{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Subject(ID=51082L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Subject(ID=51082L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Subject"},"Meetings":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Meeting(ID=4410L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Meeting(ID=4410L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Meeting"},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Meeting(ID=4410L,Language='DE')/Sessions"}},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Meeting(ID=4410L,Language='DE')/Subjects"}},"ID":"4410","Language":"DE","MeetingNumber":7,"IdSession":5107,"SessionNumber":7,"SessionName":"Wintersession 2020","Council":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CouncilAbbreviation":"SR","Date":"\/Date(1607385600000)\/","Begin":"0815","Modified":"\/Date(1610097352393)\/","LegislativePeriodNumber":51,"PublicationStatus":"final","MeetingOrderText":"Siebte Sitzung","SortOrder":7,"Location":"S"},"SubjectsBusiness":{"results":[{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/SubjectBusiness(BusinessNumber=20204331,IdSubject=51082L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/SubjectBusiness(BusinessNumber=20204331,IdSubject=51082L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.SubjectBusiness"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/SubjectBusiness(BusinessNumber=20204331,IdSubject=51082L,Language='DE')/Subjects"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/SubjectBusiness(BusinessNumber=20204331,IdSubject=51082L,Language='DE')/Businesses"}},"IdSubject":"51082","BusinessNumber":20204331,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"20.4331","Title":"Misshandlungen im Schweizer Sport. Schaffung einer unabh\u00e4ngigen nationalen Anlauf- oder Meldestelle","SortOrder":1,"PublishedNotes":null,"Modified":"\/Date(1606208680460)\/","TitleDE":"Motion WBK-S.\nMisshandlungen im Schweizer Sport.\nSchaffung einer unabh\u00e4ngigen\nnationalen Anlauf- oder Meldestelle","TitleFR":"Motion CSEC-E.\nAbus dans le sport suisse.\nMise en place d'un centre d'aide\nou d'un service\nde signalement national ind\u00e9pendant","TitleIT":null}]},"Transcripts":{"results":[{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273463L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273463L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273463L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273463L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273463L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"273463","Language":"DE","IdSubject":"51082","VoteId":null,"PersonNumber":1162,"Type":1,"Text":"<pd_text><p><i>Antrag der Mehrheit </i>[GZ]</p>\n<p>Annahme der Motion</p>\n<p>[VS]</p>\n<p><i>Antrag der Minderheit </i>[GZ]</p>\n<p>(Stark, Gm\u00fcr-Sch\u00f6nenberger, Noser)[GZ]</p>\n<p>Ablehnung der Motion</p>\n<p>[VS]</p>\n<p><i>Proposition de la majorit\u00e9 </i>[GZ]</p>\n<p>Adopter la motion</p>\n<p>[VS]</p>\n<p><i>Proposition de la minorit\u00e9 </i>[GZ]</p>\n<p>(Stark, Gm\u00fcr-Sch\u00f6nenberger, Noser)[GZ]</p>\n<p>Rejeter la motion</p>\n<p>[VS]</p>\n<p><b>Pr\u00e4sident</b> (Kuprecht Alex, Pr\u00e4sident): Der Bundesrat beantragt, die Motion anzunehmen.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20201208","MeetingVerbalixOid":3353,"IdSession":"5107","SpeakerFirstName":"Alex","SpeakerLastName":"Kuprecht","SpeakerFullName":"Kuprecht Alex","SpeakerFunction":"P-M","CouncilId":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CantonId":5,"CantonName":"Schwyz","CantonAbbreviation":"SZ","ParlGroupName":"Fraktion der Schweizerischen Volkspartei","ParlGroupAbbreviation":"V","SortOrder":1,"Start":"\/Date(1607415982727)\/","End":"\/Date(1607416005440)\/","Function":"P-M","DisplaySpeaker":false,"LanguageOfText":null,"Modified":"\/Date(1701715886410)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1607415982727+0060)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1607416005440+0060)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null},{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273489L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273489L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273489L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273489L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273489L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"273489","Language":"DE","IdSubject":"51082","VoteId":null,"PersonNumber":825,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Die Kommission f\u00fcr Wissenschaft, Bildung und Kultur des St\u00e4nderates m\u00f6chte eine unabh\u00e4ngige nationale Anlauf- oder Meldestelle f\u00fcr Opfer von Missst\u00e4nden im Sportbereich schaffen. Sie hat zu diesem Zweck die entsprechende Motion 20.4331 eingereicht. </p>\n<p>Ausl\u00f6ser des heute zur Debatte stehenden Vorstosses waren die j\u00fcngsten Vorkommnisse respektive Meldungen \u00fcber psychische und physische Gewalt gegen\u00fcber jungen Sportlerinnen und Sportlern. In diesem Zusammenhang sei auf die sogenannten Magglingen-Protokolle verwiesen. Diese sind am 31. Oktober 2020 im \"Magazin\" des \"Tages-Anzeigers\" erschienen, und sie haben uns alle aufger\u00fcttelt, auch und gerade die f\u00fcr den Sportbereich auf nationaler Ebene zust\u00e4ndige WBK-S.</p>\n<p>Auf jeden Fall haben wir daraufhin, also nach dem 31. Oktober 2020, ein Hearing anberaumt. Das war am 9. November 2020. An diesem Hearing teilgenommen haben Erwin Grossenbacher, der Pr\u00e4sident des Schweizerischen Turnverbandes (STV), aber auch Roger Schnegg, Direktor von Swiss Olympic. Wir wollten uns ihre Sicht der Dinge anh\u00f6ren, nebst nat\u00fcrlich auch jener des Vertreters von Magglingen, Matthias Remund, Direktor des Bundesamts f\u00fcr Sport. </p>\n<p>Nun ist es dem Pr\u00e4sidenten des STV durchaus gelungen, einen Einblick zu geben, und er hat auch seinem Bedauern \u00fcber die Vorkommnisse Ausdruck verliehen. Immerhin hat der STV 310[NB]000 Aktivmitglieder. Sie sind in 3000 Vereinen aus allen m\u00f6glichen Regionen organisiert, auch aus D\u00f6rfern, wo es nicht viele Vereine gibt; wir wissen das alle. Hinzu kommen 60[NB]000 Ehren-, Frei- und anders verbundene Mitglieder. Von diesen insgesamt 370[NB]000 Mitgliedern des STV sind rund 60 Prozent Frauen. Fast 70[NB]000 Turnerinnen und Turner nahmen 2019 am grossen Eidgen\u00f6ssischen Turnfest in Aarau teil. </p>\n<p>Der STV ist also in erster Linie ein Breitensportverband, aber der Spitzensport hat nat\u00fcrlich ebenso einen wichtigen Stellenwert. Die Hauptdisziplinen sind Kunstturnen, rhythmische Gymnastik und Trampolin. Etwa 2 Prozent der STV-Mitglieder sind im Spitzensport eingebunden. Die Finanzierung erfolgt nebst Beitr\u00e4gen von der Sport-Toto-Gesellschaft und Bundesgeldern \u00fcber Swiss Olympic und Sponsoring, in erster Linie aber \u00fcber den Breitensport. </p>\n<p>Wir reden jetzt heute eigentlich nicht vom Breitensport, sondern von jenen 2 Prozent, die im Spitzensport aktiv sind, und das ist nat\u00fcrlich eine ganz besondere Welt. Die Vorgeschichte ist bekanntlich schon etwas l\u00e4nger: Der Turnverband hat bereits im Jahr 2013 aufgrund von Hinweisen aus dem[NB]BASPO beide Trainerinnen der rhythmischen Gymnastik fristlos entlassen. Der Prozess dauerte Monate und endete in einem Vergleich. Was damals nicht geschehen ist, ist die Aufarbeitung der bekannten F\u00e4lle von Turnerinnen und Turnern. Anfang 2019 hat das BASPO den STV erneut \u00fcber gravierende Verfehlungen orientiert, aus Pers\u00f6nlichkeitsgr\u00fcnden aber keine Namen nennen k\u00f6nnen. Auch hat der STV das Gastrecht f\u00fcr die rhythmische Gymnastik in Magglingen verloren. Immerhin konnte eine Ersatzl\u00f6sung in einer Halle in Biel gefunden werden. Es wurden dann zwar auch weitere Schritte eingeleitet, aber die Situation hat sich trotzdem zugespitzt, bis eben die Magglingen-Protokolle erschienen sind.</p>\n<p>Im Fr\u00fchjahr 2020 hat es weitere Vorw\u00fcrfe zu Verst\u00f6ssen gegen die Ethik-Charta gegeben, und wiederum sind Trainerinnen aufgrund von internen Untersuchungen des STV entlassen worden. Der STV hat dann auch eine externe Untersuchung durch einen Rechtsanwalt eingeleitet. Dieser betreibt die Meldestelle von Swiss Olympic. </p>\n<p>Es ist also durchaus etwas gemacht worden, aber es hat nat\u00fcrlich am Schluss doch nicht gereicht. Die Spitze des Eisberges ist nun endg\u00fcltig aufgetaucht. Hinweise gab es ja schon l\u00e4nger. Ich erinnere Sie an das Buch unserer ehemaligen Spitzenturnerin Ariella Kaeslin, das ja bereits 2008 publiziert wurde und das eigentlich bereits genug Indizien enthalten h\u00e4tte.</p>\n<p>Vonseiten Swiss Olympic hat man das Ganze in diesem Sinne mitverfolgt. Es sind aber eben auch nicht die grossen Schritte passiert. Swiss Olympic ist der Dachverband des Schweizer Sports. Er hat uns auch seine Sicht der Dinge zum Thema Meldestelle dargestellt. Swiss Olympic entschied sich 2013, keine nationale Meldestelle einzurichten. Stattdessen wollte Swiss Olympic die Autonomie der Verb\u00e4nde [PAGE 1243] respektieren. Diese wurden aber ab 2016 mit einer Leistungsvereinbarung verpflichtet, einen Code of Conduct zu erstellen und eine eigene Meldestelle einzurichten. Die Verb\u00e4nde sind auch entsprechend bei der Erarbeitung des Code of Conduct durch Swiss Olympic unterst\u00fctzt worden. </p>\n<p>Schliesslich wollte man \u00fcberpr\u00fcfen, ob das gew\u00e4hlte System gen\u00fcgt oder optimiert werden m\u00fcsste. Swiss Olympic hat dann im Fr\u00fchling 2020, also noch bevor die neusten F\u00e4lle auftauchten, drei renommierte Kanzleien gebeten, Gutachten mit Empfehlungen zu erstellen. Diese Gutachten liegen inzwischen vor. </p>\n<p>Nun haben wir nat\u00fcrlich auch gefragt, warum nicht mehr passiert oder vielleicht fr\u00fcher etwas passiert ist. Sie wissen es auch: Im Nachhinein ist man meistens schlauer. Aber es sind auf jeden Fall Absprachen und Analysen zwischen Swiss Olympic und dem Schweizerischen Turnverband gemacht worden. Ich gebe Ihnen auch noch ein paar Zahlen zu den j\u00fcngsten Untersuchungen, die eingeleitet worden sind. An einer anonymen Online-Befragung durch die zust\u00e4ndige Anwaltskanzlei nahmen \u00fcber 370 Personen teil. Angeschrieben worden sind alle Athletinnen, die in den letzten acht Jahren in einem regionalen oder nationalen Leistungszentrum trainiert haben. Die Antworten kamen dabei von 117 Athletinnen, 147 Eltern, 26 Trainern und 72 Funktion\u00e4ren. Zudem sind 48 Interviews mit Direktbetroffenen gef\u00fchrt worden, die jeweils zwischen zwei und sechs Stunden gedauert haben sollen. Die Resultate der Befragung sind leider noch nicht bekannt. Sie werden aktuell von einer Expertengruppe diskutiert, und dieser Expertengruppe geh\u00f6rt auch alt Bundesr\u00e4tin Calmy-Rey an.</p>\n<p>Wir sind nat\u00fcrlich gespannt auf die Ergebnisse, wenn sie denn an die \u00d6ffentlichkeit kommen, und auf die Form, in welcher das geschieht. Gleichwohl wollte die Kommission eben nicht unt\u00e4tig bleiben. So ist es gekommen, dass wir uns entschieden haben, eine Motion zu machen, obwohl wir auch positiv zur Kenntnis nehmen durften, dass sehr viel passiert und in die Wege geleitet worden ist. Dies verdient durchaus auch Respekt. Die Kommission schl\u00e4gt Ihnen also nun nach den Hearings mit Vertretern von STV, Swiss Olympic, aber auch dem Direktor des BASPO vor, die Motion trotzdem anzunehmen und eine unabh\u00e4ngige nationale Anlauf- oder Meldestelle aufzubauen oder zumindest in die Wege zu leiten. </p>\n<p>Dieses kulturbedingte Systemversagen wird k\u00fcnftig wohl nie ganz verhindert werden k\u00f6nnen; Ziel ist prim\u00e4r, dass es zumindest minimiert wird. Die Trainingskultur soll so ge\u00e4ndert werden, dass Missst\u00e4nde eher verhindert werden k\u00f6nnen. Daher begr\u00fcsst die Kommission auch ausdr\u00fccklich die bereits angelaufenen Bestrebungen zur Einhaltung der Ethik-Charta von Swiss Olympic sowie des Code of Conduct f\u00fcr Trainerinnen und Trainer sowie die eingeleitete Untersuchung zu den j\u00fcngsten Vorw\u00fcrfen. Zur Unterst\u00fctzung dieser Bestrebungen - so wollen wir es verstanden wissen - hat Ihre WBK dann aber mit 10 zu 3 Stimmen beschlossen, eine Motion einzureichen zur Schaffung einer unabh\u00e4ngigen Anlauf- oder Meldestelle f\u00fcr Opfer von Missst\u00e4nden im Sportbereich. Dies ist n\u00e4mlich eine Erkenntnis: Es funktioniert nur, wenn die Sportlerinnen und Sportler nicht gleich aus einem Kader ausgeschlossen werden, nachdem sie sich irgendwo beschwert haben.</p>\n<p>Die Spitze der Pyramide - das wissen wir - ist sehr, sehr d\u00fcnn. Dort wird mit Ellbogeneinsatz und mitunter hart gek\u00e4mpft. Es braucht zwar eine gesunde H\u00e4rte gegen\u00fcber den Athletinnen und Athleten, das weiss man, aber trotzdem gibt es Grenzen. Dass diese Grenzen nicht mehr oder nicht mehr systematisch verletzt werden, dazu soll auch diese Motion einen Beitrag leisten.</p>\n<p>Es gibt einen Minderheitsantrag, der von Kollege Stark begr\u00fcndet wird. Die Minderheit beantragt, auf die Einreichung einer Motion zu verzichten. Man muss sagen, dass dies an jenem Tag nicht traktandiert gewesen ist. Vielmehr resultierte dies im Anschluss an die Anh\u00f6rungen wie auch die \u00dcberlegung, das zu unterst\u00fctzen, was in die Wege geleitet worden ist. Man wollte dies f\u00fcr einmal nicht b\u00fcrokratisch, sondern sehr direkt tun; diese \u00dcberlegung hat dann obsiegt.</p>\n<p>Ich m\u00f6chte mich bei den Kolleginnen und Kollegen der WBK, namentlich bei Kollegin Eva Herzog, ausdr\u00fccklich und herzlich f\u00fcr dieses Engagement und die Unterst\u00fctzung bedanken. Bei Ihnen bedanke ich mich f\u00fcr Ihr Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das ungew\u00f6hnliche Vorgehen. Ich hoffe nat\u00fcrlich, dass Sie diese Motion gleichwohl annehmen. Damit k\u00f6nnte das Parlament f\u00fcr einmal zeigen, dass es auch rasch handeln kann.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20201208","MeetingVerbalixOid":3353,"IdSession":"5107","SpeakerFirstName":"Hannes","SpeakerLastName":"Germann","SpeakerFullName":"Germann Hannes","SpeakerFunction":"Mit-M","CouncilId":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CantonId":14,"CantonName":"Schaffhausen","CantonAbbreviation":"SH","ParlGroupName":"Fraktion der Schweizerischen Volkspartei","ParlGroupAbbreviation":"V","SortOrder":2,"Start":"\/Date(1607416005440)\/","End":"\/Date(1607416812817)\/","Function":"*","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1701715886410)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1607416005440+0060)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1607416812817+0060)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null},{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273493L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273493L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273493L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273493L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273493L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"273493","Language":"DE","IdSubject":"51082","VoteId":null,"PersonNumber":4238,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>J'aimerais bri\u00e8vement revenir sur les notions de courage, d'ind\u00e9pendance, de n\u00e9cessit\u00e9 d'agir et de reconnaissance. Je souhaite relever le courage des personnes qui se sont exprim\u00e9es et les remercie d'avoir rendu leur parole publique. Il n'est pour le moins pas anodin de s'exprimer sur un pan de sa vie qui rec\u00e8le un malaise, voire une emprise, une relation que l'on pourrait qualifier de toxique \u00e0 un \u00e2ge o\u00f9 l'on est fragile, que ce soit la pr\u00e9adolescence, l'adolescence, ou que l'on soit jeune adulte, un pan de sa vie, \u00e9galement, qui se termine par un \u00e9chec, malgr\u00e9 les nombreux sacrifices consentis par les sportives et les sportifs, mais aussi par leur famille et leur entourage sportif.</p>\n<p>Certes, cela a \u00e9t\u00e9 dit, diff\u00e9rentes d\u00e9marches ont \u00e9t\u00e9 mises en place. Il existe une charte \u00e9thique, \u00e9labor\u00e9e par Swiss Olympic et l'Office f\u00e9d\u00e9ral du sport, un code de d\u00e9ontologie et une commission d'\u00e9thique dans le cadre de la F\u00e9d\u00e9ration suisse de gymnastique, et pourtant. Pourtant, des situations de blessure physique et psychologique ont perdur\u00e9. Et la r\u00e9alit\u00e9 montre d\u00e9sormais \u00e0 quel point l'ind\u00e9pendance - j'en viens \u00e0 cette notion - d'un organe sp\u00e9cifique est indispensable afin d'\u00e9viter que la parole des personnes concern\u00e9es ne soit perdue ou confisqu\u00e9e dans le cadre des structures actuelles. </p>\n<p>Je suis d\u00e9sol\u00e9e, coll\u00e8gue Stark, mais la subsidiarit\u00e9, dans cette situation, ne fonctionne pas. L'ind\u00e9pendance est indispensable, de m\u00eame que la visibilit\u00e9, pour l'acc\u00e8s \u00e0 un tel organe, tant pour les personnes concern\u00e9es que, comme l'a dit Mme Herzog, pour soutenir les associations qui sont parfois t\u00e9tanis\u00e9es par rapport \u00e0 leurs responsabilit\u00e9s dans des situations difficiles.</p>\n<p>Les jeunes femmes ont montr\u00e9 des zones d'ombre de la gymnastique rythmique, un climat d'entra\u00eenement archa\u00efque que l'on ne saurait tol\u00e9rer. Si le d\u00e9g\u00e2t d'image est massif pour les structures et les instances concern\u00e9es - j'ose le dire ainsi, pour la marque Macolin -, il convient de ne pas n\u00e9gliger le v\u00e9cu, la situation pass\u00e9e et pr\u00e9sente des personnes concern\u00e9es. Certes, les cadres suisses de la gymnastique artistique ont r\u00e9cemment r\u00e9agi dans une lettre ouverte. J'en cite un extrait: \"Selon nous, un certain niveau de hi\u00e9rarchie est in\u00e9vitable afin que l'entra\u00eeneur puisse faire son travail. Cela consiste \u00e0 nous aider \u00e0 atteindre le sommet, parce que nous voulons tous arriver au sommet, volontairement. Nous n'avons aucune obligation de rester \u00e0 Macolin.\"</p>\n<p>Des relations de hi\u00e9rarchie, des exigences, du travail ne sont \u00e0 mes yeux aucunement antagonistes avec le respect, la prise en consid\u00e9ration de l'\u00e9volution physique des gymnastes, en particulier les r\u00e9alit\u00e9s hormonales des jeunes filles. Il convient par ailleurs de mentionner que si la situation des femmes est d\u00e9sormais plus m\u00e9diatis\u00e9e, les hommes ne sont pas en reste, et, hors du contexte sp\u00e9cifique de la gymnastique, les t\u00e9moignages existent.</p>\n<p>En pr\u00e9parant mon petit propos ce matin, j'ai eu une pens\u00e9e pour le chef des sports jurassien de l'\u00e9poque, Jean-Claude Salomon, qui, dans le cadre des structures \"Sport-art-\u00e9tudes\", affirmait chaque ann\u00e9e aux jeunes qu'il n'y a [PAGE 1245] que dans le dictionnaire que le mot succ\u00e8s pr\u00e9c\u00e8de le mot travail. Bien s\u00fbr, pour transformer le talent en virtuosit\u00e9, en r\u00e9sultats sportifs exceptionnels, les entra\u00eenements sont exigeants, et bon nombre d'espoirs ne r\u00e9sisteront pas \u00e0 la comp\u00e9tition. Bon nombre de parents seront d\u00e9\u00e7us, bon nombre de clubs sportifs seront contrari\u00e9s, mais rien ne justifie l'humiliation, les menaces, bref la culture de la peur ou la course aveugle aux r\u00e9sultats ou \u00e0 la performance, avec - comme on l'a mentionn\u00e9 - \u00e0 la cl\u00e9 des souffrances physiques et psychologiques, parfois, malheureusement, durables.</p>\n<p>Enfin, il est temps d'agir \u00e9galement pour montrer qu'il est possible de travailler diff\u00e9remment et de rendre hommage - j'en viens \u00e0 la notion de reconnaissance - \u00e0 toutes les personnes qui s'engagent de mani\u00e8re ad\u00e9quate et responsable \u00e0 tous les niveaux du sport pour que les jeunes atteignent ces sommets tant convoit\u00e9s, mais pour que le sport demeure ce fabuleux contexte de vie si intense et jubilatoire et que cessent les situations et les pseudom\u00e9thodes intol\u00e9rables.</p>\n<p>Je remercie par ailleurs le Conseil f\u00e9d\u00e9ral qui propose l'acceptation de la motion, qui n'est pas dans une logique de rupture ou de combat, mais dans une logique de soutien.</p>\n<p>Je vous invite donc \u00e0 adopter la motion et je vous remercie de votre attention.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20201208","MeetingVerbalixOid":3353,"IdSession":"5107","SpeakerFirstName":"Elisabeth","SpeakerLastName":"Baume-Schneider","SpeakerFullName":"Baume-Schneider Elisabeth","SpeakerFunction":"Mit-F","CouncilId":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CantonId":26,"CantonName":"Jura","CantonAbbreviation":"JU","ParlGroupName":"Sozialdemokratische Fraktion","ParlGroupAbbreviation":"S","SortOrder":5,"Start":"\/Date(1607417460723)\/","End":"\/Date(1607417715927)\/","Function":"Mit-F","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"FR","Modified":"\/Date(1701715886423)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1607417460723+0060)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1607417715927+0060)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null},{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273494L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273494L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273494L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273494L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273494L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"273494","Language":"DE","IdSubject":"51082","VoteId":"4068","PersonNumber":null,"Type":2,"Text":"<pd_text><p><i>Abstimmung - Vote </i>[GZ]</p>\n<p>F\u00fcr Annahme der Motion ... 26 Stimmen [GZ]</p>\n<p>Dagegen ... 17 Stimmen [GZ]</p>\n<p>(1 Enthaltung)</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20201208","MeetingVerbalixOid":3353,"IdSession":"5107","SpeakerFirstName":null,"SpeakerLastName":null,"SpeakerFullName":"","SpeakerFunction":null,"CouncilId":null,"CouncilName":null,"CantonId":null,"CantonName":null,"CantonAbbreviation":null,"ParlGroupName":null,"ParlGroupAbbreviation":null,"SortOrder":13,"Start":"\/Date(1607419703267)\/","End":"\/Date(1607419752387)\/","Function":null,"DisplaySpeaker":null,"LanguageOfText":null,"Modified":"\/Date(1701715886457)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1607419703267+0060)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1607419752387+0060)\/","VoteBusinessNumber":20204331,"VoteBusinessShortNumber":"20.4331","VoteBusinessTitle":"Motion WBK-S.\nMisshandlungen im Schweizer Sport.\nSchaffung einer unabh\u00e4ngigen\nnationalen Anlauf- oder Meldestelle"},{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273497L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273497L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273497L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273497L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273497L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"273497","Language":"DE","IdSubject":"51082","VoteId":null,"PersonNumber":1288,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Ich war nach der Lekt\u00fcre der Magglingen-Protokolle sehr betroffen. Es ist f\u00fcr mich unverst\u00e4ndlich, dass in der Schweiz Trainingsmethoden angewendet werden, die mich an eigentlich l\u00e4ngst vergangene Zeiten erinnern. Es verschl\u00e4gt einem die Sprache, wenn man h\u00f6rt, dass Kinder und Jugendliche mit massivem psychischem Druck zu H\u00f6chstleistungen getrieben werden. Das darf nicht sein. </p>\n<p>Aus diesem Grund habe ich den Auftrag erteilt, eine unabh\u00e4ngige Untersuchung der Vorf\u00e4lle vorzunehmen. Der Bericht soll eine Aufarbeitung beinhalten, soll aber auch m\u00f6gliche Instrumente vorschlagen, wie man in Zukunft solche F\u00e4lle verhindern kann. Es ist uns klar, das wurde auch jetzt in der Debatte gesagt, dass eine Meldestelle nat\u00fcrlich nicht ausreicht. Es braucht verschiedene Massnahmen, die man treffen muss, dass man beispielsweise ein Fr\u00fcherkennungssystem einf\u00fchrt, damit man wirklich kontrollieren kann, ob die bestehende Ethik-Charta auch umgesetzt wird. In der Trainer- und Trainerinnen-Ausbildung wird in diesem Bereich bereits viel gemacht. Aber gibt es da noch Verbesserungsm\u00f6glichkeiten? All das muss angeschaut werden. Es gibt verschiedene Ansatzpunkte: Sollen die Verb\u00e4nde nur nach sportlichen Erfolgen finanziert werden? Auch diese Frage muss untersucht werden. Muss nicht auch die Komponente der Ethik bewertet werden und nicht nur die Medaillenr\u00e4nge? All das soll auch Teil dieser Untersuchung sein. </p>\n<p>Damit wir uns richtig verstehen: Spitzensport verlangt den vollen Einsatz. Athletinnen und Athleten m\u00fcssen auf viele Annehmlichkeiten verzichten, die andere Gleichaltrige haben. Es darf jedoch nicht sein, dass H\u00f6chstleistung mit einer unmenschlichen Trainingsgestaltung angestrebt wird. Kinder und Jugendliche m\u00fcssen ihrem Alter entsprechend behandelt werden.</p>\n<p>Nous soutenons g\u00e9n\u00e9reusement le sport au moyen de fonds publics. Cela est justifi\u00e9, car le sport d\u00e9ploie de multiples effets positifs, mais nous attendons aussi, en contrepartie, que les valeurs figurant dans la charte \u00e9thique soient respect\u00e9es et d\u00e9fendues. La charte pose le principe essentiel selon lequel les mesures permettant d'atteindre les objectifs sportifs [PAGE 1248] ne doivent nuire ni \u00e0 l'int\u00e9grit\u00e9 physique ni \u00e0 l'int\u00e9grit\u00e9 psychique des sportives et des sportifs. Les f\u00e9d\u00e9rations sportives sont tenues de veiller et d'agir en cons\u00e9quence. Il convient de r\u00e9agir rapidement en cas d'irr\u00e9gularit\u00e9. Il est donc n\u00e9cessaire de mettre en place un centre d'aide ou un service ind\u00e9pendant de signalement des abus.</p>\n<p>Es ist f\u00fcr mich klar, dass es eine Meldestelle braucht. Das BASPO hat Swiss Olympic schon vor mehr als einem Jahr beauftragt, eine solche nationale Meldestelle aufzubauen; die Arbeiten dazu laufen.</p>\n<p>Die Motion, die von der WBK erarbeitet wurde, l\u00e4sst offen, wie eine solche Stelle konkret aufgebaut werden soll. Das bel\u00e4sst uns den notwendigen Spielraum, um auch die Rolle des Bundes festzulegen. Es ist klar, dass der Bund, das heisst das BASPO, beim Aufbau der Stelle mitwirken und Unterst\u00fctzung leisten muss. Bis anhin hat es der Sport nicht alleine geschafft, eine nationale unabh\u00e4ngige Meldestelle zu installieren. Deshalb braucht es hier den Bund. Der Sport hat zun\u00e4chst die dezentrale Methode - wenn ich das so sagen darf - angestrebt: Er hat gesagt, jeder Verband solle f\u00fcr sich eine Meldestelle aufbauen. Das wurde von vielen Verb\u00e4nden gemacht, jedoch noch nicht von allen. Aber eben: Das funktioniert offenbar zu wenig. Deshalb sind wir der Meinung, dass hier Handlungsbedarf besteht.</p>\n<p>Wenn jetzt der Bund diese Arbeiten unterst\u00fctzt, stehen Fragen im Zusammenhang mit den Kompetenzen einer Meldestelle im Vordergrund: Kann sie durchgreifen oder kann sie nur Meldungen entgegennehmen? Letzteres w\u00fcrde wahrscheinlich wenig n\u00fctzen. Das muss man genau studieren und anschauen. Dann geht es nat\u00fcrlich auch um die Festlegung der finanziellen Ausgestaltung. Allenfalls ist es m\u00f6glich, dass sogar rechtliche Grundlagen auf Bundesebene angepasst werden m\u00fcssen. Es ist jetzt in diesen Arbeiten enthalten, dass man das anschaut.</p>\n<p>Die Motion schreibt auch nicht vor, wie die Finanzierung, wie die Organisation, wie die Struktur einer solchen Meldestelle aussehen muss. Die Partner, die hier zusammenarbeiten m\u00fcssen - insbesondere Swiss Olympic und das BASPO -, sind in der Festlegung, was sinnvoll ist, frei. Der Bundesrat ist \u00fcberzeugt, dass es eine unabh\u00e4ngige Meldestelle braucht und dass wir diese Arbeiten fortf\u00fchren m\u00fcssen.</p>\n<p>Abschliessend kann ich sagen: Wie auch immer Ihr Rat jetzt entscheidet, ob er die Motion annimmt oder ablehnt, die Arbeiten sind am Laufen. F\u00fcr uns ist klar, dass der Bund gemeinsam mit Swiss Olympic mit Hochdruck vorangehen und in Richtung dieser unabh\u00e4ngigen Meldestelle arbeiten muss - ich habe gesagt, sie m\u00fcsse am 1. Januar 2022 in Betrieb sein. Diese Arbeiten m\u00fcssen weitergef\u00fchrt werden k\u00f6nnen. Das geschieht auch im Wissen, dass das nur ein Teil eines gesamten Massnahmenpaketes ist. Wir vom Departement und ich pers\u00f6nlich sind sehr interessiert daran, dass wir hier gute L\u00f6sungen finden.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20201208","MeetingVerbalixOid":3353,"IdSession":"5107","SpeakerFirstName":"Viola","SpeakerLastName":"Amherd","SpeakerFullName":"Amherd Viola","SpeakerFunction":"BR-F","CouncilId":99,"CouncilName":"Bundesrat","CantonId":23,"CantonName":"Wallis","CantonAbbreviation":"VS","ParlGroupName":null,"ParlGroupAbbreviation":null,"SortOrder":12,"Start":"\/Date(1607419345113)\/","End":"\/Date(1607419703267)\/","Function":"BR-F","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1701715886440)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1607419345113+0060)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1607419703267+0060)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null},{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273503L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273503L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273503L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273503L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273503L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"273503","Language":"DE","IdSubject":"51082","VoteId":null,"PersonNumber":4241,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Ich bin mir bewusst, dass ich mich vielleicht dem Vorwurf der Verharmlosung der in den Magglinger Protokollen beschriebenen Zust\u00e4nde aussetze, wenn ich Ihnen mit meiner Minderheit empfehle, die Motion abzulehnen. Ich bin jedoch davon \u00fcberzeugt, dass die Betroffenheit \u00fcber die alarmierenden Berichte der ehemaligen Spitzenturnerinnen mindestens gleich \u00fcberzeugend in einer vertieften Besch\u00e4ftigung mit der Thematik zum Ausdruck kommen kann, wie wenn man einen in der Kommission im Dringlichkeitsverfahren beschlossenen Vorstoss durchwinkt.</p>\n<p>Missbr\u00e4uche und Misshandlungen, wie sie die jungen Spitzenturnerinnen erlebt haben, sind auch die Folge eines fokussierten Leistungsdenkens im Spitzensport. Dieses Leistungsprimat ist gesellschaftlich breit anerkannt; da m\u00fcssen wir alle auch in den Spiegel schauen. Wer es dann schafft, international mit seinen Leistungen zu gl\u00e4nzen, erh\u00e4lt grosse Aufmerksamkeit und viel Beifall. Das Gleiche gilt auch f\u00fcr das Umfeld der Athletinnen und Athleten. Dadurch k\u00f6nnen die Trainerinnen und Trainer dazu verleitet werden, f\u00fcr den Erfolg auch menschenunw\u00fcrdige Methoden anzuwenden. Diese Gefahren sind nicht neu, weshalb Swiss Olympic und das Bundesamt f\u00fcr Sport eine Ethik-Charta mit neun Prinzipien f\u00fcr gesunden, respektvollen, fairen und erfolgreichen Sport erlassen haben. Wir haben es vom Kommissionspr\u00e4sidenten geh\u00f6rt: Als Dachverband des organisierten Sports in der Schweiz hat Swiss Olympic alle 81 angeschlossenen Sportverb\u00e4nde verpflichtet, jeweils eine unabh\u00e4ngige Meldestelle f\u00fcr Verst\u00f6sse gegen diese Ethik-Charta sowie gegen den Code of Conduct einzurichten.</p>\n<p>Dass dies nicht gut funktioniert, ist nicht erst seit dem Versagen des Schweizerischen Turnverbandes im Falle der Spitzenturnerinnen bekannt. Der Kommissionspr\u00e4sident hat darauf hingewiesen, dass Swiss Olympic schon vorher drei Gutachten in Auftrag gegeben hat, deren Ergebnisse mittlerweile vorliegen. Die drei Gutachten sind \u00fcbereinstimmend zum Schluss gekommen, dass auf Meldestellen in jedem der 81 Verb\u00e4nde verzichtet und eine einzige, unabh\u00e4ngige, nationale Meldestelle geschaffen werden soll.</p>\n<p>Die vorliegende Motion rennt also offene T\u00fcren ein. Sollte man, frau ihr dennoch zustimmen, im Sinne von \"doppelt gen\u00e4ht h\u00e4lt besser\"? Nein, es gibt zwei gute Gr\u00fcnde, dies nicht zu tun.</p>\n<p>Der erste Grund ist die Respektierung der Subsidiarit\u00e4t. Swiss Olympic, der Dachverband des Schweizer Sports, hat die Vorarbeiten zur Schaffung einer unabh\u00e4ngigen nationalen Meldestelle f\u00fcr Missbr\u00e4uche und Misshandlungen im Spitzensport bereits aufgenommen. Da braucht es den Bund beziehungsweise das Bundesamt f\u00fcr Sport als guten Partner und kritischen Begleiter, aber nicht als Lokomotive. Es ist nicht n\u00f6tig, dass der Bund eine nationale Meldestelle schafft. Swiss Olympic hat bei der Schaffung der Stiftung Antidoping Schweiz seine Umsetzungsst\u00e4rke bewiesen. </p>\n<p>Der zweite Grund ist: Wir sollten Swiss Olympic jetzt nicht bremsen und sollten einen Zeitverlust vermeiden. Es darf davon ausgegangen werden, dass die unabh\u00e4ngige nationale Meldestelle im Jahr 2022 starten wird. Dazu sind diverse Arbeiten auf verschiedenen Stufen n\u00f6tig, unter anderem voraussichtlich auch diverse Statutenanpassungen aller 81 Verb\u00e4nde. Bei einer Annahme der Motion w\u00e4re nun pl\u00f6tzlich der Bund im Lead, was die Eigenverantwortung von Swiss Olympic empfindlich schw\u00e4chen w\u00fcrde. Die Zust\u00e4ndigkeiten m\u00fcssten zuerst neu gekl\u00e4rt werden, wodurch viel wertvolle Zeit verloren ginge und sich der Start der Meldestelle voraussichtlich deutlich verz\u00f6gern w\u00fcrde. Das w\u00e4re genau das Gegenteil dessen, was die Motion will. </p>\n<p>Ich beantrage Ihnen deshalb namens der Minderheit, diese Motion abzulehnen. </p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20201208","MeetingVerbalixOid":3353,"IdSession":"5107","SpeakerFirstName":"Jakob","SpeakerLastName":"Stark","SpeakerFullName":"Stark Jakob","SpeakerFunction":"Mit-M","CouncilId":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CantonId":20,"CantonName":"Thurgau","CantonAbbreviation":"TG","ParlGroupName":"Fraktion der Schweizerischen Volkspartei","ParlGroupAbbreviation":"V","SortOrder":3,"Start":"\/Date(1607416817220)\/","End":"\/Date(1607417105140)\/","Function":"Mit-M","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1701715886410)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1607416817220+0060)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1607417105140+0060)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null},{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273504L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273504L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273504L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273504L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273504L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"273504","Language":"DE","IdSubject":"51082","VoteId":null,"PersonNumber":4239,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Wir haben in der WBK in den letzten Monaten viel \u00fcber Sport gesprochen, und ich h\u00e4tte nicht [PAGE 1244] gedacht, dass wir so viele Sportspezialistinnen und -spezialisten h\u00e4tten mit eigener Erfahrung im Breiten- und Spitzensport, als Schiedsrichterinnen, als ehemalige Vorsteherinnen von kantonalen Sportbereichen, mit Kindern im Spitzensport oder als Verwaltungsratsmitglieder grosser professioneller Clubs mit ihrer ganzen wirtschaftlichen Bedeutung. Entsprechend immer grossz\u00fcgiger sind vielleicht auch die Beitr\u00e4ge an den Sport aufgrund von Corona ausgefallen. Ich selber habe vor ewigen Zeiten eine Doktorarbeit geschrieben \u00fcber die Anf\u00e4nge des Frauenturnens im Kanton Basel-Landschaft, und ich habe damals gestaunt, wie sehr die M\u00e4nner den Frauen schon bei einfachsten turnerischen Bet\u00e4tigungen dreingeredet haben und wie sie so lange wie m\u00f6glich verhindern wollten, dass auch Frauen Wettk\u00e4mpfe austrugen, da dies doch dem weiblichen Geschlecht nicht gut anstehe und k\u00f6rperliche Sch\u00e4den hervorrufen k\u00f6nne, was dann die wahre Bestimmung der Frau, n\u00e4mlich gesunde Kinder zu geb\u00e4ren, gef\u00e4hrden k\u00f6nne. </p>\n<p>Mit Bevormundung und Nicht-ernst-Nehmen haben wir es auch hier zu tun, aber in einem Ausmass, das ich mir nie h\u00e4tte vorstellen k\u00f6nnen. Ich war ersch\u00fcttert, als ich Ende Oktober die sogenannten Magglinger Protokolle gelesen habe, in denen acht ehemalige Sportlerinnen des STV \u00fcber ihre Zeit in Magglingen zwischen 2005 und 2020 Auskunft geben. Ich bin dankbar, dass auf unseren Wunsch in der Sitzung der WBK vom 9. November umgehend Vertreter des STV, von Swiss Olympic und des BASPO zu den geschilderten Vorf\u00e4llen Red und Antwort standen. Sie waren erstaunlich offen, was wir gesch\u00e4tzt haben, was uns aber noch einmal ersch\u00fcttert hat. Mindestens seit der Publikation des bereits erw\u00e4hnten Buches der ehemaligen Spitzenturnerin Ariella Kaeslin 2007 oder 2008 waren die Missst\u00e4nde im Training der rhythmischen Gymnastik und des Kunstturnens bekannt. Von 2007 bis heute wurde sporadisch mit Trainerentlassungen reagiert, aber ge\u00e4ndert hat sich offenbar nichts.</p>\n<p>Alle Anwesenden sagten: \"Wir haben dies und jenes probiert, aber es war nicht genug. Wir dachten, mit einer Trainerentlassung ist es getan, aber das war nicht so.\" Die Turnerinnen wurden erniedrigt und beleidigt, es wurde physische und psychische Gewalt ausge\u00fcbt. Die Turnerinnen mussten verletzt trainieren, haben teilweise bis heute bleibende physische und psychische Sch\u00e4den. Ich sage dies so klar, weil immer wieder die Bemerkung f\u00e4llt: \"Leistungssport ist halt anstrengend, da wird etwas gefordert. Wenn man das nicht will oder kann, soll man es bleibenlassen.\" Das ist - mit Verlaub - Quatsch. Mit Motivation, Begeisterung, Respekt und einer Atmosph\u00e4re des Vertrauens macht es Spass, Leistung zu erbringen, denn nach Magglingen zu gehen, ist tats\u00e4chlich freiwillig. </p>\n<p>Die unabh\u00e4ngige nationale Anlauf- oder Meldestelle, die wir Ihnen beantragen, wird die Probleme nicht von alleine und nicht von heute auf morgen l\u00f6sen. Aber sie ist ein wichtiger erster Schritt. Seit 2013, auch das wurde schon gesagt, gibt es auf Anregung von Swiss Olympic Meldestellen bei den einzelnen Verb\u00e4nden. Aber es hat nichts gebracht, das hat uns der Vertreter von Swiss Olympic auch ganz klar gesagt. Die Angst der Turnerinnen vor Repression ist zu gross. Auch den Schritt \u00fcber die Medien an die \u00d6ffentlichkeit, den diese jungen Frauen nun unternommen haben, das zu wagen, hat sie enorm viel \u00dcberwindung gekostet. Weil sie es eben doch gewagt haben, d\u00fcrfen wir sie jetzt nicht h\u00e4ngenlassen. </p>\n<p>Die Vertreter der Verb\u00e4nde und der Vertreter des BASPO haben uns klar gesagt, dass wir mit einer solchen Stelle offene T\u00fcren einrennen und dass sie bereits daran sind, eine solche Anlauf- oder Meldestelle aufzugleisen. Deshalb erschien es der \u00fcberwiegenden Mehrheit der Kommission auch kein Schnellschuss, dass wir die Motion auf den Weg geschickt haben. Dass der Bund diese Stelle aufbauen soll und nicht die Verb\u00e4nde, dieser Meinung sind wir wirklich. Es hat sich auch klar gezeigt, dass die Verb\u00e4nde hier Unterst\u00fctzung brauchen, dass sie dies nicht alleine tun k\u00f6nnen. Nat\u00fcrlich muss der Bund das in Zusammenarbeit mit den Verb\u00e4nden tun, aber er muss jetzt den Lead \u00fcbernehmen. </p>\n<p>Was kann eine Meldestelle? Sie kann erstens wirklich individuelles Leid verhindern. Zweitens soll sie eine pr\u00e4ventive Wirkung haben. Was wir als Parlament drittens mit unserer Meinungsbekundung machen k\u00f6nnen, ist, bei den bereits bestehenden Bem\u00fchungen Druck aufzusetzen, damit nicht nur wieder \u00fcber Jahre geredet wird, sondern auch nachhaltig etwas geschieht. </p>\n<p>Parallel dazu soll eine wirklich unabh\u00e4ngige Untersuchung eingeleitet werden. Es soll klar definiert werden, wer f\u00fcr die Einhaltung der Ethik-Charta von Swiss Olympic und des Code of Conduct f\u00fcr Trainerinnen und Trainer verantwortlich ist. Nicht zuletzt soll gepr\u00fcft werden, ob sich die Vergabe von Geldern an die Vereine k\u00fcnftig weiterhin am sportlichen Erfolg alleine oder auch an der Einhaltung ethischer Richtlinien messen soll. </p>\n<p>Zur Einrichtung der Anlauf- und Meldestelle geh\u00f6rt es, klar zu definieren, welche Sanktionen ergriffen werden, wenn Missbr\u00e4uche gemeldet werden. Ich habe den Eindruck gewonnen, dass man seitens des VBS wirklich gewillt ist, die Sache anzugehen und unsere Motion als Unterst\u00fctzung zu begreifen, wof\u00fcr ich auch der Departementsvorsteherin explizit danken m\u00f6chte.</p>\n<p>Ich bitte Sie also, der Mehrheit zu folgen und diese Motion anzunehmen.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20201208","MeetingVerbalixOid":3353,"IdSession":"5107","SpeakerFirstName":"Eva","SpeakerLastName":"Herzog","SpeakerFullName":"Herzog Eva","SpeakerFunction":"Mit-F","CouncilId":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CantonId":12,"CantonName":"Basel-Stadt","CantonAbbreviation":"BS","ParlGroupName":"Sozialdemokratische Fraktion","ParlGroupAbbreviation":"S","SortOrder":4,"Start":"\/Date(1607417111477)\/","End":"\/Date(1607417454440)\/","Function":"Mit-F","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1701715886423)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1607417111477+0060)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1607417454440+0060)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null},{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273543L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273543L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273543L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273543L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273543L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"273543","Language":"DE","IdSubject":"51082","VoteId":null,"PersonNumber":1153,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Wir sind bei einem emotionalen Thema. Eigentlich kann ich Ihnen sagen, dass mir die Debatte hier sehr gut gef\u00e4llt, weil sehr viele Leute auch zuh\u00f6ren. Es ist mir nat\u00fcrlich etwas peinlich, dass ich jetzt erst als zweiter Mann rede und auf der Seite von Herrn Stark stehe, der diese Motion nicht annehmen will. Ich m\u00f6chte aber meine Worte wirklich in vollem Respekt insbesondere vor dem aussprechen, was wir von den drei Vorrednerinnen geh\u00f6rt haben. Ich teile vieles von dieser Analyse. Aber es gibt zwei Punkte, einen objektiven und einen subjektiven, die wir auch diskutieren m\u00fcssen.</p>\n<p>Ich bin der Erste, der sich hier im Rat f\u00fcr Kinderrechte einsetzt. Wir haben eine Motion angenommen, dass es eine Ombudsstelle generell f\u00fcr Kinderrechte geben soll. Wenn wir dar\u00fcber reden, was Aufgabe des Staates ist, m\u00fcssen wir dann subsidi\u00e4r f\u00fcr jede einzelne Disziplin eine eigene Ombudsstelle schaffen? Oder reicht die Motion f\u00fcr eine Ombudsstelle f\u00fcr Kinderrechte, die wir vor ein paar Monaten in beiden R\u00e4ten angenommen haben und zu welcher uns der Bundesrat eine Vorlage unterbreiten muss? Diese Ansprechstelle m\u00fcsste eigentlich auch f\u00fcr das vorliegende Thema funktionieren. Wir k\u00f6nnen nicht f\u00fcr jedes Spezialgebiet eine staatliche Ombudsstelle schaffen. Ich habe nichts dagegen, wenn die Sportverb\u00e4nde so etwas machen, das ist mir egal. Aber wir als Staat sollten nur eine Ansprechstelle f\u00fcr Kinderrechte schaffen.</p>\n<p>Pers\u00f6nlich bin ich der Ansicht: Wenn Sie die Motion annehmen, sollte es der Auftrag sein, sie an die Motion anzuh\u00e4ngen, die wir schon angenommen haben. Wenn wir die Motion heute nicht annehmen, dann ist der Auftrag schon gegeben, und die Sportverb\u00e4nde sollen gef\u00e4lligst auf ihrem Niveau[NB]subsidi\u00e4r handeln, wie das der Minderheitssprecher gesagt hat.</p>\n<p>Es gibt aber noch einen Punkt. Das, was ich jetzt sage, ist etwas Pers\u00f6nliches: Ich glaube nicht, dass man diese Debatte f\u00fchren kann, ohne je die Eltern zu erw\u00e4hnen. Keiner meiner Vorredner hat bis jetzt die Eltern erw\u00e4hnt. Wer ist denn zust\u00e4ndig f\u00fcr das Wohl des Kindes? Ich bin der Ansicht, dass auch Sporteltern, die einen sehr hohen Ehrgeiz haben, das Kindeswohl an vorderste Stelle stellen m\u00fcssen. Ich kann mir nicht vorstellen - das sage ich als Vater von zwei M\u00e4dchen, die Sport gemacht haben -, dass man Kinder w\u00e4hrend Wochen irgendwohin in ein Trainingslager gibt und nicht hinschaut. Das kann ich mir einfach nicht vorstellen! Das ist auch eine Aufgabe. Ich glaube, die Eltern w\u00e4ren die erste Stelle, die die Kinder ansprechen m\u00fcssten. Das m\u00fcssen wir auch diskutieren.</p>\n<p>Denken Sie mal daran - ich weiss nicht, ob Sie es mitbekommen haben; ich habe es nur in der Zeitung gelesen -, was beim Schweizer Fernsehen in der Romandie abgegangen ist. Da wurden anscheinend \u00fcber l\u00e4ngere Zeit junge Menschen in irgendeiner Art und Weise sexuell bel\u00e4stigt oder gedem\u00fctigt - ich m\u00f6chte mich hier nicht auf einen Ausdruck festlegen; ich habe das nur in der Zeitung gelesen. Schlussendlich wurde gesagt, der Druck sei so gross gewesen, dass sie sich nicht bei den Meldestellen, die es gab, melden konnten. Das waren Menschen mit einer Berufsbildung, das waren Menschen mit einem Studium, die vollst\u00e4ndig m\u00fcndig waren. Sie sagten, sie h\u00e4tten sich nicht an so eine Meldestelle wenden k\u00f6nnen, weil sie das Gef\u00fchl hatten, der Druck sei zu hoch. Und jetzt erwarten wir, dass achtj\u00e4hrige, zehnj\u00e4hrige, zw\u00f6lfj\u00e4hrige Kinder zu einer solchen Meldestelle gehen. Diese Schwelle scheint mir sehr hoch zu sein.</p>\n<p>Ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir mit dieser Motion hier in erster Linie unsere Betroffenheit ausleben oder wirklich helfen wollen. In der Pflicht stehen meiner Ansicht nach diejenigen Leute, die die Obhutspflicht \u00fcber diese Kinder haben: wenn es Tagesschulen sind, dann die Tagesschulen, nicht der Trainer; und wenn es die Eltern zusammen mit einem Trainer sind, dann die Eltern. Sie m\u00fcssen wir in die Pflicht nehmen, davon bin ich felsenfest \u00fcberzeugt, wenn wir das Problem l\u00f6sen wollen.</p>\n<p>Frau Herzog hat zu Recht gesagt, dass das Problem seit Langem besteht. Meldestellen gibt es seit Langem. Meiner Ansicht nach haben diese Meldestellen nicht das gebracht, was man sich gew\u00fcnscht hatte. Also bitte, liebe sportfanatische Eltern, liebe sportfanatische Kinder: Nach jedem Training braucht es ein Gespr\u00e4ch, und zwar ein ganz einfaches: \"Du, het's gf\u00e4gt?\" Hat es Freude gemacht? Wenn das Kind nicht sagt, dass das Training Freude gemacht habe, dann muss man genau hinschauen. Das ist meine Haltung zu dieser Sache. Die Ombudsstelle haben wir schon beschlossen.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20201208","MeetingVerbalixOid":3353,"IdSession":"5107","SpeakerFirstName":"Ruedi","SpeakerLastName":"Noser","SpeakerFullName":"Noser Ruedi","SpeakerFunction":"Mit-M","CouncilId":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CantonId":1,"CantonName":"Z\u00fcrich","CantonAbbreviation":"ZH","ParlGroupName":"FDP-Liberale Fraktion","ParlGroupAbbreviation":"RL","SortOrder":7,"Start":"\/Date(1607417889247)\/","End":"\/Date(1607418182537)\/","Function":"Mit-M","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1701715886423)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1607417889247+0060)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1607418182537+0060)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null},{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273557L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273557L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273557L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273557L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273557L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"273557","Language":"DE","IdSubject":"51082","VoteId":null,"PersonNumber":4181,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Wenn es Kollege Noser peinlich ist, dass er sich erst als zweiter Mann gegen die Motion \u00e4ussert, so ist es mir als Frau noch peinlicher, dass ich mich als Einzige dagegen \u00e4ussere. [PAGE 1246] </p>\n<p>Ich glaube, wir sind uns alle einig. Die Vorkommnisse, die unter dem Titel \"Magglinger Protokolle\" subsumiert werden, haben uns alle schockiert und aufger\u00fcttelt, ja tief betroffen gemacht. Solche Ereignisse sollen und d\u00fcrfen nicht mehr stattfinden. Auch die \u00d6ffentlichkeit hat enorm stark reagiert. Der Druck auf das Parlament steigt, dass man da sofort und unmittelbar darauf reagiert, wie wir es damals gemacht haben - auch das war ein absolut aussergew\u00f6hnlich tragischer Fall -, als ein Hund im Kanton Z\u00fcrich ein Kind get\u00f6tet hat. Man hat damals diesen Hundefachkundeausweis eingef\u00fchrt. In der Zwischenzeit haben wir ihn wieder abgeschafft. Ich weiss nicht, ob es richtig ist, wenn wir als Parlament jedes Mal regulieren, wenn etwas passiert, wenn wir nicht einfach versuchen, die Probleme an der Wurzel zu packen und in erster Linie dort zu l\u00f6sen.</p>\n<p>Kollege Noser hat es gesagt: Bei Kindern sind in erster Linie die Eltern, Mutter und Vater, zust\u00e4ndig. Die Eltern haben in 99,9 Prozent der F\u00e4lle auch bei Sportlerinnen und Sportlern ein gutes Verh\u00e4ltnis, sind in engem Kontakt mit den Kindern und sp\u00fcren, wenn etwas falsch l\u00e4uft. Dann haben wir ja schlussendlich Swiss Olympic. Die sind zust\u00e4ndig. Auch da haben wir bereits geh\u00f6rt, dass sie eine Anlaufstelle machen wollen, dass sie von den Anlaufstellen der einzelnen Verb\u00e4nde weg zu ihrer eigenen nationalen Anlaufstelle gehen wollen. Swiss Olympic hat absolut ein Interesse daran, dass ihre eigene Anlaufstelle, die 2022 in Betrieb genommen werden soll, auch funktioniert, denn sonst schadet dies einmal mehr nicht nur der Reputation von Swiss Olympic, sondern generell dem Sport.</p>\n<p>Kollegin Herzog, das hat nichts mit Bevormundung zu tun. Auch f\u00fcr mich dreht sich die Welt teilweise zu wenig schnell. Gegen\u00fcber der Zeit, als Sie Ihre Dissertation zum Thema Frauenturnen gemacht haben, habe ich dennoch massive Fortschritte festgestellt.</p>\n<p>Ich glaube, wir alle wollen dasselbe: Wir wollen, dass solche Vorf\u00e4lle nicht mehr vorkommen. Einmal mehr geht es um den richtigen Weg. Aus Sicht der Minderheit ist der richtige Weg die Anlaufstelle von Swiss Olympic. </p>\n<p>In diesem Sinn bitte ich Sie, die Motion abzulehnen. </p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20201208","MeetingVerbalixOid":3353,"IdSession":"5107","SpeakerFirstName":"Andrea","SpeakerLastName":"Gm\u00fcr-Sch\u00f6nenberger","SpeakerFullName":"Gm\u00fcr-Sch\u00f6nenberger Andrea","SpeakerFunction":"Mit-F","CouncilId":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CantonId":3,"CantonName":"Luzern","CantonAbbreviation":"LU","ParlGroupName":"Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. 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Sie ist so, wie wir sie eigentlich auch in der Kommission gef\u00fchrt haben. Es gibt nat\u00fcrlich tats\u00e4chlich alles, F\u00fcr und Wider. Wir sind in einem ganz schwierigen Umfeld, in einem Spannungsfeld.</p>\n<p>Ich ergreife das Wort, weil die Eltern angesprochen worden sind. Ja, es ist der Kommission selbstverst\u00e4ndlich auch klar, dass die Eltern eine wichtige Rolle spielen. Eigentlich hat es aber auch Herr M\u00fcller erw\u00e4hnt, obwohl er sich dagegen ausgesprochen hat: Die Eltern sind nat\u00fcrlich ein wichtiger Part, sie k\u00f6nnen aber auch das Problem sein. Vielleicht sind sie es auch hie und da, weil sie zu oft wegschauen oder weil sie zu grossen Druck aufbauen und gar nicht wissen wollen, was l\u00e4uft. Sie m\u00fcssen wissen, dass die Athletinnen dann, wenn sie im Intensivtraining sind, nicht t\u00e4glich zuhause sind. Das Feedback hat man halt nicht immer. Dieses Spannungsfeld zwischen Eltern und Kindern bleibt nat\u00fcrlich.</p>\n<p>Wir reden aber nicht nur von Kindern. Wir reden prim\u00e4r von Athletinnen und Athleten. Die Athletinnen k\u00f6nnen junge M\u00e4dchen sein, es k\u00f6nnen aber auch junge Frauen oder Frauen sein, wie es bei den M\u00e4nnern jugendliche oder erwachsene Spitzensportler sein k\u00f6nnen.</p>\n<p>Diesen Widerspruch bzw. dieses gesamte Spannungsfeld k\u00f6nnen wir nat\u00fcrlich nicht \u00e4ndern, das ist nat\u00fcrlich so.</p>\n<p>Noch eine Randbemerkung auf die Hinweise zu den Hundekursen: Ich weiss nicht, ob es letztlich eine gute Idee gewesen ist, das so schnell wieder abzuschaffen, wo doch die Zahl der Bissunf\u00e4lle dramatisch zunimmt. Ich w\u00e4re da etwas vorsichtig. Zum Pferdesport, den auch ich liebe und mag - bei uns zuhause reiten alle -, noch dies: Ich bin manchmal froh, dass die Pferde an diesen Anl\u00e4ssen nicht sprechen k\u00f6nnen. Wir w\u00fcrden wahrscheinlich ob dem erschrecken, was das eine oder andere Pferd zu erz\u00e4hlen h\u00e4tte. Das nur eine kleine Randbemerkung. Auch dort hat der Spitzensport eben seinen Preis.</p>\n<p>Es ist jetzt noch die Frage aufgeworfen worden, wer zahle oder wer zust\u00e4ndig sei. So explizit hat die Kommission die Diskussion nicht gef\u00fchrt. Wir haben aber bewusst Offenheit signalisiert, auch mit Swiss Olympic zusammenzukommen und L\u00f6sungen zu entwickeln, wie sich eine solche Ombudsstelle sinnvollerweise aufbauen liesse. Hier sollte man sich, denke ich, wirklich finden k\u00f6nnen. Es ist n\u00e4mlich ganz richtig, was Frau Graf gesagt hat: Wir von der Eidgenossenschaft stehen sehr wohl auch in der Verantwortung. Wir geben Geld aus, viel Geld, und sind stolz, dass wir Magglingen haben. Wir sind dann aber nicht stolz, wenn sich dort Dinge ereignen, die weder Magglingen noch sonst jemand von uns will. Darum haben wir diese M\u00f6glichkeit geschaffen.</p>\n<p>Sehen Sie, noch etwas: Wenn man sich bei der Spitze des Verbands oder bei der Meldestelle beschwert, wird das zur\u00fcckgespielt, sodass als N\u00e4chstes der Athlet oder die Athletin dann nicht mehr Mitglied des Kaders ist oder er oder sie zwar beim Training anwesend sein darf, aber keines Blickes mehr gew\u00fcrdigt wird usw. Solches kann sich eben auch abspielen. Daher ist, meine ich, eine gewisse Unabh\u00e4ngigkeit nicht nur w\u00fcnschbar, sondern geradezu notwendig.</p>\n<p>Weil wir in der Kommission diesen Handlungsbedarf sehen und wir anerkennen, dass unsererseits auch Verantwortung zu tragen ist, und weil wir gegen\u00fcber der Einrichtung dieser Institution offen eingestellt sind, w\u00e4re es richtig, diese Motion jetzt anzunehmen. Denken Sie einfach daran, welches Signal wir senden w\u00fcrden, wenn wir das ablehnen w\u00fcrden.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20201208","MeetingVerbalixOid":3353,"IdSession":"5107","SpeakerFirstName":"Hannes","SpeakerLastName":"Germann","SpeakerFullName":"Germann Hannes","SpeakerFunction":"Mit-M","CouncilId":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CantonId":14,"CantonName":"Schaffhausen","CantonAbbreviation":"SH","ParlGroupName":"Fraktion der Schweizerischen Volkspartei","ParlGroupAbbreviation":"V","SortOrder":11,"Start":"\/Date(1607419075683)\/","End":"\/Date(1607419338370)\/","Function":"*","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1701715886440)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1607419075683+0060)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1607419338370+0060)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null},{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273605L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273605L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273605L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273605L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273605L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"273605","Language":"DE","IdSubject":"51082","VoteId":null,"PersonNumber":806,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Ich m\u00f6chte Sie gerne zur Motion zur\u00fcckf\u00fchren. Wir haben jetzt von vielen Aspekten geh\u00f6rt, die im Schweizer Sport auch noch angegangen werden m\u00fcssen, aber selbstverst\u00e4ndlich von den dort Verantwortlichen. Ich finde es sehr gut, dass Sie auch die Eltern erw\u00e4hnt haben. Selbstverst\u00e4ndlich sind die Eltern wie auch die Leiterinnen und Leiter in den verschiedenen Sportorganisationen extrem wichtig. Jeder und jede hat ihren Beitrag zu leisten.</p>\n<p>Ich bin auch \u00fcberhaupt nicht der Ansicht, dass das eine Mann-Frau-, Frau-Mann-Diskussion ist. Es ist im Ansatz eine emotionale Diskussion, aber sie ist auch sehr sachlich, denn wir alle sind uns einig: Wir wollen fairen Sport, und in diesem fairen Sport darf es keine Kultur der Unterdr\u00fcckung geben, wie sie sich in diesen F\u00e4llen manifestiert hat, wie es protokolliert wurde. Vor allem in gewissen Sportarten sind die M\u00e4dchen und Knaben immer j\u00fcnger. Es darf nicht passieren - und da beziehe ich die Eltern ein, das ist wahr -, dass die Kinder in ein System geraten, wo es zur Kultur geh\u00f6rt, dass [PAGE 1247] unter Schmerzen trainiert wird und dass nur unter Schmerzen Leistungen erbracht werden k\u00f6nnen.</p>\n<p>Ich denke, wir alle wollen keinen solchen Sport, das haben alle gesagt. Das Erbringen von Leistung soll Freude machen. Das ist unser Ziel. Dieser Vorstoss mit dieser unabh\u00e4ngigen nationalen Anlauf- und Meldestelle ist nicht das Ei des Kolumbus, Herr M\u00fcller. Es ist ein Puzzleteil, um zu einer entsprechenden Kultur im Leistungssport zu gelangen. Wir alle wollen den Spitzensport, ich habe mich immer daf\u00fcr eingesetzt; wir wollen aber auch den Breitensport. Es soll vielen jungen Menschen richtig Freude machen, in den Spitzensport zu investieren und viel Freizeit daf\u00fcr herzugeben. Die Eltern m\u00fcssen immer einbezogen werden, denn ohne sie geht es nicht. </p>\n<p>Nun haben wir politisch die M\u00f6glichkeit, dem Bundesrat den Auftrag zu geben, die Meldestelle zusammen mit Swiss Olympic und selbstverst\u00e4ndlich den involvierten Sportorganisationen aufzubauen. Swiss Olympic ist einverstanden, weil - das m\u00fcssen wir konstatieren - ihre Idee, dies an die Sportorganisationen zu delegieren, eben nicht funktioniert hat; das ist nicht meine Aussage, das ist die Aussage von Swiss Olympic. Es ist ein kleiner Teil betroffen, und Sie haben es vielleicht geh\u00f6rt: In der Zwischenzeit haben sich aber viele Sportlerinnen organisiert. Sie stellen noch andere, weitergehende Forderungen, die in dieselbe Richtung gehen: Sie wollen einen fairen Sport, der allen mit gleichen Chancen offensteht, um gemeinsam unseren Schweizer Sport vorw\u00e4rtszubringen. Ich bitte Sie in diesem Sinne, der Motion zuzustimmen. </p>\n<p>Sie haben auch noch gesagt, Herr Noser - ich hoffe, Sie haben es gesagt, sonst korrigieren Sie mich -, der Bund m\u00fcsse hier nicht die Verantwortung \u00fcbernehmen. Doch, wir haben eine Verantwortung. Der Bund unterst\u00fctzt diesen Bereich mit sehr viel Geld, zu Recht, das habe ich immer bef\u00fcrwortet. Wir finanzieren den Schweizer Sport mit grossen Summen. Wir haben es jetzt auch in der Krise getan. Daher tragen wir auch eine Verantwortung, zum Beispiel daf\u00fcr, ob die Ethik-Charta umgesetzt wird und ob wirklich die vorgegebenen Regeln f\u00fcr die finanziellen Mittel, die wir zu Recht einsetzen, eingehalten werden. </p>\n<p>Ich m\u00f6chte Sie daher wirklich darum bitten, hier nicht nur ein Zeichen zu setzen - ich finde, Zeichen setzen alleine reicht nicht -, sondern dem Bundesrat die M\u00f6glichkeit zu geben, zusammen mit den Verantwortlichen diese Anlauf- und Meldestelle f\u00fcr alle aufzubauen. Es w\u00e4re ein sehr wichtiges Signal, auch an all die jungen M\u00e4nner und Frauen, die sich melden sollten - und ich denke, sie werden sich auch melden, wenn die Politik hier aktiv wird -, wenn es irgendwo Schwierigkeiten geben sollte; das ist einfach sehr, sehr wichtig.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20201208","MeetingVerbalixOid":3353,"IdSession":"5107","SpeakerFirstName":"Maya","SpeakerLastName":"Graf","SpeakerFullName":"Graf Maya","SpeakerFunction":"Mit-F","CouncilId":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CantonId":13,"CantonName":"Basel-Landschaft","CantonAbbreviation":"BL","ParlGroupName":"Gr\u00fcne Fraktion","ParlGroupAbbreviation":"G","SortOrder":10,"Start":"\/Date(1607418747690)\/","End":"\/Date(1607419064330)\/","Function":"Mit-F","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1701715886440)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1607418747690+0060)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1607419064330+0060)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null},{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273613L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273613L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273613L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273613L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273613L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"273613","Language":"DE","IdSubject":"51082","VoteId":null,"PersonNumber":4207,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Ich erlaube mir, hier ebenfalls das Wort zu ergreifen, dies als Vizepr\u00e4sident des Schweizerischen Verbandes f\u00fcr Pferdesport, eines der erfolgreichsten Verb\u00e4nde, wenn es um Medaillen an Olympischen Sommerspielen geht. Ich glaube, die Thematik, \u00fcber die wir heute sprechen, ist eben auch eine Thematik, bei der nicht einfach tel quel eine L\u00f6sung niedergeschrieben werden kann, weil unser Sport ganz viele verschiedene Disziplinen kennt. Unser Sport ist vielf\u00e4ltig. Deshalb geht es nach meiner Auffassung einerseits um die Trainerausbildung - egal, welche Sportart es betrifft -, aber andererseits auch um die Ausbildung der Funktion\u00e4re. </p>\n<p>Weshalb sage ich Ihnen das? Weil wir gleichzeitig auch den Unterschied machen m\u00fcssen: Geht es hier und heute um Trainingseinheiten, oder geht es auch darum, an Wettbewerben und im Wettbewerb zu sein? Wenn wir von Wettbewerben sprechen, dann stehen eben auch die Funktion\u00e4re der entsprechenden Sportarten in der Verantwortung: Sie m\u00fcssen, wenn es um eine Athletin oder um einen Athleten geht, den gesamten Staff beaufsichtigen. Es kommt aber auch wieder darauf an, um welche Sportart es geht. Aus meiner ganz pers\u00f6nlichen Erfahrung, wenn es darum geht, Sport mit Tieren zu betreiben oder selber Sport zu betreiben, z. B. auf dem Fussballplatz, hat Kollege Noser einen ganz wichtigen Aspekt aufgegriffen, n\u00e4mlich die Rolle der Eltern. Die Rolle der Eltern habe ich in meiner Kindheit, aber auch in der aktuellen Situation, wenn ich auf Sportpl\u00e4tzen bin, sehr differenziert wahrgenommen. Meistens ist der Ehrgeiz der Eltern gr\u00f6sser als der Ehrgeiz der Athletinnen und Athleten. Der psychische Druck, der von den Eltern auf die Athletinnen und Athleten ausge\u00fcbt wird - weil sie Zeit investieren, weil sie Geld in das Hobby investieren, sei es in Material, in Tiere oder in weitere Trainingseinheiten -, ist massiv. </p>\n<p>Wenn ich das jetzt alles sage, dann, weil ich aus dieser Motion nicht ganz heraussp\u00fcren kann, ob es jetzt hier um den Breitensport oder um den Spitzensport geht. Auch dort haben wir differenzierte Haltungen, weil der Breitensport halt wirklich f\u00fcr eine ganz grosse Breite da ist. Viele Jugendliche machen Sport, weil sie einen Ausgleich wollen. Sie kommen pl\u00f6tzlich in den Rausch des Erfolges und wehe, sie sind dann am Schluss nicht erfolgreich, sei das in einer Mannschaftssportart oder in einer Einzelsportart. Das macht es eben nicht einfacher.</p>\n<p>Was ich aber aus dieser Motion herausnehme, ist, dass die Ombudsstelle unter dem Strich eigentlich vom Bund finanziert wird. Sie wird vom Bund mitfinanziert, und nat\u00fcrlich stehen auch die Sportverb\u00e4nde in der Verantwortung. Ich habe grosses Verst\u00e4ndnis, Frau Bundesr\u00e4tin, dass man hier mit einer Ombudsstelle eine Kluft wieder schliessen will, die im Moment wahrscheinlich da ist. Aber dass es dann wirklich das Ei des Kolumbus ist, das glaube ich eben nicht. </p>\n<p>Warum glaube ich das nicht? Auch wenn wir eine unabh\u00e4ngige Ombudsstelle haben, frage ich Sie: Was ist unabh\u00e4ngig? Wir brauchen ja in dieser Ombudsstelle Ansprechpersonen, die diese Sportart auch kennen. Wenn am Schluss - und die Schweiz ist halt einfach klein - wieder Leute aus dieser Sportart in der Ombudsstelle sind, dann werden wieder die Eltern kommen und sagen, dass die Ombudsstelle nicht unabh\u00e4ngig sei, weil es eben wieder Leute sind, die ihre Kompetenz aus diesem Sportbereich in der Ombudsstelle darlegen. Sie sehen, es ist also weit komplizierter, als man denkt. </p>\n<p>Deshalb glaube ich einfach, es ist unsere Aufgabe, dass wir vielleicht koordinieren. Ich glaube aber nicht, dass eine Ombudsstelle nachher das beste aller Heilmittel ist, mit dem wir alles l\u00f6sen. Nein, das ist sie nicht. Wir m\u00fcssen die Eltern in die Verantwortung nehmen; dann machen die Verb\u00e4nde einen grossartigen Job; wir m\u00fcssen gleichzeitig auch die Athletinnen und Athleten mit auf den Weg nehmen, und was wir insbesondere machen m\u00fcssen - und das sage ich aus eigener Erfahrung im Pferdesport -, ist, in der Trainerausbildung die sozialen und psychischen Kompetenzen eins zu eins mitzugeben. Aber ich sage es Ihnen hier auch deutsch und deutlich: Ich kann nicht beurteilen, was am Schluss der Trainer in der Trainingshalle, auf dem Fussballplatz oder im Leichtathletikstadion den Athletinnen und Athleten eins zu eins mit auf den Weg gibt. Ein kleines Wort kann einen psychischen Druck ausl\u00f6sen, der vielleicht bei den Eltern ganz anders ankommt als bei der Athletin oder dem Athleten. Deshalb glaube ich, dass wir hier sehr stark in der ethischen, aber auch in der psychologischen Debatte drin sind, und auch der Ehrgeiz der Eltern ist nicht zu vergessen. </p>\n<p>Frau Bundesr\u00e4tin, ich neige wirklich dazu, diese Motion nicht anzunehmen; nicht, weil ich per se dagegen bin, sondern weil ich wirklich grosse Angst und Respekt davor habe, dass wir hier etwas schaffen und den Leuten draussen irgendwo sagen, dass wir jetzt das Heilmittel gefunden haben, aber dann fr\u00fcher oder sp\u00e4ter damit besch\u00e4ftigt sein werden, dass diese Ombudsstelle, auch wenn sie unabh\u00e4ngig ist, nicht den[NB]Nutzen[NB]bringt. Den Nutzen bringt sie nur dort, wo wir die Trainer, die Funktion\u00e4re und die Verb\u00e4nde damit beauftragen, spezifisch f\u00fcr ihre einzelnen Sportarten L\u00f6sungen zu erarbeiten. </p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20201208","MeetingVerbalixOid":3353,"IdSession":"5107","SpeakerFirstName":"Damian","SpeakerLastName":"M\u00fcller","SpeakerFullName":"M\u00fcller Damian","SpeakerFunction":"Mit-M","CouncilId":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CantonId":3,"CantonName":"Luzern","CantonAbbreviation":"LU","ParlGroupName":"FDP-Liberale Fraktion","ParlGroupAbbreviation":"RL","SortOrder":9,"Start":"\/Date(1607418380400)\/","End":"\/Date(1607418747690)\/","Function":"Mit-M","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1701715886440)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1607418380400+0060)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1607418747690+0060)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null},{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273662L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273662L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273662L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273662L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=273662L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"273662","Language":"DE","IdSubject":"51082","VoteId":null,"PersonNumber":3830,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Non \u00e8 forse abituale intervenire in tanti per una mozione. Ma il tema \u00e8 talmente importante che non solo lo far\u00f2 ma lo far\u00f2 in italiano. \u00c8 un tema di portata nazionale che merita delle risposte a livello nazionale.</p>\n<p>I racconti delle otto giovani donne, racchiusi nei cosiddetti protocolli di Macolin - ne abbiamo parlato prima -, hanno mostrato il grave quadro: le massicce e sistematiche pressioni psicologiche e fisiche sono durate per molti anni e hanno calpestato la dignit\u00e0 delle giovani atlete con delle gravi conseguenze fisiche e psicologiche, in molti casi anche irreversibili. Nonostante questo sia avvenuto per molti anni e ci siano stati molti indizi non \u00e8 cambiato niente. Oggi ci vuole quindi una svolta, alla quale deve contribuire anche la politica, accogliendo la mozione e onorando cos\u00ec il coraggio di queste giovani donne per le denunce che hanno portato.</p>\n<p>Certo, l'abbiamo sentito, \u00e8 stata introdotta una carta etica da parte di Swiss Olympic, esiste un codice di condotta per gli allenatori e ci sono delle inchieste in corso. Ma tutto questo non pu\u00f2 bastare. La politica \u00e8 chiamata a dare delle risposte ed a riconoscere il coraggio di queste giovani donne, che, come diceva la collega prima, vanno ringraziate per aver avuto questo grande coraggio, per aver preso la parola e denunciato quanto subito.</p>\n<p>Non dobbiamo per\u00f2 dare loro solo ascolto. \u00c8 un nostro dovere fare di tutto per evitare che situazioni simili abbiano a ripetersi. Ecco perch\u00e9 \u00e8 necessaria una struttura come la richiede la maggioranza della commissione. Questa struttura deve essere professionale, indipendente e in grado di ascoltare le segnalazioni delle giovani e dei giovani sportivi; dev'essere una struttura, presso la quale le atlete e gli atleti possano segnalare qualsiasi tipo di abuso che sia fisico, psichico, sessuale o che sia mobbing o un abuso di potere, come avvenuto nell'ambito dello sport; dev'essere una struttura che riesca a garantire la protezione della personalit\u00e0 di questi giovani atleti e atlete; dev'essere una struttura presente in maniera indipendente a livello nazionale. 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