{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=278488L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=278488L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=278488L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=278488L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=278488L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"278488","Language":"DE","IdSubject":"52183","VoteId":null,"PersonNumber":4289,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Auch wir Gr\u00fcnen, und das mag auf den ersten Blick erstaunen, unterst\u00fctzen die Initiative \"Ja zum Tier- und Menschenversuchsverbot - Ja zu Forschungswegen mit Impulsen f\u00fcr Sicherheit und Fortschritt\" nicht.</p>\n<p>Wie bereits im Vorfeld betont wurde, geht diese Initiative viel zu weit und k\u00e4me einem Todesstoss f\u00fcr die Schweizer Forschungst\u00e4tigkeit gleich; dies aus zwei Gr\u00fcnden: Zum einen differenziert die Initiative nicht zwischen den verschiedenen Schweregraden der Tierversuche, was zur Folge h\u00e4tte, dass auch Tierversuche des Schweregrades 0 oder 1 sowie Beobachtungsstudien nicht mehr m\u00f6glich w\u00e4ren. Gerade Beobachtungsstudien, beispielsweise an Primaten oder sogenannten Nutztieren, kommen den Tieren aber letztendlich zugute, da wir damit viel \u00fcber ihr Verhalten und ihre Bed\u00fcrfnisse erfahren und diesen Bed\u00fcrfnissen entsprechend Rechnung tragen k\u00f6nnen. Zum andern verbietet die Initiative aber auch Versuche an Menschen, was mit zur Folge h\u00e4tte, dass Schlaf- oder Beobachtungsstudien in Zukunft nicht mehr m\u00f6glich w\u00e4ren.</p>\n<p>Diese beiden Faktoren f\u00fchren uns zum Schluss, dass die Initiative so abzulehnen ist, auch wenn wir das Anliegen der Initianten grunds\u00e4tzlich teilen. Es sollen so wenig Tiere wie m\u00f6glich f\u00fcr die Forschung gebraucht werden, und das Leiden dieser Tiere soll auf ein Minimum reduziert werden.</p>\n<p>Das hat mich denn auch dazu gef\u00fchrt, der Initiative einen Gegenvorschlag gegen\u00fcberzustellen, der Folgendes fordert: Der Bund soll einen Ausstiegsplan f\u00fcr belastende Tierversuche festlegen, unter Ber\u00fccksichtigung der Wirksamkeit bestimmter kategorienspezifischer Verbote, sowie Fristen, nach deren Ablauf im entsprechenden Bereich keine Tierversuche mehr durchgef\u00fchrt werden d\u00fcrfen. \u00d6ffentliche Mittel sollen ausserdem prim\u00e4r in tierversuchsfreie Forschungsprojekte fliessen, die ohne die Verwendung von Tieren auskommen.</p>\n<p>Mit diesem Gegenvorschlag w\u00fcrde dem Anliegen, das Tierleid auf ein Minimum zu reduzieren, Rechnung getragen, ohne mit einer Hauruck\u00fcbung s\u00e4mtliche Forschung ins Ausland zu verlagern. Denn was wir nicht vergessen d\u00fcrfen, ist die internationale Entwicklung. Es wird bereits von einem Paradigmenwechsel weg vom Tiermodell, hin zu einer tierversuchsfreien Forschung gesprochen, und dies nicht etwa aus Mitleid mit den Tieren. Grund daf\u00fcr ist vielmehr die oft mangelhafte \u00dcbertragbarkeit der Resultate und damit der fehlende Erkenntnisgewinn der tierbasierten Forschung. Wenn die Schweiz nun die Zeichen der Zeit erkennt und hier investiert, hat sie nicht nur die Chance, als Pionierin vorauszugehen, sondern auch die Chance, dem Forschungsstandort zu zus\u00e4tzlicher Attraktivit\u00e4t zu verhelfen, indem vermehrt internationale Forschende angezogen werden, die an Alternativmethoden oder grunds\u00e4tzlich tierfrei forschen wollen. [PAGE 343] </p>\n<p>Lassen Sie uns hier also diesen Schritt gehen, weg vom veralteten Tiermodell, hin zu einer vermehrt tierfreien Forschung mit \"Organ on a Chip\" und anderen vielversprechenden Methoden, die bereits entwickelt sind und gute Resultate liefern. Der Gegenvorschlag bietet f\u00fcr diesen Weg den idealen Ansatz, ohne vorschnelle Verbote und Hauruck\u00fcbungen, daf\u00fcr mittels eines stufenweisen Ausstiegsplans und der finanziellen F\u00f6rderung von tierversuchsfreien Forschungsprojekten: Schritt f\u00fcr Schritt weg vom Tiermodell, Schritt f\u00fcr Schritt in Richtung Zukunft und eines Forschungsstandortes Schweiz, der den Paradigmenwechsel antizipiert, entsprechende Weichen stellt und damit international sogar an Renommee und Attraktivit\u00e4t gewinnt. </p>\n<p>Herzlichen Dank f\u00fcr die Unterst\u00fctzung.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"N","MeetingDate":"20210310","MeetingVerbalixOid":3388,"IdSession":"5108","SpeakerFirstName":"Meret","SpeakerLastName":"Schneider","SpeakerFullName":"Schneider Meret","SpeakerFunction":"Mit-F","CouncilId":1,"CouncilName":"Nationalrat","CantonId":1,"CantonName":"Z\u00fcrich","CantonAbbreviation":"ZH","ParlGroupName":null,"ParlGroupAbbreviation":null,"SortOrder":5,"Start":"\/Date(1615367584142)\/","End":"\/Date(1615367828622)\/","Function":"Mit-F","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1774877054074)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1615367584143+0060)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1615367828623+0060)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null}}