{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254660,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254660,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254660,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254660,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254660,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254660,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254660,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254660,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254660,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254660,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254660,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254660,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254660,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254660,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254660,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254660,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254660,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20254660,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"25.4660","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Bitterer Nachgeschmack der s\u00fcssen Schokolade. Reputationsrisiken f\u00fcr die Schoggination Schweiz?","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Aktuelle Medienberichte \u00fcber den Einsatz von giftigen Pestiziden von Schweizer Schokoladenproduzenten und -h\u00e4ndlern werfen ein kritisches Licht auf die Nachhaltigkeitspraktiken der Branche. Es wird dar\u00fcber berichtet, dass Konzerne wie Lindt &amp; Spr\u00fcngli und der Zwischenh\u00e4ndler Ecom Trading vom Kakaoanbau in Ghana profitieren, w\u00e4hrend die lokalen B\u00e4uerinnen und Bauern die gesundheitlichen und \u00f6kologischen Risiken tragen.</p><p>Dabei sind eingesetzte Pestizid-Wirkstoffe wie Mancozeb, Imidacloprid oder Thiamethoxam in der Schweiz verboten. Gleichzeitig exportieren Schweizer Agrochemiekonzerne wie Syngenta diese Wirkstoffe offenbar weiterhin nach Afrika. Sie rechtfertigen dies mit den lokalen Gesetzen, eine Praxis, die von Fachleuten und dem UN-Sonderberichterstatter f\u00fcr toxische Substanzen und Menschenrechte als Verletzung grundlegender Menschenrechte kritisiert wird.</p><p>Berichte \u00fcber Untersuchungen vor Ort legen nahe, dass auch im Rahmen des Nachhaltigkeitsprogramms von Lindt &amp; Spr\u00fcngli hochgef\u00e4hrliche Pestizide eingesetzt und durch Ecom aktiv an B\u00e4uerinnen und Bauern verkauft wurden. Dies bei kaum erh\u00e4ltlicher Schutzkleidung und mangelnden Entsorgungsm\u00f6glichkeiten. Im Nachhaltigkeitsbericht 2024 von Lindt &amp; Spr\u00fcngli werden Pestizide jedoch nicht erw\u00e4hnt.</p><p>Syngenta, Lindt &amp; Spr\u00fcngli und Ecom sind Mitglieder der Swiss Platform for Sustainable Cocoa SWISSCO, die sich f\u00fcr verbesserte Lebensbedingungen der Kakaobauern, den Schutz der nat\u00fcrlichen Ressourcen und die F\u00f6rderung der biologischen Vielfalt einsetzen will.</p><h3>&nbsp;</h3><ol><li>Wie beurteilt der Bundesrat den m\u00f6glichen Reputationsverlust f\u00fcr den Schweizer Wirtschaftsstandort, wenn f\u00fcr die unter Schweizer Flagge operierenden Unternehmen im Kakaosektor im Ausland Pestizide eingesetzt werden, die in der Schweiz lange verboten sind?</li><li>Wie gedenkt er sicherzustellen, dass Schweizer Grossunternehmen in ihren Lieferketten keine hochgef\u00e4hrlichen Pestizide verwenden oder gar von deren Produktion oder Verkauf profitieren?</li><li>Wie \u00fcberpr\u00fcft der Bundesrat die Wirksamkeit der von ihm mitgetragenen Kakaoplattform SWISSCO?</li><li>Seit 2023 gilt f\u00fcr Schweizer Grossunternehmen eine Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung. Wie beurteilt der Bundesrat angesichts der Vorw\u00fcrfe gegen Lindt &amp; Spr\u00fcngli, Ecom und Syngenta die Wirksamkeit dieser Berichtst\u00e4tigkeit hinsichtlich der Pr\u00e4vention von Verst\u00f6ssen gegen die Menschenrechte und Umweltstandards durch Schweizer Unternehmen?</li></ol>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<span><ol><li>Der Bundesrat misst dem guten Ruf des Schweizer Wirtschaftsstandorts grosse Bedeutung bei. Berichte \u00fcber problematische Umwelt- oder Menschenrechtspraktiken von Unternehmen mit Sitz in der Schweiz k\u00f6nnen das Vertrauen in die Schweizer Wirtschaft und den internationalen Ruf unseres Landes beeintr\u00e4chtigen. Tats\u00e4chlich ist die Anwendung der in der vorliegenden Interpellation erw\u00e4hnten Wirkstoffe in der Schweiz seit Mitte 2022 verboten. Gleichzeitig ist festzuhalten, dass die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln im Ausland den dortigen gesetzlichen Rahmenbedingungen unterliegt und nicht automatisch den schweizerischen Regelungen entspricht. Der Bundesrat erwartet dennoch von Schweizer Unternehmen, dass sie auch im Ausland ihre Sorgfaltspflichten wahrnehmen und international anerkannte Standards zur Unternehmensnachhaltigkeit wie die OECD-Leits\u00e4tze f\u00fcr multinationale Unternehmen und die UNO-Leitprinzipien f\u00fcr Wirtschaft und Menschenrechte einhalten.</li><li>Der Bundesrat verfolgt den Grundsatz, dass Unternehmen in erster Linie selbst f\u00fcr die Einhaltung der menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten in ihren Lieferketten verantwortlich sind. Mit der Einf\u00fchrung neuer Transparenzanforderungen zu nicht-finanziellen Belangen (<a href=\"https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/27/317_321_377/de#part_4/tit_32/chap_6\"><u>Artikel 964a-964c des Obligationenrecht</u></a><u>s</u>, SR 220) wurde der rechtliche Rahmen hierf\u00fcr gest\u00e4rkt. Diese Pflichten orientieren sich insbesondere an den OECD-Leits\u00e4tzen f\u00fcr multinationale Unternehmen. Der Bundesrat erwartet von Schweizer Grossunternehmen, dass sie Risiken systematisch identifizieren, Massnahmen ergreifen und \u00fcber den Umgang mit diesen Risiken transparent berichten, auch im Zusammenhang mit dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Die Ausfuhr bestimmter, in der Schweiz nicht mehr zugelassener Pflanzenschutzmittel ist gem\u00e4ss Ziffer 4 des Anhangs 2.5 der Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (<a href=\"https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2005/478/de#annex_2_5/lvl_u1/lvl_4\"><u>ChemRRV, SR 814.81</u></a>) indes verboten oder bewilligungspflichtig. Derzeit werden Abkl\u00e4rungen get\u00e4tigt, ob weitere Pflanzenschutzmittelwirkstoffe dieser Ausfuhrregelung unterstellt werden sollen, darunter Imidacloprid, Mancozeb und Thiamethoxam. Zudem hat der Bundesrat Ende 2025 die Vernehmlassung zur Unterstellung der drei Wirkstoffe und weiterer Wirkstoffe der Ausfuhrmeldepflicht gem\u00e4ss Artikel 3 der PIC-Verordnung (<a href=\"https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/2004/725/de#art_3\"><u>SR 814.82</u></a>) er\u00f6ffnet (<a href=\"https://fedlex.data.admin.ch/eli/dl/proj/2025/123/cons_1\"><u>https://fedlex.data.admin.ch/eli/dl/proj/2025/123/cons_1</u></a>).</li><li>&nbsp;&nbsp; Der Bundesrat \u00fcberpr\u00fcft die Wirksamkeit seines Engagements in der Schweizer Plattform f\u00fcr nachhaltigen Kakao (SWISSCO) im Rahmen des ordentlichen Programmmanagementzyklus (Bewilligung neuer Beitr\u00e4ge, Programmsteuerung und -monitoring inkl. Beobachterstatus im SWISSCO Board) sowie durch externe Evaluationen. SWISSCO ist eine Multi-Stakeholder-Plattform, welche die relevanten Akteure des Privatsektors, der Forschung, der Zivilgesellschaft und der \u00f6ffentlichen Hand vereint. Sie zielt auf kollektives Lernen, Transparenz, Unterst\u00fctzung vor Ort und internationale Zusammenarbeit ab. Eine k\u00fcrzlich durchgef\u00fchrte externe Evaluation best\u00e4tigt, dass SWISSCO wesentlich zur Transparenz, zum Wissensaustausch und zur Koordination im Sektor beitr\u00e4gt. Der Verein mit inzwischen \u00fcber 100 Mitgliedern hat zudem 2025 seine Roadmap 2030 \u00fcberarbeitet und dabei die gemeinsamen Zielvorgaben und die individuelle Rechenschaftspflicht verst\u00e4rkt. </li><li>&nbsp;&nbsp; Die Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung bezweckt in erster Linie die Verbesserung der Transparenz \u00fcber Risiken, Massnahmen und Prozesse im Bereich Umwelt, Soziales und Menschenrechte. Sie ist kein Instrument zur unmittelbaren Pr\u00e4vention einzelner Verst\u00f6sse. Der Bundesrat ist der Auffassung, dass Transparenz ein wichtiges Element zur St\u00e4rkung der unternehmerischen Sorgfaltspflichten darstellt, indem sie \u00f6ffentliche Rechenschaftspflicht f\u00f6rdert und den Dialog mit Investoren, Konsumentinnen und Konsumenten sowie der Zivilgesellschaft erm\u00f6glicht. Allf\u00e4llige Diskrepanzen zwischen Berichterstattung und tats\u00e4chlicher Praxis sind im Rahmen der bestehenden gesetzlichen Mechanismen (s. <a href=\"https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/54/757_781_799/de#book_2/tit_20/lvl_u5\"><u>Art. 325ter StGB</u></a>;<strong> </strong>SR 311.0) zu adressieren. In diesem Zusammenhang muss indes hervorgehoben werden, dass die relevanten gesetzlichen Bestimmungen zur&nbsp;\u00abTransparenz \u00fcber nichtfinanzielle Belange\u00bb (<a href=\"https://www.fedlex.admin.ch/eli/cc/27/317_321_377/de#part_4/tit_32/chap_6\"><u>Art. 964</u><em><u>a</u></em><u>-964</u><em><u>c</u></em><u> OR</u></a>) in den Bereich des Privatrechts fallen und deren Anwendung nicht einer beh\u00f6rdlichen Aufsicht unterliegt.</li></ol></span>","FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1771977600000)\/","SubmittedBy":"Jost Marc","BusinessStatus":203,"BusinessStatusText":"Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor","BusinessStatusDate":"\/Date(1772035479747)\/","ResponsibleDepartment":8,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Wirtschaft, Bildung und Forschung","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"WBF","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"15|52|55|2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1773997299327)\/","SubmissionDate":"\/Date(1766016000000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5211,"SubmissionLegislativePeriod":52,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Wirtschaft|Umwelt|Landwirtschaft|Gesundheit"}}