{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=363776L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=363776L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=363776L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=363776L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=363776L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"363776","Language":"DE","IdSubject":"69325","VoteId":null,"PersonNumber":3999,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Die Streichung der Witwen- und Kinderrenten wird Tausende von Frauen, aber auch Kinder in die Armut st\u00fcrzen. Am h\u00e4rtesten von dieser Vorlage betroffen sind Frauen zwischen 45 und 55 Jahren. Die Realit\u00e4t ist die folgende: Eine Frau erh\u00e4lt heute durchschnittlich halb so viel Lohn wie ein Mann, und Frauen erhalten Renten, die um einen Drittel tiefer sind als die von M\u00e4nnern. Daf\u00fcr gibt es verschiedene Gr\u00fcnde.</p>\n<p>Der Handlungsbedarf besteht nicht bei den Renten, sondern beim Erwerbsleben. Frauen haben immer noch deutlich tiefere L\u00f6hne als M\u00e4nner: einerseits wegen der Lohnungleichheit, andererseits aber auch wegen der tieferen Bewertung der sogenannten Frauenberufe, wie z.[NB]B. in den Bereichen Betreuung oder Pflege. Noch immer \u00fcbernehmen grossmehrheitlich Frauen die Gratis-Care-Arbeit in Erziehung, Betreuung und Haushalt. Oft ist damit eine Reduktion der Erwerbsarbeit verbunden, und daraus resultieren wiederum viel tiefere L\u00f6hne.</p>\n<p>Diese Frauen sind also abh\u00e4ngig vom Partner oder von der Partnerin. Wenn nun der Partner oder die Partnerin stirbt, ist das einerseits eine pers\u00f6nliche Trag\u00f6die, andererseits aber oft auch eine finanzielle. Witwen- und Kinderrenten sind ein zentraler Beitrag zur Existenzsicherung. Neue Zahlen zeigen, dass die AHV stabile Finanzen hat. Trotzdem f\u00fchren wir diese Diskussion um einen Abbau der AHV - das ist unw\u00fcrdig. Das alte Lied seit den F\u00fcnfzigerjahren, es gehe der AHV schlecht, war nie richtig, im Gegenteil. Der Grund ist die tolle Finanzierung, die wir hier haben: Arbeitnehmende und Arbeitgebende zahlen gleich viel, bis hin zu den Millionensal\u00e4ren. Das bedeutet dann eben, dass mehr als 90 Prozent der Bev\u00f6lkerung weniger in die AHV einzahlen, als sie nachher beziehen, und nur gerade die reichsten 8 Prozent mehr einzahlen. Auf dieser Basis w\u00e4ren gute Renten f\u00fcr alle bestens m\u00f6glich.</p>\n<p>Deshalb: Ja, es besteht Handlungsbedarf bei der AHV, unter anderem aufgrund der neuen Lebensrealit\u00e4ten von Patchworkfamilien, Alleinerziehenden und im Konkubinat Lebenden - aber es gibt sicher keinen Anlass f\u00fcr einen Abbau. Die Realit\u00e4t ist folgende: Die AHV-Renten sind immer noch zu tief und entsprechen nicht der Verfassung, die klar vorsieht, dass die Renten angemessen existenzsichernd zu sein haben. Mit ungef\u00e4hr 1200 Franken, der Minimalrente, ist kein \u00dcberleben m\u00f6glich, aber auch 2500 Franken, die Maximalrente, sind nicht angemessen existenzsichernd. Eine Erh\u00f6hung, vor allem bei den unteren Renten, ist also dringend angesagt.</p>\n<p>Vom Abbau speziell betroffen, ich habe es erw\u00e4hnt, sind die Frauen. Ohne Witwenrente k\u00e4men sie oft nicht \u00fcber die Runden, vor allem wenn Kinder da sind. Im Falle des Todes des Partners oder der Partnerin erhalten sie ja nicht einfach einen h\u00f6heren Lohn. Weiter stellt sich die Frage, ob ein einziger Lohn \u00fcberhaupt reicht; meist ist das nicht der Fall. Die heutige Realit\u00e4t ist, dass das erste Kind auf die Welt kommt, wenn eine Frau etwa 30 Jahre alt ist. Dann \u00e4ndert sich die [PAGE 1790] Lebensrealit\u00e4t, und oft wird die Erwerbsarbeit der Frau heruntergefahren. Wie soll im Falle des Todes des Partners oder der Partnerin die L\u00fccke gef\u00fcllt werden, wenn nicht mit dieser Rente? Die einzige Alternative w\u00e4re die Sozialhilfe, und das ist nicht angebracht. Auch darf nicht auf dem Buckel der Kinder weitere Armut geschaffen werden. Schon heute lebt fast jedes f\u00fcnfte Kind in Armut.</p>\n<p>Die Gesetzes\u00e4nderung betrifft Menschen bzw. Frauen ab 30. Das kann nicht sein. Deshalb stellen wir einen Antrag auf R\u00fcckweisung mit folgender Stossrichtung: Laufende Renten d\u00fcrfen von der Vorlage nicht betroffen sein, und Personen ab 30 mit Kindern d\u00fcrfen ebenfalls nicht von der Vorlage betroffen sein. Das Gute behalten wir jedoch: Selbstverst\u00e4ndlich[NB]sind[NB]die Hinterlassenenrenten zivilstands- und geschlechterunabh\u00e4ngig zu gestalten.</p>\n<p>Ich danke f\u00fcr die Unterst\u00fctzung des R\u00fcckweisungsantrages.</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"N","MeetingDate":"20250924","MeetingVerbalixOid":4073,"IdSession":"5210","SpeakerFirstName":"Katharina","SpeakerLastName":"Prelicz-Huber","SpeakerFullName":"Prelicz-Huber Katharina","SpeakerFunction":"Mit-F","CouncilId":1,"CouncilName":"Nationalrat","CantonId":1,"CantonName":"Z\u00fcrich","CantonAbbreviation":"ZH","ParlGroupName":"Gr\u00fcne Fraktion","ParlGroupAbbreviation":"G","SortOrder":5,"Start":"\/Date(1758708783732)\/","End":"\/Date(1758709086112)\/","Function":"Mit-F","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1774876709176)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1758708783733+0120)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1758709086113+0120)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null}}