{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263604,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263604,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Business"},"BusinessResponsibilities":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263604,Language='DE')/BusinessResponsibilities"}},"RelatedBusinesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263604,Language='DE')/RelatedBusinesses"}},"BusinessRoles":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263604,Language='DE')/BusinessRoles"}},"Publications":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263604,Language='DE')/Publications"}},"LegislativePeriods":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263604,Language='DE')/LegislativePeriods"}},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263604,Language='DE')/Sessions"}},"Preconsultations":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263604,Language='DE')/Preconsultations"}},"Bills":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263604,Language='DE')/Bills"}},"Councils":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263604,Language='DE')/Councils"}},"BusinessTypes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263604,Language='DE')/BusinessTypes"}},"Votes":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263604,Language='DE')/Votes"}},"SubjectsBusiness":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263604,Language='DE')/SubjectsBusiness"}},"BusinessStates":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263604,Language='DE')/BusinessStates"}},"Council":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263604,Language='DE')/Council"}},"Transcripts":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Business(ID=20263604,Language='DE')/Transcripts"}},"ID":20263604,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"26.3604","BusinessType":8,"BusinessTypeName":"Interpellation","BusinessTypeAbbreviation":"Ip.","Title":"Strafprozessordnung. Wann zieht der Bundesrat die Konsequenzen aus der zunehmenden \u00dcberlastung der Strafjustiz?","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden in den Kantonen weisen seit Jahren auf die zunehmende \u00dcberlastung der Strafjustiz hin. Die Konferenz der kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) f\u00fchrt derzeit das Projekt \u00ab\u00dcberlastung der Strafjustiz\u00bb (\u00dcBS) durch. Bereits heute zeichnet sich ab, dass insbesondere die Komplexit\u00e4t der Strafprozessordnung (StPO), die Ausweitung von Verfahrensrechten sowie zus\u00e4tzliche gesetzliche Aufgaben zu einem erheblichen Mehraufwand bei Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichten f\u00fchren.</p><p>&nbsp;</p><p>Besonders kritisch beurteilen zahlreiche Praktiker die geltenden Teilnahmerechte nach Art. 147 StPO. Mitbeschuldigte k\u00f6nnen bereits zu Beginn eines Verfahrens an Einvernahmen anderer beschuldigter Personen teilnehmen. Dies erschwert die Erlangung unbeeinflusster Aussagen erheblich und f\u00fchrt insbesondere bei mehreren Tatbeteiligten zu komplexen und langwierigen Verfahren. Die urspr\u00fcnglich im Rahmen der StPO-Revision diskutierte pragmatische Einschr\u00e4nkung der Teilnahmerechte wurde nicht umgesetzt.</p><p>&nbsp;</p><p>Hinzu kommt, dass die j\u00fcngste Revision der Strafprozessordnung aus Sicht zahlreicher Staatsanwaltschaften zus\u00e4tzliche administrative und verfahrensrechtliche Pflichten schafft. Dazu geh\u00f6ren unter anderem neue Einvernahmepflichten, zus\u00e4tzliche Mitteilungs- und Anh\u00f6rungspflichten gegen\u00fcber Privatkl\u00e4gerschaften sowie erweiterte Mitwirkungsrechte. Gleichzeitig bleiben die personellen Ressourcen vieler Strafverfolgungsbeh\u00f6rden begrenzt. Mehrere kantonale Staatsanwaltschaften weisen darauf hin, dass sich dadurch die Verfahrensdauer verl\u00e4ngert, die Belastung der Mitarbeitenden zunimmt und Ressourcen von der eigentlichen Strafverfolgung und Wahrheitsfindung auf formelle Verfahrensschritte verlagert werden.<br>&nbsp;</p><p>Vor diesem Hintergrund wird der Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen gebeten:</p><ol style=\"list-style-type:decimal;\"><li>Teilt der Bundesrat die Einsch\u00e4tzung, dass die Komplexit\u00e4t der Strafprozessordnung heute eine wesentliche Ursache f\u00fcr die zunehmende \u00dcberlastung von Polizei, Staatsanwaltschaften und Gerichten darstellt?</li><li>Wie beurteilt der Bundesrat die Auswirkungen der geltenden Teilnahmerechte nach Art. 147 StPO auf die Effizienz von Strafuntersuchungen, insbesondere bei Verfahren mit mehreren beschuldigten Personen?</li><li>Ist der Bundesrat bereit, die von einer breit abgest\u00fctzten Expertengruppe unter Leitung des Bundesamtes f\u00fcr Justiz vorgeschlagene Einschr\u00e4nkung der Teilnahmerechte erneut aufzunehmen, wonach eine beschuldigte Person von der ersten Einvernahme einer mitbeschuldigten Person ausgeschlossen werden kann?</li><li>Welche Auswirkungen erwartet der Bundesrat hinsichtlich Verfahrensdauer, Ressourcenbedarf und Verurteilungsquote aufgrund der in der j\u00fcngsten StPO-Revision beschlossenen zus\u00e4tzlichen Verfahrens- und Mitwirkungsrechte?</li><li>Wie beurteilt der Bundesrat den Vorwurf aus der Praxis, wonach die Strafprozessordnung mittlerweile deutlich \u00fcber die Anforderungen der Europ\u00e4ischen Menschenrechtskonvention hinausgeht und dadurch erhebliche zus\u00e4tzliche Verfahrenslasten verursacht?</li><li>Ist der Bundesrat bereit, im Rahmen einer n\u00e4chsten Revision der Strafprozessordnung eine systematische \u00dcberpr\u00fcfung s\u00e4mtlicher Verfahrensrechte auf ihre praktische Notwendigkeit, ihre Verh\u00e4ltnism\u00e4ssigkeit und ihre Auswirkungen auf die Verfahrenseffizienz vorzunehmen (Themen u.a. Einschr\u00e4nkung der Mitwirkungsrechte, \u00dcberarbeitung des Siegelungsverfahrens, Entlastung bei der Landesverweisung)?</li><li>Welche Massnahmen sieht der Bundesrat vor, um sicherzustellen, dass das verfassungsm\u00e4ssige Beschleunigungsgebot k\u00fcnftig wieder besser eingehalten werden kann?</li><li>Teilt der Bundesrat die Auffassung, dass eine Strafjustiz, die immer gr\u00f6ssere Ressourcen f\u00fcr formelle Verfahrensschritte aufwenden muss, Gefahr l\u00e4uft, ihren Kernauftrag \u2013 die rasche Wahrheitsfindung, den Schutz der Bev\u00f6lkerung und die konsequente Durchsetzung des Strafrechts \u2013 zu beeintr\u00e4chtigen?</li><li>Wie beurteilt der Bundesrat die Forderung, die Kompetenz zur Anordnung von Landesverweisungen wieder den Migrationsbeh\u00f6rden zu \u00fcbertragen, um Strafgerichte und Staatsanwaltschaften zu entlasten?</li><li>Welche Entlastungswirkung erwartet der Bundesrat von der parlamentarisch diskutierten M\u00f6glichkeit, Landesverweisungen bei Personen ohne Aufenthaltsrecht k\u00fcnftig auch im Strafbefehlsverfahren auszusprechen?</li></ol>","ReasonText":null,"DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":null,"FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":null,"SubmittedBy":"M\u00fcller Damian","BusinessStatus":202,"BusinessStatusText":"Eingereicht","BusinessStatusDate":"\/Date(1781049600000)\/","ResponsibleDepartment":5,"ResponsibleDepartmentName":"Justiz- und Polizeidepartement","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EJPD","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"1216","Category":null,"Modified":"\/Date(1783674708680)\/","SubmissionDate":"\/Date(1781049600000)\/","SubmissionCouncil":2,"SubmissionCouncilName":"St\u00e4nderat","SubmissionCouncilAbbreviation":"SR","SubmissionSession":5214,"SubmissionLegislativePeriod":52,"FirstCouncil1":2,"FirstCouncil1Name":"St\u00e4nderat","FirstCouncil1Abbreviation":"SR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Strafrecht"}}