{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254473,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254473,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254473,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254473,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254473,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254473,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254473,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254473,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254473,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254473,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254473,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254473,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254473,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254473,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254473,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254473,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254473,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20254473,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"25.4473","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Arzneimittelpreise in den USA orientieren sich ab 2026 an der Schweiz. Welche Konsequenzen hat das f\u00fcr unsere Patienten?","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Im Zuge des Zoll-Deals mit den USA ist untergegangen, dass die zust\u00e4ndigen US-Gesundheitsbeh\u00f6rden Mitte November ein Modell zur internationalen Referenzierung von Arzneimittelpreisen ver\u00f6ffentlicht haben, sogenannt GENEROUS-Model. Demnach sei dies ein Teil der bereits fr\u00fcher von den USA angek\u00fcndigten \u00abMost-Favoured-Nation\u00bb -Klausel (MFN).</p><p>Gem\u00e4ss diesem Modell orientieren sich Arzneimittelpreise in den USA ab 2026 neu an einem Korb von acht Referenzl\u00e4ndern, worin auch die Schweiz enthalten ist. Dabei soll es sich offenbar um kaufkraftbereinigte Netto-Preise nach Abz\u00fcgen s\u00e4mtlicher Rabatte oder sonstiger Konzessionen handeln.</p><p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><ol><li>Wie hoch ist das hiesige kaufkraftbereinigte Arzneimittelpreisniveau verglichen mit den USA und wo steht die Schweiz preislich verglichen mit den anderen im Modell genannten Referenzl\u00e4ndern (G7 minus US plus D\u00e4nemark)?</li><li>Wie haben sich Arzneimittelpreise in den letzten f\u00fcnf Jahren gem\u00e4ss LIK (Lebenshaltungskostenindex) entwickelt?</li><li>Da die USA nun auf die Schweiz Bezug nimmt, welches sind die Auswirkungen f\u00fcr die umfassende Versorgung mit Arzneimitteln in der Schweiz, im n\u00e4chsten Jahr sowie in den Folgejahren und welche volkswirtschaftlichen Konsequenzen hat das f\u00fcr den Pharmastandort Schweiz?</li><li>Insbesondere, wie wirken sich die beschlossenen und zum Teil bereits umgesetzten Massnahmen bei der Kostend\u00e4mpfung auf die Versorgung von Patienten mit bestehenden und neuen Arzneimitteln aus?</li><li>Welche Gegenmassnahmen haben die anderen Referenzl\u00e4nder bereits geplant?</li><li>Was plant die Schweiz, damit einerseits eine therapeutisch hochstehende Versorgung aufrecht erhalten werden kann und andererseits Innovationen den Patientinnen und Patienten in der Schweiz weiter zur Verf\u00fcgung stehen?</li></ol>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<span><p>1. und 3. Die Modelle Generous, Globe und Guard sind nationale Preisfestsetzungsmodelle der USA im Medicaid-System sowie bei Medicare Part B resp. Part D. In diesen Pilotprojekten soll die Preisfestsetzung f\u00fcr einzelne Arzneimittel mittels Auslandpreisvergleich operationalisiert werden. Die Pharmaunternehmen gew\u00e4hren Medicaid und Medicare bereits heute sehr hohe Rabatte. Wie und f\u00fcr welche Medikamente die Preisfestsetzung konkret entsprechend erfolgen wird sowie die Auswirkungen auf die tats\u00e4chlich bezahlten Preise, sind derzeit noch unklar. Die Auswirkungen auf die Unternehmen sind darum offen. US-Preise haben keine direkten Auswirkungen auf die Schweiz, da die USA nicht Referenzland f\u00fcr die Preise in der Schweiz sind. Auch indirekte Auswirkungen auf die Versorgung in der Schweiz, welche unmittelbar auf die Entwicklungen in Bezug auf die Preisfestsetzung in den USA zur\u00fcckzuf\u00fchren sind, sind ungewiss. Die Schweiz hat bereits heute die h\u00f6chsten nominalen Preise und Kosten f\u00fcr Arzneimittel in Europa. Im aktuellsten Auslandpreisvergleich von Sant\u00e9suisse und der Pharmaverb\u00e4nde von 2024 waren im Jahr 2023 patentgesch\u00fctzte Medikamente ohne Preismodell auf Basis von Fabrikabgabepreisen in den 9 Referenzl\u00e4ndern der Schweizer Preisbildung (AUT, BEL, DEN, FIN, FRA, GER, NED, SWE, UK) 13% g\u00fcnstiger als in der Schweiz. Korrigiert auf den aktuellen Wechselkurs von ca. 0.93 CHF/Euro h\u00e4tte die Differenz rund 16% betragen. Im Bereich der patentabgelaufenen Originalpr\u00e4parate liegt die wechselkurskorrigierte Differenz bei sch\u00e4tzungsweise 17%, f\u00fcr Generika bei 53% und f\u00fcr Biosimilars bei 32%. Die RAND-Studie aus den USA zeigt, dass die nicht regulierten US-Medikamentenpreise (patentgesch\u00fctzte Medikamente und patentabgelaufene Medikamente) 119% h\u00f6her als in der Schweiz, 194% h\u00f6her als in Deutschland, 226% h\u00f6her als in Frankreich, 168% h\u00f6her als in Italien, 247% h\u00f6her als in Japan, 129% h\u00f6her als in Kanada, 170% h\u00f6her als im UK und 178% h\u00f6her als im Durchschnitt der 33 OECD-L\u00e4nder liegen. Die Preise in der Schweiz sind somit h\u00f6her als diejenigen in den restlichen G7-Staaten. Dem Bundesrat sind keine kaufkraftbereinigten Preisvergleiche f\u00fcr Medikamente bekannt. Die Schweiz hat gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) eine sehr hohe Kaufkraft. Gross sind die Preisunterschiede insbesondere bei lokal arbeitsintensiven G\u00fctern und Dienstleistungen wie Nahrungsmitteln, Bau oder Haarschnitten, geringer sind sie bei global handelbaren G\u00fctern wie Elektronik, Software oder eben auch Medikamenten. Im Gegensatz zu anderen G\u00fctern ist die Preisfestsetzung von Medikamenten reguliert. Zu erw\u00e4hnen ist dabei jedoch, dass bei der Preisfestsetzung die Kaufkraft durch den Vergleich im Auslandpreisvergleich mit L\u00e4ndern hoher Kaufkraft oder Pharmastandorten sowie im therapeutischen Quervergleich mit Schweizer Preisen geb\u00fchrend ber\u00fccksichtigt wird. Zudem basiert der Auslandpreisvergleich auf Fabrikabgabepreisen. D.h. erheblich kaufkraftrelevante Bestandteile wie Vertriebsmargen, Lagerung oder Abgabepauschalen in der Schweiz sind ausgeschlossen. Entsprechend zeigt der kaufkraftadjustierte Kostenvergleich der OECD (Health at a Glance 2025), dass die Schweiz bez\u00fcglich Kosten pro Kopf (in USD) Nr. 3 von 33 OECD-L\u00e4ndern ist: USA 1\u2019713, Deutschland 1\u2019158, Schweiz 1\u2019061, Kanada 990, Japan 983, Italien 846, \u00d6sterreich 845, Frankreich 813, Belgien 742, Finnland 655, Schweden 651, UK 557, die Niederlande 485, D\u00e4nemark 404.</p><p>&nbsp;</p><p>2. Die staatlich regulierten Preise von Medikamenten werden in allen L\u00e4ndern mit regulierter Preisfestsetzung und Positivlisten (wie die Spezialit\u00e4tenliste) aufgrund periodischer \u00dcberpr\u00fcfungen und insbesondere nach Patentablauf in der Regel gesenkt. Zwischen Dezember 2020 und November 2025 ist der Landesindex f\u00fcr Konsumentenpreise (LIK) f\u00fcr Medikamente um rund 10% gesunken. Der LIK ist als Indikator f\u00fcr Medikamentenpreise jedoch wenig geeignet. Die Preisstatistik misst die Preisentwicklungen anhand von bestehenden Arzneimittelgruppen im Vergleich zur Vorperiode. Neu entwickelte teurere Arzneimittel, welche bestehende Arzneimittel in der Praxis in der Regel abl\u00f6sen und sich keiner bestehenden Gruppe zuordnen lassen, k\u00f6nnen zum Einf\u00fchrungszeitpunkt nicht mit der Vorperiode verglichen werden und fliessen darum methodisch bedingt neutral in die Preisstatistik ein. Das Preisniveau von neuen Medikamenten hat sich in den letzten zehn Jahren hingegen auf \u00fcber 1\u2019500 Franken pro Packung fast verdoppelt (Helsana Arzneimittelreport 2025), zudem sind zwischen 2014 und 2024 auch die Arzneimittelkosten \u00fcberdurchschnittlich auf 9.2 Mrd. Franken (+58%) und auf 1\u2019024 Franken pro Kopf (+43%) gewachsen (Statistik OKP). Das BIP ist im gleichen Zeitraum um insgesamt 24% respektive 14% pro Kopf gewachsen. </p><p>&nbsp;</p><p>5. Im Zusammenhang mit dem Generous-Model sind dem Bundesrat keine Massnahmen anderer Referenzl\u00e4nder bekannt. Im UK wird aufgrund einer separaten Absichtserkl\u00e4rung zu Z\u00f6llen zwischen den USA und dem UK der Kosten-Effektivit\u00e4ts-Schwellenwert von 20'000-30'000 auf 25'000-35'000 GBP angehoben und auf f\u00fcr 2026 vorgesehene h\u00f6here staatliche Rabatte f\u00fcr Preismodelle vorerst verzichtet. Die Medikamentenkosten pro Kopf im UK sind jedoch deutlich tiefer als in der Schweiz (vgl. oben). </p><p>&nbsp;</p><p>4. und 6. Das Kostend\u00e4mpfungspaket 2 ist ausgewogen. Es enth\u00e4lt mit der Verg\u00fctung ab Tag 0, der Umsetzung von Preismodellen und der differenzierten WZW-Pr\u00fcfung drei Massnahmen, die den Zugang zu neuen Medikamenten und die Versorgung verbessern. Einzig die Massnahme der Kostenfolgemodelle wirkt bei 80 bis100 umsatzstarken, nicht versorgungsgef\u00e4hrdeten Medikamenten kostend\u00e4mpfend. Insgesamt sind 3\u2019400 Medikamente auf der Spezialit\u00e4tenliste. Hinzu kommt die Modernisierung der Preisfestsetzung, welche die evidenz- und nutzenbasierte Preisfindung verbessert. Das Paket st\u00e4rkt den Zugang zu Medikamenten und ist somit insgesamt im Interesse der Pharmaindustrie. Der Bundesrat ist sich zudem der aktuellen Situation der Pharmaindustrie bewusst. Eine vom Vorsteher des Eidgen\u00f6ssischen Departements f\u00fcr Wirtschaft, Bildung und Forschung, Bundespr\u00e4sident Guy Parmelin, und der Vorsteherin des Eidgen\u00f6ssischen Departements des Innern, Bundesr\u00e4tin Elisabeth Baume-Schneider, eingesetzte Arbeitsgruppe pr\u00fcft derzeit, wie bestm\u00f6gliche Rahmenbedingungen in der Schweiz f\u00fcr die Entwicklung der Lifesciences und der pharmazeutischen Industrie geschaffen werden k\u00f6nnen. Die Arbeitsgruppe \u00abLifesciences-Standort\u00bb wird bis Ende 2026 Massnahmenvorschl\u00e4ge pr\u00fcfen.</p></span>","FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1771977600000)\/","SubmittedBy":"Lohr Christian","BusinessStatus":203,"BusinessStatusText":"Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor","BusinessStatusDate":"\/Date(1772036623027)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"15|2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1772036631560)\/","SubmissionDate":"\/Date(1765152000000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5211,"SubmissionLegislativePeriod":52,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Wirtschaft|Gesundheit"}}