{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263358,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263358,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263358,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263358,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263358,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263358,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263358,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263358,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263358,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263358,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263358,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263358,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263358,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263358,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263358,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263358,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263358,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20263358,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"26.3358","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Zunahme der Parkinson-Erkrankungen und m\u00f6gliche Zusammenh\u00e4nge mit Pestiziden","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Die Parkinson-Krankheit geh\u00f6rt zu den h\u00e4ufigsten neurodegenerativen Erkrankungen. Auch in der Schweiz nimmt die Zahl der Betroffenen seit Jahren zu. Die Erkrankung f\u00fchrt zu erheblichen Einschr\u00e4nkungen der Lebensqualit\u00e4t und verursacht zunehmende Belastungen f\u00fcr das Gesundheits- und Sozialwesen.</p><p>Neben genetischen Faktoren werden in der wissenschaftlichen Literatur zunehmend auch Umweltfaktoren als m\u00f6gliche Risikofaktoren diskutiert. Verschiedene epidemiologische Studien weisen darauf hin, dass eine chronische Exposition gegen\u00fcber bestimmten Pestiziden mit einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr Parkinson verbunden sein k\u00f6nnte, insbesondere bei beruflich exponierten Personen.</p><p>Mehrere Wirkstoffe u.a. aus den Gruppen der Herbizide, Fungizide und Insektizide werden in diesem Zusammenhang in der wissenschaftlichen Literatur diskutiert. Einige dieser Wirkstoffe sind auch in der Schweiz zugelassen oder wurden hier eingesetzt.</p><p>Gleichzeitig wird im Parlament mit der parlamentarischen Initiative 22.441 (\u00abModernen Pflanzenschutz in der Schweiz erm\u00f6glichen\u00bb) die \u00dcbernahme der Produkte auch f\u00fcr Notfallzulassungen aus den Nachbarl\u00e4ndern sowie Belgien und den Niederlanden diskutiert.&nbsp;</p><p>Vor diesem Hintergrund stellen sich Fragen zur Entwicklung der Parkinson-Erkrankung in der Schweiz, zu m\u00f6glichen Umweltfaktoren sowie zur Regulierung von Pflanzenschutzmitteln.</p><p>Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beantworten:</p><ol style=\"list-style-type:decimal;\"><li>Wie hat sich die Pr\u00e4valenz und Inzidenz der Parkinson-Erkrankung in der Schweiz in den letzten 20 Jahren entwickelt, und wie stellt sich diese Entwicklung im Vergleich zu den Nachbarl\u00e4ndern dar?</li><li>Wie ist die regionale Verteilung der Parkinson Erkrankungen in der Schweiz?</li><li>Welche Erkenntnisse liegen dem Bund zum m\u00f6glichen Zusammenhang zwischen Pestizidexposition und Parkinson vor, insbesondere bei beruflich exponierten Personen (Landwirtschaft, Baumschulen, Gartenbau\u00e4mter etc.)?</li><li>Welche Wirkstoffe, bei denen wissenschaftlich erwiesen ist, dass sie die Wahrscheinlichkeit Parkinson-Krankheit f\u00f6rdern,</li></ol><ul><li>&nbsp;waren in der Schweiz zugelassen</li><li>&nbsp;sind in der Schweiz aktuell zugelassen</li><li><p>&nbsp;k\u00f6nnten bei der Umsetzung der pa.Iv. 22.441 (Version SR Beschluss vom 5.3.26) zugelassen werden.</p><p>&nbsp;</p></li></ul>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<span><p>1. und 2. In der Schweiz existiert keine Statistik, in der die Parkinson-Erkrankungen systematisch erhoben werden. Entsprechend verf\u00fcgt der Bundesrat \u00fcber keine Daten \u2013 weder zur Anzahl der j\u00e4hrlichen Neuerkrankungen noch zur Gesamtzahl der an Parkinson erkrankten Personen (Pr\u00e4valenz). Es sind somit auch keine Aussagen zu deren regionalen und zeitlichen Entwicklung \u00fcber die letzten 20 Jahre m\u00f6glich. </p><p>Eine epidemiologische Studie aus dem Kanton Genf kam 2018 auf eine Pr\u00e4valenz von 183 F\u00e4llen pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Sch\u00e4tzungen auf Basis dieser Studie gehen f\u00fcr die ganze Schweiz von \u00fcber 15 000 an Parkinson erkrankten Personen aus. Diese Sch\u00e4tzungen werden auch von der Vereinigung \u00abParkinson Schweiz\u00bb geteilt. Mit dem Alter nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, an Parkinson zu erkranken. Auf Grund der demografischen Entwicklung und der l\u00e4ngeren \u00dcberlebenszeit mit der Krankheit ist deshalb mit einem Anstieg der absoluten Fallzahlen zu rechnen. </p><p>Von den Nachbarl\u00e4ndern verf\u00fcgt Deutschland \u00fcber die ausf\u00fchrlichsten Erhebungen zu Parkinson-Erkrankungen. Gem\u00e4ss Robert Koch-Institut lag 2022 die Pr\u00e4valenz in Deutschland bei rund 350 F\u00e4llen pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner, in der Altersgruppe der \u00fcber 65j\u00e4hrigen lag sie gar bei 1 420 F\u00e4llen pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner. Die altersstandardisierte regionale Verteilung weist hingegen kein eindeutiges Muster auf. In Frankreich, Italien und \u00d6sterreich gibt es wie in der Schweiz keine systematische Erfassung der Erkrankungen. Die Sch\u00e4tzungen zur Pr\u00e4valenz scheinen sich in Frankreich auf einem vergleichbaren Niveau wie in Deutschland zu bewegen, in Italien und \u00d6sterreich liegen sie zwischen den in der Schweiz und in Deutschland beobachteten Werten. Ohne systematische Erfassung in den meisten L\u00e4ndern d\u00fcrfte ein solcher Vergleich allerdings nur eine begrenzte Aussagekraft haben. Da die Sch\u00e4tzungen f\u00fcr die Schweiz auf \u00e4lteren Daten basieren und angesichts der Zahlen aus dem nahen Ausland ist es m\u00f6glich, dass die Zahl der F\u00e4lle in der Schweiz tendenziell untersch\u00e4tzt wird.</p><p>&nbsp;</p><p>3. Verschiedene Untersuchungen (u.a. <a href=\"https://www.nature.com/articles/s41467-023-38215-z\">Langzeitstudie von Paul et al. 2023</a>. \u00abA pesticide and iPSC dopaminergic neuron screen identifies and classifies Parkinson-relevant pesticides\u00bb. Nat Commun 14, 2803) best\u00e4tigen, dass eine langj\u00e4hrige und h\u00e4ufige Exposition gegen\u00fcber Pestiziden das Risiko, an einem Parkinsonsyndrom zu erkranken, erh\u00f6ht. Zu den besonders betroffenen Berufsgattungen z\u00e4hlen insbesondere Landwirtinnen und Landwirte, aber unter Umst\u00e4nden auch Winzerinnen und Winzer, Baumschulisten und -schulistinnen, G\u00e4rtner und G\u00e4rtnerinnen etc. </p><p>Im Rahmen des Aktionsplans zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln wurde vom Seco eine Studie in Auftrag gegeben, welche die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf die Gesundheit der Landwirte untersucht (aufrufbar unter www.seco.admin.ch/studie-gesundheit-landwirte). Die Studie aus dem Jahr 2017 liefert auf Basis internationaler Studien Hinweise, dass gewisse Krebserkrankungen und Sch\u00e4den des Nervensystems (z.B. Morbus Parkinson) in der Landwirtschaft im Vergleich zu anderen Berufsgruppen h\u00e4ufiger vorkommen. Derzeit f\u00fchrt das Tropen- und Public Health-Institut in Basel eine Studie zu den Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf den Menschen durch.</p><p>&nbsp;</p><p>4. Es ist zurzeit nicht klar, welche der chemisch und strukturell unterschiedlichen Pestizide zu einem erh\u00f6hten Risiko f\u00fcr eine Parkinson-Erkrankung f\u00fchren. Das zeigt sich auch daran, dass in Frankreich und Deutschland Parkinson bei beruflich exponierten Personen zwar als Berufskrankheit anerkannt wird. Diese Anerkennung h\u00e4ngt aber nicht von der Exposition durch bestimmte Pestizide ab. Deshalb ist es derzeit nicht m\u00f6glich, eine vollst\u00e4ndige Liste von Wirkstoffen zu erstellen, die Parkinson mitverursachen k\u00f6nnen.</p><p>Bisher gibt es nur f\u00fcr die Wirkstoffe Rotenon und Paraquat klare Hinweise auf einen direkten Zusammenhang mit Parkinson. Pestizide mit diesen Stoffen sind in der Schweiz schon l\u00e4nger verboten (Paraquat seit 1989, Rotenon seit 2011). Auch in der Europ\u00e4ischen Union sind diese Stoffe nicht mehr erlaubt. Pflanzenschutzmittel mit diesen Wirkstoffen k\u00f6nnen somit auch nicht bei der Umsetzung der parlamentarischen Initiative Bregy (22.441) \u00abModernen Pflanzenschutz in der Schweiz erm\u00f6glichen\u00bb zugelassen werden.</p></span>","FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1778630400000)\/","SubmittedBy":"Moser Tiana Angelina","BusinessStatus":229,"BusinessStatusText":"Erledigt","BusinessStatusDate":"\/Date(1781190729000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"55|2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1782206807147)\/","SubmissionDate":"\/Date(1773964800000)\/","SubmissionCouncil":2,"SubmissionCouncilName":"St\u00e4nderat","SubmissionCouncilAbbreviation":"SR","SubmissionSession":5212,"SubmissionLegislativePeriod":52,"FirstCouncil1":2,"FirstCouncil1Name":"St\u00e4nderat","FirstCouncil1Abbreviation":"SR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Landwirtschaft|Gesundheit"}}