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Zugang f\u00fcr zivile Justizbeh\u00f6rden zu Steuerdaten","Description":null,"InitialSituation":null,"Proceedings":null,"DraftText":null,"SubmittedText":"<p>Der Bundesrat wird beauftragt, eine dahingehende \u00c4nderung des Bundesrechts vorzuschlagen, dass die zivilen Justizbeh\u00f6rden Zugang zu den Steuerdaten erhalten, die in familienrechtlichen Verfahren, namentlich betreffend Kinder, zur Feststellung des Sachverhalts notwendig sind.</p>","ReasonText":"<p>Verfahren, die Kinder betreffen, unterliegen dem Untersuchungs- und Offizialgrundsatz (Art.&nbsp;296 ZPO). Das Gericht muss den Sachverhalt umfassend abkl\u00e4ren, insbesondere die wirtschaftliche Situation der Eltern, um die Unterhaltsbeitr\u00e4ge richtig festzulegen.</p><p>In der Praxis weigern sich die Steuerbeh\u00f6rden bisweilen, Steuerdaten an Zivilgerichte weiterzugeben, wenn es daf\u00fcr keine ausdr\u00fcckliche Rechtsgrundlage gibt und die Eltern nicht verheiratet sind. Ihrer Meinung nach reicht Artikel&nbsp;296 ZPO f\u00fcr die Aufhebung des Steuergeheimnisses nicht aus.</p><p>Daraus ergibt sich ein Widerspruch: Das Gericht ist verpflichtet, den Sachverhalt von Amtes wegen abzukl\u00e4ren, hat aber keinen Zugang zu den daf\u00fcr verl\u00e4sslichsten Daten.</p><p>Auch f\u00fchrt diese Situation zu einer Ungleichbehandlung. Bei verheirateten Personen erm\u00f6glicht Artikel&nbsp;170 ZGB einem Ehegatten, vom anderen Auskunft \u00fcber die wirtschaftliche Situation zu verlangen. Bei unverheirateten Eltern gibt es diese Auskunftspflicht nicht und das Gericht kann diese Informationen auch nicht bei den Steuerbeh\u00f6rden einholen. Kinder werden somit je nach Zivilstand ihrer Eltern unterschiedlich behandelt.</p><p>Diese L\u00fccke ist umso problematischer, als die Rechtsprechung des Bundesgerichts vorschreibt, dass die Steuerbelastung bei der Festsetzung des Unterhalts konkret zu ber\u00fccksichtigen ist. Da die Gerichte keinen Zugang zu den eigentlichen Steuerdaten haben, st\u00fctzen sie sich bei ihren Entscheiden auf Sch\u00e4tzungen, was zulasten von Genauigkeit und Gerechtigkeit geht.</p><p>Daher sollte eine klare Rechtsgrundlage geschaffen werden, die es den zivilen Justizbeh\u00f6rden erm\u00f6glicht, die erforderlichen Steuerdaten unter Wahrung des Datenschutzes einzuholen&nbsp;</p>","DocumentationText":null,"MotionText":null,"FederalCouncilResponseText":null,"FederalCouncilProposal":null,"FederalCouncilProposalText":null,"FederalCouncilProposalDate":null,"SubmittedBy":null,"BusinessStatus":202,"BusinessStatusText":"Eingereicht","BusinessStatusDate":"\/Date(1783005954000)\/","ResponsibleDepartment":5,"ResponsibleDepartmentName":"Justiz- und Polizeidepartement","ResponsibleDepartmentAbbreviation":"EJPD","IsLeadingDepartment":true,"Tags":"4|28|1211|1221|2446","Category":"IV","Modified":"\/Date(1783436853430)\/","SubmissionDate":"\/Date(1782950400000)\/","SubmissionCouncil":1,"SubmissionCouncilName":"Nationalrat","SubmissionCouncilAbbreviation":"NR","SubmissionSession":null,"SubmissionLegislativePeriod":52,"FirstCouncil1":1,"FirstCouncil1Name":"Nationalrat","FirstCouncil1Abbreviation":"NR","FirstCouncil2":null,"FirstCouncil2Name":null,"FirstCouncil2Abbreviation":null,"TagNames":"Staatspolitik|Soziale Fragen|Zivilrecht|Gerichtswesen|Steuer"}}