{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263364,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263364,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263364,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263364,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263364,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263364,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263364,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263364,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263364,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263364,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263364,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263364,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263364,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263364,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263364,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263364,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263364,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20263364,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"26.3364","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Permethrin und Deltamethrin. Was unternimmt der Bundesrat, dass \u00f6kotoxikologisch sch\u00e4dliche Tierarzneimittel nicht durch noch sch\u00e4dlichere ersetzt werden?","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Permethrin und Deltamethrin sind \u00f6kotoxische Breitband-Insektizide mit gleichem Wirkmechanismus. Permethrin ist als Biozid und \u2013 beschr\u00e4nkt auf Hunde \u2013 als Tierarzneimittel (TAM), nicht aber als Pflanzenschutzmittel zugelassen. Deltamethrin hat Zulassungen in allen drei Bereichen. Deltamethrin tritt in sehr hohen Konzentrationen in Gew\u00e4ssern auf (Hundert- bis Mehrtausendfache \u00dcberschreitung der \u00f6kotoxikologischen Schwellenwerte [CQK]). Im Luzerner Fluss Wyna etwa wurde gem\u00e4ss NZZ am Sonntag eine 4\u2019200fache \u00dcberschreitung gefunden.</p><p>Gem\u00e4ss BAFU werden pro Jahr 1\u2019500 bis 2\u2019000 kg Permethrin verkauft, ein grosser Teil davon als \u00abPour-on\u00bb (Aufgiessmittel) gegen Ektoparasiten bei Nutz- und Weidetieren. Gem\u00e4ss der Gemeinsamen Anmeldestelle f\u00fcr Chemikalien gelten diese als TAM. Eine Biozid-Bewilligung ist unzul\u00e4ssig. Die letzte lief 2025 aus. Bisher ist jedoch kein Pour-on als TAM zugelassen. Sollte keine Zulassung als TAM erfolgen, sinkt die Anwendungsmenge auf einen Bruchteil. Das w\u00e4re soweit positiv zu w\u00fcrdigen, weil&nbsp;Permethrin stark gew\u00e4ssersch\u00e4dlich ist (CQK: 2.7*10<sup>-4</sup> \u00b5g/l) und weniger gef\u00e4hrliche Alternativprodukte zugelassen sind.</p><p>Es droht allerdings, dass die Nutztierhalter anstelle von TAM mit Permethrin solche mit Deltamethrin verwenden. Deltamethrin (CQK: 1.7*10<sup>-6</sup> \u00b5g/l) ist rund 150 mal st\u00e4rker gew\u00e4ssertoxisch als Permethrin. Es stellen sich folgende Fragen:</p><p>&nbsp;</p><p>Wir bitten den Bundesrat, folgende Fragen zu beantworten:<br>1.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Welcher Anteil der Permethrin-Verkaufsmenge von 1\u2019500 \u2013 2'000 kg/a wurde als Pour-on eingesetzt?<br>2.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Wie stark ist die Gew\u00e4sserbelastung mit Permethrin und welchen Anteil daran haben Pour-on?<br>3.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Welche Erkenntnisse liegen dem Bundesrat \u00fcber Umweltrisiken durch Pour-on vor?<br>4.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Werden Pour-on mit Permethrin demn\u00e4chst als Tierarzneimittel zugelassen?<br>5.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Falls nein, was unternimmt der Bundesrat, damit Pour-ons mit Permethrin nicht durch Pour-ons mit dem 150mal gew\u00e4ssertoxischeren Deltamethrin ersetzt werden?<br>6.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Welche f\u00fcr Gew\u00e4sser und Best\u00e4uberinsekten weniger sch\u00e4dlichen Alternativen gibt es zu Tierarzneimitteln mit Permethrin oder Deltamethrin?<br>7.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ist der Bundesrat bereit, gew\u00e4sser- und umweltsch\u00e4dliche Tierarzneimittel, namentlich solche mit Deltamethrin, aus dem Verkehr zu ziehen oder diese zur Anwendung als Tierarzneimittel zu verbieten?<br>&nbsp;</p>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":"<span><p>1. Etwa die H\u00e4lfte der f\u00fcr das Jahr 2024 als Biozidprodukt gemeldeten Permethrin-Verkaufsmenge stammte von Pour-on Produkten. Die Mitteilungspflicht zur Erhebung f\u00fcr die in Verkehr gebrachten Mengen an Biozidprodukten trat erstmals 2024 in Kraft. Die Mengen von 2024 sind daher die ersten und bisher einzigen verf\u00fcgbaren Zahlen.</p><p>&nbsp;</p><p>2. Daten der nationalen Beobachtung Oberfl\u00e4chengew\u00e4sserqualit\u00e4t (NAWA) zeigen, dass Permethrin zu den Wirkstoffen mit den meisten \u00dcberschreitungen des \u00f6kotoxikologischen Schwellenwerts in Fliessgew\u00e4ssern geh\u00f6rt. Dadurch sind Wasserlebewesen einem hohen Risiko f\u00fcr Sch\u00e4digungen ausgesetzt. 2024 wurden an mehr als der H\u00e4lfte der untersuchten Fliessgew\u00e4sser \u00dcberschreitungen festgestellt. Welcher Anteil der Gew\u00e4sserbelastung aus Pour-on Produkten stammt, ist nicht bekannt.</p><p>&nbsp;</p><p>3. Grunds\u00e4tzlich k\u00f6nnen Pour-on Produkte durch Regen von den Nutztieren abgewaschen und in den Boden gelangen, und von dort in Gew\u00e4sser ausgewaschen werden. Die \u00f6kotoxikologisch bedenklichen Konzentrationen von Permethrin in Gew\u00e4ssern zusammen mit den ersten gemeldeten Verkaufszahlen deuten darauf hin, dass Pour-on Produkte zu Umweltrisiken beitragen k\u00f6nnen.</p><p>&nbsp;</p><p>4. Zurzeit liegen Swissmedic keine Zulassungsgesuche mit dem Wirkstoff Permethrin vor.</p><p>&nbsp;</p><p>5. Es sind aktuell drei rezeptpflichtige Tierarzneimittel (Abgabekategorie B) f\u00fcr Nutztiere mit dem Wirkstoff Deltamethrin mit der Applikationsart \u201caufgiessen\u201d (Pour-on) zugelassen. Die Rezeptpflicht gew\u00e4hrleistet, dass eine zielgerichtete Behandlung unter tier\u00e4rztlicher Aufsicht stattfindet und erm\u00f6glicht die Sensibilisierung der Tierhaltenden zu Umweltrisiken. Das Wissen und die Sensibilisierung der Tier\u00e4rzteschaft zur Umweltproblematik sollen weiter gef\u00f6rdert werden. Der Bundesrat hat momentan keine zus\u00e4tzlichen Massnahmen vorgesehen.</p><p>&nbsp;</p><p>6. Zurzeit gibt es keine f\u00fcr Bienen und Gew\u00e4sser weniger sch\u00e4dliche Tierarzneimittel mit gleichwertiger Wirkung gegen Insekten. Die Wirkstoffe Deltamethrin und Permethrin wirken nicht nur abt\u00f6tend, sondern auch repellent (abweisend) gegen \u00e4usserliche Parasiten (z.B. Fliegen, M\u00fccken) und k\u00f6nnen zur Vorbeugung von durch Insekten \u00fcbertragenen Tierseuchen beitragen. Tierarzneimittel mit anderen Wirkstoffgruppen (makrozyklische Laktone und Organophosphate) wirken nicht repellent. Die meisten dieser Wirkstoffe k\u00f6nnen zudem basierend auf der Lebensmittelgesetzgebung nicht bei milchliefernden Nutztieren eingesetzt werden. Als Biozide stehen zur Anwendung bei Weidetieren Produkte mit ausschliesslich repellent wirkenden Substanzen wie DEET, Icaridin und Neem\u00f6l zur Verf\u00fcgung, die im Vergleich zu Permethrin und Deltamethrin f\u00fcr die Umwelt weniger toxisch sind, sowie Pyrethrine, das weniger langlebig ist. Bei im Stall gehaltenen Tieren k\u00f6nnen physikalische Massnahmen getroffen werden, um einen Kontakt mit Insekten und somit eine Krankheits\u00fcbertragungsgefahr zu reduzieren. Es ist jeweils eine fallbezogene Pr\u00fcfung geeigneter Alternativen erforderlich.</p><p>&nbsp;</p><p>7. Die M\u00f6glichkeit einer zielgerichteten Behandlung mit Tierarzneimitteln, f\u00fcr welche eine abt\u00f6tende sowie repellente Wirksamkeit gegen \u00e4usserliche Parasiten belegt wurde, muss sowohl aus Tierschutz- und Tiergesundheitsgr\u00fcnden als auch zum Schutz des Menschen vor Zoonosen (von Tieren auf Menschen \u00fcbertragbaren Krankheiten) bestehen bleiben. Nach heutiger Beurteilung gelten Wirkstoffe wie Permethrin und Deltamethrin bei Ausbr\u00fcchen von insekten\u00fcbertragenen Tierseuchen als Mittel der Wahl zur Bek\u00e4mpfung der Insekten.</p></span>","FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":"\/Date(1779235200000)\/","SubmittedBy":"Candan Hasan","BusinessStatus":203,"BusinessStatusText":"Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor","BusinessStatusDate":"\/Date(1779270060000)\/","ResponsibleDepartment":4,"ResponsibleDepartmentName":"Departement des Innern","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EDI","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"52|2841","Category":null,"Modified":"\/Date(1781866256690)\/","SubmissionDate":"\/Date(1773964800000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":5212,"SubmissionLegislativePeriod":52,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Umwelt|Gesundheit"}}