{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=294524L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=294524L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=294524L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=294524L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=294524L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"294524","Language":"DE","IdSubject":"55456","VoteId":null,"PersonNumber":4317,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Um es vorwegzunehmen: Ich m\u00f6chte Ihnen mitteilen, dass ich seit beinahe 25 Jahren als selbstst\u00e4ndiger Landwirt nach den Richtlinien von Bio Suisse produziere. Neben dem Ackerbau halten wir in unserem Betrieb 70 Milchk\u00fche, 100 Mastschweine, Schafe zur Fleischproduktion und Legehennen. Ich habe also sicher keinen Kleinbetrieb, aber ich habe auch keine Massentierhaltung bei mir zuhause. Ich k\u00f6nnte also sagen: Ich kann beruhigt sein, die Massentierhaltungs-Initiative betrifft mich nicht, ebenso wenig wie der Gegenentwurf und der Minderheitsantrag Baumann. </p>\n<p>Im Text der Massentierhaltungs-Initiative steht aber bei Artikel 197 Ziffer 13 Absatz 2: \"Die Ausf\u00fchrungsgesetzgebung muss bez\u00fcglich W\u00fcrde des Tiers Anforderungen festlegen, die mindestens den Anforderungen der Bio-Suisse-Richtlinien 2018 entsprechen.\" Als Knospe-Produzent akzeptiere und arbeite ich nach diesen Richtlinien und stelle sie auch nicht infrage. Es ist jedoch falsch, Richtlinien einer b\u00e4uerlichen Organisation in die Bundesverfassung zu schreiben. </p>\n<p>F\u00fcr mich als Bioproduzent ist beunruhigend, dass die Richtlinien von Bio Suisse bei einer Annahme der Initiative stark versch\u00e4rft w\u00fcrden, da wir ein Premiumprodukt herstellen und sich dieses von den anderen Produkten klar abheben muss. So wurde auch in der Vergangenheit immer postwendend eine Versch\u00e4rfung der Richtlinien vorgenommen, wenn sich eine Produktionsart den Anforderungen von Bio Suisse ann\u00e4herte. Bereits heute ist die Mastschweinehaltung in den Biobetrieben durch die versch\u00e4rften Richtlinien nicht mehr kostendeckend. Auch ist der Marktanteil von Bioschweinefleisch mit 1,8 Prozent sehr klein, da die Konsumenten nicht bereit sind, die hohen Preise im Laden zu zahlen. Wie soll es denn aussehen, wenn alle nach diesen Richtlinien produzieren? </p>\n<p>Das heisst jedoch nicht, dass wir unsere Tiere auf unseren H\u00f6fen nicht artgerecht halten. Es ist klar erwiesen, dass nicht die Gr\u00f6sse der Tierbest\u00e4nde haupts\u00e4chlich f\u00fcr das Wohl der Tiere verantwortlich ist, sondern die Haltung und Betreuung der Tiere. Kollegin Binder hat vorhin gesagt, dass sie in solchen Betrieben anwesend gewesen sei. Ich kann Ihnen versichern, in Grossbetrieben sind heute nur ausgewiesene Fachleute f\u00fcr die Tiere und f\u00fcr ihr Wohl verantwortlich. Anders w\u00fcrden die Betriebe nicht rentieren und m\u00fcssten ihre Tore schliessen. </p>\n<p>In der Debatte von gestern und heute habe ich sehr viel \u00fcber die W\u00fcrde der Tiere geh\u00f6rt. Ich habe aber nichts \u00fcber die W\u00fcrde des Bauern geh\u00f6rt. Im Text der Initiative heisst es n\u00e4mlich, die Arbeitspl\u00e4tze w\u00fcrden nicht verloren gehen, da es ja mit Einstreuen und Auslauf mehr Arbeit geben werde. Was heisst das jetzt? Der Bauer soll noch mehr arbeiten, obwohl er weniger Tiere halten kann und dadurch auch weniger verdient? Ich frage mich: Wo ist denn hier die W\u00fcrde des Bauern?</p>\n<p>Auch wird immer gesagt: f\u00fcr die Umwelt. Sind Sie sich bewusst, wenn nur noch die H\u00e4lfte der Tiere produziert w\u00fcrde - und das will ja eigentlich die Initiative -, dass dann f\u00fcr den Transport in den Schlachthof trotzdem mindestens viermal mehr Fahrzeuge gebraucht w\u00fcrden? Ist da noch ein umweltgerechtes Denken vorhanden? Auch habe ich geh\u00f6rt, dass viel Regenwald f\u00fcr die Produktion von Soja abgeholzt werde. Wissen Sie, dass die Soja, die in die Schweiz geliefert wird, vor allem aus dem Donaudelta kommt und nicht aus dem Regenwald, weil diese Soja in der Regel mit gentechnisch ver\u00e4nderten Pflanzenprodukten verschmutzt ist?</p>\n<p>Ich halte also fest: Ich und auch meine Kollegen lehnen die Initiative, den Gegenvorschlag und auch den Minderheitsantrag Baumann f\u00fcr einen indirekten Gegenvorschlag ab. </p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"N","MeetingDate":"20211215","MeetingVerbalixOid":3501,"IdSession":"5112","SpeakerFirstName":"Alois","SpeakerLastName":"Huber","SpeakerFullName":"Huber Alois","SpeakerFunction":"Mit-M","CouncilId":1,"CouncilName":"Nationalrat","CantonId":19,"CantonName":"Aargau","CantonAbbreviation":"AG","ParlGroupName":"Fraktion der Schweizerischen Volkspartei","ParlGroupAbbreviation":"V","SortOrder":39,"Start":"\/Date(1639571968154)\/","End":"\/Date(1639572251799)\/","Function":"Mit-M","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1774876993865)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1639571968153+0060)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1639572251800+0060)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null}}