{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263357,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263357,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263357,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263357,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263357,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263357,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263357,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263357,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263357,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263357,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263357,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263357,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263357,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263357,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263357,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263357,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263357,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20263357,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"26.3357","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"PFAS-Belastung bei Fischern und in Schweizer Gew\u00e4ssern. Weshalb handelt der Bundesrat nicht entschlossener?","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>In der Schweiz wurden in j\u00fcngster Zeit hohe PFAS-Belastungen bei Mensch und Umwelt festgestellt. Besonders alarmierend ist ein Fall, in dem ein Fischer, der regelm\u00e4ssig selbst gefangenen Fisch konsumiert, einen PFAS-Blutwert von&nbsp;537 \u00b5g/L&nbsp;aufwies. Das ist das 77-fache dessen, was als gesundheitlich unbedenklich gilt! Gleichzeitig werden in Fischen aus Schweizer Gew\u00e4ssern teilweise stark erh\u00f6hte PFAS-Konzentrationen festgestellt. Die Kantone Zug, Aargau, Wallis und St. Gallen habe f\u00fcr gewisse Gew\u00e4sser Fangverbote erlassen oder Verzehrhinweise publiziert.</p><p>Die Situation ist aus gesundheits- und umweltpolitischer Sicht h\u00f6chst besorgniserregend: &nbsp;PFAS k\u00f6nnen das Immunsystem beeintr\u00e4chtigen, die Schilddr\u00fcsenfunktion st\u00f6ren, zum Auftreten von Nieren- und Hodenkrebs beitragen, die Leber sch\u00e4digen, zu erh\u00f6hten Cholesterinwerten f\u00fchren und sich negativ auf die Gesundheit der Mutter und des Embryos auswirken.&nbsp;</p><p>&nbsp;</p><p>Dass Menschen via Konsum von lokal gefangenem Fisch derart hohe Blutwerte akkumulieren k\u00f6nnen zeigt, dass bisherige Reduktionsmassnahmen v\u00f6llig unzureichend sind. Angesichts der Persistenz dieser Stoffe droht ohne rasches Handeln eine weitere Anreicherung von PFAS in Umwelt und Bev\u00f6lkerung.</p><p>&nbsp;</p><p>Ich bitte den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:</p><ol><li>Angesichts dieses Einzelbefundes: Wie sch\u00e4tzt er die PFAS-Belastung der Fischerinnen und Fischer in der Schweiz bzw. ihrer Familien ein?</li><li>Falls er hierzu keine Angaben machen kann: W\u00e4re dies m\u00f6glich, wenn der Bund ein Human-Biomonitoring h\u00e4tte? W\u00e4re dann die hohe PFAS-Belastung von Menschen, die einheimischen Wildfisch konsumieren, m\u00f6glicherweise fr\u00fcher aufgefallen?</li><li>Was genau empfiehlt er Menschen, welche in den letzten Jahren regelm\u00e4ssig Fische aus Schweizer Seen und Gew\u00e4ssern gegessen haben, zu ihrer eigenen Sicherheit abzukl\u00e4ren/zu tun?</li><li>Was genau erkl\u00e4rt er Menschen, welche in den letzten Jahren regelm\u00e4ssig Fisch aus Schweizer Seen und Gew\u00e4ssern gegessen haben, was er gegen die hohe PFAS-Belastung konkret tut \u2013 und bis wann?</li><li>Welche Sofortmassnahmen ergreift der Bundesrat, um die Fischerinnen und Fischer sowie die Konsumentinnen und Konsumenten von lokal gefangenem Fisch vor einer weiteren Belastung durch PFAS zu sch\u00fctzen?</li><li>Werden Blutspenden heute auf ihre PFAS-Konzentration untersucht? Wenn ja, wie hoch ist die durchschnittliche Belastung der Spenden und ab welcher Konzentration werden PFAS-belastete Spenden zur\u00fcckgewiesen? Wenn nein, warum nicht?</li></ol>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<span><p>1. In der Pilotstudie zur nationalen Gesundheitsstudie mit knapp 800 Teilnehmenden aus den Kantonen Waadt und Bern wurde beobachtet, dass erh\u00f6hte Blutkonzentrationen von Perfluoroctansulfons\u00e4ure (PFOS) mit einem h\u00f6heren Verzehr von S\u00fcsswasserfisch verbunden waren (www.bag.admin.ch &gt; Themen &gt; Umwelt &amp; Gesundheit &gt; Chemikalien &gt; Human Biomonitoring (HBM) &gt; Human Biomonitoring Projekte in der Schweiz). Untersuchungen von per- und polyfluorierten Alkylverbindungen (PFAS) in Fischen aus Schweizer Seen haben best\u00e4tigt, dass deren PFAS-Belastung von der PFAS-Belastung des Gew\u00e4ssers abh\u00e4ngt. Die Belastung von Fischerinnen und Fischern richtet sich demnach nach der Belastung des befischten Gew\u00e4ssers und der H\u00e4ufigkeit des Fischverzehrs. Diese Beobachtungen decken sich mit der Einsch\u00e4tzung der Europ\u00e4ischen Beh\u00f6rde f\u00fcr Lebensmittelsicherheit, dass Lebensmittel tierischen Ursprungs (Fisch, Fleisch, Eier) die Hauptquellen f\u00fcr die Exposition durch PFAS sind (Risk to human health related to the presence of perfluoroalkyl substances in food; EFSA Journal: 2020-Volume 18, Issue 9). Fischerinnen und Fischer k\u00f6nnen demnach gegen\u00fcber PFAS \u00fcberdurchschnittlich exponiert sein, da sie h\u00e4ufiger Fisch konsumieren als die Durchschnittsbev\u00f6lkerung. Oft essen sie zudem Fische aus demselben Gew\u00e4sser, und wenn dieses stark belastet ist, tr\u00e4gt dies zus\u00e4tzlich zu einer erh\u00f6hten Exposition bei. Aus einem einzelnen Befund l\u00e4sst sich jedoch keine verl\u00e4ssliche Aussage \u00fcber die PFAS-Belastung einer gesamten Bev\u00f6lkerungsgruppe ableiten.</p><p>&nbsp;</p><p>2. Bei einer gen\u00fcgend grossen Stichprobe, die auch kleinere Risikogruppen mit z. B. einem hohen Verzehr von Wildfisch abdeckt, w\u00e4re es grunds\u00e4tzlich m\u00f6glich, \u00fcber ein nationales Humanbiomonitoring eine erh\u00f6hte PFAS-Belastung fr\u00fcher zu erkennen.</p><p>&nbsp;</p><p>3. und 4. Das zust\u00e4ndige Bundesamt f\u00fcr Lebensmittelsicherheit und Veterin\u00e4rwesen (BLV) empfiehlt eine Expositionsminderung \u00fcber eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ern\u00e4hrung mit unterschiedlichen Lebensmitteln. Beim Fischkonsum r\u00e4t es dazu, sowohl zwischen den Fischarten als auch hinsichtlich ihrer Herkunft zu variieren, also zwischen Meer- und S\u00fcsswasserfischen sowie S\u00fcsswasserfischen aus unterschiedlichen Gew\u00e4ssern. Da PFAS-Belastungen je nach Gew\u00e4sser und Fischart unterschiedlich ausfallen k\u00f6nnen, tr\u00e4gt eine solche Vielfalt dazu bei, die Aufnahme von PFAS zu verringern. Bez\u00fcglich Einschr\u00e4nkungen und Verboten in der Verwendung von PFAS hat der Bundesrat mehrfach festgehalten, dass er grunds\u00e4tzlich eine mit der EU harmonisierte Fortschreibung des Chemikalienrechts bef\u00fcrwortet und die Entwicklung in der EU eng verfolgt. Entsprechend pr\u00fcft und \u00fcbernimmt die Schweiz in der Regel PFAS-Beschr\u00e4nkungen oder -Verbote der EU. Damit wird das Schutzniveau gleich hoch gehalten, ohne dabei Handelshemmnisse zu schaffen. F\u00fcr die grosse Stoffgruppe der PFAS mit rund 10 000 Einzelstoffen plant die EU aktuell eine umfassende Beschr\u00e4nkung mit zeitlich befristeten oder unbefristeten Ausnahmen f\u00fcr bestimmte Anwendungen. Der Bundesrat wird die \u00dcbernahme dieser Regulierung pr\u00fcfen, sobald sie in der EU verabschiedet wurde.</p><p>&nbsp;</p><p>5. Die geltenden H\u00f6chstgehalte f\u00fcr PFAS in vermarkteten Lebensmitteln, so auch f\u00fcr Fisch im Handel, m\u00fcssen zum Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten eingehalten werden. Eine f\u00fcr das Ende des zweiten Quartals 2026 geplante Weisung des BLV zum Vorgehen bei \u00dcberschreitung dieser H\u00f6chstgehalte soll den Vollzug in den Kantonen vereinheitlichen und damit den Schutz der Konsumentinnen und Konsumenten weiter st\u00e4rken. Der Verzehr von selbstgefangenen Fischen (Eigengebrauch) f\u00e4llt nicht unter das Lebensmittelgesetz (Art. 2 Abs. 4; LMG [SR 817.0]). Es k\u00f6nnen daher lebensmittelrechtlich keine Massnahmen getroffen werden. F\u00fcr allf\u00e4llige Massnahmen im Bereich der Hobbyfischerei (Verzehrsempfehlungen, Fischereiverbote) liegen Hauptverantwortung und Zust\u00e4ndigkeit bei den Kantonen. </p><p>&nbsp;</p><p>6. In der Schweiz werden Blutspenden derzeit nicht routinem\u00e4ssig auf PFAS untersucht, da es keine offiziellen Grenzwerte gibt, ab denen Spenden zur\u00fcckgewiesen werden m\u00fcssten. PFAS gelten als Umweltkontaminanten mit langfristigen Gesundheitsrisiken, nicht als akute Gefahr f\u00fcr Empf\u00e4ngerinnen und Empf\u00e4nger.</p></span>","FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1778630400000)\/","SubmittedBy":"Moser Tiana Angelina","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1780907554000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"52|2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1780993972867)\/","SubmissionDate":"\/Date(1773964800000)\/","SubmissionCouncil":2,"SubmissionCouncilName":"St\u00e4nderat","SubmissionCouncilAbbreviation":"SR","SubmissionSession":5212,"SubmissionLegislativePeriod":52,"FirstCouncil1":2,"FirstCouncil1Name":"St\u00e4nderat","FirstCouncil1Abbreviation":"SR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Umwelt|Gesundheit"}}