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Auswirkungen von Tardoc auf die Kontrollm\u00f6glichkeiten der Patientinnen und Patienten ","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>In der Debatte \u00fcber die steigenden Gesundheitskosten werden die Versicherten regelm\u00e4ssig zu Eigenverantwortung angehalten; sie sollen insbesondere ihre Arztrechnungen \u00fcberpr\u00fcfen. Das Krankenversicherungsgesetz sieht vor, dass Patientinnen und Patienten Rechnungskopien erhalten, damit sie diese \u00fcberpr\u00fcfen k\u00f6nnen.</p><p>&nbsp;</p><p>In der Praxis ist diese Kontrolle jedoch sehr schwierig, da die Tarifsysteme so komplex sind, dass Personen ohne Fachkenntnisse die Rechnungen kaum verstehen.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Mit der Einf\u00fchrung von Tardoc am 1.&nbsp;Januar 2026 und neuer Standards f\u00fcr den Datenaustausch hat sich die Situation weiter versch\u00e4rft. Patientinnen und Patienten erhalten h\u00e4ufig nicht mehr die detaillierte Originalrechnung, sondern nur noch ein nach Tarifkapiteln gegliedertes Dokument. In diesem Format lassen sich die verrechneten Leistungen sowie deren Dauer und Kumulierung nicht mehr konkret \u00fcberpr\u00fcfen.</p><p>&nbsp;</p><p>Die Versicherten k\u00f6nnen die Kontrolle nicht mehr wahrnehmen \u2012 und zwar ausgerechnet dann, wenn von ihnen erh\u00f6hte Wachsamkeit verlangt wird. Diese Situation schw\u00e4cht die Transparenz und widerspricht dem eigentlichen Grund, warum Rechnungen zugestellt werden m\u00fcssen.</p><p>&nbsp;</p><p>Die Problematik der Nachvollziehbarkeit von Rechnungen wurde bereits in der Interpellation 25.3350 von Nationalr\u00e4tin Nadine Masshardt thematisiert. Die seit 2026 eingetretenen \u00c4nderungen versch\u00e4rfen das Problem zus\u00e4tzlich.</p><p>&nbsp;</p><p>Der Bundesrat wird daher gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><p>&nbsp;</p><ol><li>Ist der Bundesrat der Ansicht, dass Patientinnen und Patienten seit der Einf\u00fchrung von Tardoc am 1.&nbsp;Januar 2026 noch \u00fcber die notwendigen Informationen verf\u00fcgen, um die gesetzlich vorgesehene Rechnungskontrolle auszu\u00fcben?</li><li>Warum entspricht die den Patientinnen und Patienten zugestellte Rechnungskopie nicht mehr systematisch der detaillierten Originalrechnung, die dem Versicherer \u00fcbermittelt wird?</li><li>Beabsichtigt der Bundesrat, die Vorschriften so anzupassen, dass Patientinnen und Patienten automatisch oder auf Anfrage eine vollst\u00e4ndige und detaillierte Rechnungskopie erhalten?</li><li>Wie will der Bundesrat eine erh\u00f6hte Eigenverantwortung der Versicherten mit Rechnungen vereinbaren, die praktisch nicht mehr \u00fcberpr\u00fcft werden k\u00f6nnen?</li></ol>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<p>1. Artikel 42 Absatz 3 des Bundesgesetzes \u00fcber die Krankenversicherung (KVG; SR 832.10) verpflichtet alle Leistungserbringer, den Versicherten im System des <i>Tiers garant</i> eine detaillierte und verst\u00e4ndliche Rechnung und im System des <i>Tiers payant</i> (d. h. bei direkter Verg\u00fctung durch den Versicherer) eine Rechnungskopie zu \u00fcbermitteln. Die Rechnungen m\u00fcssen alle administrativen und medizinischen Angaben enthalten, die erforderlich sind, um die Berechnung der Verg\u00fctung und die Wirtschaftlichkeit der Leistungen zu \u00fcberpr\u00fcfen. So k\u00f6nnen die versicherten Personen nebst den Versicherern ihre Rechnungen selbst \u00fcberpr\u00fcfen und allf\u00e4llige Fehler in der Rechnungsstellung dem Versicherer melden. Zus\u00e4tzlich kann eine sogenannte Leistungs\u00fcbersicht zugestellt werden. Sie bietet jedoch lediglich einen \u00dcberblick \u00fcber die erbrachten Leistungen und enth\u00e4lt nicht alle f\u00fcr die Rechnungskontrolle erforderlichen Angaben, weshalb sie die Rechnung bzw. die Rechnungskopie nicht ersetzen kann.</p><p>2. und 4. Es ist die Aufgabe der Tarifpartner, das heisst der Leistungserbringer und der Versicherer, innerhalb des rechtlichen Rahmens die Modalit\u00e4ten der Leistungsabrechnung zu regeln. Was das neue Gesamttarifsystem f\u00fcr den ambulanten \u00e4rztlichen Bereich (TARDOC und Ambulante Pauschalen) betrifft, hat das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG) die betroffenen Tarifpartner (FMH, H+, prio.swiss) bereits darauf hingewiesen, dass die Rechnungsstellung korrigiert werden muss, sodass die versicherten Personen eine Rechnungskopie zugestellt erhalten. Gem\u00e4ss den Tarifpartnern handelt es sich um einen Programmierfehler in bestimmten Abrechnungssystemen der Leistungserbringer, der korrigiert wird.</p><p>3. Wie obenstehend ausgef\u00fchrt, liegt der Grund f\u00fcr die geschilderten Probleme bei der Rechnungsstellung in einem technischen Fehler, der korrigiert wird. Darum sieht der Bundesrat derzeit keinen Bedarf zur Anpassung der gesetzlichen Bestimmung betreffend Rechnungskopie. Vielmehr ist durch die Tarifpartner bzw. die Leistungserbringer sicherzustellen, dass die geltende Verpflichtung nach Artikel 42 Absatz 3 KVG zur Zustellung einer Rechnungskopie an die versicherte Person eingehalten wird.</p>","FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1778630400000)\/","SubmittedBy":"Crottaz Brigitte","BusinessStatus":203,"BusinessStatusText":"Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor","BusinessStatusDate":"\/Date(1778684352460)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1782206559460)\/","SubmissionDate":"\/Date(1773878400000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5212,"SubmissionLegislativePeriod":52,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Gesundheit"}}