{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=154991L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=154991L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=154991L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=154991L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=154991L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"154991","Language":"DE","IdSubject":"26955","VoteId":null,"PersonNumber":471,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Ich glaube, die Fronten in diesem Saal sind in dieser Sache klar; sie haben sich in den letzten zehn Jahren kaum ver\u00e4ndert. Das ist eigentlich erstaunlich, wenn man bedenkt, was in diesen letzten zehn Jahren alles geschehen ist. Man kann hier mit Fug und Recht davon sprechen, dass die Politik oder die ideologischen Positionen der Parteien manchmal in der Tat faktenresistent sind. Denn die Fakten sprechen aus meiner Sicht eine klare Sprache. </p>\n<p>Wir haben mittlerweile zehn Jahre Erfahrung mit der heroingest\u00fctzten Behandlung - nicht nur in der Schweiz, auch im Ausland. Es gibt entgegen den Aussagen in der Eintretensdebatte im In- und Ausland eine reiche Literatur zu diesem Thema. Sie wissen, dass das Konzept sich etwas gewandelt hat. Nach wie vor gilt aber, dass diese heroingest\u00fctzten Behandlungen Teilelemente einer breitgef\u00e4cherten Strategie sind und auf die Schwerstabh\u00e4ngigen abzielen, die mit keiner anderen Therapieform erfolgreich gewesen sind. Und da sind die Ergebnisse unzweifelhaft. </p>\n<p>Meine Vorrednerinnen haben die Zahlen teilweise schon erw\u00e4hnt. Ich will nur noch unterstreichen: Die Zahlen zeigen, dass die genannte Zielgruppe wirklich erreicht wird. Es sind die Langzeitabh\u00e4ngigen. Ihr Durchschnittsalter ist \u00fcber zehn Jahre h\u00f6her als das des durchschnittlichen Drogenabh\u00e4ngigen in der Schweiz. Bei den meisten dieser Patienten und Patientinnen gibt es eine zweite Diagnose, die die Sucht zus\u00e4tzlich erschwert, sei es eine psychiatrische Diagnose oder eine k\u00f6rperliche - HIV oder andere Probleme. Es sind also Schwerstbetroffene, denen in einer ersten Phase mit dieser heroingest\u00fctzten Behandlung geholfen werden soll.</p>\n<p>Was zeigen die Zahlen? Ganz kurz auf einen Nenner gebracht: Sie zeigen, dass diese Therapieform in der Stabilisierung und der Resozialisierung helfen kann. Sie zeigen, dass auf der Ebene der Infektionsraten und der Krankheitsh\u00e4ufigkeit klare r\u00fcckl\u00e4ufige Tendenzen auszumachen sind. Frau Men\u00e9trey-Savary hat die Zahlen geliefert. Und sie zeigen, was mindestens genauso wichtig ist: dass die Todesf\u00e4lle - ein harter Indikator - in dieser Gruppe deutlich zur\u00fcckgehen. Die Zahl der Todesf\u00e4lle bei Drogenabh\u00e4ngigen in den Substitutionsprogrammen wird seit 1994 - seit \u00fcber zehn Jahren - statistisch festgehalten. Diese Studien [PAGE 2007] zeigen, dass diese Zahl ganz klar unter der Todesrate von nichtbehandelten Heroinabh\u00e4ngigen liegt.</p>\n<p>Ohne vorweihn\u00e4chtlich emotional zu werden, erstaunen doch gewisse T\u00f6ne hier, die in diesem Zusammenhang von Menschenverachtung sprechen, wo doch klar nachgewiesen ist, dass diese Therapieform nicht Leben kostet, sondern Leben rettet. Wie kann man da von Menschenverachtung sprechen? Das werde ich nicht verstehen.</p>\n<p>Auch die Kosten und der Nutzen sind nachgewiesen, dazu gibt es Literatur. Schon nur die Begleitkriminalit\u00e4t - die Reduktion im Sicherheitsapparat ist beziffert - ist gesunken. Das macht einiges aus; verschiedene unabh\u00e4ngige Studien haben das aufgezeigt. Auch da kann man nicht wirklich mehr streiten, nach diesen zehn Jahren Erfahrung. Auch auf die Weltgesundheitsorganisation und den Wandel in ihrer Position wurde von Vorrednerinnen schon hingewiesen, sodass auch dazu nichts mehr gesagt werden muss.</p>\n<p>Ich m\u00f6chte mit der klaren Aussage schliessen: Diese Therapieform - das wurde in dieser Runde noch nicht gen\u00fcgend deutlich gesagt - ist nicht nur wissenschaftlich gesichert, sie ist - wenn Sie so wollen - auch demokratisch gefestigt. Wir haben ein Bundesgesetz, das bis zum Jahr 2009 l\u00e4uft, das jetzt ins definitive Gesetz \u00fcberf\u00fchrt werden muss. Ich erinnere daran, dass die Schweizer Bev\u00f6lkerung im Jahr 1999 eine nationale Abstimmung zu diesem Bundesgesetz, zur Heroinsubstitution durchgef\u00fchrt hat. Die schweizerische Bev\u00f6lkerung hat sehr klar mit 54 zu 46 Prozent Ja gesagt zu einem solchen Gesetz. Wir tun also nichts anderes, als das jetzt definitiv im Gesetz zu verankern, was die Bev\u00f6lkerung in einem demokratischen nationalen Test schon klar beantwortet hat. Ich erinnere daran, dass es verschiedene Kantone gibt, die ein Gleiches getan haben; es gibt betroffene St\u00e4dte wie Z\u00fcrich, die mit \u00fcber 70 Prozent einer definitiven Verrechtlichung oder den entsprechenden Budgets zugestimmt haben.</p>\n<p>Die Erfahrungen sind auf dem Tisch, die Fakten sind klar. Sie sollten jetzt diesen Fakten nachleben und die Grundlage in das Gesetz integrieren.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"N","MeetingDate":"20061220","MeetingVerbalixOid":1504,"IdSession":"4715","SpeakerFirstName":"Felix","SpeakerLastName":"Gutzwiller","SpeakerFullName":"Gutzwiller Felix","SpeakerFunction":"Mit-M","CouncilId":1,"CouncilName":"Nationalrat","CantonId":1,"CantonName":"Z\u00fcrich","CantonAbbreviation":"ZH","ParlGroupName":"Freisinnig-demokratische Fraktion","ParlGroupAbbreviation":"RL","SortOrder":9,"Start":"\/Date(1166611789664)\/","End":"\/Date(1166612112473)\/","Function":"Mit-M","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1774877959135)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1166611789663+0060)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1166612112473+0060)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null}}