{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=344105L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=344105L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=344105L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=344105L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=344105L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"344105","Language":"DE","IdSubject":"65522","VoteId":null,"PersonNumber":4286,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Es ist Zeit f\u00fcr ein Steuersystem, das alle B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger gleich behandelt, unabh\u00e4ngig von ihrem Zivilstand, unabh\u00e4ngig von ihrem partnerschaftlichen Lebensmodell und unabh\u00e4ngig vom Einkommen der Partnerin, des Partners. Es ist Zeit, dass wir die Gleichstellung auch im Steuersystem endlich umsetzen. Wir haben heute die Chance, diesen Schritt zu tun.</p>\n<p>Die heutige Besteuerung sieht Ehepaare und nur Ehepaare als Wirtschaftsgemeinschaft, in der Wohnungsmiete, Haushaltsgeld und Kinderauslagen gemeinsam bezahlt und jegliches Einkommen gemeinsam versteuert wird. Andere Lebens- und Familienmodelle, insbesondere das von unverheirateten Paaren mit Kindern, werden hingegen nicht als Wirtschaftsgemeinschaft gesehen und zahlen bei gleicher Einkommenssituation heute je nach Kanton mehr oder eben weniger Steuern. Das ist nicht fair und entspricht nicht der Besteuerung nach der wirtschaftlichen Leistungsf\u00e4higkeit. Ein zivilstandsneutrales Modell hebt diese Ungerechtigkeit auf, Heiratsstrafe und Heiratsbonus werden ein f\u00fcr alle Mal abgeschafft.</p>\n<p>Damit hebt die Individualbesteuerung auch die heute bestehenden negativen Erwerbsanreize f\u00fcr Frauen und Zweitverdienende auf. Denn wer in einer Ehe lebt und nicht f\u00fcr den Haupterwerb zust\u00e4ndig ist, aber mit einem kleineren Einkommen die Familie finanziell mittr\u00e4gt, bezahlt heute durch die h\u00f6here Progression \u00fcberdurchschnittlich hohe Steuern auf dem eigenen Lohn - so viel, dass sich eine Erh\u00f6hung des Arbeitspensums oft nicht lohnt. Doch genau das sollte der Fall sein. All die gut ausgebildeten Frauen und M\u00e4nner, die heute neben Familienverpflichtungen gerne noch arbeiten wollen, sollen steuerlich nicht benachteiligt werden. </p>\n<p>Das heutige Steuersystem hemmt die Erwerbsbeteiligung und schadet somit dem Arbeitsmarkt und der Wirtschaft. Die Individualbesteuerung ist, neben Kinderkrippen und Elternzeit, eines der Instrumente, die notwendig sind, um die Fachkr\u00e4fte in der Schweiz zu aktivieren und das inl\u00e4ndische Arbeitskr\u00e4ftepotenzial zu nutzen. Die st\u00e4rkere Erwerbsbeteiligung st\u00e4rkt auch die finanzielle Unabh\u00e4ngigkeit dieser Personen - mehrheitlich sind es Frauen - und f\u00fchrt zu einer besseren Rente und zu mehr Gleichstellung im Alter.</p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist der Systemwechsel mit einem initialen Aufwand verbunden: Die Gesetze m\u00fcssen angepasst, IT-Anwendungen programmiert und eingespielte Prozesse neu definiert werden - bei den Steuerbeh\u00f6rden wie auch am einen oder anderen Stubentisch zuhause. Doch neue Prozesse bieten immer auch die Chance f\u00fcr Optimierungen. Mit einer angemessenen \u00dcbergangsfrist steht einer sorgf\u00e4ltigen Umsetzung nichts im Wege. </p>\n<p>Der Wechsel zur Individualbesteuerung ist richtig. Mit dem Gegenvorschlag haben wir eine konkrete Umsetzung auf dem Tisch, und dessen Bewertung f\u00e4llt sehr positiv aus. Einzig die Tarifgestaltung, welche die Steuers\u00e4tze pro Einkommen definiert, gen\u00fcgt noch nicht. Die Kosten f\u00fcr den Bundeshaushalt sind zu hoch. Hier muss korrigiert werden.</p>\n<p>Die Fraktion der Gr\u00fcnen unterst\u00fctzt die Initiative und den indirekten Gegenvorschlag. Wir bieten Hand f\u00fcr ein faires und bezahlbares Steuersystem.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"N","MeetingDate":"20240916","MeetingVerbalixOid":3910,"IdSession":"5205","SpeakerFirstName":"Franziska","SpeakerLastName":"Ryser","SpeakerFullName":"Ryser Franziska","SpeakerFunction":"Mit-F","CouncilId":1,"CouncilName":"Nationalrat","CantonId":17,"CantonName":"St. Gallen","CantonAbbreviation":"SG","ParlGroupName":"Gr\u00fcne Fraktion","ParlGroupAbbreviation":"G","SortOrder":11,"Start":"\/Date(1726507139982)\/","End":"\/Date(1726507355409)\/","Function":"Mit-F","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1774876771365)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1726507139983+0120)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1726507355410+0120)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null}}