{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254773,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254773,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254773,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254773,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254773,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254773,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254773,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254773,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254773,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254773,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254773,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254773,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254773,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254773,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254773,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254773,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20254773,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20254773,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"25.4773","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Wasserverschmutzung bei Starkregen. Wie gross sind die realen Einleitungen ungereinigten Abwassers?","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Kritisiert wird immer wieder der Phosphoreintrag aus der Landwirtschaft in die Gew\u00e4sser. Phosphoreintrag gelangt aber auch \u00fcber Siedlungsabw\u00e4sser in die Gew\u00e4sser. \u00dcber die H\u00e4lfte der Schweizer Kanalisationen funktioniert weiterhin als Mischsystem, d.h. dass das Regenwasser von Strassen und D\u00e4chern zusammen mit h\u00e4uslichem Abwasser abgef\u00fchrt wird. Einerseits gelangen auch nach der Abwasserreinigung Restgehalte an Phosphor in die Gew\u00e4sser. Andererseits geraten Leitungen und Kl\u00e4ranlagen bei starken Niederschl\u00e4gen rasch an ihre Grenzen. Dadurch kommt es zu Entlastungs\u00fcberl\u00e4ufen, bei denen ungereinigtes Mischabwasser \u2013 mit verschiedensten Mikroverunreinigungen, Chemikalien, Medikamentenr\u00fcckst\u00e4nden, Gummiabrieb und auch N\u00e4hrstoffen \u2013 direkt in B\u00e4che, Fl\u00fcsse und Seen gelangt.&nbsp;</p><p>Die bestehenden Belastungsangaben zu diesen Einleitungen sind jedoch mit grossen Unsicherheiten verbunden. Wie das Postulat 393 (Bucheli) im Kanton Luzern vorschl\u00e4gt, lassen sich reale Stofffrachten nur mittels Import-Export-Bilanz zuverl\u00e4ssig bestimmen: Der Anfall von Phosphor von Personen im Einzugsgebiet kann berechnet und die Abfuhr \u00fcber Kl\u00e4rschlamm genau gemessen werden; die Differenz gelangt in die Gew\u00e4sser. Eine solche systematische Bilanzierung fehlt auf Bundesebene bisher.</p><p>Vor diesem Hintergrund bitte ich den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><ol><li>Wie hoch ist der Trennsystemanteil der Kl\u00e4ranlagen in der Schweiz gemessen an der Bev\u00f6lkerungszahl?</li><li>Wie viele Tonnen Phosphor gelangen \u00fcber ungereinigtes Mischabwassers j\u00e4hrlich bei Starkregenereignissen in B\u00e4che, Fl\u00fcsse und Seen?</li><li>Wie viele Tonnen Phosphor gelangen trotz Abwasserreinigung \u00fcber die Restmengen in die Gew\u00e4sser?</li><li>Welcher Anteil der Schadstoffbelastung der Oberfl\u00e4chengew\u00e4sser ist direkt auf h\u00e4usliches Abwasser zur\u00fcckzuf\u00fchren und wie ver\u00e4ndert sich dieser Anteil angesichts h\u00e4ufigerer Extremniederschl\u00e4ge?</li><li>Sind die heutigen Entw\u00e4sserungs- und Abwassersysteme sowie Auffangbecken aus Sicht des Bundesrates ausreichend dimensioniert, um k\u00fcnftigen Starkregenereignissen standzuhalten? Wo bestehen die gr\u00f6ssten Defizite?</li><li>Ist der Bundesrat bereit, eine schweizweite Import-Export-Bilanz f\u00fcr relevante Stoffgruppen einzuf\u00fchren, analog der im Kanton Luzern diskutierten Methodik, um den Stoffeintrag, insbesondere auch von Phosphor, aus Siedlungsabw\u00e4sser in Gew\u00e4sser berechnen zu k\u00f6nnen?</li></ol>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<span><p><span>1) Der Anteil der Kanalisationen im Trennsystem liegt, bezogen auf die Bev\u00f6lkerungsanteile, bei 40 bis 50 Prozent.</span></p><p><span>2-3) Schweizer Kl\u00e4ranlagen behandeln j\u00e4hrlich rund 6\u2019300 Tonnen Phosphor. Nach der Reinigung gelangen etwa 580 Tonnen pro Jahr in die Gew\u00e4sser. Bei starken Regenf\u00e4llen kommen zus\u00e4tzlich rund 80 Tonnen pro Jahr durch Mischwasserentlastungen aus ungereinigtem Abwasser hinzu.</span></p><p><span>Gem\u00e4ss Agroscope stammten im Jahr 2020 schweizweit rund 16,5 Prozent der gesamten Phosphorfracht in Oberfl\u00e4chengew\u00e4ssern aus Kl\u00e4ranlagen (14,5 Prozent) und Mischwasserentlastungen (2 Prozent). Die restliche Fracht stammt aus nat\u00fcrlichen Quellen ohne menschlichen Einfluss (61 Prozent), den Eintr\u00e4gen aus der Landwirtschaft (13 Prozent) und anderen Quellen, wie beispielsweise der Auswaschung aus Fl\u00e4chen mit unproduktiver Vegetation (9,5 Prozent).</span></p><p><span>F\u00fcr die Gew\u00e4sserqualit\u00e4t ist vor allem der Eintrag von gel\u00f6stem Phosphor relevant, weil dieser den Sauerstoffgehalt der Gew\u00e4sser wesentlich st\u00e4rker senkt. Beim gel\u00f6sten Phosphor sind die Anteile aus Kl\u00e4ranlagen (41 Prozent), Mischwasserentlastungen (6 Prozent) und der Landwirtschaft (27 Prozent) deutlich h\u00f6her.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>4) Je nach Landnutzung im Einzugsgebiet eines Sees stammt die Hauptfracht des Phosphors aus der Siedlung oder der Landwirtschaft (vgl. Antwort des Bundesrates auf die </span><span>Interpellation Weichelt 23.4263 </span><span>\u00abSchutz der Gew\u00e4sser vor Wassertemperaturanstiegen und zu hohen N\u00e4hrstoffeintr\u00e4gen\u00bb). Die Auswirkung der klimawandelbedingten Zunahme st\u00e4rkerer Niederschl\u00e4ge auf die Anteile der Phosphoreintr\u00e4ge in Gew\u00e4sser ist schwierig abzusch\u00e4tzen. Einerseits erh\u00f6hen sich die entlasteten Mischwassermengen und damit, wenn auch in einem geringeren Ausmass, die eingetragene Phosphorfracht aus h\u00e4uslichem Abwasser. Andererseits erh\u00f6ht sich auch der Oberfl\u00e4chenabfluss und damit die Eintr\u00e4ge durch Abschwemmung. </span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>5) Aufgrund des langen Erneuerungszyklus von Anlagen der Siedlungsentw\u00e4sserung ist der Klimawandel bei alten, bestehenden Anlagen in der Dimensionierung noch nicht ber\u00fccksichtigt. Deshalb ist davon auszugehen, dass h\u00e4ufigere und st\u00e4rkere Niederschl\u00e4ge ohne Massnahmen k\u00fcnftig zu mehr Mischwasserentlastungen f\u00fchren. Der Bundesrat hat diesen Handlungsbedarf bereits 2012 in der Strategie zur Anpassung an den Klimawandel aufgezeigt und in den Aktionspl\u00e4nen von 2014 und 2020 festgehalten. Seit 2025 unterst\u00fctzt der Bund mit dem Programm Adapt+ Projekte und Massnahmen zur Verringerung klimabedingter Risiken. </span></p><p><span>Die k\u00fcnftigen Niederschl\u00e4ge sind heute in den massgebenden Bemessungs- und Planungsgrundlagen f\u00fcr Abwasseranlagen ber\u00fccksichtigt. Neue Konzepte wie die Schwammstadt werden in Zukunft ausserdem eine wichtige Rolle spielen. Sie helfen, Regenwasser im Siedlungsgebiet zur\u00fcckzuhalten und verdunsten oder versickern zu lassen. Dadurch gelangt weniger Regenwasser in die Kanalisation, und es stehen zus\u00e4tzliche R\u00fcckhaltekapazit\u00e4ten f\u00fcr Oberfl\u00e4chenabfluss bei Extremniederschl\u00e4gen zur Verf\u00fcgung.</span></p><p><span>&nbsp;</span></p><p><span>6) Der Bundesrat erachtet es nicht als zielf\u00fchrend, eine schweizweite Import-Export-Bilanz einzuf\u00fchren, um den Stoffeintrag aus Mischwasserentlastungen zu berechnen. </span></p><p><span>Schweizweit gelangen j\u00e4hrlich rund 80 Tonnen Phosphor \u00fcber Mischwasserentlastungen in die Gew\u00e4sser, was etwa 2 Prozent des Phosphors aus h\u00e4uslichem Abwasser entspricht. Die bestehende Sch\u00e4tzmethode, welche die mittleren Phosphorfrachten pro Einwohnerin oder Einwohner sowie den Abwasseranteil in Mischwasserentlastungen auf Gemeindeebene ber\u00fccksichtigt, ist f\u00fcr eine gesamtschweizerische Betrachtung robuster als eine Bilanzierung \u00fcber Phosphorkonzentrationen im Kl\u00e4rschlamm, die mit grossen Messunsicherheiten behaftet ist.</span></p><p><span>Zudem m\u00fcssen die Kantone die lokalen Eintragsquellen analysieren, falls ein Gew\u00e4sser nicht ausreichend gegen stoffliche Eintr\u00e4ge gesch\u00fctzt ist. Eine schweizweite Bilanzierung ist dabei aufgrund der grossen \u00f6rtlichen Unterschiede nicht hilfreich. </span></p></span>","FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1770768000000)\/","SubmittedBy":"M\u00fcller Leo","BusinessStatus":203,"BusinessStatusText":"Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor","BusinessStatusDate":"\/Date(1770825127187)\/","ResponsibleDepartment":9,"ResponsibleDepartmentName":"Departement f\u00fcr Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"UVEK","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"52","Category":null,"Modified":"\/Date(1770825135393)\/","SubmissionDate":"\/Date(1766102400000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5211,"SubmissionLegislativePeriod":52,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Umwelt"}}