{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=362602L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=362602L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=362602L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=362602L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=362602L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"362602","Language":"DE","IdSubject":"69105","VoteId":null,"PersonNumber":3999,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Wer kennt sie nicht, die grauenhaften Bilder der tierqu\u00e4lerisch gehaltenen oder get\u00f6teten Pelztiere? Sie machen noch immer die ganz grosse Mehrheit der Pelztiere aus. Man rechnet damit, dass zwischen 85 und 95 Prozent der Tiere, die aus Zuchtfarmen kommen, ohne Bewegungsm\u00f6glichkeit in Drahtk\u00e4figen leben und lebendig geh\u00e4utet werden, andere sterben in Fallen einen qualvollen Tod. In der Schweiz betragen die j\u00e4hrlichen Pelzimporte 350 Tonnen. Davon stammen 50 Prozent oder sogar mehr aus China, das f\u00fcr seine schrecklichen Bedingungen bekannt ist.</p>\n<p>Das Tragen eines Pelzes ist heute keine Notwendigkeit mehr. Wir haben l\u00e4ngst andere Produkte gegen die K\u00e4lte. Wir sprechen hier also von einer Frage der Moral und der Ethik. Gibt es tats\u00e4chlich Menschen, die Pelze tragen wollen, wo sie doch wissen, dass die Tiere daf\u00fcr eine grauenhafte Tortur erleiden? Deshalb ist es ja gem\u00e4ss Umfragen auch so, dass gegen 90 Prozent der Bev\u00f6lkerung der Initiative zustimmen und keine Importe von tierqu\u00e4lerisch erzeugten Pelzprodukten mehr zulassen wollen.</p>\n<p>Ein Einfuhrverbot ist kompatibel mit internationalen Handelsverpflichtungen. Wir kennen bereits ein Verbot der Einfuhr von Robben- und sogar von Hunde- und Katzenfellen. Es ist deshalb schade, dass wir diese Diskussion \u00fcberhaupt f\u00fchren m\u00fcssen, denn in der Bundesverfassung und im Tierschutzgesetz ist der Schutz des Tierwohls bereits enthalten. Es br\u00e4uchte eine konsequente Umsetzung - dann w\u00e4re das [PAGE 1617] Verbot schon in Kraft. Aber Sie wissen es: Die Realit\u00e4t ist eine ganz andere, und deshalb mussten f\u00fcr diese Initiative Unterschriften gesammelt werden.</p>\n<p>Erfreulich war anf\u00e4nglich die Diskussion in der WBK. Es war klar, wie gesagt wurde, dass der Import von tierqu\u00e4lerisch erzeugten Pelzprodukten nicht mehr gewollt ist. Und es war auch schnell klar, dass wir einen Gegenvorschlag wollen, weil die Bundesverfassung tats\u00e4chlich die falsche Ebene ist und es ein Gesetz dazu braucht. Danach begann jedoch die grosse Diskussion in der WBK: Was heisst \"tierqu\u00e4lerisch\"? Und wie kann garantiert werden, dass die Wirtschaft sicher nicht behindert wird? Es ist traurig, dass diese Diskussion \u00fcberhaupt n\u00f6tig ist, denn noch einmal: Gem\u00e4ss Tierschutzgesetz ist es klar. Wir haben das Tierwohl zu bewahren, wir haben die Tierw\u00fcrde zu sch\u00fctzen. Tieren sollen keine Schmerzen oder Sch\u00e4den zugef\u00fcgt werden; sie sollen nicht in Angst versetzt werden. Das, was f\u00fcr die inl\u00e4ndische Haltung der Tiere gilt, sollte klarerweise auch f\u00fcr den Import gelten.</p>\n<p>Mit einem griffigen Gegenvorschlag h\u00e4tten wir es auch in der Hand, dass die Initiative zur\u00fcckgezogen wird. Das Wohlergehen der Tiere darf nicht beeintr\u00e4chtigt werden - hier braucht es kein \"stark\". Der Bundesrat hat immer noch gen\u00fcgend Spielraum, um das dann auszuformulieren. Nat\u00fcrlich darf es keine Gitter und keine Fallen mehr geben, die zu einem qualvollen Tod der Tiere f\u00fchren. Eigentlich w\u00e4re es doch selbstverst\u00e4ndlich, dass wir dem Entwurf des Bundesrates folgen, der f\u00fcr den Import von Pelzen eine Zertifizierung durch das BLV vorsieht. Das entsprechende Zertifizierungsprogramm gibt es bereits, Kollegin Sauter, es muss also nicht erst etwas Neues aufgebaut werden.</p>\n<p>Ausserdem w\u00fcrde die Gleichbehandlung mit den Bauern und B\u00e4uerinnen hier in der Schweiz bez\u00fcglich der Tierhaltung sichergestellt. Es g\u00e4be also keine unterschiedliche Behandlung von Importprodukten, sondern es w\u00fcrden die gleichen Bedingungen gelten, die auch f\u00fcr die Produkte von inl\u00e4ndischen Bauern und B\u00e4uerinnen gelten.</p>\n<p>Deshalb bitte ich Sie sehr, den Minderheiten zuzustimmen - f\u00fcr einen griffigen Gegenvorschlag, der den Willen des Volkes f\u00fcr das Tierwohl umsetzt, damit die Initiative zur\u00fcckgezogen werden kann.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"N","MeetingDate":"20250917","MeetingVerbalixOid":4063,"IdSession":"5210","SpeakerFirstName":"Katharina","SpeakerLastName":"Prelicz-Huber","SpeakerFullName":"Prelicz-Huber Katharina","SpeakerFunction":"Mit-F","CouncilId":1,"CouncilName":"Nationalrat","CantonId":1,"CantonName":"Z\u00fcrich","CantonAbbreviation":"ZH","ParlGroupName":"Gr\u00fcne Fraktion","ParlGroupAbbreviation":"G","SortOrder":16,"Start":"\/Date(1758111607125)\/","End":"\/Date(1758111911968)\/","Function":"Mit-F","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1781865849087)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1758111607127+0120)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1758111911967+0120)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null}}