{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=276140L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=276140L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=276140L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=276140L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=276140L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"276140","Language":"DE","IdSubject":"51792","VoteId":null,"PersonNumber":4315,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Geldw\u00e4scherei hat das Ziel, die wahre Herkunft von Verm\u00f6genswerten zu verschleiern. Zu diesem Zweck sind Edelmetalle wie Gold besonders geeignet. Nach der Raffinierung ist der Ursprung des Goldes nicht mehr nachvollziehbar. Unabh\u00e4ngig von der Herkunft tr\u00e4gt der Barren das Pr\u00e4dikat \"Schweizer Gold\". Ob das Gold [PAGE 8] ein solches G\u00fctesiegel erh\u00e4lt, obliegt einzig den Schweizer Schmelzern. Somit tragen sie aufgrund ihrer Gesch\u00e4ftst\u00e4tigkeit die faktische Entscheidungskompetenz dar\u00fcber, welches Edelmetall Zugang zu den internationalen M\u00e4rkten erh\u00e4lt und glaubw\u00fcrdig weiterverkauft werden kann. </p>\n<p>\u00c4hnlich wie den Banken kommt auch den Schweizer Goldraffinerien die Rolle eines globalen T\u00fcrw\u00e4chters zu. Es ist deshalb absurd, dass das aktuelle Geldw\u00e4schereigesetz genau in diesem Bereich eine gravierende L\u00fccke aufweist. Eine kriminelle Organisation, welche international in Drogenschmuggel involviert ist, hat heute M\u00fche, ein Konto bei einer Schweizer Bank zu er\u00f6ffnen. Wenn sie ihr Verm\u00f6gen jedoch in der Form von Gold in die Schweiz schickt, geht dies wegen der bestehenden L\u00fccken problemlos. </p>\n<p>Als wichtigste Drehscheibe der Goldindustrie raffiniert die Schweiz zwei Drittel des globalen Goldes. Die Schweiz importiert j\u00e4hrlich 2000 bis 3000 Tonnen Rohgold. Dass die Schweiz nicht nur auf dem Papier ein Hochrisikoland f\u00fcr Geldw\u00e4scherei mit Gold ist, zeigen leider auch konkrete Beispiele der letzten Jahre. Der im letzten Sommer ver\u00f6ffentlichte Bericht von Swissaid bringt die problematischen Handelsbeziehungen der gr\u00f6ssten Schweizer Raffinerie Valcambi mit Firmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten ans Licht der \u00d6ffentlichkeit. Das schadet der Schweiz und ihrem Ruf als integrer Handelsplatz. </p>\n<p>Neben der Rufsch\u00e4digung d\u00fcrfen wir aber auch nicht die Augen vor der enormen Problembelastung der Goldgewinnung verschliessen. Ich spreche von Menschenrechtsverletzungen bis hin zu schwerer Umweltzerst\u00f6rung. W\u00e4hrend eines Entwicklungseinsatzes habe ich mit meiner Familie zweieinhalb Jahre in einer Minenstadt in den Anden gelebt - dem einst gr\u00f6ssten Bergwerk Lateinamerikas, das Zinn und Erz abbaut. Ich habe auch Minenst\u00e4dte hautnah miterlebt, in denen Gold abgebaut wird. Die Arbeitsbedingungen der Mineure sind hochproblematisch und \u00e4usserst gef\u00e4hrlich. Das Wasser ist verseucht. Die Lebensbedingungen f\u00fcr die vielen Familien sind desastr\u00f6s. Die Lebenserwartung der Menschen ist sehr tief.</p>\n<p>Um den Handel mit Problemgold zu unterbinden und um die Schmelzer besser in den Kampf gegen Geldw\u00e4scherei zu integrieren, ist es deshalb angezeigt, die Herstellung von Schmelzprodukten dem Geldw\u00e4schereigesetz zu unterstellen. Dies entspricht auch einem internationalen Trend, und es ist ganz im Sinne der Edelmetallverarbeitungsbranche, wie wir an den Anh\u00f6rungen in der Kommission f\u00fcr Rechtsfragen vor wenigen Wochen erfahren haben. Es ist nicht in unserem Interesse, dass Geld der organisierten Kriminalit\u00e4t und Drogengelder in der Schweiz gewaschen werden. Schliessen wir die L\u00fccke im vorliegenden Geldw\u00e4schereigesetz! </p>\n<p>Besten Dank, dass Sie meinen Minderheitsantrag unterst\u00fctzen!</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"N","MeetingDate":"20210301","MeetingVerbalixOid":3375,"IdSession":"5108","SpeakerFirstName":"Florence","SpeakerLastName":"Brenzikofer","SpeakerFullName":"Brenzikofer Florence","SpeakerFunction":"Mit-F","CouncilId":1,"CouncilName":"Nationalrat","CantonId":13,"CantonName":"Basel-Landschaft","CantonAbbreviation":"BL","ParlGroupName":"Gr\u00fcne Fraktion","ParlGroupAbbreviation":"G","SortOrder":4,"Start":"\/Date(1614612158687)\/","End":"\/Date(1614612376987)\/","Function":"Mit-F","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1774877043216)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1614612158687+0060)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1614612376987+0060)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null}}