{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Subject(ID=57313L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Subject(ID=57313L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Subject"},"Meetings":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Meeting(ID=4621L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Meeting(ID=4621L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Meeting"},"Sessions":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Meeting(ID=4621L,Language='DE')/Sessions"}},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Meeting(ID=4621L,Language='DE')/Subjects"}},"ID":"4621","Language":"DE","MeetingNumber":7,"IdSession":5115,"SessionNumber":15,"SessionName":"Sommersession 2022","Council":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CouncilAbbreviation":"SR","Date":"\/Date(1654732800000)\/","Begin":"0815","Modified":"\/Date(1658752640423)\/","LegislativePeriodNumber":51,"PublicationStatus":"final","MeetingOrderText":"Siebte Sitzung","SortOrder":7,"Location":"S"},"SubjectsBusiness":{"results":[{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/SubjectBusiness(BusinessNumber=20180077,IdSubject=57313L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/SubjectBusiness(BusinessNumber=20180077,IdSubject=57313L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.SubjectBusiness"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/SubjectBusiness(BusinessNumber=20180077,IdSubject=57313L,Language='DE')/Subjects"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/SubjectBusiness(BusinessNumber=20180077,IdSubject=57313L,Language='DE')/Businesses"}},"IdSubject":"57313","BusinessNumber":20180077,"Language":"DE","BusinessShortNumber":"18.077","Title":"Raumplanungsgesetz. 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Die Detailberatungen erfolgen danach separat.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20220609","MeetingVerbalixOid":3564,"IdSession":"5115","SpeakerFirstName":"Brigitte","SpeakerLastName":"H\u00e4berli-Koller","SpeakerFullName":"H\u00e4berli-Koller Brigitte","SpeakerFunction":"1VP-F","CouncilId":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CantonId":20,"CantonName":"Thurgau","CantonAbbreviation":"TG","ParlGroupName":"Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. 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Bereits kurz nach der Annahme der ersten Etappe der Teilrevision des Raumplanungsgesetzes (RPG 1) in der Volksabstimmung vom 3. M\u00e4rz 2013 wurden die entsprechenden Arbeiten aufgenommen. Sie verz\u00f6gerten sich dann jedoch aufgrund der sehr kontroversen Resultate der Vernehmlassung, die von Dezember 2014 bis Mai 2015 dauerte, und des Wunsches der Kantone, sich zuerst der sehr aufwendigen Umsetzung der RPG 1 widmen zu k\u00f6nnen. </p>\n<p>Nach einer erg\u00e4nzenden Vernehmlassung im Sommer 2017 liess der Bundesrat dem Parlament schliesslich am 31. Oktober 2018 die Botschaft zur RPG 2 zukommen. Der Nationalrat beschloss jedoch am 3. Dezember 2019 mit 108 zu 83 Stimmen, nicht auf die Vorlage einzutreten. Hauptgr\u00fcnde waren die Komplexit\u00e4t der Vorlage sowie die Vorbehalte der Landwirtschaft und des Berggebietes, insbesondere in Bezug auf den Tourismus. Die UREK-S beschloss sodann an ihrer Sitzung vom 16. Oktober 2020, trotzdem auf die Vorlage einzutreten, sie jedoch stark zu vereinfachen und zu k\u00fcrzen - Stichwort: RPG 2 kompakt - und sie mit Erg\u00e4nzungen als indirekten Gegenvorschlag zur Volksinitiative \"gegen die Verbauung unserer Landschaft (Landschafts-Initiative)\" auszugestalten, die am 8. September 2020 eingereicht worden war. </p>\n<p>Der von der Kommission in der Folge am 29. April 2021 einstimmig verabschiedete Entwurf wurde vom 21. Mai bis zum 13. September 2021 in die Vernehmlassung gegeben, nachdem der Bundesrat, gest\u00fctzt darauf, am 12. Mai 2021 beschlossen hatte, auf einen eigenen indirekten Gegenvorschlag zu verzichten. Nach Kenntnisnahme der Vernehmlassungsergebnisse \u00fcberarbeitete die UREK-S den Gesetzentwurf in zwei Sitzungen und verabschiedete ihn am 11. Mai 2022 mit 11 zu 0 Stimmen bei 1 Enthaltung zuhanden des Rates. </p>\n<p>Was sind die Hauptinhalte des Gesetzentwurfes? Das RPG 2 in der vorliegenden Fassung ist gegen\u00fcber der urspr\u00fcnglichen Vorlage des Bundesrates wesentlich gek\u00fcrzt und vereinfacht worden. Auf oft kritisierte Punkte wie die generelle Pflicht, Bauten bei Wegfall ihres bewilligten Zwecks zu beseitigen, oder die Speziallandwirtschaftszonen oder die Strafbestimmungen wurde ganz verzichtet. Neu aufgenommen wurde dagegen als indirekter Gegenvorschlag zur Landschafts-Initiative ein Stabilisierungsziel sowie eine Abbruchpr\u00e4mie f\u00fcr Bauten und Anlagen ausserhalb des Baugebiets. Die Abbruchpr\u00e4mie stellt einen Paradigmenwechsel dar. Erw\u00fcnschtes Handeln im Sinne der Ziele der Raumplanung soll nicht gesetzlich vorgeschrieben und erzwungen werden, sondern mit richtig gesetzten Anreizen freiwillig erfolgen. </p>\n<p>Weitere Hauptinhalte der Vorlage sind: Mit einem Gebietsansatz sollen Kantone in den Richtpl\u00e4nen Spezialzonen ausserhalb des Baugebiets festlegen, wo nicht standortgebundene Nutzungen zul\u00e4ssig sind, wenn gleichzeitig Aufwertungs- und Kompensationsmassnahmen die raumplanerische Gesamtsituation verbessern. Der Gebietsansatz lehnt sich an den urspr\u00fcnglichen Planungs- und Kompensationsansatz des Bundesrates an, wurde jedoch materiell und formell vollzugsfreundlicher ausgestaltet. Er erlaubt es den Kantonen, gem\u00e4ss ihren Eigenheiten bed\u00fcrfnisgerechte, massgeschneiderte L\u00f6sungen zu entwickeln. Uneinig ist sich die Kommission, ob der Gebietsansatz auf die Berggebiete beschr\u00e4nkt werden soll oder nicht. </p>\n<p>Neben den Stabilisierungszielen und der Abbruchpr\u00e4mie soll auch der Vorrang der Landwirtschaft in den Landwirtschaftszonen zu einer akzentuierten Trennung zwischen Baugebiet und Nichtbaugebiet beitragen. Das ist wichtig, damit der aufgrund verschiedener Faktoren - ich nenne die Bev\u00f6lkerungsentwicklung, die Wohlstandsentwicklung, die technische oder die wirtschaftliche Entwicklung - unvermindert hohe allgemeine Siedlungsdruck nicht zu einer Zersiedelung des Nichtbaugebiets f\u00fchrt.</p>\n<p>Uneinig ist sich die Kommission, ob ihre Absicht, mit der RPG 2 auch einen indirekten Gegenvorschlag zur Landschafts-Initiative zu unterbreiten, formell im Gesetzentwurf zum Ausdruck kommen soll. Die Verankerung im Gesetz b\u00f6te die M\u00f6glichkeit zu einem bedingten R\u00fcckzug der Landschafts-Initiative. Das Initiativkomitee hat sich dazu in einem Schreiben ge\u00e4ussert und festgehalten, dass die Antr\u00e4ge der Mehrheit der UREK-S zum Gebietsansatz in Artikel 8c, zum Richtplaninhalt in Artikel 8d sowie zum Agrartourismus in Artikel 16a Abs\u00e4tze 4 und 5 den Schl\u00fcssel f\u00fcr eine Diskussion \u00fcber einen bedingten R\u00fcckzug der Landschafts-Initiative darstellen w\u00fcrden.</p>\n<p>Ich werde mir erlauben, mich in der Detailberatung zu den einzelnen Artikeln zu \u00e4ussern, insbesondere nat\u00fcrlich dort, wo Minderheits- oder Einzelantr\u00e4ge vorliegen.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20220609","MeetingVerbalixOid":3564,"IdSession":"5115","SpeakerFirstName":"Jakob","SpeakerLastName":"Stark","SpeakerFullName":"Stark Jakob","SpeakerFunction":"Mit-M","CouncilId":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CantonId":20,"CantonName":"Thurgau","CantonAbbreviation":"TG","ParlGroupName":"Fraktion der Schweizerischen Volkspartei","ParlGroupAbbreviation":"V","SortOrder":2,"Start":"\/Date(1654765426543)\/","End":"\/Date(1654765806657)\/","Function":"*","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1703237832410)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1654765426543+0120)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1654765806657+0120)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null},{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302386L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302386L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302386L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302386L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302386L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"302386","Language":"DE","IdSubject":"57313","VoteId":null,"PersonNumber":4238,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Les politiques d'am\u00e9nagement du territoire sont passionnantes, mais aussi complexes. En effet, au-del\u00e0 des statistiques, elles ont un effet tr\u00e8s direct non seulement sur l'organisation, mais aussi sur l'occupation de notre territoire. Avec une pes\u00e9e des int\u00e9r\u00eats, elles ne doivent pas perdre de vue un d\u00e9veloppement harmonieux de l'ensemble de notre pays tout en prenant en consid\u00e9ration les besoins de la population, les besoins de l'\u00e9conomie, mais \u00e9galement en conciliant des objectifs de pr\u00e9servation du paysage, de r\u00e9partition des lieux d'habitation et des lieux de travail, les questions de mobilit\u00e9 ainsi que de production d'\u00e9nergie.</p>\n<p>Si on ajoute \u00e0 cet enjeu la composante du f\u00e9d\u00e9ralisme, avec notre attachement, que ce soit \u00e0 Appenzell, au Jura et plus particuli\u00e8rement aux Franches-Montagnes, nous nous retrouvons avec des semaines, des mois de discussions et de d\u00e9bats pour vous proposer un projet qui, aux yeux de la majorit\u00e9, est articul\u00e9 de mani\u00e8re \u00e9quilibr\u00e9e et pragmatique autour d'un concept extr\u00eamement pr\u00e9cieux.</p>\n<p>Je ne suis pas de nature nostalgique, mais je me suis demand\u00e9 quel \u00e9tait l'ordre du jour de la premi\u00e8re s\u00e9ance de commission sur cet objet, en date du 27 janvier 2020. Eh bien y figurait: \"Loi sur l'am\u00e9nagement du territoire. R\u00e9vision partielle. Deuxi\u00e8me phase. Pr\u00e9sentation du projet. Suite de la proc\u00e9dure\". Au stade actuel du traitement de cet objet, je souhaite remercier mon coll\u00e8gue Martin Schmid, qui m'a pr\u00e9c\u00e9d\u00e9e \u00e0 la pr\u00e9sidence de la commission, qui a d\u00e9but\u00e9 les travaux relatifs \u00e0 cet objet et qui a propos\u00e9 de mettre en consultation aupr\u00e8s des cantons un nouveau projet qui visait \u00e0 agir dans le domaine des constructions hors de la zone \u00e0 b\u00e2tir et \u00e0 proposer un m\u00e9canisme plus pragmatique que celui - qui \u00e9tait estim\u00e9 complexe - \u00e9labor\u00e9 par le Conseil f\u00e9d\u00e9ral. Il s'agissait \u00e9galement d'int\u00e9grer dans le projet les pr\u00e9occupations essentielles de l'initiative paysage, afin de pouvoir lui opposer un contre-projet indirect. Il s'agissait de stabiliser le nombre d'installations, de stabiliser \u00e9galement la situation de l'imperm\u00e9abilisation des sols par une strat\u00e9gie d'incitation qui s'exprime notamment par le versement d'une prime de d\u00e9molition.</p>\n<p>Vu les diff\u00e9rentes prises de position que nous avons re\u00e7ues ces derniers jours, force est de constater - ou du moins peut-on relever avec une certaine satisfaction - que le projet recueille d\u00e9sormais plus qu'un modeste succ\u00e8s d'estime. La plupart des partenaires reconnaissent l'important travail men\u00e9 par la commission. Effectivement, notre coll\u00e8gue Schmid avait d\u00e9but\u00e9 des travaux importants; nous les poursuivons, et il reste encore des dossiers importants sur notre table.</p>\n<p>A titre d'exemple, il en va ainsi de la prise de position des comit\u00e9s de la Conf\u00e9rence suisse des directeurs cantonaux des travaux publics, de l'am\u00e9nagement du territoire et de l'environnement, de m\u00eame que de la Conf\u00e9rence des directeurs cantonaux de l'agriculture. Ces conf\u00e9rences mentionnent l'importance de notre projet pour les cantons - c'est important de le pr\u00e9ciser - et recommandent l'entr\u00e9e en mati\u00e8re, en qualifiant leur proposition et notre position sur le projet de fondamentalement positives, tandis que des points plus critiques pourront \u00eatre pris en consid\u00e9ration dans la suite du processus.</p>\n<p>On retrouve \u00e9galement une appr\u00e9ciation positive de la part de l'Union suisse des paysans, tandis que les milieux touristiques entrent \u00e9galement en mati\u00e8re sur le projet. D'une mani\u00e8re g\u00e9n\u00e9rale, chers coll\u00e8gues, le lien est \u00e9galement fait avec l'initiative paysage. Nous aurons l'occasion d'aborder cette question lors de la discussion par article.</p>\n<p>Je vous invite \u00e0 entrer en mati\u00e8re, en consid\u00e9rant que les attentes des cantons, des diff\u00e9rents partenaires, sont d\u00e9sormais prises en consid\u00e9ration avec ce projet de loi.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20220609","MeetingVerbalixOid":3564,"IdSession":"5115","SpeakerFirstName":"Elisabeth","SpeakerLastName":"Baume-Schneider","SpeakerFullName":"Baume-Schneider Elisabeth","SpeakerFunction":"2VP-F","CouncilId":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CantonId":26,"CantonName":"Jura","CantonAbbreviation":"JU","ParlGroupName":"Sozialdemokratische Fraktion","ParlGroupAbbreviation":"S","SortOrder":5,"Start":"\/Date(1654766785000)\/","End":"\/Date(1654766986187)\/","Function":"Mit-F","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"FR","Modified":"\/Date(1703237832427)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1654766785000+0120)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1654766986187+0120)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null},{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302397L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302397L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302397L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302397L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302397L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"302397","Language":"DE","IdSubject":"57313","VoteId":null,"PersonNumber":4056,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Als das Raumplanungsgesetz im Jahr 1980 in Kraft trat, hatte die Schweiz 6,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Heute sind es \u00fcber 8,7 Millionen oder 38 Prozent mehr. 1980 waren in der Schweiz 2,2 Millionen Personenwagen eingel\u00f6st, 2021 waren es 4,7 Millionen, d. h. mehr als doppelt so viele. Diese zwei statistischen Daten zeigen: Die Schweiz hat sich seit dem Inkrafttreten des Raumplanungsgesetzes vor gut vierzig Jahren stark ver\u00e4ndert. Die Bev\u00f6lkerung w\u00e4chst unaufhaltsam, die Mobilit\u00e4t ebenso. Dass diese Entwicklung mit Auswirkungen auf Raum und Umwelt verbunden ist, sehen wir jeweils alle, wenn wir nur schon von unseren Wohnorten nach Bern reisen. Die Statistik widerspiegelt die dabei gewonnenen Eindr\u00fccke.</p>\n<p>Es lohnt sich allerdings, die Sache etwas genauer anzuschauen. Ich \u00e4rgere mich jedenfalls pers\u00f6nlich, wenn die Zersiedelung gewisser Regionen der Schweiz als Folge einer [PAGE 453] ungen\u00fcgenden Trennung des Baugebiets vom Nichtbaugebiet dargestellt wird oder wenn die Landwirtschaft an den Pranger gestellt wird, jene Branche also, die, wie es der Name sagt, in die Landwirtschaftszone geh\u00f6rt. Ich \u00e4rgere mich pers\u00f6nlich, wenn behauptet wird, der Kulturlandverlust sei auf das nicht landwirtschaftliche Wohnen ausserhalb des Baugebiets zur\u00fcckzuf\u00fchren. Wir sollten die Diskussion zur Vorlage anhand von Fakten f\u00fchren. Ich z\u00e4hle Ihnen diese gerne auf:</p>\n<p>1.[NB]Seit der ersten Arealstatistik f\u00fcr die Jahre 1979 bis 1985 gingen rund 140[NB]000 Hektaren Landwirtschaftsfl\u00e4che verloren. 54 Prozent davon, also gut die H\u00e4lfte, wurden zu Siedlungsfl\u00e4chen. 46 Prozent, also knapp die H\u00e4lfte, wurden zu bestockten oder unproduktiven Fl\u00e4chen, d. h. zu Wald oder zu Fl\u00e4chen mit einer Strauchvegetation. Von den rund 75[NB]000 Hektaren Landwirtschaftsfl\u00e4che, die in den letzten vierzig Jahren zu Siedlungsfl\u00e4chen wurden, liegen rund zwei Drittel heute innerhalb der Bauzone. Das heisst, sie wurden eingezont. Im Umkehrschluss heisst das: Nur knapp 18 Prozent des Kulturlandverlustes sind auf neue Siedlungsfl\u00e4chen ausserhalb der heutigen Bauzone zur\u00fcckzuf\u00fchren.</p>\n<p>2.[NB]Als Siedlungsfl\u00e4chen gelten nicht nur Geb\u00e4ude, sondern auch der Umschwung dieser Geb\u00e4ude, vor allem aber auch Verkehrsfl\u00e4chen. Auch besondere Siedlungsfl\u00e4chen, wie z.[NB]B. Zonen f\u00fcr Deponien und f\u00fcr den Materialabbau, oder Fl\u00e4chen mit Sport-, Erholungs- und Gr\u00fcnanlagen, zu denen z.[NB]B. auch Golfpl\u00e4tze geh\u00f6ren, gelten als Siedlungsfl\u00e4chen. Ein grosser Teil dieser zus\u00e4tzlichen Siedlungsfl\u00e4chen ausserhalb der Bauzonen entf\u00e4llt auf Verkehrsfl\u00e4chen. Denken Sie z.[NB]B. an den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur, denken Sie an neue oder ausgebaute Strassen, denken Sie an Rad- und Gehwege. Das sind riesige Fl\u00e4chen an Landwirtschaftsland, das in Anspruch genommen wird. Es \u00fcberrascht jedenfalls nicht, dass heute 64[NB]000 Hektaren ausserhalb der Bauzonen auf Verkehrsfl\u00e4chen entfallen. Das ist mehr als die H\u00e4lfte der Siedlungsfl\u00e4chen ausserhalb des Baugebietes. </p>\n<p>Betrachtet man die Geb\u00e4udefl\u00e4chen, stellt man fest, dass das Wachstum zum allergr\u00f6ssten Teil auf zus\u00e4tzliche oder gr\u00f6ssere landwirtschaftliche Geb\u00e4ude zur\u00fcckzuf\u00fchren ist, also auf zonenkonforme Bauten. Rund 2400 Hektaren wurden in den letzten vierzig Jahren f\u00fcr neue landwirtschaftliche Bauten beansprucht. Dies entspricht einem j\u00e4hrlichen Wachstum von 1,3 Prozent. Das hat mit dem Strukturwandel in der Landwirtschaft zu tun. Eine tierfreundlichere Tierhaltung braucht mehr Platz. Denken Sie z. B. an den Wechsel von einem traditionellen Anbindestall zu einem Laufstall. Da die Betriebe immer gr\u00f6sser werden, mehr Fl\u00e4che im Betrieb konzentriert haben und zudem st\u00e4rker mechanisiert sind, sind zunehmend gr\u00f6ssere Maschinen und Ger\u00e4te im Einsatz, die wiederum gr\u00f6ssere \u00d6konomiebauten zur Folge haben.</p>\n<p>Nun komme ich zum Kern meiner statistischen Feststellungen. Die immer wieder zu h\u00f6rende Behauptung, das Problem seien die ausserhalb der Bauzonen erstellten oder umgenutzten Wohnbauten, ist nicht korrekt. Denn wenn das sogenannte Wohnareal, die Geb\u00e4udefl\u00e4chen f\u00fcr das nicht landwirtschaftliche Wohnen, gewachsen ist, ist dies auf einen statistischen Effekt zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Fl\u00e4chen von Wohnbauten, die aufgrund des Strukturwandels von der Landwirtschaft nicht mehr ben\u00f6tigt und zu nicht landwirtschaftlichen Wohnbauten umgenutzt werden, werden statistisch dem Wohnareal zugeschlagen. Das ergibt eine statistische Verf\u00e4lschung. In den letzten vierzig Jahren betraf dies 280 Hektaren, was einem j\u00e4hrlichen Wachstum von 0,9 Prozent entspricht. Dabei gilt es zu beachten, dass nur ein Viertel dieses zus\u00e4tzlichen Wohnareals effektiv auf Geb\u00e4udefl\u00e4chen entf\u00e4llt. Der weitaus gr\u00f6ssere Teil entf\u00e4llt auf den Geb\u00e4udeumschwung, d. h. auf G\u00e4rten, auf andere Gr\u00fcnfl\u00e4chen, auf Vorpl\u00e4tze, Zufahrtsstrassen, Zufahrtswege. Dies alles ist nicht illegal, sondern im Rahmen der geltenden Rechtsordnung.</p>\n<p>Warum sage ich Ihnen all das hier beim Eintreten? Wir m\u00fcssen bei der Diskussion \u00fcber das Gebiet ausserhalb der Bauzone den Tatsachen schon in die Augen schauen. Was uns an der Zersiedelung in der Schweiz st\u00f6rt, ist das, was wir 2012 mit der RPG 1 angegangen sind, n\u00e4mlich das ungebremste Wachsen des Baugebietes und der damit verbundene Kulturlandverlust. Was wir aber h\u00f6chstens zur Kenntnis nehmen, ist die Tatsache, dass die H\u00e4lfte des Verlustes an Landwirtschaftsfl\u00e4chen auf Verwaldung und Verbuschung zur\u00fcckzuf\u00fchren ist. Was wir als unab\u00e4nderlich betrachten und hinnehmen, ist die enorme Bodenbeanspruchung f\u00fcr Verkehrsfl\u00e4chen. Und was es zu akzeptieren gilt, ist in Gottes Namen, dass die Landwirtschaft mehr und gr\u00f6ssere Bauten ben\u00f6tigt, auch wenn grunds\u00e4tzlich gerade die grossen neuen landwirtschaftlichen Bauten f\u00fcr das Auge st\u00f6rend sind. Aber es ist eine Tatsache: Die Landwirtschaft geh\u00f6rt in die Landwirtschaftszone.</p>\n<p>Nur ein kleines Problem ist, wenn \u00fcberhaupt, das nicht landwirtschaftliche Wohnen ausserhalb des Baugebiets. Das sage ich Ihnen vor allem auch als Standesvertreter des Kantons Appenzell Innerrhoden, der diverse Statistiken zum Bauen ausserhalb der Bauzone anf\u00fchrt. In meinem Kanton wohnen noch heute 28 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner ausserhalb des Baugebiets. 18 Prozent der Besch\u00e4ftigten arbeiten ausserhalb der Bauzonen, und 42 Prozent der Geb\u00e4udefl\u00e4chen liegen ausserhalb der Bauzonen.</p>\n<p>Die Erkl\u00e4rung f\u00fcr diese statistischen Daten liegt nicht in einer laschen Anwendung des Raumplanungsrechts, sondern in der traditionellen Siedlungsstruktur. Man wohnte urspr\u00fcnglich nicht in D\u00f6rfern, sondern auf seinem eigenen Kulturland. Arbeiten und Wohnen geh\u00f6rten zusammen. Das ist keine Spezialit\u00e4t Innerrhodens, sondern die traditionelle Siedlungsstruktur in weiten Teilen der n\u00f6rdlichen Voralpen zwischen Bodensee und Genfersee. Dazu geh\u00f6ren Innerschweizer Kantone, aber auch gr\u00f6ssere Kantone wie Bern, Luzern, Freiburg und St. Gallen. Diese Kulturlandschaft, das sage ich Ihnen jetzt wirklich von Herzen, ist unser Stolz. Entsprechend sorgf\u00e4ltig gehen wir damit um. Dass die Stiftung Landschaftsschutz das Innerrhoder Streusiedlungsgebiet im Jahr 2015 als Landschaft des Jahres mit dem Landschaftspreis ausgezeichnet hat, ist daher kein Zufall. </p>\n<p>Nur, das Bewahren geht immer mit einer Entwicklung einher. Denn die Menschen, die ausserhalb der Bauzonen wohnen und arbeiten, sind keine musealen Exponate. Auch sie wollen sich entwickeln, auch sie haben ihre Anspr\u00fcche an ein zeitgem\u00e4sses Wohnen. </p>\n<p>Vor diesem Hintergrund trete ich mit zwei Zielen auf diese Vorlage ein:</p>\n<p>1.[NB]Das vom Bundesrat gesetzte Ziel, den Kantonen beim Bauen ausserhalb der Bauzonen einen gr\u00f6sseren Gestaltungsspielraum einzur\u00e4umen, muss umgesetzt werden. Denn die Ausgangslagen und die Bed\u00fcrfnisse sind aufgrund der unterschiedlichen Siedlungsstrukturen und Bautraditionen nun einmal nicht gesamtschweizerisch gleich.</p>\n<p>2.[NB]Die w\u00e4hrend der Kommissionsberatungen eingereichte Landschafts-Initiative ist ein Frontalangriff auf l\u00e4ndlich gepr\u00e4gte Regionen der Schweiz und dezidiert abzulehnen. Die Zweitwohnungs-Initiative hat jedoch gezeigt, dass auch solche Initiativen nicht chancenlos sind. Ich bin daher bereit, das Grundanliegen der Initianten aufzunehmen, sofern sich die neue Bundesregulierung in Grenzen h\u00e4lt. Denn vergessen wir nicht, dass die Bundesverfassung in Artikel 75 dem Bund nur die Kompetenz gibt, die Grunds\u00e4tze der Raumplanung festzulegen. Dar\u00fcber hinaus ist die Raumplanung Sache der Kantone. Es ist Aufgabe und Kompetenz der Kantone, f\u00fcr eine zweckm\u00e4ssige und haush\u00e4lterische Nutzung des Bodens und f\u00fcr eine geordnete Besiedlung des Landes zu sorgen. Gerade als Standesvertreter sind wir gehalten, dieser verfassungsm\u00e4ssigen Kompetenzordnung Rechnung zu tragen.</p>\n<p>Die Kommission hat diese Grunds\u00e4tze weitgehend beachtet. Die Vorlage, die wir heute beraten, ist entschlackt, ber\u00fccksichtigt Anliegen der Landschafts-Initiative und versucht, den Gestaltungsspielraum teilweise zu vergr\u00f6ssern. Die Differenzen sind nicht riesig, jedenfalls nicht so gross, wie es diverse Zuschriften vermuten lassen, die wir in den letzten Tagen erhalten haben.</p>\n<p>In diesem Sinn bin ich f\u00fcr Eintreten und ersuche Sie, in der Detailberatung der RPG 2 allen Minderheiten zu folgen.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20220609","MeetingVerbalixOid":3564,"IdSession":"5115","SpeakerFirstName":"Daniel","SpeakerLastName":"F\u00e4ssler","SpeakerFullName":"F\u00e4ssler Daniel","SpeakerFunction":"Mit-M","CouncilId":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CantonId":16,"CantonName":"Appenzell I.-Rh.","CantonAbbreviation":"AI","ParlGroupName":"Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. 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Nun geht es darum, ein gutes Ende zu finden und alle berechtigten [PAGE 454] Anliegen in die Revision aufzunehmen. Der Schutz des Kulturlandes ist selbstverst\u00e4ndlich wichtig, aber genauso wichtig sind die Sicherung und die Weiterentwicklung unserer Infrastrukturen. Denn ohne eine Verdichtung in den urbanen Zentren wird es nicht gehen. Zudem muss der Zersiedelung in den l\u00e4ndlichen Regionen entgegengewirkt werden. Dabei spielt aber die Subsidiarit\u00e4t eine zentrale Rolle. Die Kantone m\u00fcssen zur Bew\u00e4ltigung ihrer individuellen Herausforderungen so viel Handlungsspielraum erhalten wie m\u00f6glich. </p>\n<p>In der UREK-S wurde der Landschafts-Initiative mit den Stabilisierungszielen beim Bauen ausserhalb der Bauzone quasi ein Gegenvorschlag gegen\u00fcbergestellt, der den kantonalen Besonderheiten Rechnung tr\u00e4gt. Uns allen ist bewusst, dass der Ausbau einheimischer erneuerbarer Energien wesentlich zur Erreichung der Klimaziele beitr\u00e4gt. Dabei spielt die Fotovoltaik die zentrale Rolle. Das gr\u00f6sste Potenzial der Solarenergie liegt auf den Geb\u00e4uden. Es ist aber schwierig, dieses Potenzial rasch nutzbar zu machen. Deshalb braucht es Solaranlagen in beschr\u00e4nktem Ausmass auch anderswo als auf Geb\u00e4uden. </p>\n<p>Im Rahmen dieser RPG-Revision haben wir uns auf einen Antrag meinerseits hin mit den Hindernissen f\u00fcr die Fotovoltaik in der Raumplanung besch\u00e4ftigt. Diese Hindernisse sind einer der Gr\u00fcnde, weshalb heute bei den erneuerbaren Energien in der Schweiz ein grosser Investitionsstau herrscht. Solche Hindernisse bestehen beispielsweise in Bezug auf die Frage der Zonenkonformit\u00e4t von Anlagen auf landwirtschaftlichen Bauten, die Bewilligungskompetenz f\u00fcr Anlagen auf L\u00e4rmschutzw\u00e4nden oder die Beurteilung der Standortgebundenheit von Anlagen ausserhalb der Bauzone.</p>\n<p>Letzte Woche hat der Bundesrat die Revision der Raumplanungsverordnung beschlossen. Das UVEK hat das Thema aufgrund meiner Antr\u00e4ge in der Kommission aufgenommen. Neu gelten z. B. Fotovoltaikanlagen entlang bestehender Infrastrukturen als standortgebunden, und auch Agrifotovoltaik wird in gewissem Masse erlaubt. So tragen wir dazu bei, den Investitionsstau bei den Erneuerbaren endlich zu l\u00f6sen. N\u00e4chste Schritte werden dann beim sogenannten Mantelerlass n\u00f6tig sein. Damit liegt jetzt eine Vorlage auf dem Tisch, der wir zustimmen sollten. Ich rufe Sie dazu auf, auf die \u00c4nderung des Bundesgesetzes \u00fcber die Raumplanung einzutreten. </p>\n<p>Ich begr\u00fcsse es, dass die Mehrheit der Kommission entschieden hat, dass die Landschafts-Initiative und die RPG-Revision nicht miteinander verkn\u00fcpft werden. Denn Letztere wurde lange vor der Initiative begonnen. Aus staatspolitischen Gr\u00fcnden unterst\u00fctze ich dieses Vorgehen. </p>\n<p>Abschliessend halte ich fest, dass wir bei den Mehrheiten und Minderheiten genau hinschauen m\u00fcssen. Ich freue mich auch, dass Kollege F\u00e4ssler nun die Empfehlung gegeben hat, alle Minderheitsantr\u00e4ge anzunehmen, und somit auch meine Minderheit unterst\u00fctzen wird. Er weiss, um welche es sich handelt. Was mich jedoch befremdet, ist der Umstand, dass die Pferdebranche immer mehr von der Landwirtschaft ins Gewerbegebiet verlagert wird. Es kann nicht sein, dass es f\u00fcr einen Landwirtschaftsbetrieb zunehmend schwieriger wird, sich umzustrukturieren, und dass er damit raumplanerisch ins Offside laufen muss. Hier erwarte ich, dass die Raumplanungs- und die Landwirtschaftspolitik gezielter und vor allem praxisnah aufeinander abgestimmt werden. </p>\n<p>Ich lege meine Interessenbindung offen: Als Pr\u00e4sident des Schweizerischen Verbandes f\u00fcr Pferdesport biete ich Hand f\u00fcr Diskussionen, bei denen das Tierwohl im Zentrum steht. Ich habe aber darauf verzichtet, in der ersten Runde der Behandlung dieser Vorlage entsprechende Antr\u00e4ge zu stellen. Wir m\u00fcssen jetzt schauen, wie wir das Ganze aufbauen wollen. Ich behalte mir jedoch vor, nach der Behandlung im Nationalrat, wenn die Vorlage wieder bei uns ist, nochmals zu intervenieren. </p>\n<p>Ich bitte Sie, auf die Vorlage einzutreten und in der Detailberatung bei den Mehrheiten und Minderheiten genau hinzuschauen.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20220609","MeetingVerbalixOid":3564,"IdSession":"5115","SpeakerFirstName":"Damian","SpeakerLastName":"M\u00fcller","SpeakerFullName":"M\u00fcller Damian","SpeakerFunction":"Mit-M","CouncilId":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CantonId":3,"CantonName":"Luzern","CantonAbbreviation":"LU","ParlGroupName":"FDP-Liberale Fraktion","ParlGroupAbbreviation":"RL","SortOrder":4,"Start":"\/Date(1654766500087)\/","End":"\/Date(1654766779430)\/","Function":"Mit-M","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1703237832427)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1654766500087+0120)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1654766779430+0120)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null},{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302403L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302403L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302403L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302403L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302403L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"302403","Language":"DE","IdSubject":"57313","VoteId":null,"PersonNumber":4186,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>On a entendu ce qui nous distingue, en fonction des r\u00e9gions de notre pays. Mais, d'abord, ce qui nous r\u00e9unit, dans notre \"Willensnation\", c'est notre territoire, qu'on a d\u00e9cid\u00e9 de partager. Un territoire dont on est fier, de la Thurgovie au Jura, de Gen\u00e8ve au Valais. On est fier de sa diversit\u00e9.</p>\n<p>A Gen\u00e8ve, canton agricole - j'en profite pour le rappeler: 45 pour cent de son territoire est en zone agricole -, on a aussi, suite \u00e0 la premi\u00e8re r\u00e9vision de la loi sur l'am\u00e9nagement du territoire, fait un effort consid\u00e9rable de densification de la zone constructible pour apporter une contribution \u00e0 la pr\u00e9servation des zones non constructibles. Cet effort de densification pour pr\u00e9server la zone non constructible est \u00e0 prendre en compte dans nos r\u00e9flexions actuelles et doit aussi \u00eatre valoris\u00e9.</p>\n<p>On est fier de ce territoire parce qu'il produit, via l'agriculture, une richesse et une ressource qui nous sont essentielles; il contribue fortement \u00e0 notre s\u00e9curit\u00e9 alimentaire. On en est fier parce qu'il apporte une activit\u00e9 aussi importante pour nous, le tourisme, qui se base sur la valorisation de la nature et de la richesse de notre paysage.</p>\n<p>Avec la loi sur l'am\u00e9nagement du territoire (LAT), nous d\u00e9cidons de formuler un projet commun pour notre territoire tout en pr\u00e9servant la sp\u00e9cificit\u00e9 de ses r\u00e9gions. Cela a \u00e9t\u00e9 montr\u00e9 jusqu'\u00e0 pr\u00e9sent, c'est un \u00e9quilibre qu'on doit trouver dans ce projet; il y a une pr\u00e9occupation r\u00e9elle d'apporter de la flexibilit\u00e9 pour r\u00e9pondre aux sp\u00e9cificit\u00e9s locales et de garantir l'atteinte du but global.</p>\n<p>On est constamment en train de faire la pes\u00e9e des int\u00e9r\u00eats entre ces deux champs de tension. Chacune et chacun d'entre nous a en t\u00eate l'une ou l'autre situation dans laquelle on se dit que c'\u00e9tait absurde, qu'on aurait d\u00fb pouvoir flexibiliser encore davantage. Mais notre d\u00e9fi est de r\u00e9ussir \u00e0 trouver malgr\u00e9 tout la coh\u00e9rence globale pour pr\u00e9server notre territoire dans son ensemble, pour faire corps, pour r\u00e9aliser ce projet commun en fixant les principes et le cadre dans la loi sur l'am\u00e9nagement du territoire et en laissant \u00e9videmment les cantons proc\u00e9der \u00e0 la mise en oeuvre, une mise en oeuvre bas\u00e9e justement sur la r\u00e9alisation de ce projet commun, d\u00e9fini ensemble. A cela s'ajoute le fait d'assurer un processus politique clair et transparent et de le contr\u00f4ler, comme c'est pr\u00e9vu dans le projet de la commission.</p>\n<p>Ce projet, on en a particuli\u00e8rement besoin aujourd'hui parce que 40 pour cent des surfaces construites se situent paradoxalement hors des zones \u00e0 b\u00e2tir. Vous avez pris connaissance de la chronologie depuis le d\u00e9but du si\u00e8cle jusqu'\u00e0 aujourd'hui. Je pense qu'il est important de voir ce qui s'est pass\u00e9 des ann\u00e9es 1980 jusqu'\u00e0 aujourd'hui. De ces ann\u00e9es-l\u00e0 jusqu'\u00e0 aujourd'hui, on a perdu ann\u00e9e apr\u00e8s ann\u00e9e des hectares d'espaces naturels, notamment pour construire des b\u00e2timents dont le nombre a d\u00e9pass\u00e9 le demi-million.</p>\n<p>Cette situation n'est pas seulement visible, elle a un impact sur la pr\u00e9servation de la ressource principale de l'agriculture, \u00e0 savoir le sol, et \u00e9videmment sur la richesse de la nature et de notre \u00e9cosyst\u00e8me. On se situe en plus apr\u00e8s l'adoption et la mise en oeuvre de la LAT 1, qui a r\u00e9duit le nombre de zones \u00e0 b\u00e2tir, qui les a redimensionn\u00e9es pour tenir compte des besoins. Cela a cr\u00e9\u00e9 une pression suppl\u00e9mentaire sur les zones non constructibles, puisqu'on a restreint les zones constructibles avec l'id\u00e9e de b\u00e2tir de fa\u00e7on compacte, et donc de solliciter les lieux d\u00e9j\u00e0 construits afin de densifier, dans le but de pr\u00e9server les zones non constructibles.</p>\n<p>Il y a \u00e9videmment une pression sur les zones non constructibles. Dans ce contexte, il est important - et c'est ce que l'on avait d'ailleurs dit dans le cadre des discussions sur la LAT 1 - de s'atteler aux territoires en dehors des zones \u00e0 b\u00e2tir pour emp\u00eacher que la r\u00e9duction des zones \u00e0 b\u00e2tir ne pousse \u00e0 construire en dehors de celles-ci.</p>\n<p>Mais vous avez entendu le rapporteur, construire un projet commun, qui concilie la diversit\u00e9 des int\u00e9r\u00eats pour ce territoire, est un casse-t\u00eate et d'une extr\u00eame complexit\u00e9. C'est tout \u00e0 fait et typiquement un d\u00e9fi pour notre conseil qui, de par son organisation et son fonctionnement, est le meilleur organe, \u00e0 mon avis, pour trouver des solutions \u00e0 des probl\u00e8mes complexes. La solution qui vous est propos\u00e9e vous a \u00e9t\u00e9 d\u00e9crite. Elle permet de r\u00e9aliser le principe de s\u00e9paration des zones constructibles et des zones non constructibles non seulement par l'inscription d'un principe de stabilisation, avec une r\u00e9elle mise en oeuvre de ce principe, mais aussi par l'inscription d'un nouvel outil, d'une innovation qui est cette flexibilit\u00e9 par l'approche territoriale, qui permet de d\u00e9roger au principe de la zone non constructible pour autant qu'il y ait une am\u00e9lioration globale.</p>\n<p>Comme pour tout compromis, il s'agit d'un fragile ch\u00e2teau de cartes, d'un ch\u00e2teau de cartes qui risque \u00e9videmment de s'\u00e9crouler si on enl\u00e8ve trop ou pas assez de cartes, ou si on en rajoute. Cela a \u00e9t\u00e9 mentionn\u00e9, ce ch\u00e2teau de cartes a re\u00e7u le soutien de nombreuses organisations, des cantons, de l'Union suisse des paysans, mais aussi des organisations environnementales. C'est gr\u00e2ce \u00e0 cet \u00e9quilibre qu'on a r\u00e9ussi, je pense, \u00e0 obtenir ce soutien. J'esp\u00e8re beaucoup que, dans les travaux que nous allons mener maintenant, dans la discussion par article, nous arriverons \u00e0 maintenir cet \u00e9quilibre, \u00e0 pr\u00e9server ce fragile \u00e9quilibre pour apporter une solution \u00e0 un probl\u00e8me qui est r\u00e9el, que l'on a identifi\u00e9, auquel on a voulu apporter une solution en tant que commission. Nous avons travaill\u00e9 pendant plus de deux ans sur ce probl\u00e8me r\u00e9el qui a besoin de solutions mesur\u00e9es pour ne pas devenir un nouveau champ de bataille, ce qui ne serait profitable \u00e0 personne, \u00e0 aucun des acteurs et \u00e0 aucun des int\u00e9r\u00eats pris en compte dans ce fragile \u00e9quilibre.</p>\n<p>Je vous remercie d'entrer en mati\u00e8re et de suivre souvent la majorit\u00e9 de la commission, parfois la minorit\u00e9.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20220609","MeetingVerbalixOid":3564,"IdSession":"5115","SpeakerFirstName":"Lisa","SpeakerLastName":"Mazzone","SpeakerFullName":"Mazzone Lisa","SpeakerFunction":"Mit-F","CouncilId":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CantonId":25,"CantonName":"Genf","CantonAbbreviation":"GE","ParlGroupName":"Gr\u00fcne Fraktion","ParlGroupAbbreviation":"G","SortOrder":7,"Start":"\/Date(1654767681317)\/","End":"\/Date(1654768131960)\/","Function":"Mit-F","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"FR","Modified":"\/Date(1703237832440)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1654767681317+0120)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1654768131960+0120)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null},{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302411L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302411L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302411L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302411L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302411L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"302411","Language":"DE","IdSubject":"57313","VoteId":null,"PersonNumber":512,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Der Kommissionssprecher hat Ihnen die Vorgeschichte dieser Vorlage dargelegt. Auch verschiedene Votanten haben heute nochmals die lange Vorgeschichte der Vorlage aufgezeigt. Ich muss sagen, nach verschiedenen Anl\u00e4ufen ist es Ihrer Kommission, der st\u00e4nder\u00e4tlichen UREK, gelungen, eine Vorlage auszuarbeiten, die in verschiedener Hinsicht \u00fcberzeugt. Sie \u00fcberzeugt nicht nur den Bundesrat, sie \u00fcberzeugt - das haben Sie gesehen - auch die Kantone. Wie es Frau St\u00e4nder\u00e4tin Z'graggen soeben erw\u00e4hnt hat, haben Sie sowohl von der BPUK wie auch von der Landwirtschaftsdirektorenkonferenz (LDK) ein Schreiben erhalten; beide unterst\u00fctzen die Vorlage. Auch der Bundesrat steht hinter ihr. Es ist eine Vorlage, die sich, aus Sicht des Bundesrates, gleichzeitig auch als indirekter Gegenvorschlag zu der in der Zwischenzeit hinzugekommenen Landschafts-Initiative eignet.</p>\n<p>Bekanntlich behandeln Sie heute gleichzeitig auch die Landschafts-Initiative. Deshalb sage ich zuerst etwas dazu. Aus Sicht des Bundesrates zielt die Landschafts-Initiative grunds\u00e4tzlich in die richtige Richtung. Auch der Bundesrat ist der Auffassung, dass der Grundsatz der Trennung von Baugebiet und Nichtbaugebiet gest\u00e4rkt werden soll. Dieser Grundsatz ist zentral, um das Nichtbaugebiet f\u00fcr die Landwirtschaft und als Landschafts-, Natur- und Erholungsraum zu erhalten. Er ist aber auch zentral - Frau St\u00e4nder\u00e4tin Z'graggen hat zu Recht nochmals darauf hingewiesen -, um sicherzustellen, dass die Zersiedelung nicht in die Nichtbauzone verlagert wird. Dieses Risiko gibt es, diese Entwicklung ist auch feststellbar.</p>\n<p>Ich glaube, im Rahmen der RPG 1, die ja auch von der Bev\u00f6lkerung unterst\u00fctzt wird, werden wichtige Regeln aufgestellt. Der Druck aber, der \u00fcberall besteht - aufgrund verschiedener Elemente wie des Bev\u00f6lkerungswachstums, der zunehmenden Bed\u00fcrfnisse und auch der Verkehrsinfrastruktur -, bedeutet auch eine Belastung f\u00fcr das Kulturland und die Landschaft. Im Rahmen der RPG 1 sind die Regeln innerhalb der Bauzone zu Recht strenger geworden. Die Bev\u00f6lkerung will das. Was sie hingegen nicht will, ist, dass sich der Druck in die Nichtbauzone verlagert.</p>\n<p>Diese Vorlage muss auch daran gemessen werden, inwiefern sie den richtigen Beitrag dazu leistet, dass die Zersiedelung jetzt nicht einfach in die Nichtbauzone verlagert wird. Gleichzeitig sind, wie Verschiedene von Ihnen erw\u00e4hnt haben, gerade in der Nichtbauzone sehr grosse Unterschiede innerhalb unseres Landes sichtbar. Ich denke, dass das etwas sehr Zentrales ist, und es ist auch ein Teil dessen, was unser Land ausmacht - diese Diversit\u00e4t in der Landschaft, diese ganz grunds\u00e4tzlichen Unterschiede in der Art, wie wir zusammenleben. Das gilt es auch zu erhalten.</p>\n<p>Die Bev\u00f6lkerung hat schon wiederholt gezeigt, dass sie hier eine grosse Sensibilit\u00e4t hat. Die Bev\u00f6lkerung will die Landschaft sch\u00fctzen. Sie will das Kulturland sch\u00fctzen. Mit der [PAGE 459] Annahme der Zweitwohnungs-Initiative 2012 kam sicher ein Unbehagen zum Ausdruck. Die Bev\u00f6lkerung fragte sich, ob genug gemacht wird, um unsere Landschaft und das Kulturland mit der Diversit\u00e4t und dem, was dazugeh\u00f6rt, auch in Zukunft zu sch\u00fctzen. </p>\n<p>Die Bev\u00f6lkerung hat auch die RPG 1 deutlich angenommen und damit zum Ausdruck gebracht, dass Raumplanung eine Aufgabe f\u00fcr die Gemeinschaft ist. Ich glaube, die Raumplanung steht deshalb in einem Spannungsfeld. Es kann nicht jeder oder jede einfach machen, was er oder sie will. Vielmehr hat man hier eine gemeinsame Aufgabe. Diese ist immer mit einer gewissen Einschr\u00e4nkung f\u00fcr den Einzelnen oder die Einzelne verbunden, dies aber im Sinne eines Ganzen, im Sinne der Gemeinschaft. Ich denke, dass die Bev\u00f6lkerung gerade hier eine grosse Sensibilit\u00e4t hat. Deshalb ist es wichtig, dass wir mit dieser Vorlage auch Antworten finden, die dieser Sensibilit\u00e4t gerecht werden und die eben aufzeigen, dass wir diese Gemeinschaftsaufgabe ernst nehmen, gleichzeitig aber auch der Diversit\u00e4t unseres Landes nach wie vor nicht nur Rechnung tragen, sondern sie auch st\u00e4rken wollen.</p>\n<p>Nun, die Ziele, die mit der Landschafts-Initiative verfolgt werden, sind richtig. Die Initiative hat aber auch M\u00e4ngel. Der Bundesrat empfiehlt die Initiative deshalb zur Ablehnung. Die Initiative verankert zwar den Grundsatz, dass die Zahl der Geb\u00e4ude und auch die von ihnen beanspruchte Fl\u00e4che nicht zunehmen d\u00fcrfen. Aber wie dieser Grundsatz umgesetzt werden soll, das l\u00e4sst die Initiative weitgehend offen. Soll dieser Grundsatz sofort zur Anwendung kommen oder erst nach einer gewissen \u00dcbergangszeit? Wie soll dieser Grundsatz durchgesetzt werden? Was passiert, wenn man das angestrebte Ziel nicht erreicht? </p>\n<p>Umgekehrt, und das ist eben auch ein Teil der Schw\u00e4che dieser Initiative, sind im Initiativtext zum Teil recht detaillierte Grunds\u00e4tze zum Bauen ausserhalb der Bauzonen aufgef\u00fchrt. Hier lautet dann die Frage: Kann man damit die Diversit\u00e4t, die regionalen Besonderheiten noch gen\u00fcgend ber\u00fccksichtigen? Sind diese detaillierten Grunds\u00e4tze zum Bauen ausserhalb der Bauzonen allenfalls sogar strenger als das heutige Raumplanungsgesetz, oder sind sie weniger streng? </p>\n<p>Der Bundesrat ist der Meinung, dass auch bei einer Annahme der Initiative beim Bauen ausserhalb der Bauzone w\u00e4hrend einer l\u00e4ngeren \u00dcbergangszeit eine erhebliche Rechtsunsicherheit bestehen w\u00fcrde. Deshalb zieht der Bundesrat eine Vorlage vor, die N\u00e4gel mit K\u00f6pfen macht, die hier m\u00f6glichst rasch Klarheit schafft, die aber gleichzeitig die wesentlichen Elemente der Initiative aufnimmt. Genau das hat Ihre Kommission mit der Vorlage gemacht. Sie hat die Kernanliegen der Landschafts-Initiative in den Gesetzentwurf aufgenommen und am 29. April 2021 als indirekten Gegenvorschlag in die Vernehmlassung gegeben. </p>\n<p>Aufgrund dieser Ausgangslage, auch aufgrund der klaren Aussage Ihrer Kommission, dass sie mit dieser Gesetzesvorlage gleichzeitig einen indirekten Gegenvorschlag zur Landschafts-Initiative macht, ist der Bundesrat von seinem urspr\u00fcnglichen Vorhaben abgewichen, der Landschafts-Initiative selbst einen indirekten Gegenvorschlag gegen\u00fcberzustellen. Er ist also auf seinen urspr\u00fcnglichen Entscheid zur\u00fcckgekommen und hat auf die Ausarbeitung eines eigenen indirekten Gegenvorschlags verzichtet, weil Ihre Kommission, wie gesagt, eine Vernehmlassung mit der Aussage er\u00f6ffnet hat, das sei jetzt auch der indirekte Gegenvorschlag zur Landschafts-Initiative.</p>\n<p>Der Bundesrat hatte ja urspr\u00fcnglich bereits die Eckwerte f\u00fcr den indirekten Gegenvorschlag ausgearbeitet. Er hat dann festgestellt, dass die Gesetzesrevision Ihrer Kommission die Eckwerte, die der Bundesrat f\u00fcr den indirekten Gegenvorschlag vorgesehen hatte, aufnimmt. Auch die Kantone, die BPUK und die LDK - das haben Sie gesehen -, haben positiv auf diesen indirekten Gegenvorschlag aus Ihrer Kommission reagiert. </p>\n<p>Ich darf auch erfreut feststellen, dass die Vorlage im Rahmen der Beratung Ihrer Kommission noch mehrere Verbesserungen gegen\u00fcber der Vernehmlassungsvorlage erfahren hat. Es gibt jetzt mit der Gesetzesvorlage, die Sie nun beraten, eigentlich ein ganz klares Konzept. Sie beinhaltet ein Ziel, n\u00e4mlich das Ziel, die Zahl der Geb\u00e4ude im Nichtbaugebiet zu stabilisieren. Das steht in Artikel 1. Sie sieht zur Erreichung dieses Ziels drei Instrumente vor. </p>\n<p>Das eine Instrument ist ein Planungsinstrument: Die Kantone m\u00fcssen im Richtplan festlegen, wie sie das Stabilisierungsziel erreichen wollen. Das steht in Artikel 8d. Das zweite Instrument ist ein Anreiz: Mit der Abbruchpr\u00e4mie soll ein Anreiz bestehen, um Bauten ausserhalb der Bauzone zu beseitigen. Das ist Artikel 5. Das dritte Instrument ist eine Sanktion: Was passiert, wenn man die Ziele nicht erreicht? Die Kantone m\u00fcssen ihre Richtpl\u00e4ne innerhalb von f\u00fcnf Jahren anpassen, und wenn das nicht geschieht, sind neue Geb\u00e4ude ausserhalb der Bauzone nur noch m\u00f6glich, wenn sie kompensiert werden. Das steht in Artikel 38b. </p>\n<p>Das ist eigentlich dieser Dreiklang: ein klares Ziel - die Stabilisierung - und drei Instrumente, die zusammen ein Ganzes ergeben. Diese Instrumente sind koh\u00e4rent, sie machen Sinn. Es ist ein in sich konsistentes Konzept zur Erreichung der Ziele. Mit dem Ziel, eben der Stabilisierung, und den drei Instrumenten verf\u00fcgt die Vorlage, wie sie Ihre Kommission Ihnen nun vorlegt, \u00fcber einen klaren Mehrwert gegen\u00fcber der Landschafts-Initiative. </p>\n<p>Deshalb, noch einmal, sind wir der Meinung, dass die Vorlage es verdient, jetzt weiterhin auch als indirekter Gegenvorschlag verstanden zu werden. Denn mit diesem Gesetz k\u00f6nnen Sie deutlich aufzeigen, dass das Ihr Angebot ist. Ich denke, da darf die Kommission auch durchaus selbstbewusst auftreten. Die Vorlage hat, wie gesagt, eben auch ein klares Konzept und einen klaren Mehrwert gegen\u00fcber der Initiative.</p>\n<p>Die Vorlage, die Sie heute beraten - die RPG 2 -, umfasst aber noch weitere Elemente, die ebenfalls zur St\u00e4rkung des Grundsatzes der Trennung von Baugebiet und Nichtbaugebiet beitragen. Teilweise geht es hier darum, den Kantonen zu erm\u00f6glichen, den kantonalen und regionalen Besonderheiten beim Bauen ausserhalb der Bauzone besser Rechnung zu tragen. Das spezifische landschaftliche Gepr\u00e4ge in unserem Land zu ber\u00fccksichtigen, ist ein wichtiges Anliegen, dem wir wirklich Rechnung tragen sollten. </p>\n<p>Ich m\u00f6chte erstens auf den sogenannten Gebietsansatz hinweisen. Es handelt sich dabei um ein Planungsinstrument, mit dem massgeschneiderte L\u00f6sungen beim Bauen ausserhalb der Bauzone gefunden werden k\u00f6nnen. Der Gebietsansatz ist ein anspruchsvolles Planungsinstrument, das man nicht einfach breitfl\u00e4chig zur Anwendung bringen kann. Aber es erm\u00f6glicht beim Bauen ausserhalb der Bauzone Flexibilit\u00e4t. Das entspricht einem Anliegen, das insbesondere die Kantone schon seit Langem vorbringen.</p>\n<p>Zweitens hat Ihre Kommission in ihrem Entwurf einen wichtigen Punkt aus der bundesr\u00e4tlichen Vorlage \u00fcbernommen: Ob und inwieweit die Ausnahmebewilligungen beim Bauen ausserhalb der Bauzone in einem Kanton zur Anwendung kommen k\u00f6nnen, soll neu durch den kantonalen Gesetzgeber entschieden werden. Das erfordert dann auch die entsprechenden Diskussionen in den Kantonen. Sie k\u00f6nnen dann massgeschneiderte L\u00f6sungen suchen, die auf die kantonalen und regionalen Besonderheiten zugeschnitten sind. Es gilt aber festzuhalten, dass die Obergrenze bei den einzelnen Bewilligungstatbest\u00e4nden bundesrechtlich fixiert bleibt und von den Kantonen nicht \u00fcberschritten werden darf.</p>\n<p>Einige von Ihnen haben erw\u00e4hnt, wie kompliziert das heutige Raumplanungsrecht f\u00fcr das Bauen ausserhalb der Bauzone sei. Das stimmt. Aber ich glaube, da haben wir in den letzten Jahren alle unseren Beitrag geleistet. Ich erinnere mich daran - ich war ja auch einmal im St\u00e4nderat und auch einmal in der UREK; ich war eigentlich immer in der UREK, als ich im Parlament war -: Wie h\u00e4ufig haben wir hier Ausnahmetatbest\u00e4nde hinzugef\u00fcgt! Ich nenne jetzt keine einzelnen Beispiele, sonst w\u00fcrde ich noch jemandem auf die F\u00fcsse treten. Aber jedes Mal hat man gesagt: Ja, aber f\u00fcr diese Tierart oder dieses Anliegen muss man doch jetzt noch eine L\u00f6sung finden. Und jedes Mal hat man gesagt: Ja, das ist jetzt wirklich wichtig. Das hat zu einem Sammelsurium von Ausnahmen gef\u00fchrt. Mit dem Entscheid, dass die Ausnahmen in den Kantonen beschlossen werden sollen, kommen Sie auf den Kern zur\u00fcck: Ausnahmen sollen m\u00f6glich sein, aber nicht jedes Mal gleich f\u00fcr die ganze Schweiz gelten. [PAGE 460] </p>\n<p>Drittens komme ich noch zu einem Punkt, den Ihre Kommission zus\u00e4tzlich eingebracht hat, n\u00e4mlich zur Bestimmung, mit der der Vollzug des Abbruchs illegaler Bauten ausserhalb der Bauzone gest\u00e4rkt werden soll: Alle von Ihnen, die einmal in der Exekutive einer Gemeinde t\u00e4tig waren und einmal eine illegale Baute zum Abbruch bringen oder eben den Abbruch vollziehen wollten, wissen, wie schwierig, wie undankbar, wie anspruchsvoll diese Aufgabe ist. Ich habe das damals als Gemeinder\u00e4tin in meiner Gemeinde auch erlebt. Wenn Sie sich wirklich unbeliebt machen wollen, dann m\u00fcssen Sie einmal so einen Entscheid vollziehen. Deshalb hat Ihre Kommission entschieden, dass man hier die Gemeinden, die eben h\u00e4ufig an Vollzugsgrenzen stossen, bei dieser schwierigen Aufgabe unterst\u00fctzt, indem man auch die Zust\u00e4ndigkeiten der kantonalen Beh\u00f6rden in diesem Bereich massvoll ausbaut. Das ist eine gute und wichtige Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Gemeinden in dieser schwierigen Frage.</p>\n<p>Fazit: Die Vorlage zur RPG 2 stellt nicht nur einen ausgereiften indirekten Gegenvorschlag zur Landschafts-Initiative dar, sondern enth\u00e4lt dar\u00fcber hinaus wichtige Elemente, die zur St\u00e4rkung des Grundsatzes der Trennung von Baugebiet und Nichtbaugebiet beitragen. Sie kommt den Kantonen entgegen. Sie wird ja von den Kantonen, auch aus den Landwirtschaftskreisen, explizit unterst\u00fctzt. Die Kantone w\u00fcnschen sich n\u00e4mlich beim Bauen ausserhalb der Bauzone anstelle von uniformen landesweiten Regelungen vermehrt L\u00f6sungen, mit denen sie den kantonalen und regionalen Besonderheiten Rechnung tragen k\u00f6nnen.</p>\n<p>In diesem Sinne empfehle ich Ihnen, auf die Vorlage zur RPG 2 einzutreten.[GZ]</p>\n<p>[VS][GZ]</p>\n<p>[VS][GZ]</p>\n<p><i>Die Beratung dieses Gesch\u00e4ftes wird unterbrochen </i>[GZ]</p>\n<p><i>Le d\u00e9bat sur cet objet est interrompu</i></p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n<p>[VS]</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20220609","MeetingVerbalixOid":3564,"IdSession":"5115","SpeakerFirstName":"Simonetta","SpeakerLastName":"Sommaruga","SpeakerFullName":"Sommaruga Simonetta","SpeakerFunction":"BR-F","CouncilId":99,"CouncilName":"Bundesrat","CantonId":2,"CantonName":"Bern","CantonAbbreviation":"BE","ParlGroupName":null,"ParlGroupAbbreviation":null,"SortOrder":11,"Start":"\/Date(1654769386920)\/","End":"\/Date(1654770261790)\/","Function":"BR-F","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1703237832473)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1654769386920+0120)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1654770261790+0120)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null},{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302436L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302436L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302436L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302436L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302436L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"302436","Language":"DE","IdSubject":"57313","VoteId":null,"PersonNumber":4204,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Mir ist gerade ein Gedanke durch den Kopf gegangen: Wie werden wohl die Einwohner von Grengiols im Goms reagieren, wenn Sie das gesamte Saflischtal - dort sollen im Rahmen eines Solargrossprojektes 2 Terawatt Strom produziert werden - mit Solarpanels zubauen? Wie werden die Gondonesi reagieren, wenn wir ihnen zwar erlauben, in Gondo ein grosses konkretes Solaranlageprojekt zu bauen, ihnen aber gleichzeitig verbieten, die kleinen landwirtschaftlichen Geb\u00e4ude auf ihrem Gebiet zu erhalten und umzunutzen? Ich bin gespannt, wie die Bev\u00f6lkerung [PAGE 455] das aufnimmt. Das ist mir durch den Kopf gegangen, als ich Herrn Kollege M\u00fcller zugeh\u00f6rt habe.</p>\n<p>Ich glaube, wir m\u00fcssen trotz allem mit etwas Sachverstand und Faktentreue operieren. Mir ist es ein Anliegen, dass wir eine Gesetzgebung ausarbeiten, die weniger Probleme schafft, als sie alte Probleme l\u00f6st. Eine Gesetzgebung sollte nicht zur Verkomplizierung der Raumplanung beisteuern. Daher bitte ich Sie inst\u00e4ndig, bei den Artikeln 1, 8c und 18bis dieser Gesetzesvorlage den jeweiligen Minderheiten zu folgen. Nur dort werden Sie L\u00f6sungen finden, die Probleme aus der Welt schaffen. Dort werden Sie auch die Bereitschaft f\u00fcr allf\u00e4llige Grossprojekte schaffen, die viel gr\u00f6ssere Eingriffe in die Landschaft darstellen als die Umnutzung kleinerer Geb\u00e4ude ausserhalb der Bauzone.</p>\n<p>Vermeiden wir in dieser Vorlage technokratische und zentralistische Funktion\u00e4rsl\u00f6sungen. Das Raumplanungsrecht muss f\u00fcr die Menschen da sein, nicht umgekehrt; es kann nicht sein, dass der B\u00fcrger f\u00fcr die Raumplanung da ist.</p>\n<p>Auch wenn es Sie vielleicht st\u00f6rt, lese ich Ihnen Artikel 75 Absatz 1 der Bundesverfassung vor: \"Der Bund legt Grunds\u00e4tze der Raumplanung fest. Diese obliegt den Kantonen und dient der zweckm\u00e4ssigen und haush\u00e4lterischen Nutzung des Bodens und der geordneten Besiedlung des Landes.\" Halten Sie sich an diesen Grundsatz und geben Sie, wo immer Sie k\u00f6nnen, den Kantonen entsprechende Kompetenzen, damit sie mit den Gemeinden auch die raumplanerisch richtige L\u00f6sung auf ihrem Gebiet erreichen. Eigentlich sollten wir in der Schweiz 26 Raumplanungsgesetze haben. Es ist nicht m\u00f6glich. Wir haben so unterschiedliche Baukulturen; wir haben so unterschiedliche Landschaften. Die Landschaft im Kanton Thurgau unterscheidet sich elementar von der Landschaft im Kanton Wallis, und der Kanton Genf ist nicht gleich wie der Kanton Graub\u00fcnden. Daher m\u00fcssen wir versuchen, im Raumplanungsgesetz f\u00fcr das Gebiet ausserhalb der Bauzone m\u00f6glichst viele Kompetenzen zu delegieren. Ich vertraue auf die Kantone und darauf, dass sie diese Kompetenzen auch im Sinn der Grunds\u00e4tze der Raumplanung wahrnehmen und nicht \u00fcberm\u00e4ssig oder \u00fcberbordend wirken.</p>\n<p>Was wollen eigentlich die Menschen in der Schweiz im l\u00e4ndlichen Raum, in der Zone, in der wir heute operieren? Die Schweiz hat wie zum Beispiel Frankreich j\u00e4hrlich Millionen in Forschungsprojekte investiert. Es gibt nationale Forschungsprojekte des Schweizerischen Nationalfonds. Es gibt das Programm \"Landschaften und Lebensr\u00e4ume der Alpen\" (NFP[NB]48). Dort untersuchten die Wissenschaftler, was die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger im Raum eigentlich vorfinden wollen. Das Resultat zeigt eindeutig: Unsere Bev\u00f6lkerung empfindet eine Landschaft mit traditionellen Bauten als heimatlicher als eine leere Landschaft. </p>\n<p>Der Staat, der diese Studie verlangt und diese Resultate erhalten hat, sollte auch eine entsprechende Gesetzgebung veranlassen. Sollen wir wirklich jahrhundertealte Geb\u00e4ude dem Zerfall preisgeben? Das Bundeshaus hier ist, wage ich zu behaupten, weniger alt als s\u00e4mtliche landwirtschaftlichen Geb\u00e4ude, die im L\u00f6tschental vom Zerfall bedroht sind. Das ist so. Jetzt k\u00f6nnen Sie entscheiden, dass wir das alles verrotten lassen, oder Sie bringen eine L\u00f6sung. Diese finden Sie im Antrag der Minderheit, welcher in gewissen Gebieten unter klaren Grunds\u00e4tzen eine gewisse Lockerung bringt und welcher M\u00f6glichkeiten gibt, diese alpine Baukultur auf eine H\u00f6he zu bringen, die es uns erlaubt, uns Auge in Auge mit den \u00d6sterreichern und den Italienern zu messen. </p>\n<p>Vorarlberg kann es, und die Seitent\u00e4ler im Norden Italiens k\u00f6nnen es auch. Wieso soll das in der Schweiz nicht m\u00f6glich sein? Ich verzweifle manchmal an diesen technischen Hindernissen, die wir uns selbst aufbauen und an denen wir schlussendlich dann scheitern. </p>\n<p>Ein weiterer Gedanke ist mir sehr, sehr wichtig, diesen muss ich Ihnen mit auf den Weg geben. Ich habe ihn hier auch schon mit Frau Bundesr\u00e4tin Sommaruga entsprechend diskutiert - wir waren nicht immer gleicher Meinung. Vermeiden wir die Bek\u00e4mpfung von Phantomschmerzen! Das ist wirklich wesentlich, und darum lehne ich auch die Initiative ab, die m\u00f6chte, dass Kulturland nicht verloren geht. Kollege F\u00e4ssler hat Ihnen eigentlich sehr gut dargestellt, wo in der Schweiz Kulturland verloren geht. Ich winde der Verwaltung ein Kr\u00e4nzchen, sie hat uns im Rahmen der Beratungen mit statistischen Angaben aufmunitioniert, die klar und eindeutig sind. Die Berichte sind lesenswert, und ich breche jetzt das Ganze herunter auf den Kanton Wallis; bei den Kantonen Graub\u00fcnden und Tessin ist es noch eindeutiger. </p>\n<p>Betreffend den Kulturlandverlust haben wir eine Statistik der Jahre 1979 bis 2018. Der gr\u00f6sste Gegner des Kulturlandes ist nicht der illegal Baut\u00e4tige im Gebiet ausserhalb der Bauzone, sondern es ist der Wald, das ist ja klar. Wir verlieren j\u00e4hrlich die Fl\u00e4che des Thunersees an den Wald. Ein Drittel der Fl\u00e4che der Schweiz ist Wald. Das freut vielleicht Kollege F\u00e4ssler und noch andere, aber nicht alle gleich. So viel zur Verdeutlichung der Grundausgangslage. </p>\n<p>Nun komme ich zum Kulturlandverlust im Kanton Wallis von 1979 bis 2018. 31 Prozent des Kulturlandverlusts sind auf unproduktive Fl\u00e4chen zur\u00fcckzuf\u00fchren, d. h. auf Vergandung von produktiven Fl\u00e4chen, Nichtbewirtschaftung von produktiven Fl\u00e4chen, ein Kahlschlag in der Berglandwirtschaft. Das ist ein Resultat der fehlgeleiteten Berglandwirtschaftspolitik. Der Verlust betr\u00e4gt dort 31 Prozent. 37 Prozent sind bestockte Fl\u00e4chen - wir erhielten in diesen Jahrzehnten im Kanton Wallis 37 Prozent mehr Wald. Dann bleibt eine Zunahme der Siedlungsfl\u00e4che um 31 Prozent, wobei zwei Drittel davon in den Agglomerationen und Zentren stattfanden, durch Einzonung von Kulturland in die Bauzone. Ein Drittel entf\u00e4llt auf Siedlungsfl\u00e4che ausserhalb der Bauzone. </p>\n<p>Wir sind jetzt bei 10 Prozent Kulturlandverlust ausserhalb der Bauzone angelangt, die direkt auf Siedlungsfl\u00e4che zur\u00fcckzuf\u00fchren sind. Die eine H\u00e4lfte davon - dies alles gem\u00e4ss den Daten, die wir erhalten haben - sind Verkehrsfl\u00e4chen, Strassen, Wege, Leitungen usw., die andere H\u00e4lfte Geb\u00e4ude. Damit sind wir bei 5 Prozent des Kulturlandverlusts. Von diesen 5 Prozent des Kulturlandverlusts betreffen zwei Drittel landwirtschaftliche Geb\u00e4ude, standortgebunden ausserhalb der Bauzone, ein Drittel die anderen Geb\u00e4ude, auf die die Initiative zielt. Wir sind bei 1,6 Prozent Kulturlandverlust, die durch diese angebliche Zerst\u00f6rung und Zersiedelung ausserhalb der Bauzone verursacht wird. Das nenne ich Phantomschmerz, das ist an der Realit\u00e4t vorbeipolitisiert. Das ist nicht ehrlich. </p>\n<p>Der Kulturlandverlust, die Zersiedelung in der Schweiz findet nicht im Alpengebiet statt. Sie k\u00f6nnen es in der Statistik nachlesen. Er findet im Mittelland und im Alpengebiet in den Hauptt\u00e4lern entlang der St\u00e4dte und Agglomerationen statt, aber nicht dort, wo wir dem hintersten und letzten Bergtalbewohner verbieten m\u00f6chten, seinen bestehenden Stall zu erhalten, seine bestehenden landwirtschaftlichen Geb\u00e4ude zu erhalten und umzunutzen. Das ist sehr wichtig, und darauf basieren auch die Minderheitsantr\u00e4ge bei den Artikeln 8c und 18bis. </p>\n<p>Sie m\u00fcssen die Fakten akzeptieren. Wenn Sie an den Fakten vorbeipolitisieren, werden Sie schlussendlich im Raumplanungsrecht nichts erreichen.</p>\n<p>Ein weiteres, ein letztes Element, das ich Ihnen wirklich ans Herz lege: Im Raumplanungsgesetz findet vieles auf der untersten technischen Ebene statt. Sie k\u00f6nnen noch lange einen Bundesverfassungsgrundsatz nehmen, wenn bei der Raumplanung eigentlich die Kantone das Zepter in der Hand haben. Auf Gesetzesstufe ist es schon anders, dort verteilen sich die Gewichte schon h\u00e4lftig auf den Bund und die Kantone. Auf Verordnungsstufe werden die Kompetenzen weiter Richtung Bund verschoben. Und wenn Sie dann bei den technischen Richtlinien sind, die das ARE herausgibt, sehen Sie, dass die Kantone und Gemeinden durch diese gebunden sind. Daran stossen sich die lokale Bev\u00f6lkerung und auch der kantonale Gesetzgeber, der keinen Spielraum zum Man\u00f6vrieren hat. Wenn wir in diesem Gesetz nicht daf\u00fcr sorgen, dass diese Man\u00f6vriermasse dort, wo es m\u00f6glich ist, unter gewissen Pr\u00e4missen den Kantonen zur Verf\u00fcgung gestellt wird, l\u00f6sen wir keine Probleme, sondern schaffen eben neue Probleme. </p>\n<p>Deshalb bitte ich Sie wirklich, bei den Artikeln 1, 8c und 18bis den Minderheiten zu folgen. Sonst ist diese Vorlage nicht zielf\u00fchrend. [PAGE 456] </p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20220609","MeetingVerbalixOid":3564,"IdSession":"5115","SpeakerFirstName":"Beat","SpeakerLastName":"Rieder","SpeakerFullName":"Rieder Beat","SpeakerFunction":"Mit-M","CouncilId":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CantonId":23,"CantonName":"Wallis","CantonAbbreviation":"VS","ParlGroupName":"Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. 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Denn die Ausgangslage war ja so, dass der Bundesrat nach der gewonnenen Abstimmung \u00fcber die RPG 1 immer in Aussicht gestellt hat, dass dann mit der RPG 2 eine Folgeetappe zum Thema des Bauens ausserhalb der Bauzone kommen sollte. Nur damit wir hier die Geschichte vor Augen haben: Die bundesr\u00e4tliche Vorlage, die wir heute behandeln - Sie sehen ja, dass diese aus dem Jahr 2018 stammt -, hat die Behandlung im Nationalrat nicht \u00fcberstanden; der Nationalrat hat 2019 entschieden, nicht auf diese Vorlage einzutreten. Wir haben dann in der Kommission entschieden, dass wir trotzdem an diesem Projekt weiterarbeiten wollen. Ich m\u00f6chte Ihnen begr\u00fcnden, was meine Motivation gewesen ist, und erkl\u00e4ren, warum ich glaube, dass es eben trotzdem wichtig ist, dass wir uns damit besch\u00e4ftigen. Aus diesen Gr\u00fcnden bin ich auch f\u00fcr Eintreten auf dieses Projekt.</p>\n<p>Wir haben in der Praxis gesehen - wir vertreten hier in diesem Saal ja verschiedene Herkunftskantone -, dass auch beim Bauen ausserhalb der Bauzone vieles nicht so gel\u00f6st ist, wie wir alle uns das w\u00fcnschen w\u00fcrden. Wir haben die unterschiedlichsten Interessen, wir haben die unterschiedlichsten Problemlagen. Gleichzeitig, und das hat mich vor allem gest\u00f6rt, wird der verfassungsrechtliche Grundsatz, dass der Bund nur f\u00fcr die Grundsatzgesetzgebung zust\u00e4ndig ist, elementar unterlaufen durch die Verordnunggebung, durch die Bundesgerichtsurteile. Wir haben in diesem Sinn eine zentralistische Rechtsprechung, wir haben eine zentralistische Gesetzgebung, obwohl Raumplanung extrem divers ist. </p>\n<p>Meine Vorrednerinnen und Vorredner haben darauf hingewiesen: Wir haben h\u00f6chst unterschiedliche Voraussetzungen. Wir haben z. B. historische Streusiedlungsstrukturen. Ich komme aus einem Valsergebiet, in welches Leute eingewandert sind und in welchem alle Siedlungen bauten, und zwar keine zentralen Siedlungen. Es waren Objekte, wo jeder allein auf seinem Hof, auf seinem Gebiet wohnte. Wir haben unterschiedliche Ausgangslagen. In der Praxis sp\u00fcren wir vielleicht gerade auch im Kanton Graub\u00fcnden, dass wir in der touristischen Entwicklung durch die bisherigen L\u00f6sungen gehemmt sind. Gleichzeitig hat auch unsere Bev\u00f6lkerung das Bed\u00fcrfnis nach einer intakten Natur. Die Natur, welche die Touristen gerade bei uns beobachten k\u00f6nnen, wurde [PAGE 457] bisher durch unsere Bev\u00f6lkerung gesch\u00fctzt. Diese war bisher daf\u00fcr verantwortlich. Es waren nicht die anderen, es war die einheimische Bev\u00f6lkerung, die daf\u00fcr sorgte. </p>\n<p>In Anbetracht dieses Spannungsfelds bin ich der \u00dcberzeugung, dass es richtig ist, dass wir hier auf dieses Projekt eintreten. Dieses Projekt hat die Zielsetzung, dass wir mit dem Gebietsansatz eine gewisse Flexibilisierung bieten. Gleichzeitig stabilisieren wir auch die Geb\u00e4udezahl. Vielleicht gelingt es uns auch, in der Raumplanung vermehrt die grossen Linien zu sehen. Ich glaube, wir m\u00fcssen uns darauf konzentrieren, die gr\u00f6sseren Linien und die grossen Dinge zu regeln und nicht die Details. Die Schweizer Raumplanung kommt mir manchmal so vor, als w\u00fcrden wir die Gr\u00f6sse jeder Hecke regeln. Aber die ganz grossen Themen haben wir eben viel weniger im Griff. Wenn man \u00fcber die Schweiz und deren zersiedelte Landschaft fliegt - auch im Mittelland -, dann muss man sich fragen: Wo war da die Raumplanung in den letzten Jahrzehnten? Ich glaube, wir haben von diesem Grundsatz aus versucht, diese Themen anzupacken. </p>\n<p>Nachdem die RPG 2 kompakt auch vonseiten der Verwaltung - da muss ich dem ARE ein Kr\u00e4nzchen f\u00fcr die Zusammenarbeit mit unserer Kommission winden - auf dem Tisch lag, kam nat\u00fcrlich noch die Frage der Landschafts-Initiative aufs Tapet. Jetzt besteht der Versuch, quasi Elemente aus dieser aufzunehmen. Die Landschafts-Initiative wurde erst im September 2020 eingereicht. Da war unser Konzept schon bereit. Ich m\u00f6chte einfach daran erinnern, dass die Historie so verlief. Wir haben dann entschieden, das auch in eine Gesamtw\u00fcrdigung aufzunehmen. F\u00fcr mich ist es eben eine Gesamtw\u00fcrdigung. Wir k\u00f6nnen entscheiden, ob wir jetzt diese Flexibilisierung und die Stabilisierung bei den Geb\u00e4uden wollen. Das ist die Abw\u00e4gung, die wir hier vornehmen.</p>\n<p>Welches sind unsere Alternativen? Die Alternativen sind, dass wir scheitern, dass es kein Projekt RPG 2 aus diesem Rat oder aus dem Bundesparlament geben wird. Dann kommt die Landschafts-Initiative ohne Gegenvorschlag zur Volksabstimmung, und die Bev\u00f6lkerung wird diese Initiative entweder annehmen oder ablehnen. Dann werden wir wieder eine neue Vorlage aufzugleisen haben. Das wird unsere Aufgabe sein. Ich bevorzuge es, an dieser Vorlage weiterzuarbeiten und sie so weit als m\u00f6glich mehrheitsf\u00e4hig zu machen: auch mit den M\u00f6glichkeiten f\u00fcr die Kantone, mit den gr\u00f6sseren Gestaltungsspielr\u00e4umen, aber gleichzeitig auch mit der Stabilisierung der Anzahl Geb\u00e4ude.</p>\n<p>Mit diesem Grundsatz w\u00fcrde ich Ihnen allen deshalb empfehlen, auf die Vorlage einzutreten. Und im Unterschied zu Kollege F\u00e4ssler w\u00fcrde ich Ihnen beantragen, auch allen Minderheiten zu folgen, mit Ausnahme der Minderheit Mazzone bei Artikel 37a. Das w\u00e4re meine Empfehlung, meine Korrektur der Agenden der Kollegen Damian M\u00fcller und Daniel[NB]F\u00e4ssler.</p>\n<p>Ein Thema m\u00f6chte ich hier auch noch einbringen: Viele Schweizerinnen und Schweizer gehen ins S\u00fcdtirol oder nach \u00d6sterreich in die Ferien und sagen, wie toll es dort ist. Ich w\u00fcnsche mir eigentlich nur, dass wir in unseren Kantonen im touristischen Bereich diesen Spielraum auch h\u00e4tten, dass man diese Entwicklung auch akzeptieren w\u00fcrde. Deshalb habe ich auch die Antr\u00e4ge eingereicht. F\u00fcr den Tourismus gibt es ausserhalb der Bauzone keine eingezonten Fl\u00e4chen, es gibt keine Industriezonen, wo man touristische Anlagen als standortgebunden erkl\u00e4ren kann. Es ist inhaltlich auch richtig, dass das so ist. Aber trotzdem muss sich dieser Bev\u00f6lkerungssektor entwickeln k\u00f6nnen. Deshalb haben wir hier gewisse Antr\u00e4ge eingereicht, die meines Erachtens innerhalb dieses Kompromisses Platz haben.</p>\n<p>Ich m\u00f6chte wie alle beliebt machen - das war in der Kommission auch die Schlussfolgerung -, dass wir auf diese Vorlage eintreten, sie dann eben entlang dieser Antr\u00e4ge behandeln und schliesslich zuhanden des Nationalrates verabschieden. Wo letztlich die Geschichte dieser Vorlage enden wird, k\u00f6nnen wir nicht voraussagen. Wir k\u00f6nnen sie aber beeinflussen, sodass sie ein gutes Ende nimmt; das war immer der Wille dieser Kommission.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20220609","MeetingVerbalixOid":3564,"IdSession":"5115","SpeakerFirstName":"Martin","SpeakerLastName":"Schmid","SpeakerFullName":"Schmid Martin","SpeakerFunction":"Mit-M","CouncilId":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CantonId":18,"CantonName":"Graub\u00fcnden","CantonAbbreviation":"GR","ParlGroupName":"FDP-Liberale Fraktion","ParlGroupAbbreviation":"RL","SortOrder":8,"Start":"\/Date(1654768136947)\/","End":"\/Date(1654768607963)\/","Function":"Mit-M","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1703237832440)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1654768136947+0120)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1654768607963+0120)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null},{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302497L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302497L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302497L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302497L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302497L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"302497","Language":"DE","IdSubject":"57313","VoteId":null,"PersonNumber":825,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Wir behandeln heute die RPG[NB]2. Die lange Vorgeschichte kennen wir. Ich war schon bei der Raumordnungsvorlage involviert, die dann gescheitert ist. Nachher hat man diese Vorlage aufgegleist. Jetzt sind wir in einer Phase, in der wir endlich Farbe bekennen m\u00fcssen: Entweder machen wir etwas, oder wir lassen es sein.</p>\n<p>Nachdem im St\u00e4nderat ja die Position der Kantone sehr gut vertreten wurde, auch von den Kollegen, die vor mir gesprochen haben, erlaube ich mir einfach, noch etwas aus Sicht der Gemeinden zu sagen. Sie wissen es: Ich bin Pr\u00e4sident des Schweizerischen Gemeindeverbandes. In dieser Funktion habe ich diese Gesetzesvorlage seit jeher sehr eng verfolgt. Die RPG-2-Vorlage ist nat\u00fcrlich nicht nur f\u00fcr die Kantone, sondern auch f\u00fcr die Gemeinden ein wichtiges politisches Anliegen. Die Gemeinden sind, \u00fcber die Planung und vor allem \u00fcber den Vollzug, von den Auswirkungen der RPG 2 direkt betroffen; einerseits gilt das f\u00fcr ihre Beh\u00f6rden, andererseits aber auch f\u00fcr sie als Gemeinschaften. F\u00fcr die Gemeinden ist deshalb klar, dass es wichtige rechtliche Grunds\u00e4tze gibt, die eingehalten werden m\u00fcssen, dass es aber auch Kriterien wie die Tatsache gibt, dass es nicht nur um ein Bauen ausserhalb der Bauzone geht, sondern auch um das Leben ausserhalb der Bauzone. </p>\n<p>Die Votanten F\u00e4ssler und Rieder haben darauf hingewiesen, und wir alle wissen es: Auch die Infrastrukturen sind nat\u00fcrlich lebensentscheidend. Es gibt auch Leben, das ausserhalb der Bauzone stattfindet, nicht nur im Landwirtschaftsbereich. Dieses Leben muss ebenfalls Perspektiven haben und eine angemessene und zeitgem\u00e4sse Entwicklung durchmachen k\u00f6nnen. In den alten Bauernh\u00e4usern leben die Menschen nicht mehr wie vor hundert Jahren. Die Arbeit sieht heute anders aus. Man ist inzwischen auch vernetzt, und zwar nicht nur national, sondern oft auch global. Der Maschinenpark steht meistens auch ausserhalb der Bauzone. Darauf wurde hingewiesen. Das sind Tatsachen, die auch der Gesetzgeber w\u00fcrdigen muss.</p>\n<p>Es ist nun also wichtig, dass wir auf die Diskussion zur RPG 2 eintreten. Nach verschiedenen Runden kann gesagt werden, dass die Vorlage unterdessen die wichtigsten Ziele des Raumplanungsgesetzes auf koh\u00e4rente Art und Weise umfasst, n\u00e4mlich den Kampf gegen die Zersiedelung und den haush\u00e4lterischen Umgang mit dem Boden auch im Nichtbaugebiet. Dem Trennungsgrundsatz, einem wichtigen Grundprinzip im schweizerischen Raumplanungsrecht, wird entsprochen. Das ist wichtig. Ferner ist auch ein Stabilisierungsziel f\u00fcr das Nichtbaugebiet verankert worden. In[NB]diesem[NB]Sinne[NB]ist[NB]die[NB]Basis f\u00fcr die kommenden Beratungen gut. </p>\n<p>Als Nichtkommissionsmitglied habe ich zwei Einzelantr\u00e4ge eingereicht. Sie stammen aus dem Umfeld von Kantonen und Gemeinden. Ich werde sie dann begr\u00fcnden. Ich habe aber auch Ihre Worte, Herr Pr\u00e4sident, sehr wohl geh\u00f6rt und halte mein Eintretensvotum kurz. - Ich habe fertig.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20220609","MeetingVerbalixOid":3564,"IdSession":"5115","SpeakerFirstName":"Hannes","SpeakerLastName":"Germann","SpeakerFullName":"Germann Hannes","SpeakerFunction":"Mit-M","CouncilId":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CantonId":14,"CantonName":"Schaffhausen","CantonAbbreviation":"SH","ParlGroupName":"Fraktion der Schweizerischen Volkspartei","ParlGroupAbbreviation":"V","SortOrder":9,"Start":"\/Date(1654768622840)\/","End":"\/Date(1654768845057)\/","Function":"Mit-M","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1703237832457)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1654768622840+0120)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1654768845057+0120)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null},{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302537L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302537L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302537L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302537L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=302537L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"302537","Language":"DE","IdSubject":"57313","VoteId":null,"PersonNumber":4243,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Die Wichtigkeit der Raumplanung hat in den letzten Jahren stark zugenommen; das ist auch richtig so. Mit der RPG 1, die die Stimmberechtigten mit 62 Prozent Ja-Stimmen sehr deutlich angenommen haben, ist ein Paradigmenwechsel eingeleitet worden. Der Fokus liegt nahe - innerhalb der Bauzone auf der Verdichtung nach innen -, und die Siedlung soll nur noch beschr\u00e4nkt wachsen. Das war f\u00fcr die Kantone eine sehr grosse Aufgabe. Die Kantone haben sie angenommen und haben das gemacht. Es war schwierig und anspruchsvoll, und doch denke ich, dass die RPG 1 Wirkung zeigt und dass die Zersiedelung gestoppt werden konnte.</p>\n<p>Jetzt sind wir uns einig, dass die Zersiedelung nat\u00fcrlich nicht in die Nichtbauzone verlagert werden darf; ich habe aus allen Voten herausgeh\u00f6rt, dass dieses Ziel erreicht werden soll. Ich glaube, dass das f\u00fcr diese Vorlage wesentlich ist. Es ist sicher so, dass der Druck auf das Gebiet ausserhalb der Bauzone jetzt steigt, auch weil immer mehr Menschen in der Schweiz leben und arbeiten. Der Druck der Freizeitnutzungen nimmt zu, sie werden immer h\u00e4ufiger aufs Land verlagert. Der landwirtschaftliche Strukturwandel verst\u00e4rkt die Tendenz, Bauten, die man f\u00fcr den landwirtschaftlichen Bereich nicht mehr braucht, eben umzunutzen. Oder es stellt sich die Frage, wie wir mit diesen Geb\u00e4uden umgehen. Das ist wirklich eine grosse Frage, die wir beantworten m\u00fcssen. [PAGE 458] </p>\n<p>Ich meine, da, wo diese Bauten kulturlandschaftspr\u00e4gend sind, sind sie zu erhalten. Gerade sie pr\u00e4gen das Gesicht der Kulturlandschaft und eigentlich das, was wir uns von der Schweiz vorstellen oder was die Schweiz, die Kantone und die Gemeinden ausmacht. Hier sind die Kantone nat\u00fcrlich in besonderem Masse gefordert. Ich bin sicher, dass sie diese Herausforderung annehmen werden, dass sie in den Richtpl\u00e4nen bzw. die Gemeinden in den Nutzungspl\u00e4nen das je typische baukulturelle Erbe definieren. Ich bin auch der Meinung, dass wir Geb\u00e4ude, die eben nicht landschaftspr\u00e4gend sind, zur\u00fcckbauen m\u00fcssen.</p>\n<p>Fast zehn Jahre nach der RPG 1 kommt nun die zweite Revision, was richtig ist. Ich danke der UREK-S daf\u00fcr, dass sie diese grosse und anspruchsvolle Aufgabe angenommen und sich in sie reingekniet hat. Es ist ein sehr anspruchsvolles Vorhaben und eine anspruchsvolle Vorlage. Ich bin \u00fcberzeugt: Wie diese Gesetzgebung herauskommt, wird wesentlich daf\u00fcr sein, wie die Schweiz in Zukunft aussehen wird. Der Grundsatz der Trennung in Baugebiet und Nichtbaugebiet ist einer der fundamentalen Grunds\u00e4tze der Raumplanung in der Schweiz. Als diese Trennung 1972 eingef\u00fchrt wurde, war dies eine Errungenschaft. Sie hat grosse positive Wirkungen f\u00fcr die Landwirtschaft, unter anderem eben tiefe Bodenpreise f\u00fcr das Landwirtschaftsland. Sie erleichtert der Landwirtschaft eine wenn immer m\u00f6glich kostendeckende Produktion. Nat\u00fcrlich leistet diese Trennung auch einen wesentlichen Beitrag dazu, eine attraktive Landschaft mit hohem Erholungswert zu erhalten, und dies ist letztlich f\u00fcr das Wohlbefinden der Menschen in diesem Land und auch f\u00fcr den Tourismus zentral. </p>\n<p>Dass der Gestaltungsspielraum der Kantone vergr\u00f6ssert wird, ist sicherlich richtig, denn die Bedingungen vor Ort sind sehr unterschiedlich, und es sind die Kantone, die diese Bedingungen am besten kennen. Diese Unterschiedlichkeit, die Tatsache, dass die Kulturlandschaften eben \u00fcberall anders und spezifisch sind, macht die Schweiz aus. Ob im Toggenburg, im Vallemaggia, im L\u00f6tschental, in der Surselva, im Appenzell, im Z\u00fcrcher Unterland, im Sch\u00e4chental, im Emmental oder im Entlebuch oder auch in der Genferseeregion - dieses typisch Regionale ist das, was die Schweiz ausmacht, und diese Sch\u00f6nheit hat einen eigenen Wert. Diese Werte zu erhalten und/oder zeitgem\u00e4ss weiterzuentwickeln, ist eine grosse Aufgabe, und daran d\u00fcrfen wir nicht scheitern.</p>\n<p>Heute m\u00fcssen die Kantone Gesuche ohne R\u00fccksicht auf die r\u00e4umlichen Gegebenheiten beurteilen und bewilligen. Ausserhalb der Bauzone ist das heutige Raumplanungsgesetz \u00e4usserst komplex und schwierig. Pers\u00f6nlich war ich sechzehn Jahre lang f\u00fcr die Bauten ausserhalb der Bauzone zust\u00e4ndig - das war schwierig!</p>\n<p>Es ist richtig, dass die Kantone hier \u00fcber verbindliche Richtpl\u00e4ne und \u00fcber die Nutzungsplanung mehr Handlungsspielraum bekommen, um vor allem auch - und das finde ich wichtig - Verbesserungen von Situationen zu erreichen, die heute teilweise wirklich unbefriedigend sind. Heute ist es auch ausserhalb der Bauzone so, dass nicht alles sch\u00f6n ist oder gl\u00e4nzt. Wir haben dort auch Probleme, die wir mit dieser Vorlage allenfalls beseitigen k\u00f6nnen.</p>\n<p>Nichtsdestotrotz m\u00fcssen wir mit der RPG 2 zentrale Leitlinien ziehen. Es wird unsere Kunst sein, das grundlegende Prinzip der Trennung von Bau- und Nichtbaugebiet nicht zu schw\u00e4chen. Es ist sicher richtig, dass wir die Zahl der Geb\u00e4ude im Nichtbaugebiet stabilisieren. Damit wir dieses Stabilisierungsziel erreichen k\u00f6nnen, m\u00fcssen bereits die kantonalen Richtpl\u00e4ne durch ein Gesamtkonzept gest\u00e4rkt werden und Vorgaben kumulativ erf\u00fcllt sein. Dazu geh\u00f6ren f\u00fcr mich auch qualitative Kriterien, wie sie in der Vorlage unter anderem vorgesehen sind, etwa die Wahrung der regionalen Eigenheiten und des baukulturellen Erbes.</p>\n<p>Ich bin der \u00dcberzeugung, dass Richtplanvorgaben im Raumplanungsgesetz zwingend n\u00f6tig sind. Ich bin ebenfalls der \u00dcberzeugung, dass die Anliegen der Landwirtschaft ausserhalb der Bauzone Vorrang haben. Ich bin weiter der Meinung, dass der Begriff der Landwirtschaft trotz allem nach wie vor eng zu fassen ist, damit wir nicht ungleich lange Spiesse bzw. eine Konkurrenz mit Gewerbe- oder sonstigen Bauzonen innerhalb des Baugebietes einf\u00fchren.</p>\n<p>Mit klaren Vorgaben st\u00e4rken wir die Kantone. Wir st\u00e4rken die Kantone in dieser Aufgabe und auch darin, dem Druck, der von verschiedenster Seite auf sie wirkt, standzuhalten. Deshalb ist f\u00fcr mich die Forderung der Bau-, Planungs- und Umweltdirektorenkonferenz (BPUK) in ihrem Schreiben schon sehr aussagekr\u00e4ftig. Sie lautet, der St\u00e4nderat solle sich f\u00fcr die St\u00e4rkung des Trennungsgrundsatzes aussprechen und sicherstellen, dass Akteure beim Bauen ausserhalb der Bauzone gleichrangig behandelt werden. Das zeigt f\u00fcr mich schon, dass der Druck ausserhalb der Bauzone auf den Kantonen lastet. </p>\n<p>Dass wir den Kantonen mit den Richtpl\u00e4nen mehr Handlungsspielraum geben, ist wichtig und richtig. Ich bin sicher, dass die Kantone das sehr gut machen werden, dass aber Randbedingungen auch f\u00fcr sie zentral sind. </p>\n<p>Ich habe es schon gesagt: Was vor uns liegt, ist f\u00fcr mich eine grosse Aufgabe, und das unabh\u00e4ngig davon, ob eine Initiative h\u00e4ngig ist oder nicht. Das spielt f\u00fcr mich nicht die wesentliche Rolle. Nat\u00fcrlich ist diese Initiative da, aber es geht um das zuk\u00fcnftige Gesicht unseres Landes. </p>\n<p>Ich bin f\u00fcr Eintreten und bin gespannt auf die Ausf\u00fchrungen der Kommission bei den jeweiligen Mehrheiten und Minderheiten.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20220609","MeetingVerbalixOid":3564,"IdSession":"5115","SpeakerFirstName":"Heidi","SpeakerLastName":"Z'graggen","SpeakerFullName":"Z'graggen Heidi","SpeakerFunction":"Mit-F","CouncilId":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CantonId":4,"CantonName":"Uri","CantonAbbreviation":"UR","ParlGroupName":"Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. 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