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Frage","BusinessTypeAbbreviation":"Fra.","Title":"Warum k\u00f6nnen Ersatzfreiheitsstrafen nicht in gemeinn\u00fctzige Arbeit umgewandelt werden?","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Art. 79a Abs. 2 StGB statuiert, dass keine gemeinn\u00fctzige Arbeit anstelle eines Gef\u00e4ngnisaufenthalts angeordnet werden kann, wenn jemand seine Busse oder Geldstrafe nicht bezahlt. Der entsprechende Kommentar zum StGB enth\u00e4lt keine Angaben zu den Gr\u00fcnden, die den Gesetzgeber zu diesem Ausschluss bewogen haben.<br>Welche Folgen w\u00fcrde eine Streichung von Art. 79a Abs. 2 StGB nach sich ziehen?</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>Wer zu einer Busse oder Geldstrafe verurteilt wird, kann darum ersuchen, dass die Strafe in Form von gemeinn\u00fctziger Arbeit vollzogen wird; Artikel 79<i>a</i> Absatz 1 Buchstabe c des Strafgesetzbuches.</p><p>Hinter dem Ausschluss des Vollzugs von Ersatzfreiheitsstrafen in Form von gemeinn\u00fctziger Arbeit gem\u00e4ss Artikel 79<i>a</i> Absatz 2 StGB stehen im Wesentlichen folgende \u00dcberlegungen des Gesetzgebers:</p><ul><li>Zum einen wollte er gegen\u00fcber verurteilten Personen eine gewisse Strenge walten lassen: Wer darauf verzichtet, direkt nach der Verurteilung zu einer Geldstrafe oder Busse ein Gesuch um Vollzug in Form von gemeinn\u00fctziger Arbeit zu stellen, soll diese M\u00f6glichkeit nicht noch einmal erhalten, wenn er oder sie die Strafe nicht bezahlt hat und auch Inkassomassnahmen erfolglos geblieben waren.</li><li>Zum andern soll die Regelung auch den Staat entlasten, indem dieser nicht zun\u00e4chst das Inkasso der Geldstrafe oder Busse versuchen muss, danach \u2013 wenn dies ohne Erfolg bleibt \u2013 die verurteilte Person zum Vollzug der Ersatzfreiheitsstrafe aufbieten muss und schliesslich gegebenenfalls noch ein Gesuch um Vollzug der Ersatzfreiheitsstrafe in Form von gemeinn\u00fctziger Arbeit beurteilen muss. Alle diese Schritte w\u00fcrden einen nicht unerheblichen administrativen Aufwand verursachen, und dies letztlich nur deshalb, weil die verurteilte Person nicht von Beginn weg um Vollzug durch gemeinn\u00fctzige Arbeit ersucht hat.</li><li>Schliesslich ging der Gesetzgeber auch davon aus, dass eine verurteilte Person, die die pekuni\u00e4re Strafe nicht bezahlt, in der Regel auch kaum die erforderliche Motivation zur Leistung gemeinn\u00fctziger Arbeit aufweisen d\u00fcrfte.&nbsp;</li></ul><p>Mit einer Streichung von Absatz 2 von Artikel 79a StGB allein w\u00e4re es indessen kaum getan; vielmehr m\u00fcsste in Absatz 1 ausdr\u00fccklich festgehalten werden, dass auch Ersatzfreiheitsstrafen in Form von gemeinn\u00fctziger Arbeit vollzogen werden k\u00f6nnen.</p>","FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1749513600000)\/","SubmittedBy":"Steinemann Barbara","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1749571054000)\/","ResponsibleDepartment":5,"ResponsibleDepartmentName":"Justiz- und Polizeidepartement","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EJPD","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"44|1216","Category":null,"Modified":"\/Date(1763088851330)\/","SubmissionDate":"\/Date(1748995200000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5209,"SubmissionLegislativePeriod":52,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Besch\u00e4ftigung und Arbeit|Strafrecht"}}