnis nur durch Stiefkindadoption begr\u00fcndet. Rechtlich gesehen haben diese Kinder bis zur Stiefkindadoption in aller Regel lediglich einen Elternteil. Damit sind sie weniger gut abgesichert als Kinder mit zwei rechtlichen Elternteilen.</p><p>&nbsp;</p><p class=\"Standard_d\">Das Kind schneller rechtlich absichern</p><p class=\"Standard_d\">Mit einer Revision des ZGB soll die Stiefkindadoption f\u00fcr diese Familienkonstellationen erleichtert werden. Das Kind wird in eine gelebte Paarbeziehung hineingeboren und lebt ab Geburt sowohl mit dem rechtlichen Elternteil als auch mit dem sogenannten Wunschelternteil zusammen. Deshalb wird auf die Voraussetzung des einj\u00e4hrigen Pflegeverh\u00e4ltnisses verzichtet.</p><p class=\"Standard_d\">Auch im Bereich der Stiefkindadoption vollj\u00e4hriger Personen soll eine \u00c4nderung im ZGB erfolgen. K\u00fcnftig soll eine Person im Erwachsenenalter auch dann adoptiert werden k\u00f6nnen, wenn die Partnerschaft zwischen dem rechtlichen Elternteil und der adoptionswilligen Person nicht mehr besteht.</p><p class=\"Standard_d\">Die geplanten Anpassungen bieten eine pragmatische und zeitnah realisierbare L\u00f6sung zur rascheren rechtlichen Absicherung des Kindes in diesen spezifischen Konstellationen. Die Vernehmlassung hat aber gezeigt, dass die zus\u00e4tzlichen vom Bundesrat vorgeschlagen Vereinfachungen zur Begr\u00fcndung des Kindesverh\u00e4ltnisses einer weiteren Pr\u00fcfung bed\u00fcrfen. Das gilt insbesondere f\u00fcr das in der Vernehmlassung &nbsp;&nbsp;verbreitet vorgebrachte Anliegen zur Verbesserung des Rechts auf Kenntnis der eigenen Abstammung. Diese Aspekte und weitergehende Vereinfachungen werden im Rahmen der laufenden Arbeiten f\u00fcr eine Revision des Abstammungsrechts angegangen.</p><p class=\"Standard_d\">An seiner Sitzung vom 12. September 2025 hat der Bundesrat die Ergebnisse der Vernehmlassung zur Kenntnis genommen und Botschaft und Entwurf zuhanden des Parlaments verabschiedet.</p>","Proceedings":"<h3 class=\"SDA_Meldung_d\">SDA-Meldung</h3><h3 class=\"Debatte_sda_linksb\u00fcndig_d\"><strong>Debatte im Nationalrat, 02.03.2026</strong></h3><p class=\"Standard_d\"><strong>Nationalrat gibt gr\u00fcnes Licht f\u00fcr erleichterte Stiefkindadoption</strong></p><p class=\"Standard_d\"><strong>Die bundesr\u00e4tliche Vorlage f\u00fcr eine erleichterte Stiefkindadoption durch Wunschelternteile hat am Montag eine erste H\u00fcrde genommen. Der Nationalrat nahm den entsprechenden Gesetzesentwurf am Montag in abge\u00e4nderter Form an. Opposition gab es nur vonseiten der SVP.</strong></p><p class=\"Standard_d\">Kinder, die seit Geburt mit dem rechtlichen Elternteil und mit dem Wunschelternteil zusammenleben, sollen vom Wunschelternteil schneller adoptiert werden k\u00f6nnen. Das Zivilgesetzbuch (ZGB) soll entsprechend angepasst werden.</p><p class=\"Standard_d\">Die vom Bundesrat vorgeschlagenen \u00c4nderungen sind eine Folge der im Herbst 2021 durch das Volk angenommene \"Ehe f\u00fcr alle\" und sollen gleichgeschlechtliche Paare heterosexuellen Partnerschaften gleichstellen.</p><p class=\"Standard_d\">Denn bis heute m\u00fcssen ein Wunschelternteil und ein rechtlicher Elternteil f\u00fcr die Stiefkindadoption in der Schweiz mindestens drei Jahre lang einen gemeinsamen Haushalt f\u00fchren. Ausserdem muss die adoptionswillige Person, also der Wunschelternteil, ein Jahr lang f\u00fcr das Kind gesorgt haben. Dann erst kann bei Regenbogenfamilien der Adoptionsprozess starten.</p><p class=\"Standard_d\">&nbsp;</p><p class=\"Standard_d\">Kein gemeinsamer Haushalt mehr n\u00f6tig</p><p class=\"Standard_d\">\"Bei der Geburt haben diese Kinder in aller Regel nur einen Elternteil\", sagte die Berichterstatterin der zust\u00e4ndigen Rechtskommission des Nationalrates (RK-N), Maya Bally (Mitte/AG), am Montag im Rat. Erst \u00fcber die Stiefkindadoption k\u00f6nne der Wunschelternteil auch rechtlich ein Elternteil sein. Dies betreffe sowohl gleichgeschlechtliche als auch verschiedengeschlechtliche Paare, so Bally.</p><p class=\"Standard_d\">Deshalb wollten Bundesrat und Kommission die Kinder bereits ab der Geburt rechtlich abgesichert haben. Allerdings geht der Nationalrat auf Antrag der RK-N nun gar weiter als der Bundesrat. Letzterer wollte, dass zwar das einj\u00e4hrige Pflegeverh\u00e4ltnis zwischen Wunschelternteil und Kind als Adoptionsbedingung wegf\u00e4llt. Am Erfordernis, dass das Paar vor der Stiefkindadoption mindestens drei Jahre zusammengelebt hat, wollte die Landesregierung aber festhalten.</p><p class=\"Standard_d\">Nicht so der Nationalrat: Auf Antrag der Kommission strich die grosse Kammer die Voraussetzung eines seit drei Jahren bestehenden, gemeinsamen Haushaltes durch adoptionswillige Paare aus der Vorlage. Der Nationalrat will, dass ein Wunschelternteil ein Kind adoptieren kann, wenn ein Paar zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes eine \"auf Dauer angestrebte Elternschaft\" f\u00fchrt. Dies, auch wenn der Wunschelternteil vor der Adoption nicht f\u00fcr die Pflege und Erziehung des Kindes gesorgt hat.</p><p class=\"Standard_d\">Zudem soll nach dem Willen des Nationalrates ein Gesuch um eine erleichterte Stiefkindadoption bereits vor der Geburt des Kindes eingereicht werden k\u00f6nnen - auch wenn noch nicht s\u00e4mtliche Adoptionsvoraussetzungen erf\u00fcllt sind. Letztere wollte der Bundesrat aus Voraussetzung beibehalten.</p><p class=\"Standard_d\">&nbsp;</p><p class=\"Standard_d\">\"Spezialgesetzgebung\" wird bem\u00e4ngelt</p><p class=\"Standard_d\">Eine aus SVP-Ratsmitgliedern bestehende Minderheit wollte nicht auf die Vorlage eintreten. Man anerkenne zwar, dass der legislative Apparat der Realit\u00e4t hinterherhinke, aber die Anpassungen k\u00f6nnten auch im Rahmen der n\u00e4chsten Revision des Adoptions- und Kindsrechts vorgenommen werden. \"Das hier wird eine Spezialgesetzgebung, die Risiken, hier ein legislatives Patchwork entstehen zu lassen, sind real\", sagte Roger Golay (SVP/GE).</p><p class=\"Standard_d\">Auch sei es wichtig, dass sich ein Elternteil beweisen k\u00f6nne, sagte Golay im Hinblick auf den Wegfall der Voraussetzung des einj\u00e4hrigen Pflegeverh\u00e4ltnisses. Zudem sollten die Kantone ihre Standards im Adoptionsverfahren angleichen.</p><p class=\"Standard_d\">&nbsp;</p><p class=\"Standard_d\">Adoptionsrecht der Realit\u00e4t anpassen</p><p class=\"Standard_d\">Alle anderen Fraktionen im Rat wollten eintreten, wie den Voten zu entnehmen war. \"Ohne Adoption fehlt die rechtliche Absicherung\", sagte etwa Patricia Von Falkenstein (LDP/BS) im Namen der FDP-Fraktion und mit Blick auf unvorhergesehene Ereignisse wie den Todesfall eines Elternteils. Studien zeigten, dass f\u00fcr die Gesundheit eines Kindes stabile Verh\u00e4ltnisse entscheidend seien, so Von Falkenstein.</p><p class=\"Standard_d\">\"Insbesondere geht es darum, dass das Schweizer Adoptionsrecht ins 21. Jahrhundert \u00fcberf\u00fchrt wird\", sagte Vincent Maitre (Mitte/GE). Manche Paare lebten heutzutage etwa nicht in einem gemeinsamen Haushalt. Das Zusammenwohnen als Voraussetzung f\u00fcr eine Adoption scheine daher willk\u00fcrlich.</p><p class=\"Standard_d\">Die Unsicherheit f\u00fcr Stiefkinder sei gross, \"das ist einfach eine Lebensrealit\u00e4t\", sagte Beat Flach (GLP/AG). Die rechtliche Absicherung sei entscheidend f\u00fcr die Kinder, sagte auch Sibel Arslan (BS) f\u00fcr die Fraktion der Gr\u00fcnen. Und indem das Adoptionsverh\u00e4ltnis neu r\u00fcckwirkend bis zur Geburt gelte, sei das Kind schneller abgesichert.</p><p class=\"Standard_d\">\"Lesben kriegen Kinder\", sagte Tamara Funiciello (SP/BE). Die Frage sei, ob man diesen Kindern die gleiche rechtliche Sicherheit geben wolle, wie allen anderen. Heute sei dies nicht so, da alleine das Adoptionsverfahren zwei Jahre dauere. Das Gesetz sei hinter die gesellschaftliche Realit\u00e4t zur\u00fcckgefallen.</p><p class=\"Standard_d\">&nbsp;</p><p class=\"Standard_d\">Jans zeigt sich trotz Erweiterung zufrieden</p><p class=\"Standard_d\">Der Minderheitsantrag auf Nichteintreten wurde in der Folge mit deutlichem Mehr abgelehnt. In der Gesamtabstimmung nahm der Rat die Vorlage mit 121 gegen 55 Stimmen bei vier Enthaltungen an.</p><p class=\"Standard_d\">Bundesrat Beat Jans bezeichnete das Anliegen der Vorlage am Montag im Rat als \"Etwas, das heute eigentlich unbestritten sein sollte\". Der Bundesrat k\u00f6nne sich auch der durch den Rat nun erweiterten Vorlage anschliessen, hoffe aber, dass sich der St\u00e4nderat, der sich als n\u00e4chstes \u00fcber die Vorlage beugen muss, \"gewissen Unsicherheiten im Vollzug\" noch annehmen werde.</p><p>&nbsp;</p><h3 class=\"SDA_Meldung_d\">SDA-Meldung</h3><h3 class=\"Debatte_sda_linksb\u00fcndig_d\"><strong>Debatte im St\u00e4nderat, 17.06.2026</strong></h3><p class=\"Standard_d\"><strong>St\u00e4nderat tritt beim neuen Adoptionsrecht auf die Bremse</strong></p><p class=\"Standard_d\"><strong>Neue Regeln zur Adoption von Stiefkindern sollen nach dem Willen des St\u00e4nderates in einem breiteren Kontext betrachtet werden. Deshalb weist die kleine Kammer die Vorlage zur erleichterten Stiefkindadoption an den Bundesrat zur\u00fcck.</strong></p><p class=\"Standard_d\">Die Landesregierung muss somit erneut \u00fcber die B\u00fccher, falls der Nationalrat es der kleinen Kammer noch gleichtut. Ziel der Reform ist, dass Kinder von einem Wunschelternteil schneller adoptiert werden k\u00f6nnen.</p><p class=\"Standard_d\">Dem Entscheid f\u00fcr eine R\u00fcckweisung der Vorlage ging im St\u00e4nderat eine lebhafte Diskussion voraus. Von 26 Kantonen h\u00e4tten nur f\u00fcnf dem Entwurf ganz zugestimmt. Zehn h\u00e4tten die Vorlage \"integral abgelehnt\", sagte Daniel F\u00e4ssler (Mitte/AI) im Rat namens einer knappen Mehrheit der Rechtskommission (RK-S).</p><p class=\"Standard_d\">Daf\u00fcr gebe es zwei Gr\u00fcnde: Erstens sei offen, ob die Reform das verfassungsm\u00e4ssige Recht des Kindes auf Kenntnis seiner Abstammung nicht verletze; zweitens sei offen, ob die Vorlage im Zuge der Revision des Abstammungsrechts und des Fortpflanzungsmedizingesetzes nicht bereits \u00fcberholt sei. Immerhin gehe es hierbei um \"die Basis unseres schweizerischen Privatrechts\", so der Innerrhoder St\u00e4nderat.</p><p>&nbsp;</p><p class=\"Standard_d\">Interessen einzelner Kreise versus Vielfalt</p><p class=\"Standard_d\">Eine Minderheit aus Mitte-, FDP- und SVP-Vertretenden beantragte dem Rat, gar nicht auf die Vorlage einzutreten: \"Diese Vorlage weist schwere materielle M\u00e4ngel auf\", sagte Beat Rieder (Mitte/VS). \"Jede Person muss Zugang zu den Daten \u00fcber ihre Abstammung haben.\"</p><p class=\"Standard_d\">\"Einzelne Kreise\" w\u00fcrden hier ihre Anliegen durchdr\u00fccken wollen. Den Initianten des Gesetzes gehe es darum, im Ausland Leihmutterschafts- und fortpflanzungsmedizinische Dienste in Anspruch zu nehmen, so Rieder weiter. Sie w\u00fcrden ihre pers\u00f6nlichen Interessen dem hier geltenden Recht vorziehen, \"nur um ihr Verhalten nachtr\u00e4glich zu rechtfertigen\".</p><p class=\"Standard_d\">Eine rot-gr\u00fcne Minderheit im Rat beantragte derweil, die R\u00fcckweisung an den Bundesrat abzulehnen.</p><p class=\"Standard_d\">\"Es geht um die heutige Vielfalt unserer Gesellschaft. Die Gesellschaft ver\u00e4ndert sich und das Recht folgt dieser Ver\u00e4nderung. Wenn wir eintreten, ist eine pragmatische L\u00f6sung da. Es geht um die Kinder. F\u00fcr Kinder soll es keine Rolle spielen, wie sie aufwachsen, respektive in welche Konstellation sie hineingeboren werden\", sagte Eva Herzog (SP/BS).</p><p class=\"Standard_d\">Bei Regenbogenfamilien fehle die rechtliche Absicherung f\u00fcr diese Wunschkinder, etwa im Todesfall eines rechtlichen Elternteils. \"Wir haben hier die Gelegenheit, das pragmatisch zu l\u00f6sen\", sagte auch Tiana Angelina Moser (GLP/ZH).</p><p class=\"Standard_d\">&nbsp;</p><p class=\"Standard_d\">Gesamtpaket gefordert</p><p class=\"Standard_d\">Mit der R\u00fcckweisung der Vorlage mit 23 gegen 20 Stimmen bei einer Enthaltung folgte die kleine Kammer schliesslich der knappen Mehrheit der RK-S. Demnach soll die Landesregierung die erleichterte Stiefkindadoption in die laufende Revision des Abstammungsrechts und des Fortpflanzungsmedizingesetzes integrieren und dem Parlament ein Gesamtpaket vorlegen.</p><p class=\"Standard_d\">Zudem fordert die RK-S ein Gutachten zur Verfassungsm\u00e4ssigkeit der geplanten \u00c4nderungen, insbesondere zum Recht auf Kenntnis der Abstammung.</p><p class=\"Standard_d\">&nbsp;</p><p class=\"Standard_d\">Folge der \"Ehe f\u00fcr alle\"</p><p class=\"Standard_d\">Ziel der Reform ist es, dass Kinder, die seit Geburt mit dem rechtlichen Elternteil und mit einem Wunschelternteil zusammenleben, von diesem Wunschelternteil schneller adoptiert werden k\u00f6nnen. Die vom Bundesrat vorgeschlagenen \u00c4nderungen sind eine Folge der im Herbst 2021 durch das Volk angenommenen \"Ehe f\u00fcr alle\" und sollen gleichgeschlechtliche Paare heterosexuellen Partnerschaften gleichstellen.</p><p class=\"Standard_d\">Heute m\u00fcssen ein Wunschelternteil und ein rechtlicher Elternteil f\u00fcr die Stiefkindadoption in der Schweiz mindestens drei Jahre lang einen gemeinsamen Haushalt f\u00fchren. Ausserdem muss der adoptionswillige Wunschelternteil ein Jahr lang f\u00fcr das Kind gesorgt haben. Dann erst kann der Adoptionsprozess starten.</p><p class=\"Standard_d\">Nationalrat will weitergehen</p><p class=\"Standard_d\">Der Bundesrat wollte betroffene Kinder mit den geplanten \u00c4nderungen im Zivilgesetzbuch bereits ab der Geburt rechtlich abgesichert haben. Demnach sollte zwar das einj\u00e4hrige Pflegeverh\u00e4ltnis zwischen Wunschelternteil und Kind als Adoptionsbedingung wegfallen. Am Erfordernis, dass das Paar vor der Stiefkindadoption mindestens drei Jahre zusammengelebt hat, wollte die Landesregierung aber festhalten.</p><p class=\"Standard_d\">Nicht so der Nationalrat: In der Fr\u00fchjahrssession strich die grosse Kammer die Voraussetzung eines seit drei Jahren bestehenden gemeinsamen Haushaltes f\u00fcr adoptionswillige Paare aus der Vorlage. Der Nationalrat will, dass ein Wunschelternteil ein Kind adoptieren kann, wenn ein Paar zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes eine \"auf Dauer angestrebte Elternschaft\" f\u00fchrt.</p><p class=\"Standard_d\">Zudem sollte nach dem Willen des Nationalrates ein Gesuch um eine erleichterte Stiefkindadoption bereits vor der Geburt des Kindes eingereicht werden k\u00f6nnen.</p><p class=\"Standard_d\">&nbsp;</p><h2 class=\"Titel_d\"><strong>Medienmitteilung der Kommission f\u00fcr Rechtsfragen des Nationalrates vom 03.07.2026</strong></h2><p class=\"Standard_d\">Die Kommission f\u00fcr Rechtsfragen des Nationalrats hat sich mit 15 zu 9 Stimmen bei 1 Enthaltung gegen die R\u00fcckweisung der Vorlage zur erleichterten Stiefkindadoption (<a href=\"https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20250073\">25.073</a>) an den Bundesrat ausgesprochen.</p><p class=\"Standard_d\">Der St\u00e4nderat beschloss in der Sommersession, den Erlassentwurf zur erleichterten Stiefkindadoption an den Bundesrat zur\u00fcckzuweisen mit dem Auftrag, ihn in die laufende Revision des Abstammungsrechtes und des Fortpflanzungsmedizingesetzes (FMedG) aufzunehmen, damit das Parlament zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt \u00fcber ein koh\u00e4rentes Gesamtpaket befinden kann. Gleichzeitig soll in einem Rechtsgutachten gepr\u00fcft werden, ob die geplanten \u00c4nderungen verfassungsm\u00e4ssig sind und namentlich Artikel&nbsp;119 Absatz&nbsp;2 Buchstabe&nbsp;g der Bundesverfassung, der das Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung vorsieht, eingehalten wird.</p><p class=\"Standard_d\">Die Kommission h\u00e4lt die vom St\u00e4nderat angef\u00fchrten Gr\u00fcnde f\u00fcr eine R\u00fcckweisung f\u00fcr nicht \u00fcberzeugend. Die umfassende Revision des Abstammungsrechts wird voraussichtlich noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Nach Auffassung der Kommission sollten die betroffenen Kinder jedoch nicht auf eine sp\u00e4tere Gesamtl\u00f6sung warten m\u00fcssen, wenn ihre rechtliche Situation bereits heute verbessert werden kann. Die erleichterte Stiefkindadoption tr\u00e4gt dazu bei, ein aktuelles Problem betroffener Familien zu l\u00f6sen, ohne einer sp\u00e4teren Gesamtrevision vorzugreifen. Gerade aus diesem Grund hatten die eidgen\u00f6ssischen R\u00e4te den Bundesrat mit der Motion RK-N <a href=\"https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20223382\">22.3382</a> \u00abKeine unn\u00f6tigen H\u00fcrden bei der Stiefkindadoption\u00bb beauftragt, die Erleichterungen bei der Stiefkindadoption unabh\u00e4ngig von der Revision des Abstammungsrechts (Motion Caroni <a href=\"https://www.parlament.ch/de/ratsbetrieb/suche-curia-vista/geschaeft?AffairId=20223235\">22.3235</a> \u00abZeitgem\u00e4sses Abstammungsrecht\u00bb) rasch voranzutreiben. Die Kommission weist zudem darauf hin, dass das Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung im Adoptionsverfahren gew\u00e4hrleistet ist und die vorgeschlagenen Erleichterungen (Verzicht auf das einj\u00e4hrige Pflegeverh\u00e4ltnis) dieses nicht tangieren. Aus Sicht der Kommission besteht deshalb kein Grund, die Erleichterungen bei der Stiefkindadoption aufzuschieben. Eine rasche Umsetzung st\u00e4rkt die rechtliche Absicherung der Kinder und stellt deren Wohl konsequent ins Zentrum. Eine Minderheit erachtet eine Koordination mit der Revision des Abstammungsrechts bzw. des Fortpflanzungsmedizingesetzes als sinnvoll und beantragt ihrem Rat die Zustimmung zur R\u00fcckweisung.<br>&nbsp;</p><h2 class=\"Titel_d\"><strong>Ausk\u00fcnfte</strong></h2><p class=\"Ausk\u00fcnfte_d\">Sekretariat der Kommissionen f\u00fcr Rechtsfragen (RK)</p><p class=\"Ausk\u00fcnfte_d\"><a href=\"mailto:rk.caj@parl.admin.ch\">rk.caj@parl.admin.ch</a></p><p class=\"Ausk\u00fcnfte_d\"><a href=\"https://www.parlament.ch/de/organe/kommissionen/sachbereichskommissionen/kommissionen-rk\">Kommission f\u00fcr Rechtsfragen (RK)</a></p>","DraftText":null,"SubmittedText":null,"ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":null,"FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":null,"SubmittedBy":null,"BusinessStatus":208,"BusinessStatusText":"In Kommission des Nationalrats","BusinessStatusDate":"\/Date(1781710503000)\/","ResponsibleDepartment":5,"ResponsibleDepartmentName":"Justiz- und Polizeidepartement","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EJPD","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"28|1211|2841","Category":"IIIb/IV","Modified":"\/Date(1787228622657)\/","SubmissionDate":"\/Date(1757635200000)\/","SubmissionCouncil":null,"SubmissionCouncilName":null,"SubmissionCouncilAbbreviation":null,"SubmissionSession":5210,"SubmissionLegislativePeriod":52,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Soziale Fragen|Zivilrecht|Gesundheit"}}