{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=248557L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=248557L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=248557L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=248557L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=248557L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"248557","Language":"DE","IdSubject":"46563","VoteId":null,"PersonNumber":4129,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung - wer will das schon nicht? Der Titel dieser Volksinitiative ist \u00e4usserst verf\u00e4nglich. Nat\u00fcrlich bestehen Unterschiede in der Beurteilung, was man selbst als gesunde Nahrung empfindet und was nicht. </p>\n<p>Beim Trinkwasser ist es schon klarer. In der Schweiz k\u00f6nnen wir ja fast \u00fcberall frisches Hahnenburger trinken, und dies bei bester Qualit\u00e4t. Wir k\u00f6nnen in fast allen Gew\u00e4ssern, sogar im Rhein in Basel, schwimmen gehen. Nur in wenigen anderen L\u00e4ndern ist das Schwimmen in Fl\u00fcssen bedenkenlos m\u00f6glich.</p>\n<p>Doch wird die Wasserqualit\u00e4t untersucht, werden immer Spuren und R\u00fcckst\u00e4nde von allem M\u00f6glichen und Unm\u00f6glichen gefunden. Auf manches k\u00f6nnte verzichtet werden, so z. B. auf die vielen sch\u00e4dlichen R\u00fcckst\u00e4nde von Drogen wie Kokain, Amphetamin und Ecstasy, die in hohen Konzentrationen im Abwasser der Grossst\u00e4dte gefunden werden. Doch wir haben ja Kl\u00e4ranlagen, h\u00f6chstens die Aale werden high. </p>\n<p>Und immer noch gelangen auch zu viele Pflanzenschutzmittel in die Gew\u00e4sser, Nitrate ins Grundwasser und Phosphor in die Seen. Aber die Landwirtschaft, die mit diesen Initiativen weiter am G\u00e4ngelband gef\u00fchrt werden soll, ist auf gutem Wege. Wir haben es bereits geh\u00f6rt: In den letzten zehn Jahren wurde der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln um 27 Prozent, der Einsatz von Herbiziden um 45 Prozent reduziert. Nat\u00fcrlich soll der Einsatz dieser Schadstoffe weiter reduziert werden. Da sind wir uns einig. Auch der Bundesrat ist sich dessen bewusst und hat bereits 2017 einen Aktionsplan mit 51 Massnahmen zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln verabschiedet. Rund die H\u00e4lfte der Massnahmen ist bereits umgesetzt oder in Bearbeitung.</p>\n<p>Eine weitere sinnvolle Reduktion der Pflanzenschutzmittel bef\u00fcrworten wir sicher alle, und sie wird auch eintreten. So produzieren immer mehr Bauern umweltschonend und sehr tiergerecht, zum Beispiel nach den Vorgaben von IP-Suisse. Immer mehr Bauern stellen ganz auf Bio um. Wir haben bereits ein sehr hohes Niveau erreicht.</p>\n<p>Ich als Konsumentin kann den Markt mitbestimmen, indem ich vermehrt auch IP-Suisse- oder Bioprodukte einkaufe. Allerdings, das wissen wir, ist der Biolabel-Salat ziemlich un\u00fcbersichtlich. Am besten kauft man deshalb so oder so lokal und regional sowie saisonal ein. Dass die Initiative jedoch noch weiter geht als zum Beispiel die Richtlinien von Bio Suisse, gef\u00e4hrdet die Existenz der Bauern und des [PAGE 1252] verarbeitenden Gewerbes, so wie auch unsere inl\u00e4ndische Versorgungssicherheit. Im Gegenzug wird der Import aus dem Ausland, wo wir keine Kontrolle haben, gef\u00f6rdert. Wollen wir das? Das ist ja genau das Gegenteil dessen, was die Initianten beabsichtigen. Die Bauern, die f\u00fcr unsere Ern\u00e4hrungssicherheit und unsere Landschaft tagt\u00e4glich, bei jedem Wetter und Unwetter krampfen, sollen nicht noch mehr Regulierungen und Kollektivstrafen erhalten. Die zus\u00e4tzliche B\u00fcrokratie und Reglementierungsflut bremst und verhindert dann sogar die dringend notwendige Innovation.</p>\n<p>Fazit: Wir alle wollen weiterhin sauberes Trinkwasser und m\u00f6glichst pflanzenschutzmittel- und antibiotikafreie Lebensmittel geniessen. Doch es wird bereits sehr viel gemacht, und das wollen wir jetzt nicht \u00fcbersteuern mit extremen Initiativen. Zudem: Bevor wir die produzierende Landwirtschaft mit totalit\u00e4ren Forderungen drangsalieren, soll bitte jeder selbst in seinem G\u00e4rtchen kehren. Noch zu viele Herbizide und Pestizide werden vielleicht aus Unwissen, vielleicht aus Bequemlichkeit oder Perfektionismus in \u00f6ffentlichen und privaten G\u00e4rten sorglos und h\u00e4ufig zu grossfl\u00e4chig verspr\u00fcht. Bereits durch die Wahl der Pflanzen f\u00fcr einen geeigneten Standort und einen vern\u00fcnftigen Umgang mit Pflanzenschutz- und Sch\u00e4dlingsbek\u00e4mpfungsmitteln kann jeder hier seinen eigenen Beitrag leisten.</p>\n<p>Auch aus diesen Gr\u00fcnden bitte ich Sie, sowohl die Trinkwasser-Initiative als auch die sch\u00e4dliche Volksinitiative \"f\u00fcr eine Schweiz ohne synthetische Pestizide\" abzulehnen.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"N","MeetingDate":"20190620","MeetingVerbalixOid":3159,"IdSession":"5018","SpeakerFirstName":"Verena","SpeakerLastName":"Herzog","SpeakerFullName":"Herzog Verena","SpeakerFunction":"Mit-F","CouncilId":1,"CouncilName":"Nationalrat","CantonId":20,"CantonName":"Thurgau","CantonAbbreviation":"TG","ParlGroupName":"Fraktion der Schweizerischen Volkspartei","ParlGroupAbbreviation":"V","SortOrder":7,"Start":"\/Date(1561019036654)\/","End":"\/Date(1561019329574)\/","Function":"Mit-F","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1774877188583)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1561019036653+0120)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1561019329573+0120)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null}}