{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=294134L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=294134L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=294134L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=294134L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=294134L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"294134","Language":"DE","IdSubject":"55417","VoteId":null,"PersonNumber":4289,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>\"D'S\u00e4uli g\u00f6nd au g\u00e4rn go s\u00fcnnele. W\u00e4ge dem h\u00e4mmer au \u00e4s Schattenetz, dass sie au k\u00e4n Sunnebrand \u00fcberch\u00f6med. I dere Ziit, wo d'H\u00fcener bi eus sind, simmer au verantwortlich def\u00fcr, dass es d\u00e4 H\u00fcener wohl isch. Euseri Tier sind vo Fr\u00fcelig bis Herbscht immer uf d\u00e4 Weid.\" Nein, dies sind keine Wunsch\u00e4usserungen von Meret Schneider, Mitinitiantin der Massentierhaltungs-Initiative. Dies sind Aussagen, die exakt dem O-Ton der Werbespots \"Schweizer Fleisch - der feine Unterschied\" von Proviande entsprechen. Untermauert werden sie von Bildern, die Schweine mit Auslauf zeigen, K\u00fche auf der Weide und H\u00fchner, die fr\u00f6hlich im Stroh picken. </p>\n<p>Ja, genau so stelle ich mir die Tierhaltung in der Schweiz vor. Alle in diesen Werbungen pr\u00e4sentierten Betriebe w\u00fcrden den Anforderungen der Initiative entsprechen. Sie zeichnen ein idyllisches Bild der Schweizer Tierhaltung, das eines verschweigt: Es sind alles Label-Betriebe, von denen die konventionelle Haltung in Grossbetrieben weiter entfernt ist, als wir alle es erahnen w\u00fcrden. Weniger als ein Quadratmeter steht einem Schwein von 100 Kilogramm heute in der Schweiz zu - auf Betonboden. 27[NB]000 H\u00fchner werden in konventionellen Masthallen gehalten; 2 bis 4 Prozent davon sterben, bevor sie ihr Schlachtgewicht erreicht haben. Die anderen k\u00f6nnen nach zwei Wochen kaum mehr auf den eigenen Beinen stehen, weil sie so schnell Fleisch ansetzen m\u00fcssen.</p>\n<p>Nach gut zehn Monaten werden auch s\u00e4mtliche Legehennen vergast, weil sie in die Mauser kommen und deshalb weniger produktiv sind. Das Huhn, ein intelligentes, f\u00fchlendes Lebewesen, ist zum kompletten Massenprodukt verkommen. Ich k\u00f6nnte nicht einiger sein mit den Aussagen von Proviande und erinnere gern daran, dass wir die Tierw\u00fcrde in der Verfassung verankert haben. Wenn wir als Menschen Tiere halten und essen, so sind wir daf\u00fcr verantwortlich, ihnen ein m\u00f6glichst tiergerechtes Leben zu erm\u00f6glichen.</p>\n<p>Ein Schwein ist bez\u00fcglich Empfindungsf\u00e4higkeit und kognitiver Leistungsf\u00e4higkeit sogar einem Hund \u00fcberlegen. Es m\u00f6chte sich bewegen, spielen, sein Sozialverhalten ausleben, und dennoch sehen rund 50 Prozent der Schweine bis zu ihrem Schlachttag nie den freien Himmel, geschweige denn ein Schlammbad. Man stelle sich vor, wir w\u00fcrden heute Golden Retriever so halten, wie wir das mit unseren Schweinen tun. Der gesellschaftliche Aufschrei w\u00e4re riesig.</p>\n<p>Bereits heute steigt die Nachfrage der Konsumierenden nach Produkten aus einer Produktion mit hohem Tierwohlstandard massiv. Laut Umfragen ist es \u00fcber 70 Prozent der Konsumierenden wichtig, wie die Tiere gehalten werden und dass es den Tieren gutgeht. Wenn Sie die Werbespots von Proviande sehen, dann kann man es den Konsumierenden nicht ver\u00fcbeln, dass sie denken, den Schweinen und den H\u00fchnern gehe es tats\u00e4chlich so, wie das in den Videos gezeigt wird. Dass dem nicht der Fall ist, haben meine Beispiele eindr\u00fccklich gezeigt, und ich k\u00f6nnte noch viele weitere anf\u00fcgen. Es ist jedoch nicht meine Art, ausschweifend \u00fcber Tierleid zu lamentieren. Vielmehr sollten wir in Bezug auf die Bauern in den Videos endlich Taten folgen lassen und daf\u00fcr sorgen, dass die Tierhaltung in der Schweiz tats\u00e4chlich so aussieht, wie es dort gezeigt wird. Genau das und nicht mehr will die Initiative gegen Massentierhaltung. </p>\n<p>Ich danke Ihnen ganz herzlich f\u00fcr Ihre Unterst\u00fctzung.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"N","MeetingDate":"20211214","MeetingVerbalixOid":3498,"IdSession":"5112","SpeakerFirstName":"Meret","SpeakerLastName":"Schneider","SpeakerFullName":"Schneider Meret","SpeakerFunction":"Mit-F","CouncilId":1,"CouncilName":"Nationalrat","CantonId":1,"CantonName":"Z\u00fcrich","CantonAbbreviation":"ZH","ParlGroupName":null,"ParlGroupAbbreviation":null,"SortOrder":24,"Start":"\/Date(1639478893186)\/","End":"\/Date(1639479117827)\/","Function":"Mit-F","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1774876993101)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1639478893187+0060)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1639479117827+0060)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null}}