{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20253845,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20253845,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20253845,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20253845,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20253845,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20253845,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20253845,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20253845,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20253845,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20253845,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20253845,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20253845,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20253845,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20253845,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20253845,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20253845,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20253845,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20253845,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"25.3845","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Kinder vor Pestiziden sch\u00fctzen. Forschung und Pr\u00e4vention st\u00e4rken","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Eine Studie im Auftrag des Kantons Wallis bewertete, wie stark 206&nbsp;in der N\u00e4he von Weinbergen und Obstplantagen wohnhafte Kinder durch Pestizide in der Luft belastet waren. Die im Jahr 2024 \u00fcber einen Zeitraum von 6&nbsp;Monaten durchgef\u00fchrte Studie zeigte eine umfassende Exposition: Im Durchschnitt wurden 14 verschiedene Pestizide pro Kind nachgewiesen. Im Umkreis von bis zu einem Kilometer um die Anbaufl\u00e4chen stiegen die Konzentrationen im Fr\u00fchjahr, der Zeit des Spr\u00fchens, und mit zunehmender N\u00e4he zu den Kulturen an. \u00dcberdies wurden bei vielen Kindern 6 in der Schweiz seit 2020 verbotene Substanzen nachgewiesen.</p><p>Aufgrund der geringen Anzahl der Probandinnen und Probanden, des kurzen Studienzeitraums und der Ausklammerung einiger Pestizide, die h\u00e4ufig verwendet werden, kann kein Zusammenhang zwischen der Pestizidexposition und akuten Atemwegssymptomen hergestellt werden. Noch weniger l\u00e4sst die Studie R\u00fcckschl\u00fcsse darauf zu, ob die Pestizidexposition langfristig chronische Beeintr\u00e4chtigungen zur Folge hat.</p><p>Der Bericht zur Studie legt deshalb nahe, auf nationaler Ebene die Forschung zur Pestizidexposition und ihren Auswirkungen auf die Gesundheit, insbesondere gef\u00e4hrdeter Bev\u00f6lkerungsgruppen, zu intensivieren. Er empfiehlt umfassendere und \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume durchgef\u00fchrte Studien. Der Bericht betont auch die Notwendigkeit, Sp\u00e4tfolgen der Pestizidexposition und Auswirkungen von Pestizidgemischen, die oft als \u00abCocktaileffekt\u00bb bezeichnet werden, besser zu verstehen.</p><p>Seit 2008 steht ein Projekt f\u00fcr eine nationale gesundheitsbezogene Umweltbeobachtung auf der Agenda des Bundesrats (<a href=\"https://che01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fwww.parlament.ch%2Ffr%2Fratsbetrieb%2Fsuche-curia-vista%2Fgeschaeft%3FAffairId%3D20083223&amp;data=05%7C02%7Cchristophe.clivaz%40parl.ch%7C90e27fa71b614780a7c008ddaea1936c%7C0cf3ddc638a5480885f1cae22925a1b0%7C0%7C0%7C638858731179061251%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&amp;sdata=hoOsK34Q6po%2Bv0ANrpAtEMNnz8TZPFi7j2D%2BLJfgJsQ%3D&amp;reserved=0\"><u>Po.&nbsp;08.3223</u></a>). Im Jahr 2024 hat die Eidgen\u00f6ssische Finanzkontrolle (EFK) die Einrichtung eines solchen Instruments dringend empfohlen (Bericht EFK-23489).</p><p>1. Wie will der Bundesrat das Verst\u00e4ndnis der Sp\u00e4tfolgen der Pestizidexposition und des Cocktaileffekts erh\u00f6hen? Ist eine nationale Studie geplant, wie sie im Bericht zur erw\u00e4hnten Studie empfohlen und vom Kanton Wallis gefordert wird?</p><p>2. Was tut der Bundesrat, um das Vertrauen in das Zulassungsverfahren zu st\u00e4rken?</p><p>3. Erachtet er die Bestimmungen zur Pestizidabdrift angesichts der umfassenden Exposition von Kindern, die in der N\u00e4he von Weinbergen und Obstplantagen wohnen, als ausreichend? Zieht der Bundesrat eine \u00dcberpr\u00fcfung der Abst\u00e4nde, z.&nbsp;B. beim Spr\u00fchen mit Drohnen, in Betracht?</p><p>4. Warum wurden die 6 oben genannten Substanzen in der Schweiz verboten? Was bedeutet es, dass sie mehrere Jahre nach ihrem Verbot in einer Studie nachgewiesen wurden?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<span><p><span>Pflanzenschutzmittel d\u00fcrfen nur zugelassen werden, wenn sie nach heutigem Wissensstand und bei vorschriftsgem\u00e4sser Anwendung als sicher gelten. Das heisst, sie d\u00fcrfen keine unannehmbaren Nebenwirkungen f\u00fcr Mensch, Tier und Umwelt haben. Durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln k\u00f6nnen Anrainerinnen und Anrainer direkt durch Abdrift oder indirekt \u00fcber die Ern\u00e4hrung mit Spuren von R\u00fcckst\u00e4nden dieser Produkte in Kontakt kommen. Der Nachweis von R\u00fcckst\u00e4nden bedeutet jedoch nicht, dass zwingend ein gesundheitliches Risiko besteht.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>1. und 2. Die Schweiz orientiert sich bei der Pflanzenschutzmittelpr\u00fcfung und den Beurteilungsmethoden an der Europ\u00e4ischen Union. Langzeiteffekte von Pflanzenschutzmitteln werden bereits heute im Rahmen des Zulassungsverfahrens gepr\u00fcft. Die Schweiz verfolgt die internationale Entwicklung zur Bewertung von Cocktail-Effekten sehr genau. Erste Ergebnisse der European Food Safety Authority (EFSA) zeigen, dass gesundheitliche Risiken durch Cocktaileffekte als gering eingesch\u00e4tzt werden. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG) hat in den Jahren 2018-2022 federf\u00fchrend eine Pilotphase f\u00fcr eine nationale Bev\u00f6lkerungskohorte mit Humanbiomonitoring (HBM) durchgef\u00fchrt. Dies hat es erlaubt, die Machbarkeit einer nationalen Gesundheitsstudie grunds\u00e4tzlich zu best\u00e4tigen sowie die organisatorischen und finanziellen Auswirkungen einer solchen Studie zu evaluieren. Angesichts der angespannten finanziellen Lage des Bundes, hat das BAG jedoch entscheiden m\u00fcssen, das Projekt aktuell nicht weiterzuverfolgen. Die bisher erzielten Ergebnisse werden in einem Bericht aufgearbeitet und im vierten Quartal 2025 auf der Webseite des BAG ver\u00f6ffentlicht. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>3. Im Zulassungsprozess werden die Risiken von Pflanzenschutzmitteln f\u00fcr Anrainerinnen und Anrainer sowie Umstehende mit einem von der EFSA entwickelten Modell gepr\u00fcft. Das Modell bezieht sich auf Bodenapplikationen. Kinder werden dabei eigens ber\u00fccksichtigt. Aus dieser Pr\u00fcfung resultieren, soweit n\u00f6tig, Abstandsauflagen (unbehandelte Pufferzonen) und Vorgaben zur Driftreduktion, so dass die Risiken f\u00fcr Anrainerinnen und Anrainer sowie Umstehende auf ein vernachl\u00e4ssigbares Ausmass reduziert werden. Die derzeit f\u00fcr Drohnenbehandlungen g\u00fcltigen Sicherheitsabst\u00e4nde f\u00fcr Anrainerinnen und Anrainer sowie Umstehende leiten sich aus der oben beschriebenen Produktpr\u00fcfung ab. Das Bundesamt f\u00fcr Lebensmittelsicherheit und Veterin\u00e4rwesen hat in Zusammenarbeit mit Agroscope die G\u00fcltigkeit dieses Ansatzes in Feldversuchen \u00fcberpr\u00fcft. In Bezug auf Applikationen im Obstbau best\u00e4tigen die Ergebnisse die derzeit anzuwendenden Sicherheitsabst\u00e4nde. Die in Fl\u00e4chenkulturen erhobenen Daten werden derzeit ausgewertet.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4. Bei den sechs erw\u00e4hnten, in der Schweiz nicht mehr zugelassenen Wirkstoffen, handelt es sich um S-Metolachlor, Prochloraz, Diuron, Pencycuron, Pymetrozin und Propiconazol. Die Genehmigungen dieser Wirkstoffe in der Schweiz wurden gest\u00fctzt auf Artikel 10 der Pflanzenschutzmittelverordnung (PSMV; SR 916.161) zur\u00fcckgezogen, nachdem diese aus der Durchf\u00fchrungsverordnung (EU) Nr. 540/2011 gestrichen wurden. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr die Streichung der Wirkstoffgenehmigungen in der EU sind in der folgenden \u00dcbersichtstabelle aufgef\u00fchrt:</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><table><tbody><tr><td><p><span>Wirkstoff</span></p></td><td><p><span>Grund der Streichung</span></p></td></tr><tr><td><p><span>Diuron, Pencycuron und Prochloraz</span></p></td><td><p><span>Es wurden keine Antr\u00e4ge auf Erneuerung der Genehmigung gestellt.</span></p></td></tr><tr><td><p><span>Propiconazol</span></p></td><td><p><span>Es gab erhebliche gesundheitliche Bedenken, unter anderem der Verdacht, dass der Stoff die Fruchtbarkeit oder die Entwicklung des ungeborenen Kindes beeintr\u00e4chtigen kann.</span></p></td></tr><tr><td><p><span>Pymetrozin</span></p></td><td><p><span>Toxikologisch relevante Metaboliten im Grundwasser; Datenl\u00fccken bzgl. Toxizit\u00e4t von Metaboliten auf Gew\u00e4sserorganismen sowie der Toxizit\u00e4t von R\u00fcckst\u00e4nden auf pflanzlichen Lebensmitteln. Ausserdem bestanden Hinweise auf m\u00f6gliche sch\u00e4dliche hormonaktive Effekte, die aufgrund der vorliegenden Daten nicht gen\u00fcgend abgekl\u00e4rt werden konnten.</span></p></td></tr><tr><td><p><span>S-Metolachlor</span></p></td><td><p><span>Ein hohes Risiko f\u00fcr das Grundwasser durch Abbauprodukte (Metaboliten) wurde identifiziert.</span></p></td></tr></tbody></table><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Eine m\u00f6gliche unsachgem\u00e4sse Anwendung kann nicht ausgeschlossen werden. Im Rahmen der Agrarpolitik 22+ (AP22+) werden im laufenden Jahr 2025 die Kontrollen von unsachgem\u00e4ssen Anwendungen massiv erh\u00f6ht.</span></p></span>","FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1756252800000)\/","SubmittedBy":"Clivaz Christophe","BusinessStatus":203,"BusinessStatusText":"Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor","BusinessStatusDate":"\/Date(1756280253000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"28|52|55|2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1763088197037)\/","SubmissionDate":"\/Date(1750377600000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5209,"SubmissionLegislativePeriod":52,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Soziale Fragen|Umwelt|Landwirtschaft|Gesundheit"}}