{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=256071L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=256071L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=256071L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=256071L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=256071L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"256071","Language":"DE","IdSubject":"48128","VoteId":null,"PersonNumber":4036,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Die Altersstruktur der Schweiz ver\u00e4ndert sich. Die Anzahl der Menschen \u00fcber 65 nimmt in den kommenden Jahrzehnten rasant zu. Die Anzahl \u00fcber-80-j\u00e4hriger Personen wird voraussichtlich innert zehn Jahren von heute 440[NB]000 auf 690[NB]000 ansteigen. Damit wird auch der Anteil an chronisch und mehrfach erkrankten Personen rasant steigen. Ganz klar ist, dass der Pflege- und Betreuungsbedarf erheblich zunehmen wird. Vor dieser Entwicklung die Augen zu verschliessen, ist verantwortungslos.</p>\n<p>Diese Zahlen betreffen zwar die Zukunft. Schon heute ist jedoch die Situation unbefriedigend. Denn wir bilden nicht gen\u00fcgend Pflegefachpersonen aus. In der Schweiz werden nur 56 Prozent des ben\u00f6tigten Nachwuchses ausgebildet. Darum rekrutiert unser Gesundheitswesen einen bedeutenden Anteil des Gesundheitspersonals aus dem Ausland. Ein Drittel unseres Pflegepersonals kommt aus dem Ausland, und jede vierte Person hat ein ausl\u00e4ndisches Diplom. Dies ist einfach nicht nachhaltig.</p>\n<p>Lebensgestaltung im Alter ist ein Schwerpunktthema der EVP. Wir wollen eine qualitativ hochstehende Pflege, die f\u00fcr alle bezahlbar bleibt und die Patientensicherheit gew\u00e4hrleistet. Nachhaltige Investitionen in der Pflege sind n\u00f6tig, um die Kostenexplosion nachhaltig zu d\u00e4mpfen.</p>\n<p>Die breite Unterst\u00fctzung der Pflege-Initiative durch unterschiedliche Organisationen - zum Beispiel durch die Krebsliga, den Patientenschutz, Pharmasuisse oder die Haus- und Kinder\u00e4rzte - zeigt, wie wichtig eine grunds\u00e4tzliche \u00c4nderung der Gesetzgebung im Bereich der Pflege ist. Ich unterst\u00fctze die Anliegen der Volksinitiative und hoffe, dass m\u00f6glichst viele Punkte davon in den indirekten Gegenvorschlag aufgenommen werden, damit keine Verfassungs\u00e4nderung n\u00f6tig ist. Der Gegenvorschlag stellt sicher, dass Pflegefachpersonen gut ausgebildet werden, dass sie in eigener Verantwortung spezifische Pflegeleistungen erbringen k\u00f6nnen und dass sie auch angemessen abgegolten werden. Ich sehe ihn als gangbaren Kompromiss und m\u00f6chte Sie bitten, diesem zuzustimmen.</p>\n<p>Ich bin der Kommission f\u00fcr die gute Arbeit sehr dankbar. In mehreren Punkten werden wir von der EVP allerdings den Minderheitsantr\u00e4gen folgen. Aus Zeitgr\u00fcnden m\u00f6chte ich nur auf zwei Punkte kurz eingehen:</p>\n<p>1.[NB]Ich bef\u00fcrworte Anpassungen im KVG, die besagen, dass Pflegefachpersonen in ihrem Bereich pflegerische Massnahmen eigenst\u00e4ndig anordnen k\u00f6nnen. Dies betrifft Massnahmen der Abkl\u00e4rung, der Beratung, der Koordination und der Grundpflege. Wir m\u00fcssen uns endlich von der Idee verabschieden, dass diplomierte Pflegefachkr\u00e4fte Hilfskr\u00e4fte der \u00c4rzte sind und dass sie nur Leistungen abrechnen k\u00f6nnen, die auf Anordnung eines Arztes oder einer \u00c4rztin erfolgen. Mir scheint, dass dies mit der Geschichte des Berufes, eines typischen Frauenberufes eben, verbunden ist. Damit muss nun Schluss sein. Ich werde da dem Minderheitsantrag folgen.</p>\n<p>2.[NB]Ich finde die zeitliche Begrenzung von acht Jahren f\u00fcr die F\u00f6rderung der Ausbildung im Bereich der Pflege ungen\u00fcgend. Es ist davon auszugehen, dass der Fachkr\u00e4ftemangel innert acht Jahren nicht behoben werden kann. F\u00fcr Gesundheitszentren, Spit\u00e4ler und Pflegeheime ist es doch nicht nachhaltig, ihre Ausbildungsleistungen auszubauen, wenn sie nach acht Jahren keine Unterst\u00fctzung mehr erhalten und alle Kosten selber bezahlen m\u00fcssen. Da w\u00fcrde f\u00fcr diese Institutionen die Rechnung kaum aufgehen, und es w\u00e4re einfacher, dann wieder Pflegefachkr\u00e4fte im Ausland zu rekrutieren. Ich werde deshalb auch in diesem Punkt der Minderheit folgen.</p>\n<p>Ich bitte Sie: Verschliessen Sie vor dem Pflegenotstand nicht die Augen, und stimmen Sie einem griffigen indirekten Gegenvorschlag zu! Dann k\u00f6nnte die Volksinitiative zur\u00fcckgezogen werden. Zum jetzigen Zeitpunkt unterst\u00fctzen ich und die EVP-Mitglieder des Rates die Volksinitiative und den Gegenvorschlag.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"N","MeetingDate":"20191216","MeetingVerbalixOid":3219,"IdSession":"5101","SpeakerFirstName":"Marianne","SpeakerLastName":"Streiff-Feller","SpeakerFullName":"Streiff-Feller Marianne","SpeakerFunction":"Mit-F","CouncilId":1,"CouncilName":"Nationalrat","CantonId":2,"CantonName":"Bern","CantonAbbreviation":"BE","ParlGroupName":"Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP.","ParlGroupAbbreviation":"M-E","SortOrder":27,"Start":"\/Date(1576521558717)\/","End":"\/Date(1576521888368)\/","Function":"Mit-F","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1774877152578)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1576521558717+0060)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1576521888367+0060)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null}}