{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254153,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254153,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254153,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254153,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254153,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254153,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254153,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254153,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254153,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254153,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254153,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254153,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254153,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254153,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254153,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254153,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254153,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20254153,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"25.4153","BusinessType":5,"BusinessTypeName":"Motion","BusinessTypeAbbreviation":"Mo.","Title":"Marschhalt bei neuen Empfehlungen zum m\u00e4ssigen Alkoholkonsum","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Der Bundesrat wird beauftragt, die Verabschiedung neuer Richtlinien zum m\u00e4ssigen Alkoholkonsum zur\u00fcck zu stellen und die Ergebnisse der laufenden UNATI-Studie mit einzubeziehen. Vor der Verabschiedung neuer Richtlinien sind die betroffenen Kreise anzuh\u00f6ren. &nbsp;</p>","ReasonText":"<p>Die Antworten des Bundesrates zur Interpellation 25.3629 und zur Frage 25.7866 k\u00f6nnen nicht befriedigen. Die Zero-Strategie der WHO wird seitens der Bundesbeh\u00f6rden offenbar nicht kritisch hinterfragt, obwohl sie wissenschaftlich nicht haltbar ist.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Aktuell l\u00e4uft die UNATI-Studie. Dies ist eine hochwertige Studie und gilt als Goldstandard f\u00fcr die Erforschung kausaler Zusammenh\u00e4nge zwischen Alkohol und Gesundheit. Die Studie l\u00e4uft noch rund drei Jahre.<br>Ein voreiliger Anschluss an die WHO-Empfehlung von 2023 \u2013 \u00abes gibt keine gesundheitlich unbedenkliche Menge Alkohol\u00bb \u2013 ist aus wissenschaftlicher Sicht falsch. Drei aktuelle Beispiele illustrieren die bestehende Evidenzlage:</p><p><br>1.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;The Lancet (2018): Diese globale Schl\u00fcsselstudie mit Daten aus 195 L\u00e4ndern legte nahe, dass jeder Alkoholkonsum sch\u00e4dlich sei \u2013 eine Aussage, die wesentlich den Kurswechsel der WHO beeinflusste.<br>Der Follow-up zu The Lancet (2022) weist eine Abweichung auf: Neue Daten differenzieren deutlich \u2013 f\u00fcr Menschen ab 40 kann moderater Alkoholkonsum das Risiko verlorener gesunder Lebensjahre senken.&nbsp;</p><p><br>2.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;NASEM (2024): Die vom US-Kongress beauftragte Bewertung zeigt: Moderater Konsum kann die Gesamtsterblichkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes leicht reduzieren \u2013 bei leicht erh\u00f6htem Krebsrisiko.</p><p><br>3.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;American Heart Association (2025): Ein aktuelles wissenschaftliches Statement erkennt an, dass moderater Alkoholkonsum mit einem leicht reduzierten Risiko f\u00fcr koronare Herzkrankheit, Schlaganfall, pl\u00f6tzlichen Herztod und Herzmuskelschw\u00e4che verbunden ist.<br>&nbsp;</p><p>Fazit: Solange keine kausal gesicherten Erkenntnisse aus der UNATI-Studie vorliegen, sollen neue nationale Empfehlungen zur\u00fcckgestellt werden. Ein voreiliger Richtungswechsel w\u00fcrde nur Verunsicherung und keinen gesundheitlichen Nutzen stiften.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p>","DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>Wie in seiner Antwort auf die Interpellation 25.3629 W\u00fcrth \u00abMasshalten bei Gesundheitsempfehlungen der WHO\u00bb dargelegt, sieht der Bundesrat keine Anhaltspunkte daf\u00fcr, dass die 2010 von der Weltgesundheitsversammlung verabschiedete Globale Strategie zur Reduktion des sch\u00e4dlichen Alkoholkonsums sowie der 2022 lancierte Globale Aktionsplan Alkohol auf einer unzureichenden wissenschaftlichen Basis beruhen. Gleichzeitig ist hervorzuheben, dass die WHO keine Nulltoleranzstrategie verfolgt, sondern sich f\u00fcr pr\u00e4ventive, schadensmindernde Massnahmen einsetzt, um den Konsum zu kontrollieren und die Risiken f\u00fcr die Gesundheit zu reduzieren.</p><p>&nbsp;</p><p>Zudem ist zu betonen, dass die Massnahmen und Empfehlungen der WHO keinen direkten Zusammenhang mit den Empfehlungen der Eidgen\u00f6ssischen Kommission f\u00fcr Fragen zu Sucht und Pr\u00e4vention nicht \u00fcbertragbarerer Krankheiten (EKSN) oder mit der Ausgestaltung der Nationalen Strategie zur Pr\u00e4vention nicht\u00fcbertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie) haben. Die EKSN ist eine unabh\u00e4ngige, ausserparlamentarische Fachkommission, die sich aus renommierten Expertinnen und Experten zusammensetzt. Sie st\u00fctzt ihre Arbeit auf den aktuellen wissenschaftlichen Stand, ber\u00fccksichtigt verschiedene Studien und formuliert darauf basierend Empfehlungen zum Umgang mit Alkohol. Die Ver\u00f6ffentlichung ihrer aktuellen Empfehlungen ist in den kommenden Monaten vorgesehen. Die aktuelle NCD-Strategie l\u00e4uft noch bis Ende 2028. Im Rahmen der Nachfolgestrategie wird der Bundesrat entscheiden, inwiefern die Empfehlungen der EKSN ber\u00fccksichtigt werden.</p><p>&nbsp;</p><p>Ein Abwarten auf die genannte UNATI-Studie aus Spanien (Universit\u00e4t Navarra) erscheint aus Sicht des Bundesrates wenig zielf\u00fchrend, da deren Ergebnisse aufgrund des eingeschr\u00e4nkten Altersbereichs und des spezifischen Studiendesigns nicht auf die Gesamtbev\u00f6lkerung \u00fcbertragbar sind. Die Studie umfasst \u00fcber 10'000 Personen im Alter von 50 bis 75 Jahren, die regelm\u00e4ssig Alkohol trinken und die zuf\u00e4llig in zwei Gruppen eingeteilt werden: Eine Gruppe erh\u00e4lt regelm\u00e4ssig Beratungen zur Alkoholabstinenz, die andere Gruppe Beratungen zum moderaten Alkoholkonsum. Ziel der Studie ist es, die Auswirkungen der unterschiedlichen Beratungsans\u00e4tze hinsichtlich Alkoholkonsum auf Mortalit\u00e4t und schwere Erkrankungen mit Hospitalisierung zu untersuchen. Da ausschliesslich \u00e4ltere Personen, die regelm\u00e4ssig Alkohol trinken, einbezogen werden, lassen sich keine R\u00fcckschl\u00fcsse auf die Risiken von regelm\u00e4ssigem geringem Alkoholkonsum im Vergleich zu keinem Alkoholkonsum in der Gesamtbev\u00f6lkerung ziehen.</p><p>&nbsp;</p><p>Weitere vom Motion\u00e4r zitierten Studien weisen zudem sowohl methodische als auch inhaltliche Schw\u00e4chen auf.</p><p>-&nbsp;Die in der Studie der <i>GBD 2020 Alcohol Collaborators</i> (2022, Lancet 400: 185-235) ge\u00e4usserte Annahme eines sch\u00fctzenden Effekts bei geringem Alkoholkonsum bei \u00e4lteren Personen ist umstritten und wird eher auf Faktoren wie Lebensstil oder sozio\u00f6konomischen Status zur\u00fcckgef\u00fchrt. Eine zentrale Schw\u00e4che der Studie besteht darin, dass sie sich auf Beobachtungsstudien st\u00fctzt, die anf\u00e4llig f\u00fcr Verzerrungen sind. Neuere genetische Studien (z.B. Mendelsche Randomisierungsstudien), die den Nutzen moderaten Alkoholkonsums in Frage stellen, wurden nicht ber\u00fccksichtigt.</p><p>-&nbsp;Die Metaanalyse der <i>National Academies of Sciences, Engineering and Medicine (NASEM 2025: Review of Evidence on Alcohol and Health)</i> fasst neuere Forschungsarbeiten zusammen und zeigt Hinweise auf ein m\u00f6glicherweise geringeres Risiko f\u00fcr bestimmte Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei moderatem Alkoholkonsum. Aufgrund der begrenzten Zahl einbezogener Studien sowie methodischer Unsicherheiten wird die Aussagekraft dieser Ergebnisse jedoch als gering beurteilt.</p><p>-&nbsp;Die Schlussfolgerung aus der Studie der <i>American Heart Association (Piano et al. 2025, Circulation 152: e7-e21)</i>, wonach das Risiko bestimmter Herzerkrankungen durch moderaten Alkoholkonsum leicht reduziert w\u00fcrde, l\u00e4sst sich so nicht ziehen. Die Studie kommt lediglich zum Schluss, dass sich die Risiken nicht erh\u00f6hen oder m\u00f6glicherweise verringern k\u00f6nnten. Sie beschr\u00e4nkt sich \u00fcberdies auf Herzkrankheiten und ber\u00fccksichtigt andere Risiken, wie etwa Krebs, nicht. Ausserdem liegen auch hier zumeist Beobachtungsdaten mit m\u00f6glicher Verzerrung zugrunde.</p><p><br><br>Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der Motion.</p>","FederalCouncilProposal":45,"FederalCouncilProposalText":"Ablehnung","FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1763510400000)\/","SubmittedBy":"W\u00fcrth Benedikt","BusinessStatus":209,"BusinessStatusText":"\u00dcberwiesen an den Bundesrat","BusinessStatusDate":"\/Date(1781712334000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"2841","Category":"IV","Modified":"\/Date(1781712349527)\/","SubmissionDate":"\/Date(1758758400000)\/","SubmissionCouncil":2,"SubmissionCouncilName":"St\u00e4nderat","SubmissionCouncilAbbreviation":"SR","SubmissionSession":5210,"SubmissionLegislativePeriod":52,"FirstCouncil1":2,"FirstCouncil1Name":"St\u00e4nderat","FirstCouncil1Abbreviation":"SR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Gesundheit"}}