{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=353510L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=353510L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=353510L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=353510L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=353510L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"353510","Language":"DE","IdSubject":"67274","VoteId":null,"PersonNumber":4189,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Ich lade Sie namens der Minderheit ein, diese Motion anzunehmen, wie das der Nationalrat getan hat. Ja, dieser Vorstoss hat eine regional- und wirtschaftspolitische Dimension; es geht aber auch um ein verkehrs- und strukturpolitisches Anliegen, das weit \u00fcber die Region hinausgeht und die ganze Schweiz betrifft. Lassen Sie mich zuerst die regional- und wirtschaftspolitischen Aspekte etwas beleuchten und erkl\u00e4ren, weshalb dieser Vorstoss f\u00fcr die Region und f\u00fcr den Kanton Aargau von zentraler Bedeutung ist.</p>\n<p>Zuerst: Es geht um den Erhalt des Status quo. Die Region m\u00f6chte nichts Zus\u00e4tzliches, wir m\u00f6chten nur das erhalten, was wir schon haben, n\u00e4mlich eine Direktverbindung pro Stunde von der Region Baden/Brugg nach Bern. F\u00fcr die Attraktivit\u00e4t und die Verkehrsanbindung einer Region sind Direktverbindungen von zentraler Bedeutung. Sie sind viel bedeutender, als es die Anzahl der Z\u00fcge ist, die eine Region mit dem n\u00e4chsten grossen Zentrum verbinden, wo man dann umsteigen kann. Direktverbindungen sind f\u00fcr die Attraktivit\u00e4t von grosser Bedeutung.</p>\n<p>Wir sprechen \u00fcber einen Kanton, der rund 730[NB]000 Einwohnerinnen und Einwohner hat. Wir sprechen \u00fcber die Region Baden/Brugg, die rund 250[NB]000 Einwohnerinnen und Einwohner hat. Also sprechen wir \u00fcber eine relevante Region, die \u00fcbrigens auch ein \u00fcberproportionales Wachstum verzeichnet. Wir haben entsprechend grosse Pendlerstr\u00f6me zu verzeichnen, sowohl aus der Region als auch in die Region. Sie ist n\u00e4mlich ein Wirtschaftszentrum. Gem\u00e4ss Ranking einer mittlerweile nicht mehr existierenden Bank liegt die Region Baden in Bezug auf die wirtschaftliche Bedeutung schweizweit auf Rang 5, die Region Brugg auf Rang[NB]21. Neben ganz vielen KMU haben wir in der Region Baden Firmen und Organisationen wie ABB, Ansaldo, Axpo, General Electric, Hitachi, Thermalb\u00e4der und ein Kantonsspital. In der Region Brugg sind es Green, Antalis, der Schweizerische Bauernverband, die Fachhochschule Nordwestschweiz, das Paul-Scherrer-Institut, hinzu kommen Hightech Zentrum Aargau, Technopark, Park Innovaare, Waffenplatz Brugg und so weiter. Sie ersehen alleine aus diesen Namen, wie viele Pendlerinnen und Pendler entsprechend diese Region aufsuchen und aus ihr auch wieder wegfahren. Zehntausende Pendlerinnen und Pendler sind jeden Tag auf gute Verbindungen angewiesen, alleine in Baden nehmen beispielsweise 16 Busse die Feinverteilung vor. Die Bahnh\u00f6fe Brugg und Baden haben eine grosse Bedeutung.</p>\n<p>Dass die SBB die Region geringsch\u00e4tzen, haben sie in den letzten Jahren bewiesen, selbst wenn die SBB einen Beschluss korrigiert haben. Es wurde n\u00e4mlich die Praxis gelebt, dass die Bahnh\u00f6fe Brugg und Baden einfach durchfahren werden, wenn ein von Bern kommender Zug nach Z\u00fcrich in dieser Region Versp\u00e4tung aufweist. Das ist der Stellenwert, den uns die SBB zugestehen - \u00fcbrigens damals mit der Begr\u00fcndung, der Hauptbahnhof Z\u00fcrich sei halt wichtiger als unsere Region. Mittlerweile hat man - auch auf grosses Dr\u00e4ngen meinerseits hier in diesem Saal hin, aber auch direkt gegen\u00fcber den SBB - von dieser sehr fragw\u00fcrdigen Praxis Abstand genommen.</p>\n<p>Damit Sie sehen, wie das funktioniert: F\u00e4hrt man von Bern zur\u00fcck nach Brugg oder Baden, muss man jedes zweite Mal in Olten umsteigen. Dort ist die Zeit zum Umsteigen so knapp, dass Horden von Menschen aus dem Zug springen, sich gegenseitig fast \u00fcber den Haufen rennen, um dann den Zug nach Brugg und Baden zu erreichen. Das hat \u00fcbrigens auch dazu gef\u00fchrt - Sie erlauben mir diese pers\u00f6nliche Bemerkung -, dass mich meine Mutter zum ersten Mal im Rahmen meiner politischen T\u00e4tigkeit angerufen hat, um mir zu sagen, wie wichtig es sei, dass wir hier den richtigen Entscheid f\u00e4llen. Aber es ist nicht nur meine Mutter, die das will; es ist eine ganze Region, ja, es ist ein ganzer Kanton. Der gesamte Kanton Aargau hat sich n\u00e4mlich mit diesem Anliegen solidarisiert. Man sieht es zum Beispiel daran, dass es am 1.[NB]M\u00e4rz eine Kundgebung am Bahnhof Baden gegeben hat. Letzte Woche, letzten Dienstag, hat es eine gemeinsame Fraktionserkl\u00e4rung im Grossen Rat des Kantons Aargau, im Kantonsparlament, gegeben - gemeinsam von allen Fraktionen. Man hat einstimmig eine Standesinitiative zu diesem Anliegen eingereicht. Die Aargauer Regierung unterst\u00fctzt es, mehrere Petitionen sind gestartet worden. Der Aargau schaut heute auf uns. Es ist sogar so, dass es einen Live-Ticker auf aargauerzeitung.ch gibt, der auch mit Push-Meldungen angek\u00fcndigt wurde. Ja, Sie sehen, es ist ein grosses Anliegen des Kantons Aargau.</p>\n<p>Es geht dabei um mehr als nur eine Fahrplandiskussion, wie in der Kommission gesagt wurde; es geht um ein hochpolitisches Thema, es geht um eine hochpolitische Frage im Hinblick auf den Ausbauschritt Step 2035. In der Stellungnahme des Bundesrates wird behauptet, andere Strecken h\u00e4tten dann unter dem Erhalt des Status quo bei der Verbindung Bern-Brugg-Baden zu leiden. Das ist eine reine Behauptung, die weder in der Kommission noch in der Antwort des Bundesrates belegt wurde.</p>\n<p>Ich komme zum zweiten Grund, und das ist der viel relevantere: Es ist n\u00e4mlich ein verkehrs- und strukturpolitisches Anliegen, das diese Motion aufnimmt. Es geht n\u00e4mlich um die bedeutende Frage, wie wir die Mobilit\u00e4t in unserem Land in Zukunft gestalten wollen. Es geht um die Frage, wie die mittelgrossen Regionalzentren in unserem Land angebunden sein sollen. Es geht damit um die Frage, ob wir nur noch die grossen Zentren miteinander verbinden wollen und die mittelgrossen Regionalzentren dann halt einfach \u00fcber Umsteigeverbindungen angeschlossen werden sollen oder ob wir eben den mittelgrossen regionalen Zentren auch Direktverbindungen gew\u00e4hren wollen, damit sie sich eben auch entwickeln k\u00f6nnen. Das ist nicht nur eine Frage der Standortattraktivit\u00e4t, es ist auch eine strukturpolitische Frage, denn die grossen Zentren, die grossen St\u00e4dte k\u00f6nnen das Wachstum gar nicht mehr absorbieren. Wir haben ja die entsprechenden Folgen zu gew\u00e4rtigen. Wir sehen zum Beispiel, wie die Immobilienpreise in den grossen Zentren in die H\u00f6he schiessen. Umso wichtiger ist es, dass sich unser Land auch in mittelgrossen Regionalzentren entwickeln kann. Das geht halt nur, wir wissen das alle, wenn sie verkehrlich gut angeschlossen sind, nat\u00fcrlich unter anderem und insbesondere eben auch mit der Schiene. Wir wollen das ja auch, wir wollen die Verkehrsstr\u00f6me vor allem auf die Schiene bringen, angesichts der prek\u00e4ren Situation auf der Strasseninfrastruktur. Das Anliegen hat also einen strukturpolitischen Hintergrund.</p>\n<p>Aber es ist auch eine Frage der Koh\u00e4sion: Wollen wir in diesem Land, dass nur noch die grossen Zentren eine Rolle spielen, oder sind wir der Auffassung, dass auch mittelgrosse Regionalzentren ihre Bedeutung haben sollen?</p>\n<p>Heute sprechen wir \u00fcber die Regionen Baden und Brugg. Morgen werden wir \u00fcber Ihre mittelgrossen Regionalzentren sprechen. Wenn wir heute dem Bundesrat, den SBB und dem BAV nicht sagen: \"Nein, stopp, so geht es nicht; auch die mittelgrossen Regionalzentren haben ihre Berechtigung, auch sie sollen verkehrlich und strukturell angeschlossen sein\", dann wird es so weitergehen. Dann trifft es zwar heute die Regionen Baden und Brugg, aber morgen wird es Ihre Regionen treffen. </p>\n<p>Deshalb rufe ich Ihnen zu: H\u00fctet euch am Morgarten! Stimmen Sie dieser Motion zu.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"S","MeetingDate":"20250311","MeetingVerbalixOid":3986,"IdSession":"5207","SpeakerFirstName":"Thierry","SpeakerLastName":"Burkart","SpeakerFullName":"Burkart Thierry","SpeakerFunction":"Mit-M","CouncilId":2,"CouncilName":"St\u00e4nderat","CantonId":19,"CantonName":"Aargau","CantonAbbreviation":"AG","ParlGroupName":"FDP-Liberale Fraktion","ParlGroupAbbreviation":"RL","SortOrder":3,"Start":"\/Date(1741689311881)\/","End":"\/Date(1741689849605)\/","Function":"Mit-M","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1773233345275)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1741689311880+0060)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1741689849607+0060)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null}}