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Das ist keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit und zeigt, dass auch die Landesregierung den Handlungsbedarf anerkennt.</p>\n<p>Die Fakten liegen auf dem Tisch: Die Wolfspopulation ist in den letzten Jahren stark gewachsen; man kann durchaus von einem exponentiellen Wachstum sprechen. Was vor gut f\u00fcnfzehn Jahren noch eine punktuelle Pr\u00e4senz war, ist heute ein fl\u00e4chendeckendes Ph\u00e4nomen mit \u00fcber dreihundert Tieren und mehr als dreissig Rudeln. Diese Entwicklung hat konkrete Folgen, insbesondere f\u00fcr die Alpwirtschaft und die Bergkantone, doch zunehmend sind auch stark besiedelte Regionen betroffen.</p>\n<p>Wir f\u00fchren hier nicht eine abstrakte \u00f6kologische Debatte, sondern sprechen \u00fcber die Realit\u00e4t in unseren T\u00e4lern: zunehmende Risse, hohe Kosten f\u00fcr Schutzmassnahmen, Aufgabe von Betrieben, Verunsicherung der Bev\u00f6lkerung. Es wird eingewendet, die Schweiz sei v\u00f6lkerrechtlich zum Schutz grosser Beutegreifer verpflichtet. Das ist richtig, doch diese Verpflichtung schliesst eine regulierte Steuerung des Wolfsbestandes ausdr\u00fccklich nicht aus, solange der g\u00fcnstige Erhaltungszustand gewahrt bleibt. Der Wolf ist weder national noch europaweit vom Aussterben bedroht. Schutz bedeutet Verantwortung, nicht Unt\u00e4tigkeit.</p>\n<p>Das heutige System ist im Kern reaktiv. Es erlaubt Eingriffe erst nach wiederholten Sch\u00e4den und verlangt komplexe Bewilligungsverfahren. In der Praxis f\u00fchrt das zu langen Wartezeiten, steigenden Sch\u00e4den und grosser Frustration der Betroffenen. Dieses System ist zu langsam und zu schwerf\u00e4llig. Meine Motion weist deshalb den Weg zu einem Paradigmenwechsel und einem klar definierten, vorausschauenden Management. Ein Schwellenwert, der gemeinsam mit den Kantonen festgelegt wird und regionale Besonderheiten ber\u00fccksichtigt, schafft Planbarkeit und Transparenz. Wird dieser Wert \u00fcberschritten, soll regulierend eingegriffen werden k\u00f6nnen.</p>\n<p>An dieser Stelle m\u00f6chte ich einem erwartbaren Einwand begegnen: Der Wolf ist eine gesch\u00fctzte Art. Ja, das ist korrekt, aber Schutz bedeutet nicht Unantastbarkeit. Auch andere gesch\u00fctzte Arten werden reguliert, wenn es die Stabilit\u00e4t des \u00d6kosystems oder \u00fcberwiegende Interessen erfordern. Ein Beispiel ist der Steinbock. Auch er ist gesch\u00fctzt, und dennoch reguliert man seinen Bestand gezielt, um ein [PAGE 323] \u00f6kologisches Gleichgewicht sicherzustellen. Niemand k\u00e4me auf die Idee, deshalb von Ausrottung zu sprechen.</p>\n<p>Weiter wird argumentiert, Absch\u00fcsse k\u00f6nnten Populationen destabilisieren oder zu kompensatorischen Effekten f\u00fchren. Solche Effekte sind aus der Wildtierbiologie bekannt, doch sie treten nicht unbegrenzt ein und sprechen nicht grunds\u00e4tzlich gegen eine kontrollierte, verh\u00e4ltnism\u00e4ssige Regulierung. Ebenso wenig ist garantiert, dass sich das Wachstum konfliktfrei von selbst auf ein tragbares Niveau einpendelt, insbesondere in einer dicht genutzten Kulturlandschaft wie der unseren.</p>\n<p>Genau darum geht es hier nicht um Eliminierung, sondern um Regulierung. Der Wolf ist in Europa nicht vom Aussterben bedroht. Sein Schutzstatus wurde auf internationaler Ebene angepasst, weil sich die Best\u00e4nde stark vermehrt haben. Was wir brauchen, ist ein Gleichgewicht zwischen Artenschutz und Kulturlandschaft, zwischen Biodiversit\u00e4t und Alpwirtschaft, zwischen \u00f6kologischer Verantwortung und sozio\u00f6konomischer Realit\u00e4t. Ein klar geregeltes Wolfsmanagement mit definierten Schwellenwerten ist kein R\u00fcckschritt, sondern Ausdruck einer erwachsenen Umweltpolitik. Es schafft Rechtssicherheit, st\u00e4rkt die Kantone und sorgt f\u00fcr Transparenz, ersetzt weder Herdenschutz noch Pr\u00e4vention, sondern erg\u00e4nzt sie sinnvoll. [GZ]</p>\n<p>Ich bitte Sie deshalb, meiner Motion zuzustimmen.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20260319","MeetingVerbalixOid":4153,"IdSession":"5212","SpeakerFirstName":"Fabio","SpeakerLastName":"Regazzi","SpeakerFullName":"Regazzi Fabio","SpeakerFunction":"Mit-M","CouncilId":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CantonId":27,"CantonName":"Tessin","CantonAbbreviation":"TI","ParlGroupName":"Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. 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In diesem Rat wurde 2001 von St\u00e4nderat Maissen die erste Motion zum Thema eingereicht. Damals gab es ein bis zwei W\u00f6lfe in der Schweiz. 2026, im Jahr der Motion Regazzi, haben wir 43 Rudel, 148 Welpen, gesch\u00e4tzt 300 bis 500 W\u00f6lfe. Das ist nicht \u00fcberraschend. Der franz\u00f6sische Wolfsexperte Jean-Marc Garde, den die UREK-S im Jahre 2018 anh\u00f6rte, warnte uns vor dieser Entwicklung. </p>\n<p>Die S\u00e4ttigung dieser Regionen ist noch nicht erreicht, die Wolfspopulation wird weiter exponentiell wachsen. Es ist eine Frage der Zeit, bis wir die ersten Begegnungen zwischen unserer Rasse und dem Wolf haben und mit dem gr\u00f6sstm\u00f6glichen Unfall rechnen m\u00fcssen. </p>\n<p>Im Wolfskonzept sind f\u00fcr das Kompartiment IV - Westschweizer Alpen, bestehend aus den Regionen Simme-Saane, Berner Oberland Ost, Rhone Nord, Unterwallis S\u00fcd und Oberwallis - einige wenige Rudel vorgesehen, damit die Population gesch\u00fctzt werden kann. Aktuell gibt es alleine im Kanton Wallis elf Rudel mit 100 bis 150 Tieren - die Population ist v\u00f6llig ausser Kontrolle. Reagieren Sie nicht schnell, werden Sie dieses Problem nicht mehr in den Griff bekommen, und die Bev\u00f6lkerung wird in diesem Bereich mit erheblichen Problemen konfrontiert - nicht nur die Landwirtschaft, sondern eben auch die dortige Wohnbev\u00f6lkerung. </p>\n<p>Herr Bundesrat, ich bitte Sie, diese Motion ernst zu nehmen und hier dringend eine Gesetzesanpassung vorzunehmen. Mir ist bewusst: Wir haben hier schon viel diskutiert. Mir ist auch bewusst: Wir haben das Jagdgesetz angepasst. Leider reicht das nicht. Das war vorhersehbar. Ich bitte Sie, schnell zu handeln, damit diese Populationen eingeschr\u00e4nkt werden k\u00f6nnen.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20260319","MeetingVerbalixOid":4153,"IdSession":"5212","SpeakerFirstName":"Beat","SpeakerLastName":"Rieder","SpeakerFullName":"Rieder Beat","SpeakerFunction":"Mit-M","CouncilId":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CantonId":23,"CantonName":"Wallis","CantonAbbreviation":"VS","ParlGroupName":"Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. 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Wir haben viel dar\u00fcber diskutiert und haben Massnahmen getroffen. Ich m\u00f6chte nochmals daran erinnern, dass uns Gesetz und Verordnung die M\u00f6glichkeit geben, die Anzahl bzw. Gr\u00f6sse der Rudel zwischen September und Januar zu regulieren, wenn die Mindestzahlen f\u00fcr den Arterhalt massiv \u00fcberstiegen werden. Und hier bitte ich Sie, die Kantone entsprechend anzuweisen - Sie machen das ja auch -, die Gesuche f\u00fcr eine Regulierung jeweils rechtzeitig einzureichen, sodass man ab dem 1.[NB]September sofort wieder regulieren kann. Wir behandeln diese Gesuche so schnell als m\u00f6glich, wir brauchen daf\u00fcr aber 15 Tage; das kennen die Kantone. Wir bewilligen die Gesuche, wenn die Zahlen klar \u00fcberschritten wurden, und haben so ohne Gesetzes\u00e4nderung bereits heute die M\u00f6glichkeit, weiter zu regulieren, das m\u00f6chte ich hier klar deponieren - auch wenn es nat\u00fcrlich nicht leicht ist, all diese W\u00f6lfe dann auch wirklich zu dezimieren oder zu erwischen. Es braucht hierzu die n\u00f6tige Arbeit. </p>\n<p>Es besteht die M\u00f6glichkeit, dass es zu Kontakten mit Menschen kommt; Herr St\u00e4nderat Rieder hat darauf aufmerksam gemacht. Das gilt es um jeden Preis - das m\u00f6chte ich hier klar sagen: um jeden Preis - zu vermeiden. Und ich m\u00f6chte ebenso klar sagen, dass Gesetz und Verordnung die M\u00f6glichkeit gew\u00e4hren, W\u00f6lfe bei einem solchen Kontakt bzw. einfach gef\u00e4hrliche W\u00f6lfe - es muss nicht erst zu einem solchen Kontakt kommen - zu dezimieren, und zwar ohne R\u00fccksprache mit dem Bund. In solchen F\u00e4llen k\u00f6nnen die Kantone sofort aktiv werden, und sie sollen das auch. Das m\u00f6chte ich hier klar deklarieren. Diese M\u00f6glichkeit besteht gem\u00e4ss den gesetzlichen Grundlagen, und das ist auch zu tun und umzusetzen. Ich hoffe auch, dass es nicht zu einem solchen Fall kommt. So viel in Kurzform zu den bestehenden gesetzlichen Grundlagen. </p>\n<p>Wir haben festgestellt, dass bisher dank der Regulierung auf der einen Seite eine Verbesserung im Hinblick auf Sch\u00e4den erzielt werden konnte und auf der anderen Seite die exponentielle Entwicklung etwas abgebremst werden konnte. Von dieser Aussage etwas abgegrenzt, weise ich aber darauf hin, dass wir aufgrund der Anzahl Welpen der W\u00f6lfe ein unver\u00e4ndert massives Wachstum haben. Und hier sind[NB]zus\u00e4tzliche[NB]Massnahmen n\u00f6tig, das bestreite ich in keiner Weise. </p>\n<p>Deshalb hat der Bundesrat die Motion Regazzi auch zur Annahme empfohlen. Wir hatten ja fr\u00fcher eingegangene Motionen mit der Begr\u00fcndung abgelehnt, wir wollten im Rahmen eines Postulates zuerst die Wirkung der bestehenden Massnahmen pr\u00fcfen. Wir mussten aber auch feststellen, dass das Wachstum einfach zu gross ist, um hier zuzuwarten. Selbstverst\u00e4ndlich werden wir im Rahmen des Postulates aber weiterarbeiten. </p>\n<p>Ich bitte Sie aber in aller Klarheit, die Motion Regazzi anzunehmen, denn wir k\u00f6nnen die von ihm vorgeschlagenen Massnahmen - auch wenn er selbst sagt, es handle sich um einen Paradigmenwechsel - gut in das bestehende Konzept integrieren. </p>\n<p>Heute ist in der Verordnung ein Minimalbestand von zw\u00f6lf Rudeln festgeschrieben, den man wegen der Arterhaltung nicht unterschreiten sollte. Es wurde gesagt: Der Bestand liegt heute mit \u00fcber vierzig Rudeln weit \u00fcber dieser Zahl. Die Motion Regazzi w\u00fcrde es erm\u00f6glichen, einen Maximalbestand festzulegen und Best\u00e4nde, die \u00fcber diesen Maximalbestand hinausgehen, quasi f\u00fcr die Kantone zur Jagd freizugeben. Wir h\u00e4tten dann einen Minimalbestand f\u00fcr die Arterhaltung; wir h\u00e4tten einen Zwischenbestand, den wir gem\u00e4ss den heutigen Regelungen regulieren k\u00f6nnen; wir w\u00fcrden zus\u00e4tzlich einen Maximalbestand festlegen, und Best\u00e4nde, die \u00fcber diesen Maximalbestand hinausgehen, d\u00fcrften ebenfalls reguliert werden. Ich w\u00fcrde meinen, dass es durchaus Sinn machen w\u00fcrde, wenn wir dieses massive Wachstum korrigieren k\u00f6nnten.</p>\n<p>Wir d\u00fcrfen nicht vergessen, dass das ein starker Eingriff sein wird und wir diesen auch gut erarbeiten m\u00fcssen, dass wir die gesetzliche Grundlage in die Vernehmlassung geben m\u00fcssen und dass dies - da bitte ich um Verst\u00e4ndnis, das Gesch\u00e4ft muss ja dann auch in Ihren Rat - seine Zeit braucht. Es w\u00e4re auch gut, wenn wir eine solche Massnahme nach M\u00f6glichkeit mit Verst\u00e4ndnis und ohne Referendum durchbringen k\u00f6nnten. Darum gilt es absolut, die Umweltorganisationen einzubinden.</p>\n<p>Wir haben deshalb im UVEK das folgende Vorgehen vorgesehen: Wir m\u00f6chten die Motionen Friedli Esther 25.3715, \"Absch\u00fcsse von W\u00f6lfen in Jagdbanngebieten erm\u00f6glichen\", und Broulis 25.3549, \"Im Rudel lebender Problemwolf. Handeln muss m\u00f6glich sein!\" - zwei bereits in der vergangenen Wintersession deutlich angenommene Vorst\u00f6sse, die eine Anpassung des Jagdgesetzes verlangen -, sehr rasch umsetzen. Wir m\u00f6chten Ihnen also so rasch als m\u00f6glich einen Entwurf f\u00fcr eine kleine Gesetzes\u00e4nderung zur Umsetzung dieser Massnahmen vorlegen. Wir m\u00f6chten damit auch rasch in die Vernehmlassung gehen. Wir gehen davon aus, dass die Vorlage dem Parlament sp\u00e4testens im Sommer, nach M\u00f6glichkeit aber im Fr\u00fchling 2027 zur Beratung unterbreitet [PAGE 324] wird. Das ist einfach die Zeit, die ein Gesetzgebungsverfahren braucht, aber das kommt sehr rasch.</p>\n<p>Dann werden wir im Nachgang zu dieser Gesetzes\u00e4nderung eine umfassende Gesetzesanpassung realisieren, in der wir dann auch die Motion Regazzi, sollte das Parlament sie \u00fcberweisen, einbeziehen werden. Wir wollen hier also schrittweise vorgehen und keine allzu umfassende Gesetzgebungsvorlage machen, damit wir die Leute - alle Stakeholder: die betroffenen Landwirte, aber auch die Umweltorganisationen - einbeziehen k\u00f6nnen. Das ist der vorgesehene Rhythmus.</p>\n<p>Nochmals zusammengefasst: Wir beginnen mit einer sehr raschen Umsetzung der \u00fcberwiesenen Motionen Broulis und Friedli Esther, gefolgt von einer umfassenderen Gesetzesrevision, falls die Motion Regazzi ebenfalls angenommen wird.</p>\n<p>Ich bitte Sie, dem Antrag des Bundesrates auf Annahme der Motion zu folgen. Die Problematik ist bekannt. [GZ]</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20260319","MeetingVerbalixOid":4153,"IdSession":"5212","SpeakerFirstName":"Albert","SpeakerLastName":"R\u00f6sti","SpeakerFullName":"R\u00f6sti Albert","SpeakerFunction":"BR-M","CouncilId":99,"CouncilName":"Bundesrat","CantonId":2,"CantonName":"Bern","CantonAbbreviation":"BE","ParlGroupName":null,"ParlGroupAbbreviation":null,"SortOrder":4,"Start":"\/Date(1773912385296)\/","End":"\/Date(1773912808830)\/","Function":"BR-M","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1790267807239)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1773912385297+0060)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1773912808830+0060)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null}]},"ID":"71048","Language":"DE","IdMeeting":"5210","VerbalixOid":798748,"SortOrder":8,"Modified":"\/Date(1790267807233)\/"}}