{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=199904L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=199904L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=199904L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=199904L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=199904L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"199904","Language":"DE","IdSubject":"37356","VoteId":null,"PersonNumber":4129,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Erlauben Sie mir ein paar einleitende Worte. Wir alle wissen: Das Gesundheitswesen steht vor grossen Herausforderungen, vor allem in quantitativer, aber auch in qualitativer Hinsicht. Die vielschichtigen Gr\u00fcnde wie etwa die Alterung der Gesellschaft, die Zunahme von chronischen Erkrankungen und komplexen Krankheitsbildern usw. sind uns bekannt. Die Herausforderungen gilt es sowohl personell als auch finanziell zu bew\u00e4ltigen und zu meistern, und dies alles bei mindestens gleichbleibend hoher Qualit\u00e4t unseres ausgezeichneten Gesundheitssystems. Eines ist klar: Der Bedarf an gut ausgebildetem Pflegepersonal und anderen Fachpersonen im Gesundheitswesen wird weiter zunehmen, als Folge der demografischen Entwicklung und, zus\u00e4tzlich, der immer noch ungebremsten Zuwanderung.</p>\n<p>Ausserdem m\u00fcssen wir aber auch die Bezahlbarkeit unseres Gesundheitswesens im Auge behalten. Steigende Krankenkassenpr\u00e4mien bereiten vielen Menschen Sorge. Dazu geh\u00f6rt auch das Thema steigender Anspr\u00fcche, welche nicht immer gestillt werden k\u00f6nnen. Die Kosten sowie gesellschaftliche und individuelle Anspr\u00fcche m\u00fcssen im Gleichgewicht bleiben, ansonsten droht der Kollaps.</p>\n<p>Verschiedenste Massnahmen wurden in den vergangenen Jahren auch im Bereich der Ausbildung ergriffen, um die Attraktivit\u00e4t der Gesundheitsberufe zu steigern und die Berufsbildung zu f\u00f6rdern, bis hin zur M\u00f6glichkeit, einen Bachelor- oder Masterabschluss zu erlangen. Doch trotz akademischer Titel gilt es, die praxisorientierte Ausbildung, das absolut notwendige Fundament jedes Gesundheitsberufes, weiterhin zu st\u00e4rken. Dies wurde in der Kommission auch unhinterfragt so im neuen Gesundheitsberufegesetz verankert. Gesundheitsfachkr\u00e4fte m\u00fcssen \u00fcber eine qualitativ hochstehende Ausbildung verf\u00fcgen, in der sie Kenntnisse, Fertigkeiten und F\u00e4higkeiten erwerben, damit sie ihre Berufe patientennah und kompetent aus\u00fcben k\u00f6nnen.</p>\n<p>Professionalit\u00e4t hat jedoch nichts mit akademischen Titeln zu tun. Die Tendenz der Akademisierung der Pflegeberufe ist inzwischen ein Dauerthema, welches aber noch wenig untersucht ist und durch wenig aussagekr\u00e4ftige Auslandvergleiche getrieben wird. Unbestritten ist jedoch, dass auch Ausbildungen auf h\u00f6herer Stufe praxisbezogene und patientenorientierte Pflegende hervorbringen sollen. Ansonsten kann dem realen Mangel an pflegendem Personal gar nicht begegnet werden. Besonders die Langzeitpflege im Alter verlangt beispielsweise nicht nach zus\u00e4tzlichem akademisch ausgebildeten Personal, sondern nach bezahlbaren Grundpflegebehandlungen mit gen\u00fcgend F\u00fcrsorge, Einf\u00fchlungsverm\u00f6gen und Zeit. Der reale Mangel an Fachkr\u00e4ften, wie er im Gesundheitswesen aktuell ist, ist ein Mangel an Fachangestellten Gesundheit. </p>\n<p>In Anbetracht der Regelungsl\u00fccke, die durch die Abl\u00f6sung des Fachhochschulgesetzes durch das Hochschulf\u00f6rderungs- und -koordinationsgesetz zu entstehen droht, erachtet auch die SVP-Fraktion ein spezifisches Gesundheitsberufegesetz als sinnvoll. Wichtige Eckwerte sollen geregelt werden, dies soll und kann aber ohne \u00dcberregulierung geschehen. Geregelt werden sollen die Berufsaus\u00fcbungsbewilligungen, die Berufspflichten und das Disziplinarrecht sowie allenfalls die rechtlichen Grundlagen f\u00fcr ein Register der Gesundheitsberufe, dessen Handhabung national einheitlich und kosteng\u00fcnstig erfolgen soll, so, wie dies f\u00fcr die Medizinalberufe bereits der Fall ist. Ziele des neuen Gesetzes sind die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung der Bev\u00f6lkerung und die Erh\u00f6hung der Patientensicherheit.</p>\n<p>Nebst der Verhinderung von \u00dcberregulierung legt die SVP-Fraktion auch ein besonderes Augenmerk auf die weiter drohende Verakademisierung der Gesundheitsberufe und will damit einer weiteren Kostensteigerung entgegenwirken. Denn es ist kaum zu verhindern, dass h\u00f6here Titel auch zu h\u00f6heren Lohnforderungen f\u00fchren und die Karriere- und Verantwortungsstrukturen sich dieser Akademisierung angleichen. Damit sage ich nicht, wie es Kollegin Marti betont hat, dass akademische Berufe grunds\u00e4tzlich etwas Schlechtes sind, sondern es geht eben auch um die Finanzen und um die Lohnforderungen. Kompetenzkonflikte und eine Aufbl\u00e4hung des Overhead-Bereichs sind aber vorprogrammiert, wenn nicht Gegensteuer gegeben wird. Das ist ein weiterer Grund f\u00fcr Bedenken. Erste Untersuchungen zeigen bereits heute, dass Anspr\u00fcche zum Thema Lohnerh\u00f6hungen, aber [PAGE 887] auch Rollenunklarheiten - wir h\u00f6rten es in den Anh\u00f6rungen - vorhanden sind.</p>\n<p>Aus diesen Gr\u00fcnden wird sich die SVP-Fraktion gegen die Aufnahme des Bachelor- und Masterstudiengangs in Osteopathie, gegen die zus\u00e4tzliche Aufnahme von Gesundheitsberufen wie der Fachfrau und des Fachmanns f\u00fcr medizinisch-technische Radiologie und vor allem gegen die gesetzliche Regulierung des Masterstudiengangs Pflege mit Schwerpunkt Advanced Practice Nurse im Bundesgesetz \u00fcber die Gesundheitsberufe einsetzen.</p>\n<p>Auf weitere Artikel werde ich bei den Bl\u00f6cken 1, 2 und 4 eingehen.</p>\n<p>Wir danken Ihnen f\u00fcr die Unterst\u00fctzung.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"N","MeetingDate":"20160607","MeetingVerbalixOid":2752,"IdSession":"5004","SpeakerFirstName":"Verena","SpeakerLastName":"Herzog","SpeakerFullName":"Herzog Verena","SpeakerFunction":"Mit-F","CouncilId":1,"CouncilName":"Nationalrat","CantonId":20,"CantonName":"Thurgau","CantonAbbreviation":"TG","ParlGroupName":"Fraktion der Schweizerischen Volkspartei","ParlGroupAbbreviation":"V","SortOrder":9,"Start":"\/Date(1465291121556)\/","End":"\/Date(1465291485406)\/","Function":"Mit-F","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1774877375291)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1465291121557+0120)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1465291485407+0120)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null}}