{"d":{"__metadata":{"id":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=96907L,Language='DE')","uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=96907L,Language='DE')","type":"itsystems.Pd.DataServices.DataModel.Transcript"},"Subjects":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=96907L,Language='DE')/Subjects"}},"MembersCouncil":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=96907L,Language='DE')/MembersCouncil"}},"Businesses":{"__deferred":{"uri":"https://ws.parlament.ch/OData.svc/Transcript(ID=96907L,Language='DE')/Businesses"}},"ID":"96907","Language":"DE","IdSubject":"15422","VoteId":null,"PersonNumber":3908,"Type":1,"Text":"<pd_text><p>Ich spreche nur zur parlamentarischen Initiative Men\u00e9trey-Savary. Bei der parlamentarischen Initiative Studer haben wir keinen Minderheitsantrag formuliert, dort w\u00e4re es nur um eine Sistierung gegangen. Hingegen beantragen wir Ihnen, die parlamentarische Initiative Men\u00e9trey-Savary \u00fcber die Pr\u00e4vention der Spielsucht zu unterst\u00fctzen.</p>\n<p>Vielleicht glauben Sie, Spielsucht sei kein wichtiges Problem und es bestehe kein Handlungsbedarf. Das mag damit zusammenh\u00e4ngen, dass Spielen grunds\u00e4tzlich ja etwas Positives ist. Wir sprechen hier aber eben nicht von Kinder-, sondern von Geldspielen. Auch Gl\u00fccks- und Geldspiele sind zun\u00e4chst nicht nur negativ. Sie sind Mittel zur Zerstreuung und zur Unterhaltung und haben dementsprechend einen hohen Stellenwert. 21 Prozent der erwachsenen Bev\u00f6lkerung in der Schweiz spielen regelm\u00e4ssig, aber die Spielsucht wird heute gemeinhin immer noch untersch\u00e4tzt. Nur bei einem kleinen Teil der spielenden Bev\u00f6lkerung entstehen soziale und gesundheitliche Probleme, aber man muss trotzdem von einem Anteil von 2 Prozent der erwachsenen Bev\u00f6lkerung ausgehen, bei dem wegen der Spielsucht problematische Folgen entstehen. 1 Prozent der erwachsenen Bev\u00f6lkerung ist spiels\u00fcchtig, das heisst, 150 000 Personen in der Schweiz haben ihr Spielverhalten nicht mehr im Griff.</p>\n<p>Seit die Casinos 1998 in der Schweiz ausgebaut worden sind, w\u00e4chst der Gl\u00fccksspielbereich stark an. In den Casinos betr\u00e4gt heute der Bruttospielertrag gegen 2 Milliarden Franken gegen\u00fcber noch knapp einer halben Milliarde Franken im Jahr 2000. Zuletzt ist der Ertrag der Casinos offenbar wegen des Rauchverbotes und vielleicht wegen der Krise etwas zur\u00fcckgegangen, aber er liegt immer noch bei 1,9 Milliarden Franken. In den Casinos bestehen Pr\u00e4ventionsmassnahmen, es besteht ein Schutz, aber das zeigt eben auch, wie aktuell und virulent die Problematik ist. 3000 Spielerinnen und Spieler werden im Schnitt pro Jahr vom Besuch der Casinos ausgeschlossen. Es gibt rund 26 000 Personen in der Schweiz - diese Zahl haben Sie schon geh\u00f6rt -, die vom Besuch der Casinos ausgeschlossen sind. Dieser Teil der Pr\u00e4vention funktioniert so weit gut.</p>\n<p>Aber man muss trotzdem ber\u00fccksichtigen, dass im Schnitt alle erwachsenen Personen \u00fcber 300 Franken pro Jahr im Gl\u00fccksspiel verlieren. Das hat dann auch Folgen f\u00fcr die Population, die gef\u00e4hrdet ist. Jeder zweite Spieler hat mehr als 40 000 Franken Schulden. Vielleicht sind Ihnen pers\u00f6nlich diese Umst\u00e4nde nicht vertraut. Sie k\u00f6nnen sich aber beim Sozialdienst Ihrer Gemeinde erkundigen. Bei jedem Sozialdienst sind die Folgen der Spielsucht bestens bekannt. Die Leute dort sind im Bild, gehen Sie sie fragen, und Sie werden sehen, dass die Spielsucht keinesfalls kleingeredet werden sollte. Die volkswirtschaftlichen Folgekosten des Gl\u00fccksspiels wurden in Studien belegt, sie belaufen sich auf rund 100 Millionen Franken j\u00e4hrlich.</p>\n<p>Das Spielbankengesetz und die Vereinbarung zu den Lotterien regeln die Spielsuchtpr\u00e4vention, das ist richtig, allerdings auf verschiedene Weise. Die parlamentarische Initiative Men\u00e9trey-Savary verlangt nun, dass die Spielbanken analog zu den Lotterien mit einer Abgabe von 0,5 Prozent des Bruttospielertrages einen Fonds zu speisen haben, der f\u00fcr die Pr\u00e4vention und die Bek\u00e4mpfung der Spielsucht bestimmt ist. Zudem sollen die verschiedenen gesetzlichen Grundlagen in Bezug auf die Pr\u00e4vention harmonisiert werden, sodass diese Pr\u00e4ventionsbem\u00fchungen geb\u00fcndelt werden und auch entsprechend wirken k\u00f6nnen. Dieses Begehren ist aus der Sicht der Pr\u00e4vention sinnvoll, hilfreich und auch zeitgem\u00e4ss. Pr\u00e4vention ist und bleibt eine wirksame M\u00f6glichkeit, um dem exzessiven Gl\u00fccksspiel vorzubeugen. Pr\u00e4vention strebt die Information und Sensibilisierung der Spielenden, aber nat\u00fcrlich auch ihres Umfeldes an. Gleichzeitig braucht es geeignete Behandlungsangebote f\u00fcr Menschen mit einer Spielsucht.</p>\n<p>Der Spielbereich entwickelt sich stark. Sie k\u00f6nnen heute in der Zeitung von Online-Games, Online-Wetten, von Poker lesen. Diese Entwicklung verlangt angemessene Begleitmassnahmen und eine sinnvolle Koordination zwischen den Spielbetreibenden und den Pr\u00e4ventionsfachleuten zur Behandlung der Spielsucht. Auf diese Herausforderungen reagiert die parlamentarische Initiative Men\u00e9trey-Savary auf eine angemessene und zweckm\u00e4ssige Weise.</p>\n<p>Ich bitte Sie daher, dieser Initiative Folge zu geben.</p>\n<p>[VS]</p>\n</pd_text>","MeetingCouncilAbbreviation":"N","MeetingDate":"20090526","MeetingVerbalixOid":1801,"IdSession":"4809","SpeakerFirstName":"Alec","SpeakerLastName":"von Graffenried","SpeakerFullName":"von Graffenried Alec","SpeakerFunction":"Mit-M","CouncilId":1,"CouncilName":"Nationalrat","CantonId":2,"CantonName":"Bern","CantonAbbreviation":"BE","ParlGroupName":"Gr\u00fcne Fraktion","ParlGroupAbbreviation":"G","SortOrder":4,"Start":"\/Date(1243341680094)\/","End":"\/Date(1243342010293)\/","Function":"Mit-M","DisplaySpeaker":true,"LanguageOfText":"DE","Modified":"\/Date(1774877811533)\/","StartTimeWithTimezone":"\/Date(1243341680093+0120)\/","EndTimeWithTimezone":"\/Date(1243342010293+0120)\/","VoteBusinessNumber":null,"VoteBusinessShortNumber":null,"VoteBusinessTitle":null}}