{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254268,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254268,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254268,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254268,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254268,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254268,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254268,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254268,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254268,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254268,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254268,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254268,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254268,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254268,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254268,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254268,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254268,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20254268,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"25.4268","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Schnell wachsende H\u00fchnerrassen. Aktuelle Situation und m\u00f6gliche Entwicklungen","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Bei der H\u00fchnermast werden schnell wachsende Zuchtlinien wie Ross&nbsp;308 ausgew\u00e4hlt, um in Rekordzeit m\u00f6glichst viel Fleisch zu produzieren. Die Mastdauer betr\u00e4gt nur 35&nbsp;Tage. In dieser Zeit k\u00f6nnen die H\u00fchner das 50-Fache ihres Schl\u00fcpfgewichts erreichen. 2016 wies die EU darauf hin, dass H\u00fchner ein Gewicht von 1,5&nbsp;kg inzwischen in weniger als einem Monat erreichten, w\u00e4hrend daf\u00fcr in den 1950er Jahren noch 120&nbsp;Tage n\u00f6tig waren \u2013 ein Symptom f\u00fcr das Streben nach immer mehr Ertrag.<br>Diese Leistung hat aber einen hohen Preis, und zwar in Bezug auf das Tierwohl. Eine Untersuchung in der Schweiz hat gezeigt, dass in Micarna-Mastanlagen mit Ross-308-H\u00fchnern die Tiere stark leiden: Sie brechen unter ihrem eigenen Gewicht zusammen und ihre Organe sind zu klein, um die enorme Muskelmasse zu versorgen.<br>Angesichts dieser Tatsachen zeichnen sich alternative L\u00f6sungen ab. Lidl und Burger King France haben angek\u00fcndigt, sp\u00e4testens ab 2026 auf Ross 308 zu verzichten. LDC hat das Ausstiegsdatum auf 2028 festgelegt. Andere Akteure bleiben hingegen unt\u00e4tig, so die Micarna in der Schweiz.<br>Die Gesellschaft interessiert sich immer mehr f\u00fcr das Schicksal der Tiere. Daher m\u00fcssen die Herstellungsmethoden grundlegend umgestaltet werden. Es geht ganz generell darum, unser Verh\u00e4ltnis zu den Lebewesen zu \u00fcberdenken und mehr Respekt und Ausgewogenheit anzustreben.</p><p>Ich bitte den Bundesrat, die folgenden Fragen zu beantworten:&nbsp;</p><ol><li>Welchen Anteil machen die Mastpoulets schnell wachsender Rassen in der Schweiz aus und welche Folgen sind bekannt (Tiergesundheit, Sterblichkeit, Krankheiten)?</li><li>Stehen die Nutzung dieser Rassen, ihre Zucht und ihre Einfuhr zur Diskussion? Hat der Bundesrat diesbez\u00fcglich die Absicht, sich von den Initiativen anderer L\u00e4nder (wie D\u00e4nemark) oder franz\u00f6sischer Konzerne inspirieren zu lassen?</li><li>Beabsichtigt der Bundesrat, zu pr\u00fcfen, ob in der Schweiz langsamer wachsende H\u00fchnerrassen gef\u00f6rdert oder vorgeschrieben werden k\u00f6nnen?</li><li>Welche Anreize (Hilfen, Subventionen, Forschung, Partnerschaften mit den Detailh\u00e4ndlern) k\u00f6nnten den \u00dcbergang zu langsamer wachsenden Rassen begleiten?</li></ol>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<span><p><span>Bei der Zucht von Mastgefl\u00fcgel wird zwischen schnell und langsam wachsenden Zuchtlinien unterschieden. Die Produktion von Gefl\u00fcgelfleisch von schnell wachsenden Tieren ist sehr effizient und weist eine g\u00fcnstige Umweltbilanz aus. Grund daf\u00fcr ist eine bessere Futterverwertung, zumal die Futtermenge, die pro Kilogramm Gewichtszuwachs ben\u00f6tigt wird, deutlich tiefer ist als bei langsam wachsenden Rassen. Das Fleisch entspricht den qualitativen Anspr\u00fcchen der Mehrheit der Konsumentinnen und Konsumenten und ist markant kosteng\u00fcnstiger zu produzieren als bei langsam wachsendem Mastgefl\u00fcgel.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>1. In der Schweiz betr\u00e4gt der Anteil an Mastpoulets der Zuchtlinie Ross 308 ca. 90%.</span></p><p><span>Schnell wachsende H\u00fchnerrassen werden \u00fcblicherweise bereits im Alter von 35-42 Tagen geschlachtet. Zahlreiche Merkmale, die bei solchen Rassen zu starken gesundheitlichen Belastungen f\u00fchren k\u00f6nnen, entwickeln sich erst mit zunehmendem Alter.</span></p><p><span>Neben der Wahl der Rasse ist die Haltung massgeblich mitentscheidend f\u00fcr das Wohl der Tiere. Im Jahr 2023 wurden hierzulande 97.9% der Mastpoulets im Tierwohlprogramm BTS (Besonders Tierfreundliche Stallhaltungssysteme) gehalten. Als besonders tierfreundlich gelten Mehrbereich-Haltungssysteme mit verschiedenen Funktionsbereichen, insbesondere Zugang in einen Aussenklimabereich. Die Tiere k\u00f6nnen sich frei bewegen, Ruhe- und Bewegungsm\u00f6glichkeiten sowie gen\u00fcgend Tageslicht im Stall sind weitere Programmanforderungen (Agrarbericht 2024 des Bundesamts f\u00fcr Landwirtschaft; www.agrarbericht.ch).</span></p><p><span>Der Veterin\u00e4rdienst Schweiz hat in den Jahren 2021-2023 ein Vollzugsschwerpunktprogramm Gefl\u00fcgel durchgef\u00fchrt. In dessen Rahmen wurden bei Mastpoulets verschiedene Punkte in Bezug auf ihre Gesundheit vertieft kontrolliert. Das Programm stellte der Schweizer Gefl\u00fcgelhaltung ein gutes Zeugnis aus. Beim Kontrollpunkt \u00abVerletzungen und Pflege\u00bb wurden bei mehr als 99% der kontrollierten Mastpoulet-Haltungen keine M\u00e4ngel festgestellt (</span><a href=\"http://www.blv.admin.ch\"><span>www.blv.admin.ch</span></a><span> &gt; Tiere &gt; Nutztierhaltung &gt; Gefl\u00fcgel &gt; Schwerpunktprogramm 2021-2023).</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>2. Die Entwicklungen im Ausland werden verfolgt, dabei interessiert insbesondere, welche andere \u2013 voraussichtlich ebenfalls schnell wachsende \u2013 Rasse anstelle von Ross 308 gew\u00e4hlt wird. Dies auch vor dem Hintergrund, dass der Inlandanteil bei Gefl\u00fcgelfleisch in der Schweiz heute bei knapp 64% liegt (Aviforum, Gefl\u00fcgelwirtschaft in Zahlen 6/2025, unter www.aviforum.ch). Gefl\u00fcgelfleisch aus dem Ausland d\u00fcrfte derzeit zum Grossteil ebenfalls von Ross 308 stammen. Ein Verbot des schnell wachsenden Mastgefl\u00fcgels in der Schweiz w\u00fcrde zu einer Verteuerung des hiesigen Angebots und damit voraussichtlich zu einem erh\u00f6hten Bedarf von \u2013 kosteng\u00fcnstigerem \u2013 Import-Gefl\u00fcgelfleisch f\u00fchren. Dabei sind die ausl\u00e4ndischen Haltebedingungen oftmals tiefer als in der Schweiz, was dem Tierwohl letztlich zuwiderlaufen w\u00fcrde.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>3. und 4. Alternativen zu den schnell wachsenden Rassen sind bereits vorhanden. Im Biobereich werden langsamer wachsende Zuchtlinien eingesetzt. Die Mindestmastdauer f\u00fcr Mastpoulets betr\u00e4gt nach der Bio-Verordnung (SR</span><span>&nbsp;</span><span>910.18) 63 Tage und beim RAUS-Beitrag (Regelm\u00e4ssiger Auslauf ins Freie) nach der Direktzahlungsverordnung (DZV; SR</span><span>&nbsp;</span><span>910.13) 56 Tage. Labelorganisationen, deren Produkte mehrheitlich \u00fcber die Grossverteiler vermarktet werden, k\u00f6nnen den Mehrwert von langsamer wachsenden Mastpoulets nach der Gefl\u00fcgelkennzeichnungsverordnung (GKZV; SR</span><span>&nbsp;</span><span>916.342) kennzeichnen. Der Anteil an Pouletfleisch nach den RAUS- oder Bio-Kriterien betr\u00e4gt heute rund 8 bzw. 3% (Agrarbericht 2024). </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>Der Bundesrat setzt sich daf\u00fcr ein, die Transformation hin zu nachhaltigen Ern\u00e4hrungssystemen im In- und Ausland voranzutreiben. Er ist sich bewusst, dass die freien Kaufentscheide der Konsumentinnen und Konsumenten dabei eine wesentliche Rolle spielen. Er erinnert auch daran, dass die Massentierhaltungsinitiative im September 2022 von den Schweizer Stimmberechtigten und mit Ausnahme von Basel-Stadt von allen St\u00e4nden mit 62.9% Nein-Stimmen abgelehnt wurde. Mit dieser Initiative w\u00e4ren die Bio Suisse Richtlinien f\u00fcr die Produktion von Mastpoulets verbindlich erkl\u00e4rt worden, was eine Mindestmastdauer von 63 Tagen und somit den Einsatz von deutlich langsamer wachsenden Rassen bedeutet h\u00e4tte.</span><span></span></p></span>","FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1762905600000)\/","SubmittedBy":"Chollet Clarence","BusinessStatus":203,"BusinessStatusText":"Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor","BusinessStatusDate":"\/Date(1762962823947)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"52|55|2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1763066808317)\/","SubmissionDate":"\/Date(1758844800000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5210,"SubmissionLegislativePeriod":52,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Umwelt|Landwirtschaft|Gesundheit"}}